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			<title>Hilfswerk</title>
			<link>https://www.hilfswerk.at/</link>
		 <description></description> <language>de-AT</language> <copyright>Hilfswerk</copyright>
		<pubDate> Sat, 30 May 2026 13:51:04 +0200 </pubDate>
		 <lastBuildDate> Sat, 30 May 2026 13:51:04 +0200 </lastBuildDate> <atom:link href="/faktencheck-pflege/presseaussendungen?type=9818" rel="self" type="application/rss+xml" /> <generator>TYPO3 EXT:news</generator> <item> <guid isPermaLink="false">news-2177</guid>
				<pubDate> Fri, 04 Nov 2022 10:41:00 +0100 </pubDate>
				<title>Pflegereform: Personaloffensive darf jetzt nicht scheitern!</title>
				<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/pflegereform-personaloffensive-darf-jetzt-nicht-scheitern/ </link>
			 <description>Hilfswerk warnt vor gefährlichen Stolpersteinen: zu wenig Praxisanleiter/innen und Praktikumsplätze für Auszubildende in Österreich, schwerwiegende Hürden bei der Anerkennung von Fachkräften aus Drittstaaten.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/user_upload/Betreuung_Indoor_kleineWEB_042.jpg" length="283121" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
					<p>„Mit dem <strong>Personalpaket</strong> nimmt die Bundesregierung die erste wichtige Etappe der Pflegereform in Angriff. Sie verbreitert das Ausbildungsangebot, sieht die finanzielle Unterstützung aller Auszubildenden einschließlich der Berufsumsteiger/innen vor und hat auch Maßnahmen im Bereich der Rot-WeißRot-Card mit Blick auf Pflegekräfte aus dem Ausland gesetzt. Das begrüßen wir sehr. Jetzt geht es darum, <strong>gravierende</strong> <strong>Stolpersteine </strong>aus dem Weg zu räumen, die den Erfolg einer Personaloffensive gefährden könnten“, warnt <strong>Othmar Karas</strong>, Präsident des <strong>Hilfswerk Österreich</strong>.</p>
					<p><strong>Stolpersteine in der Ausbildung: zu wenig Praktikumsplätze und Praxisanleiter/innen</strong></p>
					<p>Die <strong>Ausbildung von Pflege- und Betreuungskräften</strong> in allen Berufsgruppen (DGKP, Pflege(fach)assistent/innen, Heimhilfen) erfolgt zu <strong>einem Drittel bis zur Hälfte der Curricula in Form von Praktika</strong>. Allein in den Landesverbänden des Hilfswerks betreuen aktuell 608 Praxisanleiter/innen 1.360 Praktikant/innen jährlich. <strong>Bereits in den letzten Jahren</strong> sind die <strong>quantitativen und qualitativen Anforderungen</strong> an die Praktikumsbetriebe laufend <strong>gestiegen</strong>.</p>
					<ul>
						<li>Die Wissens- und Kompetenzvermittlung in der Praxis hat sich in den vergangenen Jahren professionalisiert und bedarf je nach Berufsbild spezifischer Herangehensweisen. Das erhöht auch die Anforderungen an die Praxisanleiter/innen. Dem stehen <strong>zu wenige, </strong>tw.<strong> praxisferne und zu teure Weiterbildungsangebote für Anleiter/innen </strong>gegenüber (Kurskosten zw. 3.000 und 4.000 Euro).</li>
						<li>Wenn die <strong>Ausbildungsoffensive</strong> greift, werden aus den bestehenden Ausbildungsstätten signifikant mehr Praktikantinnen und Praktikanten zu erwarten sein. Darüber hinaus werden die neuen Ausbildungsangebote im Bereich der Berufsbildenden Schulen – hier ist von 8.000 Ausbildungsplätzen die Rede – und in der Lehre, aber auch aus dem Titel des Stipendiums des AMS für Umsteiger/innen ein Plus an Bewerber/innen bringen. Diese zusätzlichen Kapazitäten müssen geplant, werden, damit es nicht zu <strong>Engpässen bei den Praktikumsplätzen</strong> kommt.</li>
						<li>In Österreich gibt es keine Datengrundlage zu Anzahl und Art der verfügbaren Praktikumsplätze sowie zur Entwicklung des Bedarfs an Praxisanleiter/innen. <strong>Politik und Ausbildungsbetrieben fehlt somit eine seriöse Planungsbasis</strong>. Praktikant/innen wiederum vermissen Vergleichsoptionen und ein Vermittlungsservice, weil systematisches „Matching“ zwischen Auszubildendem/r und Ausbildungsbetrieb kaum möglich ist.</li>
						 </ul>
					<p>&nbsp;</p>
					<p>"<strong>Verfügbarkeit </strong>und <strong>Zugänglichkeit geeigneter Praktikumsplätze</strong> sind <strong>unabdingbar </strong>für die Umsetzung der Ausbildungsoffensive. Die Qualität der Praktika ist ausschlaggebend, ob bzw. mit welcher Motivation Auszubildende die Ausbildung abschließen und in den Pflegeberuf einsteigen“, erläutert <strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich.&nbsp;Ein entscheidender Qualitätsfaktor sind die Praxisanleiter/innen. Bei deren Ausbildung besteht aus Sicht des Hilfswerks Handlungsbedarf. Insbesondere sollen die<strong> Übernahme der Kosten</strong> für die <strong>Weiterbildung</strong> und die <strong>betriebliche Freistellung</strong> der Praxisanleiter/innen, die <strong>Absicherung von (Zeit-) Ressourcen für die Praxisanleitung </strong>und eine <strong>praxisorientierte Anpassung des Weiterbildungsregimes </strong>umgesetzt werden. Weiters braucht es die rasche Etablierung eines nationalen und regionalen <strong>Monitorings</strong>, das Personalbedarf, Ausbildungsstätten und Praktikumsplätze, Absolventinnen und Absolventen sowie Praktikumsanleiter/innen erfasst und als Datenbank zugänglich macht.</p>
					<p>Darüber hinaus sollen nach Schweizer Vorbild <strong>Lehrwerkstätten</strong> als so genannte „Dritte Lernorte“ etabliert und so mehr Praktikumsplätze geschaffen werden. Theorie und Praxis könnten dort in „geschütztem Rahmen“ – etwa für Auszubildende unter 17 Jahren, die von den Schulen oder aus der Lehrausbildung kommen – verbunden werden.&nbsp;Die <strong>Finanzierung der Praktikumsplätze</strong> könnte sich ebenfalls am Schweizer Modell orientieren. „Eine explizite Praktikumsplatzfinanzierung sichert nicht nur die notwendigen <strong>Ressourcen für eine qualitätvolle Praktikumsanleitung </strong>ab, sondern sorgt auch für mehr <strong>Klarheit, </strong>was den<strong> Leistungsumfang der Praxisanleitung</strong> betrifft, und entschärft Konflikte zwischen dem Erbringen von Pflegedienstleistungen und der Anleitung von Auszubildenden“, meint Anselm. Auch Hilfswerk-Präsident Karas fordert die nachhaltige Auflösung des jahrelangen Problemstaus: „Eine würdevolle Pflege braucht ordentliche Daten und Planungsgrundlagen, intelligente Steuerung und Kooperation sowie ausreichend Ressourcen und Personal.“</p>
					<p><strong>Stolpersteine bei der Anwerbung ausländischer Pflegefachkräfte</strong></p>
					<p>Um dem Personalengpass in der Pflege entgegenzuwirken, setzen Staaten wie Deutschland, Schweiz und Großbritannien auf gezielte <strong>Strategien</strong>, die <strong>Pflegekräften aus dem Ausland</strong> den Weg ins heimische Pflegesystem ebnen sollen, insbesondere auch Interessierten aus <strong>Drittstaaten</strong>. Allein Deutschland gewann auf diese Weise seit 2017 zwischen 30.000 und 33.000 Pflegekräfte pro Jahr. In Österreich scheitert eine derart strategische Herangehensweise an Diskrepanzen zwischen dem Regime der Rot-Weiß-Rot-Card und dem Berufsrecht sowie an der langwierigen und teuren Nostrifikation ausländischer Ausbildungen:</p>
					<ul>
						<li>Pflegeberufe gelten hierzulande als Mangelberufe, für ihre Ausübung kann eine <strong>Rot-Weiß-Rot-Card</strong> beantragt werden. Außerdem gehören sie zu den <strong>reglementierten Berufen. </strong>Bewerber/innen aus Drittstaaten müssen für die Anerkennung ihrer Ausbildung einen aufwändigen, langwierigen und oft teuren Nostrifikationsprozess durchlaufen (detaillierte Prüfung, ob die Ausbildung hiesigen Anforderungen entspricht oder ergänzende Ausbildungsmaßnahmen notwendig sind).</li>
						<li>Erst nach erfolgter Nostrifikation ist die Eintragung ins<strong> Berufsregister</strong> möglich, welche die Tätigkeit im erlernten Beruf erlaubt. Aufgrund einer COVID-Sonderregelung ist noch bis 31. 12. 2023 eine <strong>befristete Berufsausübung</strong> <strong>im erlernten Beruf</strong> bereits während der Nostrifikation, also <strong>vor</strong> Eintrag ins Berufsregister möglich. Ohne Eintrag können Betroffene jedoch <strong>keine Rot-Weiß-Rot-Card</strong> erwerben. Eine <strong>befristete</strong> <strong>Berufsausbildung UNTER dem erlangten Ausbildungsniveau</strong> (PA statt PFA, PFA statt DGKP) darf ins Berufsregister eingetragen werden und ermöglicht den Erwerb der RWR-Card. Pflegeassistent/innen steht diese Möglichkeit jedoch nicht offen, da keine Tätigkeit unter diesem Ausbildungsniveau definiert ist.</li>
						 </ul>
					<p>&nbsp;</p>
					<p>„Diese <strong>Diskrepanzen</strong> machen<strong> </strong>Fachkräften aus dem Ausland den Weg nach Österreich schwer bzw. <strong>verunmöglichen</strong> ihn überhaupt. Die Forderungen des Hilfswerks liegen deshalb auf der Hand: Sämtliche Schnittstellen im Aufenthalts- und Nostrifikationsverfahren sowie berufsrechtliche Anforderungen und die Kriterien für die Rot-Weiß-Rot-Card müssen dringend harmonisiert werden“, sagt Elisabeth Anselm. Die Möglichkeit, bereits während des Nostrifikationsverfahrens befristet im erlernten Berufsumfeld zu arbeiten, müsse dabei unbedingt beibehalten werden.&nbsp;Das <strong>Nostrifikationsverfahren</strong> selbst ist aus Sicht des Hilfswerks zu bürokratisch, komplex, kosten- und zeitintensiv und entspricht nicht den internationalen Standards für Verfahren zur Berufs­anerkennung. Die Regelungen schrecken nicht nur Bewerber/innen ab, sondern auch Betriebe und Träger, die Fachkräfte auf ihrem Weg nach Österreich begleiten wollen. <strong>Stefan Fritz</strong>, Geschäftsführer des <strong>Hilfswerk International</strong>, beklagt u. a. die langen Wartezeiten für Ergänzungskurse und deren hohe Kosten (400 Euro / Kurs). „Das überfordert die Bewerber/innen bei weitem, besonders bei eingeschränkten oder – im Falle von Pflegeassistent/innen – nicht vorhandenen Erwerbsmöglichkeiten“, so Fritz.</p>
					<p>„Wir brauchen dringend eine <strong>Vereinfachung, Beschleunigung und konsequente Modernisierung des Verfahrens</strong> sowie einen <strong>One-Stop-Shop</strong>, der Bewerber/innen Informationen, unterstützende Services und Begleitung anbietet. Die schwerfälligen Ergänzungskurse sind durch fachliche Unterweisung im Ausbildungsbetrieb und mit entsprechenden Ausbildungskräften zu ersetzen. Dieses System bewährt sich beispielsweise in Deutschland sehr gut. In strategisch definierten Schwerpunktländern müssen interessierten Bewerber/innen, heimischen Betrieben und Pflegeträgern Kontaktpunkte und Vor-Ort-Services zur Verfügung stehen“, schlägt Elisabeth Anselm abschließend vor.</p>
					 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-2158</guid>
				<pubDate> Thu, 29 Sep 2022 08:43:00 +0200 </pubDate>
				<title>Nach Pflegegipfel Burgenland bleiben sehr viele Fragen offen </title>
				<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/nach-pflegegipfel-burgenland-bleiben-sehr-viele-fragen-offen/ </link>
			 <description>Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz und Volkshilfe warnen vor unausgegorenen Plänen und verlangen ernsthafte Einbindung.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/Bilder/Fotopool/Pflege-Betreuung/Mobile_Dienste/2107_2019-hauskrankenpflege-heimhilfe.jpg" length="4263355" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
					<p>Mittwoch fand in Eisenstadt auf Einladung von Landesrat Dr. Leonhard Schneemann ein Pflegegipfel statt. Dabei wurden die Pläne des Landes Burgenland zu einer völligen Umgestaltung des nicht-stationären Pflegesystems präsentiert. Betroffen von diesen großen Veränderungen sind jene rund 7.000 Menschen die derzeit zu Hause mobil gepflegt und betreut werden, und auch deren Angehörige,.&nbsp; Mangels bisher erfolgter Einbindung der gemeinnützigen Träger im Land Burgenland nehmen nun erstmals&nbsp;auch die betroffenen&nbsp;Bundes- und Dachorganisationen&nbsp;der Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt&nbsp;(BAG), bestehend aus&nbsp;Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz&nbsp;und&nbsp;Volkshilfe dazu öffentlich Stellung. &nbsp;</p>
					<p class="Flietext"><strong>Funktionierendes System wird zerschlagen</strong></p>
					<p class="Flietext">Die Pläne gefährden ein lange aufgebautes System der mobilen Pflege und Betreuung im Burgenland: „Bisher konnte den Menschen garantiert werden, dass sie sich ihre Pflegeorganisation für die mobile Pflege und Betreuung zu Hause aussuchen können. Das neue&nbsp; Modell sieht nun starre Versorgungsregionen vor, die jeweils nur von&nbsp;einer&nbsp;Organisation pro Region&nbsp;betreut werden sollen. Das bedeutet, dass unsere&nbsp;Klient:innen&nbsp;ihre Betreuungsorganisation wechseln müssten.&nbsp;Zu den&nbsp;derzeitigen&nbsp;Betreuer:innen&nbsp;wurden aber oft langjährige Beziehungen aufgebaut, die mit dem neuen System enden würden. Das ist für die Pflegebedürftigen nicht nachvollziehbar und sorgt für große Enttäuschungen“, gibt der derzeitige BAG-Vorsitzende Erich Fenninger von der Volkshilfe Österreich zu bedenken.&nbsp;</p>
					<p class="Flietext">„Das Modell bedeutet aber auch, dass Mitarbeiter:innen nach der geplanten Ausschreibung zu einem neuen Arbeitgeber wechseln müssen. Das stellt, vor allem für jene die schon viele Jahre bei einer Organisation tätig sind, eine echte Zwangssituation dar, die aktuell für viel Unruhe bei den Mitarbeiter:innen sorgt. In weiterer Folge wird das auch zu Abwanderung aus der Pflege führen, was angesichts der angespannten Personalsituation die&nbsp; Versorgungssicherheit gefährden wird“, stellt die Generalsekretärin der Caritas Österreich Anna Parr fest.&nbsp;</p>
					<p><strong>Teure Pläne, die keine&nbsp;Probleme&nbsp;lösen</strong></p>
					<p>Für die Diakonie Österreich hält Direktorin Maria Moser&nbsp;fest, „dass&nbsp;das Modell&nbsp;des Landes Burgenland&nbsp;teuer&nbsp;ist, 71&nbsp;Stützpunkte&nbsp;werden&nbsp;geplant,&nbsp;darunter viele Neubauten.&nbsp;Die geplante Stärkung von Angeboten in den Gemeinden ist wichtig und richtig. Aber Infrastruktur ohne Plan und Bedarfserhebung&nbsp; - und vor allem ohne Einbindung jener Organisationen, die das mobile Pflegesystem im Burgenland entwickelt und aktuell am Laufen halten, ist sinnlos und teuer und&nbsp;löst&nbsp;keines der durchaus bestehenden Probleme der Pflegelandschaft im Burgenland. Und das Burgenland ist das einzige Bundesland, in dem es keine soziale Staffelung der Kundenbeiträge gibt.“</p>
					<p class="Flietext">“Das angekündigte Vorgehen der Landesregierung ist nachweislich nicht die Antwort auf den Entwicklungsbedarf der burgenländischen Pflegelandschaft. Ganz im Gegenteil. Man fährt über die Bedürfnisse der pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörigen drüber und diskreditiert und verunglimpft die Arbeit der Pflegekräfte“, meint Elisabeth Anselm, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich. „Das haben sich die Betroffenen nicht verdient“, ist Anselm überzeugt. Darüber hinaus würden Rechsexpert:innen erhebliche juristische Bedenken äußern, schließlich habe man es mit intakten Vertragsverhältnissen zu tun und es gelte der Vertrauensgrundsatz.</p>
					<p class="Flietext">„Daher appellieren die fünf großen Trägerorganisationen Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz und Volkshilfe dringend an das Land Burgenland, den Weg des Dialogs zu gehen. Das bedeutet, jene Organisationen ernsthaft in die Planungen einzubinden, die langjährige Erfahrungen gesammelt haben und über viel Know-how verfügen. Um gemeinsam an der nötigen Weiterentwicklung der Pflegelandschaft im Burgenland zu arbeiten.“, so der Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuz Michael Opriesnig.&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>
					 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-2151</guid>
				<pubDate> Mon, 19 Sep 2022 12:06:30 +0200 </pubDate>
				<title>Pflege-Kollektivvertrag: Hilfswerk-Präsident Karas für Abschluss weit über 8 Prozent!</title>
				<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/pflege-kollektivvertrag-hilfswerk-praesident-karas-fuer-abschluss-weit-ueber-8-prozent/ </link>
			 <description>Karas plädiert anlässlich der Forderungsübergabe der Sozialpartner heute Nachmittag für eine deutliche Erhöhung der Gehälter.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/user_upload/2039_2019_WEB.jpg" length="197045" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
					<p>„Angesichts der herausragenden Leistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Pflege- und Betreuungsberufen, des Personalmangels in der Branche und nicht zuletzt der massiven Belastungen in der Pandemie muss ein Abschluss her, der die für die Verhandlungen gültige Inflationsrate von etwa 7,2 Prozent weit übersteigt und daher jedenfalls <strong>deutlich über 8 Prozent</strong> zu liegen kommt“, lässt <strong>Othmar Karas, Präsident des Hilfswerk Österreich</strong>, anlässlich der heute Nachmittag stattfindenden ersten Runde der Kollektivvertragsverhandlungen im Sozialbereich aufhorchen.</p>
					<p>„Diese Berufsgruppen, oft Frauen, die das Wohlergehen von älteren und kranken Menschen verantworten, haben dieselbe Anerkennung verdient wie klassische Männerberufe, beispielsweise die Metaller“, spielt Karas auf die anlaufenden Verhandlungen in anderen Branchen an. „Die politischen Verantwortungsträger, und das sind in diesem Falle vor allem die Länder, müssen sich auf einen ordentlichen Abschluss einrichten. Es ist höchst an der Zeit, hier klare Zeichen zu setzen“, so Karas. Es gehe auch darum, die Kaufkraft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Krisenzeiten zu erhalten und deren Lebensunterhalt ökonomisch angemessen abzusichern. „Wenn die Politik würdiges Altern in Österreich sicherstellen möchte, dann muss sie diesen Schritt gehen und deutliche Weichenstellungen zu Gunsten der Pflege- und Betreuungsberufe vornehmen. Das Gehalt ist nicht alles, es gibt auch noch eine Reihe anderer notwendiger Maßnahmen. Aber das Gehalt ist wichtig. Und darum brauchen wir diesen Abschluss“, schließt Karas.</p>
					 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-2150</guid>
				<pubDate> Fri, 16 Sep 2022 19:19:37 +0200 </pubDate>
				<title>Hilfswerk begrüßt Einigung zum Pflege-Bonus</title>
				<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-begruesst-einigung-zum-pflege-bonus/ </link>
			 <description>Bund und Länder haben sich über die Auszahlung des Bonus für Pflege- und Betreuungsberufe für 2022 bis Jahresende geeinigt, 2023 soll monatlich ausbezahlt werden.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/Bilder/Fotopool/Pflege-Betreuung/Mobile_Dienste/2256_2019-hauskrankenpflege.jpg" length="3990459" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
					<p>Anlässlich der heutigen Soziallandesreferentenkonferenz haben Bundesminister Johannes Rauch und die Soziallandesrätinnen und -räte aus Wien, Niederösterreich, Vorarlberg und dem Burgenland wichtige Vereinbarungen zwischen Bund und Ländern präsentiert. Darunter die budgetäre Absicherung einiger Vorhaben des Pflegereformpakets, das der Nationalrat im Sommer 2022 verabschiedet hat.</p>
					<p>In dessen Zentrum steht der <strong>Bonus</strong>, der an die<strong> Beschäftigten in den Pflege- und Betreuungsberufen</strong> ausgezahlt werden soll. Dafür stellt der Bund den Ländern für die Jahre 2022 und 2023 insgesamt <strong>570 Millionen Euro</strong> zur Verfügung. Der Bonus soll allen Berufsgruppen in gleicher Höhe ausbezahlt werden. „Wir freuen uns wirklich sehr, dass hier eine <strong>Einigung zum Procedere</strong> gelungen ist und damit sichergestellt wird, dass die <strong>Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen</strong> ihren <strong>Bonus für 2022 bis Ende des Jahres auf dem Konto </strong>haben sollen“, stellt <strong>Othmar Karas</strong>, Präsident des Hilfswerk Österreich fest. Im Jahr 2023 soll der Bonus dann monatlich ausbezahlt werden. Die notwendigen Änderungen im so genannten „Entgelterhöhungszweckzuschussgesetz“ werden noch ausgearbeitet.</p>
					<p>„Insgesamt ist mit dem Gehaltsbonus für Pflege- und Betreuungskräfte, dem Finanzierungspaket zur Ausbildung und einigen weiteren Verbesserungen eine gute erste Etappe zur <strong>Pflegereform</strong> auf den Weg gebracht worden“, meint <strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich. „Weitere Schritte müssen noch folgen, sowohl im Bereich der Rahmenbedingungen für die Arbeit, als auch zur Weiterentwicklung der Versorgungslandschaft und zur Unterstützung pflegebedürftiger Menschen und deren Angehöriger. Aber heute dürfen wir uns mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern freuen, dass mit dieser raschen Einigung ihre Arbeit anerkannt und unterstützt wird, auch wenn noch ein Teil der Strecke vor uns liegt“, schließt Anselm.</p>
					 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-2136</guid>
				<pubDate> Thu, 04 Aug 2022 12:29:40 +0200 </pubDate>
				<title>Verkehrsbeschränkungen statt Quarantäne-vorschriften für die Langzeitpflege ungeeignet</title>
				<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/bundesarbeitsgemeinschaft-freie-wohlfahrt-bag-verkehrsbeschraenkungen-statt-quarantaenevorschriften-fuer-die-langzeitpflege-ungeeignet/ </link>
			 <description>Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt (BAG): Vulnerable Gruppen gefährdet, Pflegepersonal verunsichert </description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/Bilder/Fotopool/Pflege-Betreuung/Mobile_Dienste/2012_2019-hauskrankenpflege.jpg" length="3235943" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
					<p>Die seit 1. August gültigen Verkehrsbeschränkungen für an COVID-erkrankte Menschen in Österreich stellen die BAG-Organisationen Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz und Volkshilfe vor enorme Herausforderungen.</p>
					<p>„Nach mehr als zwei Jahren Erfahrung mit den Folgen der Pandemie halten wir - ähnlich wie viele Expertinnen und Experten - den Ersatz der Quarantänebestimmungen durch Verkehrsbeschränkungen für nicht sinnvoll. Nicht umsetzbar sind die getroffenen Regelungen vor allem im Pflege- und Betreuungsalltag. Das Gefährdungspotenzial des Virus ist nicht nur für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch für Kundinnen und Kunden zu groß“, stellt Erich Fenninger, der Direktor der derzeit den BAG-Vorsitz führenden Volkshilfe Österreich fest.&nbsp;&nbsp;</p>
					<p><strong>Schutz von Klientinnen/Klienten und Bewohnerinnen/Bewohnern hat oberste Priorität </strong></p>
					<p>Infizierte, symptomlose Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dürfen nun in der Langzeitpflege und -betreuung mit FFP2-Maske körpernahe Tätigkeiten verrichten. Anna Parr, Generalsekretärin der Caritas Österreich hält diesen Richtungswechsel, der nun mit den Lockerungen ohne entsprechende Detailregelungen für die Langzeitpflege von der Bundesregierung initiiert wurde, für unverantwortlich: „Dadurch werden sehr vulnerable Gruppen nun einem hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt. Die Infektion mit COVID-19 ist eine anzeigepflichtige, schwere Erkrankung, gilt bei der AUVA als Berufserkrankung und kann Dauerschäden verursachen. Wir wollen und können das Risiko, dass sich Bewohnerinnen und Bewohner oder Klientinnen und Klienten infizieren, nicht eingehen. Und auch die gegenseitige Ansteckung von Kolleginnen und Kollegen können wir nicht verantworten.“</p>
					<p>Dazu kommt noch, dass das korrekte Tragen der FFP2-Maske Voraussetzung für einen lt. Verordnung möglichen Berufseinsatz ist. Im Fall von körpernahen Dienstleistungen kann das allerdings nicht immer garantiert werden, da beispielsweise bei Durchnässen der Maske beim Duschen einer Klientin/eines Klienten der Schutz nicht mehr gegeben ist oder die Maske bei Klientinnen/Klienten mit einer Hörbeeinträchtigung zur besseren Verständigung abgenommen werden müsste. „Daher lehnen wir es ab, dass die Verantwortung und das Risiko einer Ansteckung von vulnerablen Personengruppen mit dieser Verordnung auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und in weiterer Folge auf die Dienstgeber abgewälzt wird“, hält der Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes Michael Opriesnig fest.</p>
					<p><strong>Haftungsfrage ist ungeklärt </strong></p>
					<p class="Flietext">Die BAG-Organisationen weisen auch darauf hin, dass die Haftungsfrage beim Einsatz von COVID-positiven Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern bei Klientinnen/Klienten derzeit ungeklärt ist. Elisabeth Anselm, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich, dazu: „Die aktuelle rechtliche Lage würde zwar den Einsatz positiv getesteter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erlauben, es gibt aber keine Handhabe dafür, was passieren würde, wenn Klientinnen oder Klienten dadurch zu Schaden kämen. Wer haftet für etwaige Schäden?“ Offen ist laut BAG auch die Frage der Informationspflicht gegenüber den Klientinnen/Klienten betreffend den COVID-Status der Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern. „Wie stellt man sich das in der Praxis vor?“, fragt Anselm, und fordert: „Wir brauchen hier dringend praxistaugliche Antworten für unseren sensiblen Bereich.“</p>
					<p><strong>Wegfall des Kostenersatzes&nbsp; </strong></p>
					<p>Die Ausfallszeit der Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter (COVID-Quarantäne und Krankenstand) hat sich seit Beginn der COVID19-Krise im Jahr 2020 deutlich erhöht. Zum Teil mussten, zusätzlich zu nicht pandemiebedingten Krankenständen, Personalausfälle von mehr als 10% kompensiert werden. Neben den organisatorischen Herausforderungen wurden bislang zumindest die Personalkosten durch den Kostenersatz des Bundes übernommen. Der Wegfall dieses Kostenersatzes für Personalkosten trifft die Organisationen in der Langzeitpflege massiv, insbesondere nach den finanziell herausfordernden Jahren der Pandemie. „Für gemeinnützige Sozialorganisationen ist dieser Kostenersatz unerlässlich, da die Mittel sonst in der konkreten Pflege und Betreuung mit den Menschen fehlen“, sagt Martin Schenk, Stv. Direktor der Diakonie.</p>
					<p>Abschließend appellieren die BAG-Organisationen Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz und Volkshilfe eindringlich an die verantwortlichen Bundesminister, durch klare, praxistaugliche Regelungen für die Sicherheit der Bewohnerinnen/Bewohner, Klientinnen/Klienten und Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter in der Langzeitpflege zu sorgen, die Haftungsfrage im Sinne der Dienstgeber&nbsp; möglichst rasch zu klären und die COVID-bedingten finanziellen Mehraufwände für nicht einsatzfähige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterhin abzugelten.</p>
					 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-2123</guid>
				<pubDate> Wed, 06 Jul 2022 08:19:30 +0200 </pubDate>
				<title>Hilfswerk zur Pflegreform: Lob für Verbesserungen, zweite Etappe muss folgen</title>
				<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-zur-pflegreform-lob-fuer-verbesserungen-zweite-etappe-muss-folgen/ </link>
			 <description>Stellungnahmen zu Gesetzesvorlagen wurden zum Teil berücksichtigt, Herausforderung liegt nun in der Umsetzung – und in der nächsten Reformetappe!</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/Bilder/Fotopool/Pflege-Betreuung/Mobile_Dienste/2070_2019-heimhilfe.jpg" length="3595698" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
					<p>Morgen, am 7. Juli, steht im Plenum des Nationalrats jenes Paket an Gesetzesvorlagen auf der Tagesordnung, das der Sozialminister und die Klubobleute der Regierungsparteien am 12. Mai 2022 als erste Etappe der Pflegereform vorgestellt haben. In der mit drei Wochen recht knapp bemessenen Begutachtungsfrist hat auch das Hilfswerk zu sämtlichen Gesetzesvorlagen des Pakets Stellungnahmen eingebracht. Besonders groß ist die Freude, dass schlussendlich auch die Heimhilfen in den Genuss der Gehaltsverbesserungen im Pflegebereich kommen.</p>
					<p><strong>Berücksichtigung der Heimhilfen im Gehaltspaket größter Erfolg</strong></p>
					<p>„Wir freuen uns, dass etliche unserer Anregungen in den nun adaptierten Vorlagen berücksichtigt sind“, sagt <strong>Elisabeth Anselm, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich</strong>. „Ein besonderes Anliegen war es uns, dass auch <strong>Heimhilfen vom Personalpaket der Pflegereform samt Gehaltsaufbesserung profitieren</strong>. In der einschlägigen 15a-Vereinbarung zwischen Bund und Ländern zu den Sozialbetreuungsberufen sind Heimhilfen als integraler Bestandteil mobiler Pflege- und Betreuungsteams ausgewiesen. Im Gesundheits- und Krankenpflegegesetz wird klar auf ihre Funktion in der Basisversorgung verwiesen. Heimhilfen erbringen verantwortungsvolle und unverzichtbare Tätigkeiten im Zuge der Betreuung älterer und chronisch kranker Menschen. Es wäre nicht vermittelbar und auch nicht gerecht gewesen, wenn diese Berufsgruppe, wie ursprünglich vorgesehen, ausgespart geblieben wäre“, so Anselm. Man freue sich beim Hilfswerk daher, dass die Bundesregierung statt der angekündigten 520 Millionen Euro für 2022 und 2023 nun 570 Millionen zur Erhöhung der Gehälter im Pflegebereich vorsieht und davon auch Heimhilfen und Sozialbetreuer/innen profitieren werden.</p>
					<p><strong>Lehrende und Praxisanleiter/innen müssen in der Umsetzung berücksichtigt werden</strong></p>
					<p>Neben dem Zweckzuschussgesetz, das auf die Verbesserung der Gehaltssituation in der Pflege abstellt, ist ein zweites Zweckzuschussgesetz Teil des Pakets, welches auf die Attraktivierung der Ausbildung zu den Pflegeberufen abzielt. <strong>Personen in Ausbildung</strong> sollen <strong>finanzielle Unterstützung</strong> erhalten, damit deren Ausbildungsvorhaben nicht an den Kosten scheitern. Dieses Vorhaben entspricht einer langjährigen Forderung des Hilfswerks und wurde demgemäß bereits in der Begutachtungsphase gelobt. Allerdings wies das Hilfswerk darauf hin, dass es entscheidend sein werde, auch die <strong>Ausbildung und Tätigkeit von Lehrenden, Praxisanleiterinnen und -anleitern</strong> entsprechend <strong>zu berücksichtigen und zu unterstützen</strong>. „Genügend geeignete und ausgebildete Fachkräfte für die Ausbildung und Praxisanleitung zur Verfügung zu haben und deren Tätigkeit in den Betrieben entsprechend finanzieren zu können, wird ausschlaggebend dafür sein, ob ein attraktives Ausbildungsangebot verwirklicht werden kann. Schon jetzt sehen wir in der Praxis erhebliche Engpässe“, warnt Anselm. Hier seien laut Hilfswerk insbesondere auch die Länder in der Umsetzung gefordert.</p>
					<p><strong>Erweiterte Kompetenzen sind gut, müssen aber auch in die Praxis gebracht werden</strong></p>
					<p>Die im Pflegereformpaket vorgesehen <strong>Anpassungen im Bereich der Kompetenzen</strong> der Berufsgruppen in der Pflege sieht das Hilfswerk überwiegend positiv. „Wir müssen die Erweiterung von Kompetenzen aber auch <strong>in die Praxis bringen</strong>“, meint Anselm. So sei es etwa Diplomierten Pflegekräften gemäß Gesetz bereits seit sechs Jahren erlaubt, eine <strong>Weiterverordnung von Medizinprodukten </strong>wie etwa Inkontinenzmaterialien oder Wundauflagen vorzunehmen. „Bedauerlicherweise wurde <strong>bisher kein geeigneter Weg gefunden</strong>, wie derartige Verordnungen in den Abrechnungskreislauf <strong>mit den Sozialversicherungsträgern</strong> einzubringen sind“, erläutert Anselm. Dieser Umstand führe nicht nur zu unnötiger Ressourcenbindung und erheblichen Ineffizienzen (insbesondere durch Wege und Wartezeiten bei der Besorgung von ärztlichen Verordnungen), sondern auch zu Unmut und Unverständnis bei den Fachkräften, aber auch bei Betroffenen und Angehörigen. Das Hilfswerk hat jenseits dessen bereits mehrfach den Vorschlag gemacht, die <strong>Erstverordnung</strong> spezifischer Medizinprodukte ebenso durch Diplomierte Pflegekräfte zu ermöglichen.</p>
					<p><strong>Verbesserungen für pflegende Angehörige sind ein „guter Anfang“</strong></p>
					<p>Die im vorliegenden Reformpaket vorgesehenen <strong>Verbesserungen für pflegende Angehörige</strong> werden seitens des Hilfswerks als „guter Anfang“ gesehen. Es bedürfe jedoch dringend weiterer Schritte, um die im Regierungsprogramm vorgesehene Stärkung der Pflege zu Hause und der pflegenden Angehörigen zu bewerkstelligen. „In der <strong>zweiten Etappe der Reform</strong> muss es neben einer <strong>nachhaltigen</strong> <strong>Finanzierung</strong> auch um die <strong>Weiterentwicklung der Unterstützungsangebote</strong> <strong>und der Versorgungslandschaft</strong> in Österreich gehen“, ist Anselm überzeugt. So habe man sich mit der wiederholten <strong>Kritik des Rechnungshofes</strong> auseinanderzusetzen, der plausible Zielsetzungen und eine wirksame Steuerung des Systems ebenso einfordert wie transparente Standards, mehr Gerechtigkeit und eine bessere Leistbarkeit von Unterstützungsdiensten.</p>
					<p>„Wir müssen uns mit den Bedürfnissen der Betroffenen beschäftigen, bessere Lösungen anbieten und ermöglichen“, sagt Anselm. Dazu gehören laut Hilfswerk beispielsweise der <strong>Ausbau mobiler Dienste</strong> samt Überprüfung der Selbstbehalte ebenso wie die Förderung präventiver Angebote oder einer flexiblen und leistbaren Tagesbetreuung zu Hause. „Aber auch in der 24-Stunden-Betreuung haben wir eine große Baustelle. Die Förderung wurde seit fünfzehn Jahren nicht valorisiert. Konzepte zur Sicherung von Qualität und Fairness liegen auf dem Tisch und harren der Umsetzung“, meint Anselm.</p>
					 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-2114</guid>
				<pubDate> Wed, 29 Jun 2022 11:39:42 +0200 </pubDate>
				<title>Hilfswerk begrüßt Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte</title>
				<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-begruesst-reform-der-rot-weiss-rot-karte/ </link>
			 <description>Berufsanerkennung für Interessierte aus Drittstaaten (Nostrifikation) müsste jedoch dringend noch verbessert werden.</description> <content:encoded> <![CDATA[
				<p>Heute, am Dienstag, 28. Juni 2022, hat der Arbeits- und Sozialausschuss des Nationalrats eine <strong>Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte</strong> beschlossen. Als einer der führenden Anbieter und größten Arbeitgeber im Bereich sozialer Dienstleistungen, insbesondere in der Pflege und Betreuung, begrüßt das Hilfswerk das beschlossene Maßnahmenpaket. Eine <strong>schnellere Abwicklung der Verfahren</strong> bei der Antragsstellung und <strong>administrative Verbesserungen</strong> seien laut Hilfswerk ebenso <strong>zielführend und hilfreich</strong> wie <strong>gezielte Erleichterungen</strong> bei den <strong>Voraussetzungskriterien</strong> und bei der <strong>Erreichung der notwendigen Punkte</strong>. „Gerade im Bereich der Pflege und Betreuung wird es ohne zusätzliche Fachkräfte aus dem Ausland nicht gehen“, mein <strong>Elisabeth Anselm, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich</strong>. „Wir werden den Bedarf alleine mit Ausbildungs- und Umschulungsoffensiven, so wichtig sie auch sind, nicht decken können. Und es gibt auch viele interessierte Fachkräfte im Ausland, die gerne nach Österreich kommen möchten, insbesondere auch aus <strong>Drittstaaten</strong>“, so Anselm. Man freue sich beim Hilfswerk daher, dass auch die Drittstaaten im Paket berücksichtigt sind.</p>
				<p>„Was uns allerdings noch gelingen muss, sind <strong>Verbesserungen</strong> bei den <strong>Verfahren zur Berufsanerkennung für Interessierte aus Drittstaaten</strong>, der sogenannten <strong>Nostrifikation</strong>. Die Lage ist höchst <strong>unübersichtlich</strong>, <strong>Informationen</strong> sind <strong>nicht gut zugänglich</strong>, <strong>bürokratische Hürden</strong> und <strong>hohe Kosten</strong> sind erhebliche Belastungen, viele empfinden das Verfahren als wahren Spießrutenlauf“, meint Anselm. So müssen Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen erst einmal die <strong>richtige Fachhochschule finden</strong>, die für das eigene Herkunftsland Nostrifikationen durchführt. Auch gäbe es hier <strong>keine berechenbaren Standards</strong>. Bei den Pflegeassistenzberufen fände das Verfahren bei den einschlägigen Behörden der Länder statt. „Auch hier gibt es oft<strong> bürokratische Erschwernisse und Hindernisse</strong>, die das Verfahren kompliziert machen und verlangsamen“, führt Anselm aus. So würden beispielsweise notwendige Kursmodule zu selten angeboten, was laut Hilfswerk zu <strong>erheblichen Verzögerungen</strong> führen könne. Auch die <strong>Kosten</strong> <strong>der Verfahren und Kurse</strong> seien <strong>beachtlich</strong>. „Wünschenswert wäre ein <strong>One-Stop-Shop-Prinzip</strong>, <strong>berechenbare Standrads</strong>, <strong>flexible Kursangebote</strong> und eine <strong>Übernahme der Kosten</strong>“, meint Anselm, denn: „<strong>Wie müssen jeder Pflegekraft den roten Teppich ausrollen</strong>“.</p>
				 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-2110</guid>
			<pubDate> Tue, 21 Jun 2022 16:11:31 +0200 </pubDate>
			<title>Pflegereform: Hilfswerk lobt Gesetzesvorlagen, ortet aber Nachbesserungsbedarf</title>
			<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/pflegereform-hilfswerk-lobt-gesetzesvorlagen-ortet-aber-nachbesserungsbedarf/ </link>
		 <description>Heimhilfen einbinden, Ausbildungspersonal gewinnen, Kompetenzen anerkennen</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/Bilder/Fotopool/Pflege-Betreuung/Mobile_Dienste/2278_2019-hauskrankenpflege-heimhilfe.jpg" length="2725950" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
				<p>„Wir freuen uns darüber, dass in den Gesetzesvorhaben zum ersten Maßnahmenpakt der Pflegereform das Personal im Mittelpunkt steht“, sagt <strong>Elisabeth Anselm, Geschäftsführerin Hilfswerk Österreich</strong>. Umso mehr bedauert man beim Hilfswerk, dass im Paket die Heimhilfen fehlen. „In der einschlägigen 15a-Vereinbarung zwischen Bund und Ländern zu den Sozialbetreuungsberufen sind Heimhilfen als <strong>integraler Bestandteil mobiler Pflege- und Betreuungsteams</strong> ausgewiesen. Im <strong>Gesundheits- und Krankenpflegegesetz</strong> wird klar auf ihre Funktion in der <strong>Basisversorgung</strong> verwiesen: Unterstützung bei der Körperpflege, beim An- und Auskleiden, bei der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme, beim Toilettengang, bei der Intimpflege und Inkontinenzversorgung, bei der Förderung der Bewegungsfähigkeit und beim Lagern, bei der Einnahme und Anwendung von Arzneimitteln. Es handelt sich hier um eine ganze Reihe verantwortungsvoller Tätigkeiten, die von den Heimhilfen zur Unterstützung pflegebedürftiger Menschen wahrgenommen werden“, so Anselm.</p>
				<p><strong>Heimhilfe auch als Zubringer für Pflegeassistenzberufe wichtig</strong></p>
				<p>Eine Berücksichtigung der Heimhilfen im Personalpaket der Pflegereform gebiete auch die politische Vernunft, erklärt Anselm. „Denn auch bei Heimhilfen haben wir mittlerweile einen deutlichen Mangel. Derzeit können wir in manchen Regionen kaum noch die Nachfrage jener Menschen zufrieden stellen, die Unterstützung brauchen und sich an uns wenden, weil wir <strong>Engpässe beim Personal</strong> haben, auch in der Heimhilfe“, so Anselm. Außerdem übersehe die Politik, dass das Berufsbild Heimhilfe auch ein <strong>Zubringer in die Pflegeberufe</strong> sei, kritisiert Anselm. „Viele Heimhilfen sind Berufsumsteiger/innen oder Wiedereinsteigerinnen und lernen in ihrer Ausbildung die Pflegebranche erstmals kennen. Positive Feedbacks der Kundinnen und Kunden sowie anderer Teammitglieder motivieren dann die eine oder den anderen, berufsbegleitend die Ausbildung zur Pflegeassistenz in Angriff zu nehmen. Davon profitiert das gesamte Pflegesystem“, argumentiert Anselm.</p>
				<p><strong>Personalgewinnung für Lehre und Praxisanleitung finanziell absichern</strong></p>
				<p>„Wir sehen es aber ebenso kritisch, dass die <strong>Gewinnung</strong> des notwendigen <strong>Personals für Lehre und Praxisanleitung</strong> <strong>unzureichend</strong> <strong>berücksichtigt</strong> ist. Die Förderung der Ausbildung in diesem Bereich soll nur erfolgen, wenn die Mittel zur Unterstützung von Auszubildenden nicht ausgeschöpft sind. Das könnte heißen, dass sehr wenig in diesem Bereich passiert. Uns besorgen aber auch Kosten, die bisher gar nicht angesprochen wurden, etwa für die Freistellung bewährter Kräfte für die Ausbildung zur Praxisanleitung oder für die Anleitungstätigkeit selbst“, so Anselm. Die vorgesehenen <strong>Erweiterungen der Kompetenzen für Pflegeassistenzberufe</strong> sieht das Hilfswerk positiv, kritisiert aber, dass die bereits 2016 beschlossene Möglichkeit zur <strong>Weiterverordnung von Medizinprodukten</strong> (Inkontinenzmaterialien, Wundauflagen) für Diplomierte Pflegekräfte in der Praxis <strong>noch immer nicht umgesetzt</strong> sei. „Leider wurde bisher kein Weg gefunden, wie derartige Verordnungen in den Abrechnungskreislauf mit den Sozialversicherungsträgern einzubringen sind. Das führt nicht nur zu Wartezeiten und Ineffizienzen, sondern auch zu Unmut und Unverständnis bei den Fachkräften, aber auch bei Betroffenen und Angehörigen“, kritisiert Anselm. Aus Sicht des Hilfswerks wäre auch die <strong>Erstverordnung</strong> derartiger Produkte durch Diplomierte Pflegekräfte <strong>sinnvoll</strong>.</p>
				<p>Darüber hinaus hat das Hilfswerk auch noch Anmerkungen zu den Gesetzesvorlagen betreffend Erhöhung des Entgeltes für Pflege und Betreuungspersonal bzw. zur Novellierung des Bundespflegegeldgesetzes eingebracht. Nachzulesen auf der Website des Parlaments unter folgenden Links:<br> &nbsp;</p>
				<p>Bundespflegegeldgesetz:<br> <a href="https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVII/A/A_02655/#tab-Stellungnahmen" title="Link zur Stellungnahme des Hilfswerks zum Bundespflegegeldgesetzes" target="_blank" rel="noreferrer">https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVII/A/A_02655/#tab-Stellungnahmen</a></p>
				<p>Entgelterhöhungs-Zweckzuschussgesetz – EEZG:<br> <a href="https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVII/A/A_02656/#tab-Stellungnahmen" title="Link zur Stellungnahme des Hilfswerks zum Entgelerhöhungs-Zweckzuschussgesetz" target="_blank" rel="noreferrer">https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVII/A/A_02656/#tab-Stellungnahmen</a></p>
				 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-2089</guid>
			<pubDate> Fri, 13 May 2022 10:14:00 +0200 </pubDate>
			<title>24-Stunden-Betreuung am Limit!</title>
			<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/24-stunden-betreuung-am-limit/ </link>
		 <description>Breite Allianz fordert überfällige Weiterentwicklung des Fördermodells!</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/Bilder/Fotopool/Pflege-Betreuung/24_Stunden_Betreuung/shutterstock_1754659388_web_24-Stunden-Betreuung.jpg" length="4074583" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
				<p>Der österreichische Gesetzgeber hat vor 15 Jahren die 24-Stunden-Betreuung in Österreich gesetzlich verankert und mit einer Förderung versehen. Heute nutzen rund 25.000 betreuungs- und pflegebedürftige Menschen in Österreich eine 24-Stunden-Betreuung. Sie sparen der Allgemeinheit viel Geld. Aber sie werden von der Politik im Stich gelassen. Die Förderung von 550 Euro pro Monat wurde seit ihrer Einführung vor 15 Jahren nicht angepasst und hat sich massiv entwertet! Die Betroffenen kommen für Kost und Logis sowie Fahrtkosten der Personenbetreuer:innen auf, ebenso für deren Honorare. Alles zusammen unterliegt der Inflation, erst recht angesichts der aktuellen, krisenbedingt massiven Teuerungswelle. Die betroffenen Haushalte sind übermäßig belastet, das System kommt finanziell an den Rand des Zusammenbruchs.</p>
				<p>Aber die Politik lässt Betroffene und Angehörige sowie letztlich auch die Betreuer/innen nicht nur betreffend der Wertanpassung im Stich. Auch die Entwicklung des Systems im Sinne der besseren Absicherung von Fairness und Qualität steht still. Dabei verspricht das Regierungsprogramm diese Weiterentwicklung auf Basis des <a href="https://oeqz.at/" target="_blank" rel="noreferrer"><strong>ÖQZ-24</strong></a> (Österreichisches Qualitätszertifikat für Vermittlungs-agenturen in der 24-Stunden-Betreuung). Bis heute hat sich nichts getan! Das muss sich ändern! Eine breite Allianz von Organisationen fordert nun eine rasche und konsequente Anpassung des Fördermodells im Sinne der Absicherung und Weiterentwicklung der 24-Stunden-Betreuung in Österreich.</p>
				<p><strong>Mario Tasotti</strong>, Geschäftsführer einer zertifizierten Vermittlungsagentur, berichtet zur aktuellen Situation wie folgt: „Wir haben vor mehr als 10 Jahren unsere Vermittlungsagentur gegründet, weil wir in der eigenen Familie, bei unseren Großeltern, das erfahren haben, was viele Studien belegen: Nämlich, dass mehr als 80% unserer älteren Mitmenschen zuhause alt werden wollen und zuhause entsprechend versorgt werden wollen.“ Aktuell werden rund 25.000 Personen zuhause mit einer 24-Stunden-Betreuung versorgt, die Betreuungsform stellt damit eine relevante Säule in der österreichischen Betreuungslandschaft dar. Insbesondere während der Corona Pandemie hat sich die Dienstleistung auch unter widrigsten Bedingungen als zuverlässige und in Bezug auf das Infektionsrisiko sichere Betreuungsform erwiesen. Tasotti weiter: „Ich stehe heute hier auch repräsentativ für mittlerweile mehr als 40 Vermittlungsagenturen, die sich der Zertifizierung nach ÖQZ-24, dem Qualitätszertifikat für Vermittlungsagenturen der Republik Österreich, gestellt haben. Gemeinsam betreuen wir bereits mehr als ein Drittel der von Vermittlungsagenturen servicierten Kundinnen und Kunden. Mit der Zertifizierung verfolgen wir das Ziel, unseren Kundinnen und Kunden und Personenbetreuer/innen faire und korrekte Bedingungen zu bieten, vor allem aber auch eine sichere Dienstleistung. In dieses Ziel haben wir viele Ressourcen investiert, unsere Prozesse weiterentwickelt und die Qualität unserer Dienstleistungen optimiert. Die aktuellen Preissteigerungen bringen unsere Kundinnen und Kunden an ihre finanziellen Grenzen. Es braucht dringend unmittelbare Lösungen.“</p>
				<p><strong>Anna Parr</strong>, Generalsekretärin der Caritas Österreich, erläutert die Problematik der fehlenden Valorisierung der 2007 eingeführten Förderungen im Bereich der 24-Stunden-Betreuung im Detail: „Die seitens der Bundesregierung gestern, 12. Mai 2022, angekündigte Wertanpassung ist dringend notwendig. Denn während die Lebenserhaltungskosten Jahr für Jahr stiegen, hat sich die Förderungen seit ihrer Einführung um insgesamt 23 Prozent entwertet. Diese Entwicklung wird aktuell durch eine massive Teuerungswelle weiter verstärkt. Dies setzt Klientinnen und Klienten in der 24-Stunden-Betreuung gegenwärtig finanziell enorm unter Druck. Eine Anpassung der Förderungen an das jetzige Preisniveau und eine regelmäßige Valorisierung der Pensionen sind dringend notwendig, damit Menschen weiterhin durch 24-Stunden-Betreuung zu Hause bleiben können. Das ist auch deshalb so wichtig, weil der Fachkräftemangel einen Wechsel in andere Versorgungsformen – wie in stationäre Pflege-Einrichtungen – verunmöglicht“, so Parr. Man brauche daher, alleine um den Wertverlust auszugleichen, eine Anhebung der Förderung von derzeit 550,- Euro auf 680,- Euro.</p>
				<p><strong>Johannes Wallner</strong>, Geschäftsführer des Vereins zur Förderung der Qualität in der Betreuung älterer Menschen, ist mittels Auftrag seitens des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit Pflege und Konsumentenschutz für die Zertifizierung der Agenturen nach ÖQZ-24 verantwortlich. Zertifizierte Vermittlungsagenturen haben deutlich mehr als die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten und sind mit dem ÖQZ-24 den Weg in eine entsprechende Qualität und Professionalisierung samt der damit verbundenen Kosten gegangen. Folgende Leistungen sind von zertifizierten Agenturen zu erbringen:</p>
				<ul>
					<li>Anamnese, Beratung, Bedarfserhebung und Planung durch die Fachpflege (DGKP)</li>
					<li>Einführung eines Qualitätsmanagementsystems samt Dokumentation</li>
					<li>Qualitätssicherung durch regelmäßige Hausbesuche der betreuenden DGKP – mindestens quartalsweise sowie darüber hinaus nach Bedarf</li>
					<li>Delegationen gemäß §3b GuKG bzw. §50b ÄrzteG (gesetzliche Grundlage)</li>
					<li>Ersatzstellung von Personenbetreuer:innen in definierter Frist von 3 Kalendertagen</li>
					<li>ordnungsgemäßer Notfallplan</li>
					<li>umfassend definierte Erreichbarkeit für Klient:innen und Personenbetreuer:innen</li>
					<li>Transparenz und Qualität der Verträge</li>
					<li>transparente Rahmenbedingungen und Informationen für Personenbetreuer:innen</li>
					<li>definierte Qualifikation und Kompetenzen von Personenbetreuer:innen</li>
					<li>muttersprachliche Ansprechperson für Personenbetreuer:innen in der Vermittlungsagentur</li>
					<li>Vermittlung im Falle von Klärungsbedarf oder Konflikten zwischen Klient:innen und Personenbetreuer:innen</li>
					 </ul>
				<p>&nbsp;</p>
				<p>„Gerade die Einbindung der Fachpflege hat zu einer deutlichen Qualitätsentwicklung und damit zu mehr Sicherheit für alle Beteiligten geführt. Diese positive Entwicklung dürfen wir jetzt nicht gefährden“, sagt Wallner.</p>
				<p><strong>Karin Hamminger</strong>, Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegeperson, Geschäftsführerin der Agentur Pflegegruppe, Obfrau der ÖBAP (Österreichische Bundesinteressensgemeinschaft für Agenturen der Personenbetreuung) und Zertifiziererin im ÖQZ-24 führt dazu aus: „Die von Diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegefachkräften durchgeführte Qualitätssicherung in der 24-Stunden-Betreuung ist ein wesentliches Instrument zur Erhebung der Versorgungssituation. Sie ist auch ein Garant der fachlichen Kontrolle, der Aufsicht und stellt die erforderlichen pflegerischen und medizinischen Mindestanforderungen der Durchführung sicher. Einerseits schreiben uns das Gesundheits- und Krankenpflegegesetz sowie das Ärztegesetz die Delegation pflegerischer und medizinischer Tätigkeiten an Laienpfleger:innen vor, andererseits stehen für diese qualitätssichernden Maßnahmen keine finanziellen Mitteln zur Verfügung. Eine Qualitätssicherung muss bei jeder pflege- und betreuungsdürftigen Person kontinuierlich erfolgen, denn sie unterliegt einem ständigen Prozess und stellt keinen einmaligen Vorgang dar. Nur so ist garantiert, dass Festgelegtes auch tatsächlich eingehalten wird – und zwar so wie angeordnet und auch zu jeder Zeit. Um dieser Verpflichtung in Zukunft nachkommen zu können, bedarf es einer Erweiterung der Förderung – die der Qualitätssicherung dient und für diese zweckgebunden ist.“ Dem Sozialministerium liege ein von Expertinnen und Experten erarbeiteter Vorschlag vor. „Als Vertreterin der Fachpflege verleihe ich dieser Forderung Nachdruck und ersuche im Namen aller Betreuungs- und Pflegebedürftigen die Bundesregierung um schnellstmögliche Umsetzung“, fordert Hamminger.</p>
				<p><strong>Bibiána Kudziová</strong>, Personenbetreuerin und Berufsgruppensprecherin für Personenbetreuer:innen, WKO Wien, fordert: „Ein Großteil von uns Personenbetreuerinnen und Personenbetreuern – in Österreich sind etwa 60.000 Betreuer/innen für rund 25.000 Klientinnen und Klienten tätig – lebt für einen Turnus von 14 Tagen bis zu einem Monat rund um die Uhr, eben 24 Stunden, bei ihren Klientinnen bzw. Klienten. Damit diese bewährte Form der Betreuung weiterhin sichergestellt ist, muss die monatliche Förderung signifikant erhöht und weiterentwickelt werden. Nur so können sich unsere Klientinnen und Klienten bzw. deren Familien die Bezahlung der Qualitätssicherung durch Diplomierte Pflegekräfte und fairer Honorare für Personenbetreuer/innen sowie weitere Kosten wie insbesondere die Fahrtkosten für uns Betreuer/innen leisten. Die Betreuer/innen leisten in Österreich wertvolle Arbeit und haben selbst in Pandemiezeiten unter Beweis gestellt, dass sie eine tragende Säule des österreichischen Versorgungssystems sind. Wir haben es verdient, dass sich Klientinnen und Klienten nicht nur Kost, Logis oder die stark steigenden Anfahrtskosten, sondern auch die Bezahlung fairer Honorare leisten können. Darüber hinaus stehen wir Personenbetreuer/innen voll und ganz hinter einer Förderung für die Qualitätssicherung, denn sie hilft uns, unsere Arbeit in einem guten und sicheren Rahmen zu leisten. Wenn es nicht in den nächsten Monaten zu einer namhaften Erhöhung der Förderung kommt, wird für viele unserer Klientinnen und Klienten die 24-Stunden-Betreuung nicht mehr leistbar sein. Gar nicht auszudenken, was das kurz- und mittelfristig für die Situation der Klientinnen und Klienten, ihrer Familien und der gesamten Gesellschaft bedeuten würde.“</p>
				<p><strong>Birgit Meinhard-Schiebel</strong>, Präsidentin der Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger ergänzt dazu: „Pflegende Angehörige leisten seit vielen Jahren wichtige Arbeit im Pflegesystem Österreichs. Sie sind immer noch Österreich ‚größter Pflegedienst‘. Die derzeitige Situation stellt Angehörige nun aber auch existenziell vor schwierige Situationen. Die Gefahr, dass sie Dienstleistungen oder Pflegemittel, die teurer werden, nicht mehr zukaufen können, stellt eine Gefährdung ihrer Pflegearbeit dar. Wir warnen im allgemeinen Interesse davor, dass häusliche Pflege damit schwer beeinträchtigt würde.&nbsp;Fast 1 Million Menschen in Österreich sind pflegende Angehörige. Sie unterstützen damit das Pflegesystem Österreichs und entlasten das Sozialsystem. Nur gemeinsam mit der dringend notwendigen Unterstützung der professionellen Pflege und passender Betreuung können sie ihre pflegebedürftigen Angehörigen bestmöglich pflegen und betreuen. Pflege und Betreuung mit Qualität kann nur gelingen, wenn sie die Rahmenbedingungen erhält, die ALLE daran Beteiligten für ihre Tätigkeit dringend brauchen. Die Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger steht hinter den Forderungen der Pflege und Betreuung in Österreich.“</p>
				<p><strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich, stellt abschließend fest: „Wenn die Bundesregierung es mit der gestern, 12. Mai 2022, im Zuge der Präsentation des Pflegereform-Paketes angesprochenen Valorisierung ernst meint, dann muss es zu einer Erhöhung der Förderung von derzeit 550,- auf 680.- Euro kommen, um den realen Wertverlust abzudecken. Aber das wäre nur eine erste, dringende Notmaßnahme. Darüber hinaus müssen Maßnahmen gesetzt werden, um das System im Sinne von Qualität und Fairness weiter zu entwickeln. Das sieht auch das Regierungsprogramm vor und legt das ÖQZ-24 als Basis dafür fest. Daher brauchen wir ein neues Fördermodell. Wir schlagen vor, zusätzlich zur Valorisierung der Basisförderung ein Bonus-System zu etablieren, das an die Inanspruchnahme einer ÖQZ-24-zertfizierten Agentur geknüpft ist, die sowohl für faire und sichere Bedingungen für die Betroffenen und Angehörigen zu sorgen hat, als auch für die Betreuer/innen.“ Man sollte den Bonus auch an die Bezahlung eines Mindesthonorars knüpfen, meint Anselm. „Man könnte von einem Fairness-Bonus sprechen“, schlägt Anselm vor. Für die Absicherung und Leistbarkeit der Qualitätssicherung, d.h. insbesondere für die Arbeit der Fachpflege, könnte man mit einem Qualitäts-Bonus Spielraum für die Abdeckung der Kosten schaffen, meint Anselm.</p>
				<p>Der budgetäre Mehraufwand für die Valorisierung läge bei insgesamt rund 37 Mio. Euro. Für einen Fairness-Bonus müsste laut Vertreter/innen der Allianz etwa 109 Mio. Euro ansetzen. Für die Übernahme anteiliger Kosten für Qualitätssicherung durch Diplomierte Pflegekräfte etwa 76 Mio. Euro. Die geschätzten Gesamtkosten belaufen sich auf 222 Mio. Euro. Aktuell wendet der Bund für die 24-Stunden-Betreuung 161 Mio. Euro aus. Der geforderte Betrag mag hoch erschein, relativiert sich jedoch, wenn man bedenkt, dass Alternativen wie etwa Pflegeheime jedenfalls kostenintensiver wären und darüber hinaus alle klassischen Settings in der Pflege durch einen eklatanten Personalbedarf gefordert sind.</p>
				 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>24 Stunden Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-2085</guid>
			<pubDate> Thu, 12 May 2022 11:02:27 +0200 </pubDate>
			<title>Ein Siebenmeilenschritt in die richtige Richtung</title>
			<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/ein-siebenmeilenschritt-in-die-richtige-richtung/ </link>
		 <description>Hilfswerk begrüßt Paket der Bundesregierung zur Pflegereform und erinnert an noch ausstehende strukturelle Maßnahmen.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/Bilder/Fotopool/Pflege-Betreuung/Seniorenportraits/2114_2019_senioren.jpg" length="4438428" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
				<p>Heute, am internationalen Tag der Pflege, haben BM Johannes Rauch sowie die Klubobleute August Wöginger und Sigrid Maurer erste konkrete Umsetzungsschritte sowie deren Beschlussfassung im Nationalrat vor dem Sommer 2022 angekündigt. „Wir haben wirklich lange auf die Pflegereform gewartet, eigentlich zu lange. Aber die heute vorgestellten Maßnahmen zur Pflegereform beinhalten tatsächlich entscheidende Schritte in die richtige Richtung. Und auch, was das Finanzvolumen anbelangt, erkennen wir, dass endlich in den richtigen Dimensionen gedacht wird“, kommentiert <strong>Othmar Karas</strong>, <strong>Präsident des Hilfswerk Österreichs</strong>, das heute vorgestellte Paket.</p>
				<p>„Wir freuen uns sehr, dass bei dieser ersten inhaltlichen Etappe der Pflegereform, ein kraftvolles Paket für das Pflegepersonal im Mittelpunkt steht. Das Personal ist die zentrale Herausforderung in der Pflege, auf die wir immer wieder mit Nachdruck hingewiesen und diverse Vorschläge eingebracht haben. Schön, dass sich vieles davon nun im vorliegenden Paket findet. Im Bereich Personal und Ausbildung sind die heute präsentierten Reformmaßnahmen mindestens ein Siebenmeilenschritt in die richtige Richtung“, meint <strong>Hilfswerk-Geschäftsführerin Elisabeth Anselm</strong>. Besonders positiv bewertet das Hilfswerk folgende Maßnahmenpläne im präsentierten Paket der Bundesregierung:</p>
				<ul>
					<li>Im Bereich der Kompetenzen und Berufsbilder: Die Kompetenzerweiterungen in der Pflegeassistenz und Pflegefachassistenz, die Beibehaltung des Berufsbildes der Pflegeassistenz, deren Auslaufen ursprünglich geplant war, die jedoch vor allem im Bereich der Langzeitpflege ein überaus wertvolles Berufsbild ist.</li>
					<li>Im Bereich der Bezahlung und Entlastung von Pflegekräften: Die Schaffung des finanziellen Spielraums für eine bessere Bezahlung von Pflegekräften von etwa einem Monatsgehalt im Jahr und Maßnahmen im Bereich der Zeit für Erholung.</li>
					<li>Im Bereich der Ausbildung: Die Schaffung eines Ausbildungsfonds, die Unterstützung des Lebensunterhalts von Auszubildenden bzw. Schülerinnen und Schülern (im Wege einer monatlichen Zuwendung bzw. der Praxisabgeltung), die Einbindung der schulischen Ausbildung in das Regelschulwesen (Berufsbildende Schulen), die Eröffnung eines Zugangs zu den Pflegeassistenzberufen über die Lehre, die finanzielle Unterstützung von Fortbildung und Weiterqualifikation, die Erweiterungen der Möglichkeiten des AMS (mehr Plätze, höhere Stipendien), Verbesserungen bei der Praxisanleitung und Erleichterungen bei der Berufsanerkennung für Pflegekräfte aus dem Ausland.</li>
					<li>Im Bereich der pflegebedürftigen Menschen und der pflegenden Angehörigen: Die Erhöhung des Demenzzuschlages beim Pflegegeld, die Ausdehnung des Anspruchs auf Pflegekarenz, die Refundierung von Ersatzpflege bereits ab 3 Tagen, den Angehörigenbonus, die Teilvalorisierung der Förderung der 24-Stunden-Betreuung.</li>
					 </ul>
				<p>„Mit diesem Paket sind wichtige Teile der notwendigen Pflegereform angelegt. Was uns noch ins Haus steht, ist neben der Sicherstellung einer nachhaltigen Finanzierung über die genannten zwei Jahre hinaus vor allem eine gesamthaft gedachte Weiterentwicklung der Versorgungslandschaft in Österreich. Zu Recht kritisiert der Rechnungshof immer wieder die mangelnde Steuerung. Besonders wichtig ist uns dabei die im Regierungsprogramm zu Recht festgeschriebene Stärkung der Pflege und Betreuung zu Hause – das betrifft pflegende Angehörige ebenso wie professionelle Angebote wie Hauskrankenpflege, Heimhilfe und mehrstündige Tagesbetreuung zu Hause, aber auch die 24-Stunden-Betreuung. Hier braucht es gewiss noch Verbesserungen. Und dazu werden Bund, Länder und Gemeinden jedenfalls nochmals an einen gemeinsamen Tisch kommen müssen“, so Karas abschließend.</p>
				 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-2080</guid>
			<pubDate> Fri, 06 May 2022 09:30:00 +0200 </pubDate>
			<title>Was darf oder muss eine „ordentliche“ Pflegereform kosten?</title>
			<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/was-darf-oder-muss-eine-ordentliche-pflegereform-kosten/ </link>
		 <description>Hilfswerk präsentiert Kostenschätzung mit Fokus auf Pflege zu Hause</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/Bilder/Presse/2021/othmar-karas-pk-pflegereform-auf-abwegen-1..JPG" length="2185443" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
				<p><strong>Die Pflege gilt zu Recht als eine der größten Herausforderungen der österreichischen Politik. Der noch immer ausständige Masterplan und fehlende Budgetansätze betreffen zahlreiche Problemzonen. Unter ihnen die dringend gebotene Stärkung der Pflege zu Hause und die Entlastung der pflegenden Angehörigen. Für eine nachhaltige Reform dieser Bereiche kalkuliert das Hilfswerk mit einem Budgetaufwand von knapp einer Milliarde Euro.</strong></p>
				<p>„Kernstück der Pflegereform ist und bleibt eine <strong>Personaloffensive</strong>. Denn: Ohne Pflegekräfte keine Pflege“, stellt <strong>Othmar Karas</strong>, Präsident des Hilfswerk Österreich, klar. „Das Pflegesystem birgt aber <strong>weitere Schwachstellen</strong>, für die gilt: Der Masterplan, um sie zu beheben, fehlt. Seriöse Berechnungen, wie viel eine menschenwürdige, professionelle, an den Bedürfnissen der Betroffenen orientierte Pflege kostet, gibt es nicht“, bemängelt Karas. Das betreffe insbesondere die im Regierungsprogramm angekündigte Stärkung der Pflege zu Hause sowie die Entlastung der pflegenden Angehörigen. Auch dafür müsse Geld fließen: „Unsere Berechnungen zeigen, dass die <strong>Stärkung der Pflege zu Hause einen perspektivischen Mehraufwand von 946 Mio. Euro</strong> bedeutet. Ein weiteres Zuwarten käme noch teurer und würde überdies den Personalmangel weiter verschärfen. Daher gilt: Eine Pflegereform, die nichts kostet, ist keine“, so Karas.</p>
				<p>&nbsp;</p>
				<p><strong>Warum bedarf es einer Stärkung der Pflege zu Hause und der Entlastung pflegender Angehöriger? Welche Maßnahmen sind zielführend? Was kosten sie?</strong></p>
				<p><strong>1) Ausbau mobiler Dienste</strong>: In Österreich gibt es rund 470.000 Pflegegeldbezieher/innen. Fast 80 Prozent von ihnen werden zu Hause gepflegt, die Hälfte davon ausschließlich von Angehörigen, die somit der „größte Pflegedienst des Landes“ sind. Hilfswerk-Geschäftsführerin <strong>Elisabeth Anselm</strong>: „Knapp die Hälfte der Pflege-Haushalte nehmen professionelle Dienste wie <strong>Hauskrankenpflege und Heimhilfe</strong> sowie ergänzende mobile Angebote (z. B. Essen auf Rädern) in Anspruch. Sie ermöglichen pflegebedürftigen Menschen den Verbleib zu Hause und entlasten pflegende Angehörige.“ Einflussfaktoren wie der <strong>demographische Wandel erhöhen</strong> die <strong>Nachfrage nach mobiler Versorgung</strong> laut Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) um bis zu rund 25 Prozent. Die <strong>Kosten</strong> dafür werden auf <strong>172 Mio. Euro</strong> geschätzt (siehe Studie der Arbeiterkammer Wien).</p>
				<p><strong>2) Mehrstündige Tagesbetreuung zu Hause</strong> durch Heimhilfen oder Alltagsbetreuer/innen ermöglicht pflegenden Angehörigen <strong>geblockte (Frei-)Zeit</strong> für Erledigungen und eigene Bedürfnisse. Dies ist eine <strong>entscheidende Intervention zum Erhalt ihrer Kraft und Lebensqualität</strong>. Das Regierungsprogramm sieht einen „<strong>pflegefreien Tag</strong>“ pro Monat vor. Derzeit gibt es die mehrstündige Tagesbetreuung aber nicht in allen Bundesländern. Teilweise ist sie unflexibel oder mit 7,- bis 10,- Euro pro Stunde zu teuer, um sie regelmäßige zu nutzen. Die Arbeiterkammer geht von einem potenziellen Bedarf an mehrstündiger <strong>Tagesbetreuung für rund 40.000 pflegende Angehörige</strong> aus, die das Angebot je nach Lebenssituation mit 2 bis 13 Stunden pro Woche in Anspruch nehmen. Das ergibt knapp <strong>10 Mio. Stunden pro Jahr</strong>, die geschätzte <strong>421 Mio. Euro kosten</strong>.</p>
				<p><strong>3)</strong> <strong>Entlastung pflegender Angehöriger durch (psycho-)soziale Angebote</strong>, z. B. telefonische und zugehende Beratung, Coaching, Weitervermittlung, Trauerbegleitung! Geht man von ca. 70.000 Personen aus, die in Phasen großer Belastung psychosoziale Entlastung und Unterstützung benötigen (insbesondere in Zusammenhang mit gerontopsychiatrischen Erkrankungen) würde das <strong>Kosten von etwa 20 Mio. Euro</strong> bedeuten (siehe auch Studie der Arbeiterkammer Wien).</p>
				<p><strong>4) Reduktion der Eigenbeiträge</strong>! Wer mobile Pflege- und Betreuungsdienste beansprucht, muss Eigenbeiträge entrichten. Diese sind – je nach Bundesland unterschiedlich – sozial gestaffelt (außer im Burgenland). Das soll die Leistbarkeit sicherstellen, aber die Beträge sind trotzdem teilweise erheblich. Eine <strong>faire Angleichung der Eigenbeiträge und einer besseren Leistbarkeit </strong>– z. B. durch Deckelung – würde für mehr Entlastung und Planbarkeit sorgen. Würde man das Gesamtaufkommen an<strong> Eigenbeiträgen für die mobilen Dienste</strong> halbieren, entstünden Mehrkosten von <strong>63 Mio. Euro</strong>.</p>
				<p><strong>5) Mehr Fairness bei der Pflegegeldeinstufung</strong>! Das Pflegegeld, nach Ausmaß der Pflegebedürftigkeit gestuft, hilft den mehr als 365.000 Bezieher/innen, die zu Hause leben, die Kosten für mobile Dienste, 24-Stunden-Betreuung, Pflegehilfsmittel u. a. zu bestreiten. Die Praxis der Pflegegeldeinstufung muss jedoch verbessert werden. <strong>50 Prozent der Klagen gegen eine zu niedrige Einstufung führen zu einer Erhöhung selbiger</strong>.<strong> </strong>„Auffällig dabei ist: Die falsche Einstufung betrifft besonders jene Menschen, die zu Hause begutachtet werden. Sie sind auf die detailreichen Fragen nicht ausreichend vorbereitet, haben oft keine fachliche Unterstützung und neigen aus Scham zur Beschönigung“, erläutert Elisabeth Anselm. Das Hilfswerk geht von einer <strong>vierfach höheren Dunkelziffer</strong> aus, verteilt über alle Pflegestufen. Würde die <strong>Einstufung für alle adäquat</strong> erfolgen, entstünde laut Berechnungen des Hilfswerks ein Mehraufwand von rund <strong>50 Mio. Euro</strong>.</p>
				<p><strong>6) 24-Stunden-Betreuung: Reform des Fördermodells! </strong>Die Förderung der 24-Stunden-Betreuung wurde seit Einführung 2007 nicht valorisiert und beträgt noch immer 550 Euro pro Monat. Kaufkraftverlust bis 2021: über 120 Euro. Das Hilfswerk fordert deshalb, die Förderung auf 670 Euro zu erhöhen. Zudem sollte die Förderung auf Basis des Österreichischen Qualitätszertifikats für Vermittlungsagenturen in der 24-Stunden-Betreuung (<strong>ÖQZ-24</strong>) weiterentwickelt und an Fairness- und Qualitätskriterien gebunden werden. Die <strong>Kosten</strong> für die längst überfällige <strong>Valorisierung</strong> und die <strong>Weiterentwicklung des Fördermodells: </strong>rund <strong>220 Mio. Euro.</strong><br> &nbsp;</p>
				<p><strong>In Summe bedeutet das Hilfswerk-Paket zur Weiterentwicklung und Stärkung der Pflege zu Hause perspektivisch einen Mehraufwand von 946 Mio. Euro pro Jahr</strong>. Österreich gibt derzeit 1,9 Prozent des BIP für Langzeitpflege aus, Dänemark 2,5 Prozent. Zöge Österreich hier nach, stünden 2,42 Milliarden Euro mehr für die Pflege zur Verfügung. Diese Summe wird es laut Hilfswerk nicht brauchen. Sehr wohl brauche es jedoch einen weiteren finanziellen Spielraum, um ein kraftvolles, budgetär signifikant ausgestattetes Personalpaket zu schnüren.</p>
				<hr>
				<p>Mit seiner <strong>Jahresinitiative 2022 „Für die Liebsten sorgen, auf sich selbst nicht vergessen.“</strong> präsentiert das Hilfswerk ein umfassendes Beratungs- und Hilfsangebot für pflegende Angehörige.</p>
				<p>Bei seiner Jahresinitiative 2022 setzt das Hilfswerk auf starke Partner wie <strong>Erste Bank und Sparkassen</strong>, <strong>Wiener Städtische Versicherung</strong> und <strong>bloom Hörakustik</strong>. <strong>Essity/TENA</strong>, <strong>B.Braun</strong>, <strong>Institut AllergoSan</strong> und <strong>Publicare</strong> unterstützen das Hilfswerk bei seinem aktuellen Fachschwerpunkt.</p>
				 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-2041</guid>
			<pubDate> Tue, 05 Apr 2022 11:21:53 +0200 </pubDate>
			<title>Hilfswerk: Teuerung gefährdet 24-Stunden-Betreuung – Bundesregierung muss endlich Förderung anpassen!</title>
			<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-teuerung-gefaehrdet-24-stunden-betreuung-bundesregierung-muss-endlich-foerderung-anpassen/ </link>
		 <description>Förderung in der 24-Betreuung seit 15 Jahren nicht valorisiert. Betroffene, Angehörige und Betreuer/innen werden von der Politik seit Jahren im Stich gelassen.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/Bilder/Fotopool/Pflege-Betreuung/24_Stunden_Betreuung/shutterstock_1754659388_web_24-Stunden-Betreuung.jpg" length="4074583" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
				<p>Die aktuelle Kostensteigerung bei Energie, Mobilität, Wohnen und Lebensmitteln ist heute Thema im Nationalrat. Die Teuerung trifft ältere Menschen mit Pflege- und Betreuungsbedarf sowie deren Angehörige besonders hart, gerade auch jene, die auf eine 24-Stunden-Betreuung angewiesen sind. „Die ohnehin schon überschaubare Förderung der 24-Stunden-Betreuung wurde seit ihrer Einführung 2007 nicht valorisiert“, kritisiert <strong>Elisabeth Anselm, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich</strong>. „Die vor mittlerweile 15 Jahren fixierten 550 Euro pro Monat haben inzwischen einen Kaufkraftverlust von 23 Prozent erlitten. Aktuell entsprechen sie nur mehr einem realen Wert von 408 Euro. Wir haben es also mit einer Kürzung der Förderung um 142 Euro zu tun. Das ist geradezu skandalös“, meint Anselm.</p>
				<p><strong>Teuerungsausgleich als notwendige Sofortmaßnahme</strong></p>
				<p>„Pflegebedürftige Menschen, die eine 24-Stunden-Betreuung in Anspruch nehmen, sparen der Allgemeinheit viel Geld, denn Heimplätze wären erheblich teurer. Überdies entlasten sie die klassischen Pflegesettings wie Pflegeheime, wo es an Personal mangelt. Dennoch lässt die Politik die Betroffenen, deren Angehörige und damit auch die Betreuer/innen seit Jahren im Stich“, führt Anselm weiter aus. Die Förderung sei ein entscheidender Beitrag für die betroffenen Haushalte, um den Betreuer/innen faire Honorare zahlen, für ihre Kost und Logis aufkommen und die Kosten der An- und Abreise finanzieren zu können. Aber auch die Qualitätssicherung durch diplomiertes Fachpersonal müsse über diesen Beitrag mitabgedeckt werden. „<strong>Das geht sich für viele Menschen angesichts der massiven Entwertung der Förderung einfach nicht mehr aus</strong>“, so Anselm, und fordert: „Wir brauchen als Sofortmaßnahme einen Teuerungsausgleich, indem die Förderung für die 24-Stunden-Betreuung endlich valorisiert wird. Und das rasch!“</p>
				<p><strong>Qualitätssicherung als weitere „Baustelle“ in der 24-Stunden-Betreuung</strong></p>
				<p>Aber auch in der Qualitätsentwicklung in der 24-Stunden-Betreuung habe die Politik laut Hilfswerk eine massive Baustelle. „Leider ist es für die Förderung der 24-Stunden-Betreuung unerheblich, in welcher Qualität die Dienstleistungen erbracht, und wie die Personenbetreuer/innen behandelt und entlohnt werden“, sagt Anselm. Das Hilfswerk gehört mit rund 40 von insgesamt über 600 Agenturen in Österreich zu den wenigen Anbietern, die sich freiwillig dem Qualitätsregime des ÖQZ-24 unterwerfen. ÖQZ-24 ist das nationale Qualitätszertifikat der Republik Österreich in der 24-Stunden-Betreuung. Es regelt in dezidierten Kriterien Qualität, Transparenz, Verträge und Erreichbarkeit sowie etliche weitere Aspekte, die für pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige sowie die Betreuer/innen wichtig sind. „Die Bundesregierung hat in ihrem Regierungsprogramm die Absicherung und Weiterentwicklung der 24-Stunden-Betreuung auf Basis von ÖQZ-24 als Vorhaben definiert. Der Bericht der „Task Force Pflege“ vertieft diese Überlegung. Es ist höchste Zeit, dieses Vorhaben nun endlich in Angriff zu nehmen“, meint Anselm abschließend.</p>
				<p><strong>Zum Hilfswerk</strong></p>
				<p>Das Hilfswerk ist einer der größten gemeinnützigen Anbieter gesundheitlicher, sozialer und familiärer Dienste in Österreich und beschäftigt rund 10.000 Menschen, darunter rund 7.000 Pflegefachkräfte und Betreuungskräfte. Das Hilfswerk ist Österreichs Nr. 1 in der Pflege zu Hause – aktuell betreut und pflegt es mehr als 31.000 ältere und chronisch kranke Menschen. Neben den klassischen mobilen Fachdiensten wie Hauskrankenpflege und Heimhilfe bietet das Hilfswerk auch Dienstleistungen wie mobile Therapie, Essen auf Rädern, Notruftelefon und vieles mehr. Außerdem führt das Hilfswerk auch Pflegeheime, Tagesszentren und Betreute Wohneinheiten. Mit rund 800 Kundinnen und Kunden sowie rund 1.500 Betreuungspersonen zählt das Hilfswerk überdies zu den führenden heimischen Anbietern in der 24-Stunden-Betreuung und wurde bereits 2019 mit dem Österreichischen Qualitätszertifikat für Agenturen in der 24-Stunden-Betreuung (ÖQZ-24) ausgezeichnet.</p>
				 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>24 Stunden Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-2040</guid>
			<pubDate> Thu, 31 Mar 2022 16:33:39 +0200 </pubDate>
			<title>10.000 Jobs für vertriebene Ukrainerinnen und Ukrainer bis Jahresende</title>
			<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/austrian-jobs-for-ukraine/ </link>
		 <description>Brückenschlag zwischen Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft soll Geflüchteten sichere Jobs in Österreich erschaffen</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/Bilder/Presse/2022/Austrian-Jobs-for-Ukraine-Favicon.png" length="17084" type="image/png" /> <content:encoded> <![CDATA[
				<p class="MsoPlainText">Ab sofort startet Österreichs größter Schulterschluss aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft seit Beginn des Ukraine-Kriegs: Auf der breit getragenen Internetplattform "austrianjobs-for-ukraine.at“ werden von führenden Unternehmen und Organisationen aus den Bereichen Technologie, Gastronomie und Soziales Jobs für geflüchtete Menschen aus der Ukraine angeboten, die über die soeben von der Bundesregierung geschaffene adaptierte „Blue Card“-Arbeitsbewilligung verfügen.&nbsp;</p>
				<p class="MsoPlainText">Michael Takács, Ukraine-Krisenkoordinator der österreichischen&nbsp;Bundesregierung: „Wir erwarten die größte Flüchtlingsbewegung nach Österreich, die es je gegeben hat. Die Herausforderung ist enorm, ebenso enorm ist die Kraft und Solidarität der österreichischen Zivilgesellschaft in diesen Tagen. Wir werden bis zu 200.000 Plätze in allen Regionen und in allen Formen brauchen und wir werden dafür gut vorbereitet sein“, so Takács. Herausfordernd ist, neben der Unterkunft auch die Not- und Grundversorgung sowie die soziale Betreuung sicherzustellen. „Sichere Jobs werden vielen Vertriebenen eine soziale und gesellschaftliche Perspektive geben und für einen geregelten Tagesablauf sorgen. Daher ist die Initiative <a href="http://www.austrianjobs-for-ukraine.at" target="_blank" rel="noreferrer">www.austrianjobs-for-ukraine.at</a>, die gemeinsam von Wirtschaft und wichtigen sozialen Organisationen betrieben wird, eine große Unterstützung in der Bewältigung unserer Aufgaben“, so Takács.</p>
				<p class="MsoPlainText">„Ziel der Jobplattform ist es, den Vertriebenen so rasch wie möglich eine berufliche Beschäftigung anzubieten, um in Österreich ein gutes, möglichst selbständiges und gesellschaftlich integriertes Leben zu ermöglichen. Im Gegenzug sucht die österreichische Wirtschaft dringend Mitarbeiter:innen, um am Wirtschaftsstandort Österreich konkurrenzfähig zu bleiben. Daher hat die INTERNETOFFENISVE ÖSTERREICH gemeinsam mit wesentlichen Partnern der Digitalwirtschaft, Vertretern der Spitzengastronomie und Hotellerie in Wien sowie den größten sozialen Hilfsorganisationen diesen Job-Schulterschluss für ukrainische Flüchtlinge geschaffen. Wir rechnen bis Jahresende mit bis zu 10.000 erfolgreich vermittelten hochwertigen und nachhaltigen Jobs“, so Gregor Schönstein, Leiter der Geschäftsstelle der INTERNETOFFENSIVE ÖSTERREICH.</p>
				<p class="MsoPlainText"><strong>Tech-Jobs in Österreich: zukunftssicher und gut bezahlt</strong></p>
				<p class="MsoPlainText">Im Technologiebereich wird eine Vielzahl hochwertiger Jobs angeboten. Alfred Harl, Obmann des WKO-Fachverbandes Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie:&nbsp;„Seit Jahren wird der Mangel an Facharbeitskräften in Technologie-Berufen in Österreich immer dramatischer. Aktuelle Studien zeigen, dass derzeit in Österreich über 24.000 IT-Fachkräfte fehlen. In den kommenden fünf Jahren könnte diese Zahl auf bis zu&nbsp;30.000 steigen. Dabei handelt es sich um zukunftssichere und gut bezahlte Jobs. Diese können wir nun berufserfahrenen Geflüchteten aus der Ukraine vermitteln und ihnen damit eine wichtige Perspektive bieten. Besonders attraktiv ist, dass die meisten „Digital Jobs“ Englischkenntnisse verlangen. Deutsch ist in dieser Berufssparte oftmals keine Voraussetzung mehr“, so Harl. Jobs aus der Digitalwirtschaft sind für ukrainische Flüchtlinge in einigen Fällen besonders nachhaltig. Harl: „Manche Unternehmen bieten an, den Job auch nach einer eventuellen Rückkehr in die Ukraine zu behalten und weiterhin remote, also über eine Internetverbindung, tätig zu bleiben. Das weitverbreitete Homeworking der letzten zwei Jahre hat gezeigt, dass das in vielen Unternehmen gut funktioniert und man Flüchtlingen so auch langfristig gute Chancen bieten kann.“</p>
				<p class="MsoPlainText"><strong>Information und Jobchancen im Bereich Soziales, Pflege, Betreuung, Administration</strong></p>
				<p class="MsoPlainText">„Wir müssen den Menschen, die aus der Ukraine nach Österreich kommen, ein gutes Ankommen ermöglichen. Sie kommen aus Kriegsgebieten, sind meist getrennt von Angehörigen, haben ihr altes Leben zurückgelassen, sind nicht selten auch traumatisiert. Viele von ihnen sind Frauen mit Kindern“, sagt Elisabeth Anselm, Geschäftsführerin des Hilfswerks Österreich. „Wir wissen heute noch nicht, wie viele von ihnen zurück in die Heimat wollen, wenn der Krieg vorbei ist. Aber es ist sicher, dass viele in Österreich eine neue Heimat finden werden – vorübergehend, für einige Jahre oder für immer“, meint Anselm.&nbsp;</p>
				<p class="MsoPlainText">„Die großen Hilfsorganisationen der Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt (BAG), eines Zusammenschlusses aus Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotem Kreuz und Volkshilfe, versorgen Menschen vor Ort in der Ukraine mit Sachleistungen sowie medizinischen, psychologischen und sozialen Diensten. Wir helfen aber ebenso Menschen, die ihr Zuhause verlassen mussten, die auf der Flucht sind, oder in Österreich angekommen sind. Im Rahmen der Initiative AUSTRIAN JOBS FOR UKRAINE werden wir Interessierte über die Möglichkeiten informieren, die die Plattform bietet, um rasch einen guten und nachhaltigen Job in Österreich zu finden. Wir haben aber auch selbst Jobchancen anzubieten – beispielsweise in der Pflege und Betreuung, aber auch viele weitere soziale und administrative Jobs“, erläutert Anselm. „Wichtig wird sein, dass auch die Rahmenbedingungen stimmen – dazu zählt geeignete Kinderbetreuung ebenso wie eine vernünftige Regelung für die Anerkennung beruflicher Qualifikationen oder bei der Zuverdienstgrenze, wenn man noch in der Grundversorgung ist und einen abgesicherten Übergang braucht“, schließt Anselm.</p>
				<p class="MsoPlainText"><strong>Umfassendes Angebot an Deutschkursen für Ukrainerinnen und Ukrainer</strong></p>
				<p class="MsoPlainText">Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) stellt ukrainischen Vertriebenen Deutschkurse mit staatlich anerkannten Zertifikaten auf den Sprachniveaustufen A1-C1 an mehr als 80 Kursstandorten in ganz Österreich kostenlos zur Verfügung. Als Kooperationspartner der Jobplattform <a href="http://www.austrianjobs-for-ukraine.at" target="_blank" rel="noreferrer">www.austrianjobs-for-ukraine.at</a> wird neben den Jobangeboten direkt auf das Kursangebot des ÖIF verlinkt.&nbsp;Gemeinsam mit der Berufsvereinigung der Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern privater Bildungseinrichtungen (BABE) werden Maßnahmen getroffen, um zusätzliche Kursplätze für ukrainische Vertriebene zu schaffen und die kursbegleitende Kinderbetreuung auszubauen. Zudem finden ab sofort die neuen Onlinekurse des ÖIF „Deutsch lernen: Erste Schritte in Österreich“ für ukrainische Vertriebene statt. Diese bieten grundlegende Wortschatz- und Sprechübungen und werden von Deutsch-Trainer:innen gemeinsam mit Ukrainisch-Dolmetscher:innen durchgeführt und können einfach via Computer oder Handy besucht werden.&nbsp;</p>
				<p class="MsoPlainText">Für Anfragen zur ersten Orientierung in Österreich stehen die ÖIF-Ukraine-Hotline sowie der WhatsApp-Info-Service des ÖIF unter der Telefonnummer&nbsp;+43 1 7151051–120 zur Verfügung. Auch der Viber-Info-Service ist zu den gleichen Zeiten unter der Nummer +43&nbsp;676 843960108 erreichbar. Es werden Fragen zu Deutschkursen, Wohnen, Berufseinstieg, Anerkennung von Qualifikationen, Behördenwegen sowie zu Schulsystem und Bildungsmöglichkeiten beantwortet. Alle Angebote des ÖIF für vertriebene Ukrainerinnen und Ukrainer finden Sie unter <a href="http://www.integrationsfonds.at/ukraine" target="_blank" rel="noreferrer">www.integrationsfonds.at/ukraine</a></p>
				<p class="MsoPlainText"><strong>Gastronomie bietet zahlreiche Job-Chancen</strong></p>
				<p class="MsoPlainText">Die neue Jobplattform bietet bereits ein umfassendes Angebot an Gastronomie-Jobs in Wien. Besonders in der Bundeshauptstadt sind durch die Pandemie und die oft monatelangen Sperren von Gastronomiebetrieben viele Mitarbeiter abhanden gekommen. Berndt Querfeld, Eigentümer des Café Landtmann und Sprecher der Plattform „Vereinigte Gastronomie Wien“: „Bei etwa einem Drittel dieser Unternehmen kommt es bereits zu einer Reduzierung der Öffnungszeiten wegen Personalmangels. Mit der Unterstützung durch zukünftige Mitarbeiter:innen aus der Ukraine können wir den Gastronomiebetrieben wieder neuen Schwung geben. Wir freuen uns, mit ihnen diese Stadt noch bunter und vielfältiger zu machen. Ich schätze, dass in Wien etwa 1.000 Gastronomie-Jobs für Ukrainerinnen und Ukrainer geschaffen werden können. Für die Hälfte etwa sind Deutschkenntnisse unabdingbar, für die anderen sind gute Englischkenntnisse Voraussetzung“, so Querfeld.</p>
				<p class="MsoPlainText"><strong>ÖBSV-Sportwochen für Opfer des Ukraine-Krieges kostenlos</strong></p>
				<p class="MsoPlainText">Der Österreichische Behindertensportverband ÖBSV will als Kooperationspartner die Plattform <a href="http://www.austrianjobs-for-ukraine.at" target="_blank" rel="noreferrer">www.austrianjobs-for-ukraine.at</a> nutzen, um ukrainische Flüchtlinge mit Behinderung oder, im Falle von Kindern und Jugendlichen, deren Erziehungsberechtigte anzusprechen.&nbsp;Ihnen soll die kostenlose Teilnahme an Sportwochen des ÖBSV ermöglicht werden. Informationen zu diesem Angebot werden in Kürze auf der Jobplattform abzurufen sein.&nbsp;ÖBSV-Präsidentin Brigitte Jank: "In der aktuellen, bedrückenden Situation fühlen wir uns verpflichtet, Kriegsopfer mit Behinderung aus der Ukraine zu unterstützen. Das Erlebnis einer Sportwoche im Grünen soll eine Geste der Nachbarschaftshilfe sein, Normalität vermitteln und Beruhigung verschaffen“, so Jank. "Wir werden allen nach Österreich geflohenen Ukrainerinnen und Ukrainern mit Behinderung ausreichend Teilnahmemöglichkeiten für unsere Sportwochen zur Verfügung stellen – und das kostenlos."</p>
				<p class="MsoPlainText">Der ÖBSV wird diese Freiplätze über die zentralen, einschlägigen Anlaufstellen anbieten. Persönlich kann man sich auch an <a href="javascript:linkTo_UnCryptMailto(%27ocknvq%2CqhhkegBqdux0cv%27);">office(at)obsv.at</a> wenden. Alle Sportwochen des ÖBSV sind unter obsv.at/sport/sportwochen zu finden.</p>
				<p class="MsoPlainText"><strong>Kooperationspartner der Jobplattform&nbsp;<a href="http://www.austrianjobs-for-ukraine.at" target="_blank" rel="noreferrer">www.austrianjobs-for-ukraine.at</a>:</strong></p>
				<p class="MsoPlainText">Internetoffensive Österreich, Österreichisches Hilfswerk, Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt, Österreichischer Integrationsfonds, Austrian Business Agency, WKO Fachverband UBIT, fit4internet, iab, DIO, Vereinigte Gastronomie Wien, Österreichischer Behindertensportverband ÖBSV</p>
				 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Kinder Jugend</category> <category>Kinderbetreuung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-2034</guid>
			<pubDate> Mon, 14 Mar 2022 18:05:57 +0100 </pubDate>
			<title>Hilfswerk trauert um Erhard Busek</title>
			<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-trauert-um-erhard-busek/ </link>
		 <description>Busek initiierte vor 30 Jahren erste internationale Hilfswerk-Aktion</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/user_upload/2503454_500_C__Parlamentsdirektion_Carina_Ott.jpg" length="61718" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
				<p>„Österreich verliert mit Erhard Busek einen wahren Staatsmann mit Weitblick und Format, der immer auch über die Grenzen geblickt hat. Das <strong>Hilfswerk</strong> verliert einen <strong>Mentor</strong>, der nicht nur in seiner Zeit als Vizebürgermeister die Arbeit des Hilfswerks in der Stadt Wien förderte, sondern vor über 30 Jahren mit der seinerzeit sogenannten ‚<strong>Polenhilfe</strong>‘ auch unsere erste große grenzüberschreitende Hilfsaktion initiierte“, sagt <strong>Othmar Karas</strong>, Präsident des <strong>Hilfswerk Österreich</strong>, zum plötzlichen Ableben <strong>Erhard Busek</strong>s.</p>
				<p>Das Engagement Erhard Buseks für die Länder Ost- und Mitteleuropas und insbesondere seine Verbundenheit mit Lech Walesa haben ihn im Jahr 1989 veranlasst, gemeinsam mit dem Hilfswerk eine humanitäre Initiative für das damals krisengebebeutelte Polen auf den Weg zu bringen. „Bis heute erinnert unsere jährlich wiederkehrende vorweihnachtliche Hilfsaktion für Kinder und Familien daran“, erläutert Karas. Die Initiative war ein Meilenstein auf dem Weg zur Gründung des <strong>Hilfswerk International</strong>, des internationalen „Arms“ des Hilfswerk Österreich. Seither hat sich das Hilfswerk neben seiner Tätigkeit in Österreich, etwa in der Pflege und Kinderbetreuung, mit großem Erfolg auch nachhaltigen Hilfsprojekten in Krisen- und Konfliktgebieten unterschiedlicher Weltregionen verschrieben. Aktuell ist das Hilfswerk in der <strong>Ukraine </strong>besonders<strong> </strong>gefordert.</p>
				<p>„Erhard Busek war eine prägende Persönlichkeit in der politischen Geschichte Österreichs, und er war eine prägende Persönlichkeit für das Hilfswerk. Wir werden sein Andenken immer im Herzen tragen und sein Vermächtnis auch mit unserer Arbeit im Hilfswerk ehren“, sagt Othmar Karas abschließend.</p>
				 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-2028</guid>
			<pubDate> Fri, 04 Mar 2022 15:07:34 +0100 </pubDate>
			<title>Hilfswerk-Präsident Karas dankt Mückstein und bietet Rauch volle Unterstützung an </title>
			<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-praesident-karas-dankt-mueckstein-und-bietet-rauch-volle-unterstuetzung-an/ </link>
		 <description>Auf den neuen Gesundheitsminister warten große Aufgaben, darunter die Pflegereform. Das Hilfswerk bietet sein Praxiswissen und seine Fachexpertise an. </description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/Bilder/HWOE/Karas/OK_Portrait_Querformat_schwarz__c__Martin_Lahousse.jpg" length="456875" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
				<p>„Wir danken dem scheidenden Gesundheits- und Sozialminister für seine Dialogbereitschaft sowie für seinen sachorientierten und wertschätzenden Politikstil“, sagt <strong>Othmar Karas</strong>, Präsident des <strong>Hilfswerk Österreich</strong> anlässlich der Rücktrittserklärung von Minister <strong>Wolfgang Mückstein</strong>, gestern, 3. März 2022. Trotz schwieriger Umstände, insbesondere durch die anhaltende Herausforderung der Corona-Pandemie, habe Minister Mückstein einige unter seinem Vorgänger Rudi Anschober aufgegleiste Projekte im Bereich der Pflege umgesetzt, etwa im Bereich des Community Nursings oder die Finanzierung der Palliativversorgung.</p>
				<p>„Den neuen Gesundheitsminister <strong>Johannes Rauch</strong> erwarten große Aufgaben, bei deren Bewältigung wir ihn mit unserer breit gefächerten Praxiserfahrung und unserem fachlichen Wissen selbstverständlich sehr gerne unterstützen werden“, meint Karas. Neben der noch immer notwendigen Bekämpfung der Corona-Pandemie liegt dem Hilfswerk – als größtem österreichischem Anbieter von Diensten im Bereich der Pflege und Betreuung zu Hause – vor allem an der <strong>zügigen Umsetzung der Pflegereform</strong>. „Seit im Februar 2021 der Bericht der Taskforce Pflege präsentiert worden ist, ist hier mit Ausnahme von Einzelmaßnahmen nichts mehr weitergegangen“, hält Karas fest.</p>
				<p>Noch mit Rudi Anschober seien wichtige Pfeiler der Pflegereform vereinbart worden - etwa eine umfassende Personaloffensive, die Stärkung der Pflege und Betreuung zu Hause und eine bessere Unterstützung pflegender Angehöriger sowie die Neugestaltung des Pflegegeldes. „Was aber noch immer noch aussteht, sind zwischen Bund, Ländern und Gemeinden unter gezielter Einbeziehung von Expert/innen aus dem Pflegebereich erarbeitete Reformziele, ausgearbeitete Maßnahmenpakete und ein abgestimmter Fahrplan zu deren Umsetzung“, mahnt Karas. „Die Menschen in Österreich wissen, dass es im Pflegebereich längst fünf nach zwölf ist und der Personalmangel mittlerweile die Versorgung gefährdet. Wenn Gesundheits- und Pflegeminister Johannes Rauch die überfällige Reform beherzt und rasch angehen will, werden ihm die Expert/innen des Hilfswerks als tatkräftige Unterstützer/innen zur Seite stehen“, verspricht der Hilfswerk-Präsident abschließend.</p>
				 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-2020</guid>
			<pubDate> Tue, 22 Feb 2022 14:11:46 +0100 </pubDate>
			<title>Hinaus in den Frühling!</title>
			<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hinaus-in-den-fruehling/ </link>
		 <description>Hilfswerk unterstützt Seniorinnen und Senioren mit Aktivitäten, Beratung und Begleitung</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/Bilder/Fotopool/Pflege-Betreuung/Mobile_Dienste/2280_2019-hauskrankenpflege-heimhilfe.jpg" length="3164970" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
				<p><strong>Ältere Menschen und pflegende Angehörige haben die Corona-Pandemie als große emotionale und psychische Belastung erlebt. Viele haben sich zurückgezogen und noch nicht zurückgefunden in ihr gewohntes Sozialleben. Einsamkeitsgefühle und Überforderung sind die Folgen. Das Hilfswerk unterstützt sie mit speziellen Angeboten, aus der Isolation und zu mehr Lebensfreude zu finden. </strong></p>
				<p><strong><a href="https://www.hilfswerk.at/oesterreich/#c39175" target="_blank">coronahilfe.senioren.hilfswerk.at</a></strong></p>
				<p>Für ältere Menschen und pflegende Angehörige waren die vergangenen Monate besonders schwierig: Die lange Dauer der Pandemie zermürbt. Viele haben ihre Sozialkontakte angesichts der hohen Infektionszahlen zudem erneut stark reduziert und sich in die eigenen vier Wände zurückgezogen. Ängste und Einsamkeitsgefühle haben zugenommen, Bewegung und Zeit an der frischen Luft sind oft zu kurz gekommen.</p>
				<p>„Seniorinnen und Senioren haben in diesem zweiten Corona-Winter auf Vieles verzichtet. Dem entsprechend hat er an ihren Kräften gezehrt. Auch für viele pflegende Angehörige war die Belastung größer als sonst – etwa, weil sie weniger Unterstützung durch Dritte genutzt haben,“ erläutert Mag. <strong>Sabine Maunz</strong>, Fachliche Leitung Pflege und Betreuung beim Hilfswerk Österreich.</p>
				<p><strong>Mit neuer Lebensfreude in den Frühling</strong></p>
				<p>Umso wichtiger sei es nun, gemeinsamen Aktivitäten und wohltuenden Kontakten wieder größeren Stellenwert zu geben. „Mit den steigenden Temperaturen und dem nahenden Frühling fällt es vielen leichter, die eigenen vier Wände zu verlassen und den Austausch mit anderen zu suchen“, so Hilfswerk-Expertin Maunz. Das bringt neue Lebensfreude und durchbricht die Einsamkeit. Für all jene, denen das nicht alleine gelingt, hält das Hilfswerk spezielle Angebote bereit:</p>
				<p>Das <strong>Hilfswerk Salzburg </strong>etwa<strong> </strong>lädt ältere Menschen, die sich einsam fühlen, zu<strong> Tagesbesuchen </strong>in seine <strong>Senioren-Tageszentren</strong> ein. Dort finden sie Unterhaltung, Anschluss und Abwechslung zum Alltag. So werden pflegende Angehörige tageweise entlastet. Einmal pro Monat ist der Besuch kostenlos. Außerdem bietet das Hilfswerk Salzburg einen <strong>Krankenhausbegleitdienst</strong> an: Ältere Menschen, die nicht über die finanziellen Mittel oder die Unterstützung durch Angehörige verfügen, werden kostenlos zu Untersuchungen und Behandlungen ins Krankenhaus gebracht.</p>
				<p>Im <strong>Hilfswerk Kärnten</strong> erfreut sich das Projekt „<strong>Spazieren gegen die Einsamkeit</strong>“ anhaltender Beliebtheit. Ein- bis zweimal pro Woche laden Sozialpädagog/innen zu einem Spaziergang, der unter einem stärkenden Motto steht. Und die <strong>Gesundheitsberatung „JETZT“</strong> des <strong>Wiener Hilfswerk</strong> informiert ältere Menschen darüber, was sie für die eigene Gesundheit tun können. Viermal pro Monat findet zudem ein Gesundheitsplausch mit diplomierten Pflegekräften zu verschiedenen Gesundheitsthemen statt.</p>
				<p>Das <strong>Hilfswerk Steiermark</strong> bietet mit der <strong>aufsuchenden psychosozialen Betreuung und psychiatrischen Beratung</strong> Unterstützung bei Ängsten, Konflikten oder Überforderung. Das <strong>Hilfswerk Salzburg</strong> ermöglicht pflegenden Angehörigen mit der <strong>psychosozialen Begleitung</strong> Beratungsgespräche, Entlastung und Erfahrungsaustausch in Kleingruppen.</p>
				<p>Mit diesen sozialen Aktivitäten, psychosozialer Begleitung und Beratung oder gesundheitsfördernden Maßnahmen finden <strong>ältere, einsame Menschen</strong> <strong>soziale Einbindung</strong> und <strong>pflegenden Angehörige Entlastung</strong>. Sie sind Teil des Projekts „Gemeinsam gegen Alterseinsamkeit, Armut und Ausgrenzung“ wurden dank einer Förderung durch das Sozialministerium im Sommer 2021 ins Leben gerufen und werden seither – unter jeweils angepassten Sicherheitsbestimmungen – rege genutzt.</p>
				<p><strong>Hotline für pflegende Angehörige</strong></p>
				<p><strong>Pflegenden Angehörigen</strong> steht die <strong>Hilfswerk Hotline</strong> offen: Erreichbar unter <strong>0800 640 660</strong>, von Montag bis Donnerstag von 9:00 bis 16:00 Uhr, Freitag von 8:00 bis 12:00 Uhr – gebührenfrei aus ganz Österreich. Hier beraten qualifizierte Fachkräfte bei seelischer oder emotionaler Not, Überforderung und Krankheit, im Hinblick auf finanzielle Schwierigkeiten oder bei Fragen zu Pflege und Betreuung. Die Hotline hilft pflegenden Angehörigen, rasch und unkompliziert die Unterstützung zu finden, die sie brauchen.</p>
				<hr>
				<h4><strong>Aktuelle Angebote der Hilfswerk Landesverbände für Seniorinnen und Senioren sowie pflegende Angehörige</strong></h4>
				<p>&nbsp;</p>
				<p><strong>Hilfswerk Kärnten: </strong>Spaziergänge gegen Einsamkeit</p>
				<p>Das Hilfswerk Kärnten organisiert professionell begleitete Spaziergänge in vertrauter Umgebung vor Ort. Auf diese Weise stärken und verbessern Seniorinnen und Senioren nicht nur ihre körperliche, sondern auch ihre seelische Gesundheit sowie Ihre Zuversicht.</p>
				<p>Weitere Informationen: <a href="https://www.hilfswerk.at/kaernten/" target="_blank">https://www.hilfswerk.at/kaernten/</a></p>
				<p>&nbsp;</p>
				<p><strong>Hilfswerk Salzburg</strong></p>
				<p><strong>1. Krankenhausbegleitdienst:&nbsp;</strong>Das Hilfswerk Salzburg begleitet ältere Menschen, die nicht über die finanziellen Mittel oder die Unterstützung durch Angehörige verfügen, zu Untersuchungen und Behandlungen im Krankenhaus.</p>
				<p><strong>2. Tagesbesuche in Tageszentren:&nbsp;</strong>Einsame ältere Menschen sind eingeladen, tagsüber die Senioren-Tageszentren des Hilfswerk Salzburg zu besuchen. Ein kostenloser Fahrtendienst holt Sie von zu Hause ab, bringt Sie ins Tageszentrum und fährt sie nach ihrem Besuch wieder nach Hause.</p>
				<p><strong>3. Psychosoziale Begleitung pflegender Angehöriger:&nbsp;</strong>In Kleingruppen tauschen sich pflegende Angehörige aus, erweitern Ihr Wissen im Umgang mit der Situation, finden zu mehr Selbstbestimmtheit und schöpfen neue Kraft und Zuversicht.</p>
				<p>Weitere Informationen: <a href="http://www.hilfswerk.at/salzburg" target="_blank">www.hilfswerk.at/salzburg</a> oder 0662 / 43 47 02</p>
				<p>&nbsp;</p>
				<p><strong>Hilfswerk Steiermark: </strong>Psychiatrische Beratung und psychosoziale Betreuung</p>
				<p>Psychotherapeut/innen helfen Seniorinnen und Senioren, seelische Not zu lindern und ein selbstbestimmtes Leben in vertrauter Umgebung zu verwirklichen. Pflegende Angehörige erfahren Entlastung im Umgang mit der vielfach schwierigen und belastenden Situation.</p>
				<p>Weitere Informationen: <a href="https://www.hilfswerk.at/steiermark/psychosoziale-dienste/seniorinnen-und-senioren/sopha-sozialpsychiatrische-hilfe-im-alter/" target="_blank">https://www.hilfswerk.at/steiermark/psychosoziale-dienste/seniorinnen-und-senioren/sopha-sozialpsychiatrische-hilfe-im-alter/</a></p>
				<p>&nbsp;</p>
				<p><strong>Hilfswerk Wien:&nbsp;</strong>Gesundheitsberatung „JETZT“</p>
				<p>Im Rahmen persönlicher Beratungen – telefonisch oder vor Ort – erfahren Seniorinnen und Senioren, was sie für Ihre Gesundheit tun können. Beim Gesundheitsplausch (online oder telefonisch), der viermal im Monat stattfindet, tauschen sie sich in der Gruppe mit einer diplomierten Pflegefachperson zu Gesundheitsthemen aus.</p>
				<p>Weitere Informationen und Anmeldung:</p>
				<p>Wiener Hilfswerk, Nachbarschaftszentrum 3 – Landstraße, Barichgasse 8, 1030 Wien</p>
				<p>T: +43 1 512 36 61-3250 | <a href="javascript:linkTo_UnCryptMailto(%27ocknvq%2Cpb5Bykgpgt0jknhuygtm0cv%27);">nz3(at)wiener.hilfswerk.at</a></p>
				<p>Die Gesundheitsberatung „JETZT“ für ältere Menschen ist ein Projekt in Kooperation mit den Nachbarschaftszentren. Die Nachbarschaftszentren werden gefördert von der Stadt Wien.</p>
				<p>&nbsp;</p>
				<p><strong>Förderung durch das Sozialministerium</strong></p>
				<p>Die Maßnahmen des Hilfswerks werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK) gefördert: Das BMSGPK unterstützt im Jahr 2021 Projekte gemeinnütziger Organisationen zur Abfederung der negativen sozialen und armutsrelevanten Auswirkungen der COVID-19 Pandemie auf vulnerable Personengruppen. Anlass dafür waren die negativen Auswirkungen der COVID-19 Pandemie auf armuts- oder ausgrenzungs­gefährdete Personen sowie auf bestehende Unterstützungsstrukturen für diese Zielgruppe.</p>
				 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-2013</guid>
			<pubDate> Fri, 04 Feb 2022 09:30:00 +0100 </pubDate>
			<title>Braucht Österreich ein neues Pflegemodell?</title>
			<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/braucht-oesterreich-ein-neues-pflegemodell/ </link>
		 <description>Experimente und Einzelmaßnahmen retten die Pflegereform nicht. Österreich braucht eine neue Pflegepolitik.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/Bilder/Fotopool/Pflege-Betreuung/24_Stunden_Betreuung/shutterstock_1754668664_web_24-Stunden-Betreuung.jpg" length="4098021" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
				<p><strong>Während die Pflegereform stagniert, ist Österreichs Pflegesystem längst auf Abwege geraten. Der Rechnungshof sowie ausgewiesene Expertinnen und Experten sind sich einig: Wir brauchen ein intelligenter gesteuertes, auf Basis seriös erhobener Daten operierendes und bedarfsgerechter gestaltetes System. Die Versorgungskrise ist Realität und verlangt nach funktionstüchtigen Lösungen. Statt schlecht abgestimmter Einzelmaßnahmen und willkürlicher Experimente empfiehlt das Hilfswerk die Orientierung an den Empfehlungen des Rechnungshofes und an guter Praxis – wie beispielsweise an Dänemark. Dort wurde das Pflegesystem grundlegender Reformen unterzogen. Die Würde und Selbstermächtigung der Pflegebedürftigen stand dabei im Mittelpunkt.</strong></p>
				<p>Im Herbst 2020 wurde der Bericht der „Task Force Pflege“ vorgestellt: nicht viel mehr als ein „Protokoll“ des Beteiligungsprozesses und in keiner Weise ein Reformprogramm. „Auf den angekündigten Zielsteuerungsprozess warten wir noch immer. Ohne fachliche und politische Bewertung des Task Force Berichts, ohne klare Prioritäten gibt es kein Reformprogramm mit realistischen Zeit- und Finanzierungsplänen“, zeigt sich <strong>Othmar Karas</strong>, Präsident des Hilfswerk Österreich, alarmiert. Die Zielsteuerung Pflege müsse rasch eingesetzt werden, „unter Führung des Bundes, unter entsprechender Einbindung der Länder und Gemeinden und unter Beteiligung der notwendigen Ressorts sowie Expertinnen und Experten“, so Karas. Denn unkoordinierte Einzelmaßnahmen (Community Nurses, Pilotversuche in der Ausbildung, regionale Änderungen der Versorgungsstruktur), ergeben keine tragfähige Gesamtreform.</p>
				<p><strong>Vernichtende Rechnungshof-Kritik</strong></p>
				<p>Das Hilfswerk, Österreichs größter Anbieter von Dienstleistungen in der Pflege zuhause, stützt seinen Warnruf nicht nur auf eigene Praxiserfahrungen, sondern auch auf den Rechnungshofbericht "<a href="https://www.rechnungshof.gv.at/rh/home/home/004.682_Pflege_Oesterreich.pdf" target="_blank" rel="noreferrer">Pflege in Österreich</a>".&nbsp;2020 publiziert, geriet er infolge der Pandemie so gut wie nicht ins Licht öffentlicher Aufmerksamkeit. <strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich, fasst das Mangelprotokoll des RH so zusammen: „Das heimische Pflegesystem ist ein weitgehend <strong>konzeptloses Flickwerk</strong>, das <strong>wichtige Fragen unbeantwortet</strong> lässt: Auf welche Versorgungsziele verständigen wir uns? Welches Versorgungskonzept verfolgen wir? Wie planen und gestalten wir vorausschauend und nachhaltig?“ Es gebe <strong>keinerlei konkrete Zielvorgaben</strong>. Für eine Systemsteuerung ebenso unerlässliche, <strong>seriös erhobene und vergleichbare Daten fehlten</strong>.<strong> </strong>Aber es <strong>mangele </strong>auch<strong> an verbindlichen Prozessen zu einer abgestimmten Steuerung</strong>. Die <strong>Kompetenzverschneidungen zwischen Bund und Ländern </strong>würden die Herausforderung noch befeuern.</p>
				<p>„Kein Wunder, dass Parolen wie <strong>‚mobil vor stationär‘</strong> oft zu <strong>Lippenbekenntnissen</strong> verkommen und der jährliche Kostenzuwachs für die Pflegeheime die Gesamtausgaben für Hauskrankenpflege und Heimhilfe zu überflügelt. Kein Wunder, dass sich die <strong>Versorgungslandschaft</strong> von Region zu Region <strong>erheblich unterscheidet</strong>. Kein Wunder, dass Bund, Länder und Gemeinden einen <strong>Kostendämpfungspfad</strong> paktiert haben, der dem Plausibilitätscheck des Rechnungshofs nicht standhält. Dass ein Konzept und entsprechende Ziele fehlen, begünstigt <strong>Einzelmaßnahmen</strong>, die <strong>ohne Rücksicht auf ihre Steuerungswirkung</strong> umgesetzt werden. Bekanntestes Beispiel: die Abschaffung des Pflegeregresses“, kritisiert Anselm und fährt fort: „<strong>Ja, Österreich braucht ein neues Pflegemodell. Denn es hat bisher eigentlich keines</strong>.“</p>
				<p><strong>Positives Beispiel Dänemark</strong></p>
				<p>Dänemark baut schon seit 1987 <strong>keine Pflegeheime</strong> mehr. <strong>Pflegebedürftige</strong> werden <strong>so lange wie möglich zuhause</strong> bzw. <strong>im sozialen Nahbereich</strong> betreut. Dieses Ziel wird konsequent verfolgt: Ein umfassender Ausbau großzügiger und niederschwelliger <strong>Dienstleistungen zur Unterstützung im Alltag</strong>, Maßnahmen zur <strong>sozialen</strong> <strong>Integration</strong> von Seniorinnen und Senioren sowie die flächendeckende freie Zugänglichkeit von <strong>Betreuungs- und Pflegediensten</strong> fördern den Verbleib zu Hause. Die Fokussierung auf<strong> Prävention und Rehabilitation</strong> fördert die <strong>Selbsthilfekräfte</strong> der Pflegebedürftigen, verhindert Spitals- und Heimeinweisungen. Ein breites Angebot an <strong>neuen Wohnformen</strong> – Seniorenwohnungen, Pflegewohnungen – sorgen für entsprechende Alternativen zum Pflegeheim, wenn das Leben in der eigenen Wohnung nicht mehr möglich ist.</p>
				<p>Anfang der 2000er-Jahre reformierte <strong>Dänemark</strong> die Strukturen seines Pflegewesens. Das staatliche Wohlfahrtssystem mit seinen Monopolstrukturen stand in der Kritik: mangelnde Effizienz, unerfüllte Nutzerwünsche und regionale Ungleichbehandlungen trotz gleicher Steuerleistungen, Intransparenz, mangelnde Kontrolle, wenig Innovation und Kosteneffizienz. <strong>Das staatliche Pflegemonopol entsprach nicht dem Bild eines souveränen Individuums</strong>, das auch in der Lebensphase der Pflegebedürftigkeit ein <strong>Recht auf Wahlfreiheit</strong> und die <strong>Individualisierung der sozialen Dienstleistung</strong> haben sollte. Die „Dominanz der bürokratischen Logik“ stand dem im Weg. Ziel der Reform war es folglich, die <strong>Autonomie </strong>der Nutzerinnen und Nutzer zu erhöhen und die <strong>Wahlfreiheit</strong> durch staatliche UND private Anbieter zu sichern. Ein <strong>geordneter Wettbewerb</strong> stimulierte fortan Innovationen im Sektor, verbesserte die <strong>Qualität der Pflege</strong> und „zog“ öffentliche Anbieter „mit“. Auch die <strong>Kosten wurden gedämpft</strong>.</p>
				<p><strong>Neue Pflegepolitik dringend von Nöten</strong></p>
				<p>„Das Beispiel Dänemark zeigt: Ohne <strong>klare Zielvorstellungen</strong> und <strong>Mut zum Wandel</strong> gelingt keine Reform“, ist Elisabeth Anselm überzeugt. „Wir müssen uns der grundsätzlichen Auseinandersetzung stellen, wir müssen <strong>Versorgungsziele</strong> definieren, uns ernsthafter mit <strong>Daten und Evidenzen</strong> beschäftigen, verbindliche <strong>Prozesse zur Abstimmung, Planung und Steuerung</strong> etablieren. Es geht um tragfähige <strong>Versorgungskonzepte</strong>, vorausschauende <strong>Ressourcenplanung</strong>, um das so wichtige <strong>Personal</strong> und um eine nachhaltige <strong>Finanzierung</strong>. Es braucht endlich die vielbeschworene <strong>Kooperation</strong> unter allen Stakeholdern, insbesondere zwischen <strong>Bund, Ländern und Gemeinden</strong>“, meint Anselm, und appelliert an die politisch Verantwortlichen: „<strong>Die Politik muss entscheiden, ob sie den Menschen in Österreich ein Altern in Würde ermöglichen will oder nicht</strong>!“</p>
				<p>Was laut Hilfswerk sofort geschehen muss:</p>
				<ul>
					<li><strong>Einsetzen der „Zielsteuerung Pflege“</strong> unter Führung des <strong>Bundes</strong>, unter entsprechender Einbindung der <strong>Länder und Gemeinden</strong> und unter Beteiligung aller betroffenen <strong>Ressorts</strong> sowie von <strong>Expertinnen und Experten</strong>,</li>
					<li><strong>fachliche und politische Bewertung</strong> der Vorschläge und Anregungen aus dem Bericht der „<strong>Task Force Pflege</strong>“ in Zusammenschau mit dem <strong>Regierungsprogramm</strong>,</li>
					<li><strong>Erarbeitung und Verhandlung</strong> eines abgestimmten politischen <strong>Reformprogramms</strong>, Klärung von <strong>Zielen</strong>, Setzen von <strong>Prioritäten</strong>, Erstellung von <strong>Maßnahmen- und Zeitplänen</strong>, <strong>budgetäre Bedeckung</strong> (Finanzierungspfad, Pflegefonds, Finanzausgleich).</li>
					 </ul>
				<p>&nbsp;</p>
				<p><strong>Ohne Personal keine Pflege!</strong></p>
				<p>„<strong>Herzstück</strong> einer grundlegenden Pflegereform – und deren Erfolgsvoraussetzung – ist und bleibt eine <strong>Personaloffensive.</strong> Denn: Ohne Personal keine Pflege“, erinnert Othmar Karas einmal mehr an die wichtigste pflegepolitische Herausforderung. Abschließend appelliert der Hilfswerk-Präsident an die Verantwortungsträgerinnen und -träger in Bund und Ländern: „In Österreich sind rund eineinhalb Millionen Menschen direkt von pflegepolitischen Entscheidungen betroffen, als Pflegebedürftige oder als pflegende Angehörige. In den Pflege- und Betreuungsberufen sind rund 170.000 Personen tätig. Sie alle haben eine ernst gemeinte Pflegereform verdient! Österreich braucht ein <strong>zukunftsfähiges Pflegemodell</strong> – und eine <strong>neue Qualität der Pflegepolitik</strong>!“</p>
				 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1997</guid>
			<pubDate> Thu, 16 Dec 2021 08:51:00 +0100 </pubDate>
			<title>Hilfswerk zur 24-Stunden-Betreuung: Fakten statt Mythen, Empirie statt Emotion!</title>
			<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-zur-24-stunden-betreuung-fakten-statt-mythen-empirie-statt-emotion/ </link>
		 <description>Das Hilfswerk präsentiert umfassende Befunde und empirische Daten zur 24-Stunden-Betreuung, fordert eine Objektivierung der Debatte, realistische Lösungsansätze und eine Reform des Fördermodells samt Standards für Qualität und Ethik.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/Bilder/Fotopool/Pflege-Betreuung/Mobile_Dienste/2103_2019-hauskrankenpflege-heimhilfe.jpg" length="3670200" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
				<p class="CxSpFirst">„Knapp 25.000 pflege- und betreuungsbedürftige Menschen nutzen eine 24-Stunden-Betreuung, um ihren Alltag trotz Unterstützungsbedarf zu Hause zu bewältigen. Das sind 5,5% aller Pflegegeldbezieherinnen und -bezieher in Österreich. Für diese Menschen und ihre Angehörigen ist diese Betreuungsform hoch relevant“, sagt <strong>Othmar Karas</strong>,<strong> Präsident Hilfswerk Österreich</strong>. „Trotzdem ist die Förderung der 24-Stunden-Betreuung seit ihrer Einführung im Jahr 2007 nicht einmal valorisiert, die qualitative Weiterentwicklung der 24-Stunden-Betreuung auf Basis des Qualitätszertifikats ÖQZ-24, die im Regierungsprogramm bzw. im Bericht der ‚Task Force Pflege‘ festgehalten ist, ist nicht auf den Weg gebracht worden. Das ist ein fatales Signal in Richtung der Betroffenen, aber auch in Richtung der Betreuerinnen und Betreuer. Die Politik darf diese Menschen nicht länger im Stich lassen“, mahnt Karas.</p>
				<p class="CxSpMiddle"><strong>Der öffentliche Diskurs über die 24-Stunden-Betreuung muss objektiviert werden</strong></p>
				<p class="CxSpMiddle">Das Thema 24-Stunden-Betreuung polarisiert. Das kritische Bild, das im öffentlichen Diskurs oft gezeichnet wird, entspricht jedoch nicht der Realität, wie das Hilfswerk auf Basis von aktuellen Erhebungen und Befunden darlegt. „Wir sollten uns in der Diskussion an Fakten statt an Mythen orientieren, wir sollten Empirie statt Emotion als Richtschnur der Debatte festlegen, alles andere hilft uns nicht weiter“, mein <strong>Elisabeth Anselm</strong>,<strong> Geschäftsführerin Hilfswerk Österreich</strong>. Um ein objektives Bild der Situation zu vermitteln, hat das Hilfswerk am 16. Dezember 2021 sowohl Daten aus einer neuen empirischen Untersuchung von <strong>Dieter Scharitzer, Wirtschaftsuniversität Wien,</strong> und dem <strong>Marktforschungsinstitut TQS Research &amp; Consulting </strong>präsentiert, aber auch auf die <strong>Ergebnisse der rund 20.000 Hausbesuche zur </strong><strong>Qualitätssicherung in der Häuslichen Pflege</strong> zurückgegriffen, die<strong> </strong><strong>im Auftrag des Sozialministeriums jährlich durchgeführt werden.</strong></p>
				<p class="CxSpMiddle"><strong>Die Qualität und Zufriedenheit mit der 24-Stunden-Betreuung ist nachweislich hoch</strong></p>
				<p class="CxSpMiddle"><strong>Brigitte Liebenberger</strong>,<strong> Leiterin der 24-Stunden-Betreuung im Hilfswerk</strong>, hat die Praxis der 24-Stunden-Betreuung im Detail erläutert: „Die 24-Stunden-Betreuung des Hilfswerks ist eine mit dem staatlichen Qualitätszertifikat ÖQZ-24 ausgezeichnete Agentur. Aus unserer Sicht sind transparente und faire Verhältnisse sowie eine entsprechende Qualität und Sicherheit für die Nutzerinnen und Nutzer der 24-Stunden-Betreuung deshalb ebenso relevant wie für die Personenbetreuerinnen und -betreuer.“ Klärung und Ausgleich der Interessen seien entscheidend, um auf beiden Seiten Zufriedenheit herzustellen, meint Liebenberger. Das ÖQZ-24 verlange zudem, dass eine Reihe von Standards eingehalten werden, darunter insbesondere die laufende Qualitätssicherung durch Diplomiertes Gesundheits- und Krankenpflegepersonal. In den Ergebnissen der Hausbesuche zur Qualitätssicherung in der Häuslichen Pflege, die im Auftrag des Sozialministeriums durchgeführt werden, spiegle sich jedoch nicht nur die Arbeit der 38 zertifizierten Agenturen. Die Ergebnisse umfassten alle Haushalte, die in Österreich eine Förderung für 24-Stunden-Betreuung beziehen. Umso beachtlicher sei es daher, dass der häuslichen Pflege im Allgemeinen und der 24-Stunden-Betreuung im Speziellen ein sehr hohes qualitatives Niveau attestiert werde. „Die Versorgung in den wesentlichen Untersuchungsfeldern wird zu 97% als vollständig und zuverlässig bewertet“, betont Liebenberger.</p>
				<p class="CxSpMiddle"><strong>Kunden/Kundinnen und Personenbetreuer/innen sind zufrieden mit der Betreuung</strong></p>
				<p class="CxSpMiddle">Die neue Befragung bei Betreuer/innen und Kundinnen bzw. Kunden der 24-Stunden-Betreuung des Hilfswerks durch <strong>Dieter Scharitzer</strong>,<strong> Wirtschaftsuniversität Wien</strong>, und dem Marktforschungsinstitut<strong> TQS Research &amp; Consulting</strong> zeigen ein ähnlich positives Bild. „Die hohen Rücklaufquoten ermöglichen einen validen und detaillierten Einblick in die Realitäten des Betreuungsalltags“, erläutert Scharitzer. „Angesichts des Befragungszeitraumes in einer Hochphase der Corona-Pandemie und der besonders herausfordernden Rahmenbedingungen, unter denen 24-Stunden-Betreuung aktuell stattfindet, sind die Ergebnisse geradezu sensationell“, sagt Scharitzer. „Das Hilfswerk macht hier nachweislich einen wirklich guten Job. Sowohl die Kundinnen und Kunden als auch die Personenbetreuerinnen und Personenbetreuer zeigen eine hohe Zufriedenheit mit der Betreuung und Unterstützung durch das Hilfswerk“, fasst Scharitzer zusammen. „Manch anderer Dienstleister wäre froh, solches Feedback zu haben“, stellt Scharitzer vor dem Hintergrund seines breiten Einblicks in diverse Branchen fest.</p>
				<p class="CxSpMiddle">Beispielhaft seien folgende Ergebnisse der aktuellen Befragung herausgegriffen:</p>
				<ul>
					<li>Mit 96% ist für den weitaus größten Teil der befragten Auftraggeber/innen bzw. betreuten Personen der Wunsch bzw. die Möglichkeit zum Verbleib in den eigenen vier Wänden der zentrale Grund, warum sie sich für eine 24-Stunden-Betreuung entschieden haben.</li>
					<li>97% von ihnen sagen aus, dass sie ihren/ihre Betreuer/in als freundlich bis sehr freundlich wahrnehmen. Zu 96% wird von einem respektvollen bis sehr respektvollen Umgang berichtet.</li>
					<li>91% der Befragten erleben den/die Betreuer/in souverän bis sehr souverän, ebenso stellen 91% der Befragten fest, dass der/die Betreuer/in auf persönliche Bedürfnisse eingeht.</li>
					<li>Für 79% der befragten Auftraggeber/innen hat sich die Lebensqualität für die betreute Person sehr bzw. eher verbessert, seit eine 24-Stunden-Betreuung in Anspruch genommen wird.</li>
					<li>Die Verbesserung ist vor allem auf die persönliche Anwesenheit des Betreuers/der Betreuerin (88%) und die Hilfe im Alltag (85%) zurückzuführen.</li>
					<li>Für 86% der Angehörigen hat sich die Lebensqualität sehr bzw. eher verbessert, seit eine 24-Stunden-Betreuung in Anspruch genommen wird.</li>
					<li>Die Verbesserung ist vor allem auf die Entlastung (90%) zurückzuführen sowie darauf, dass sich die Angehörigen weniger Sorgen machen um die pflegebedürftige Person (87%).</li>
					<li>79% der befragten Personenbetreuer/innen bewerten das System der 24-Stunden-Betreuung in Österreich im Ländervergleich als sehr bzw. eher gut, nur 6% bewerten es als eher bzw. sehr schlecht.</li>
					<li>76% sind sehr bzw. eher zufrieden mit der konkreten Arbeit in „ihrer“ betreuten Familie, 72% sind mit der administrativen Unterstützung und 79% mit der Unterstützung durch die Regionalverantwortlichen des Hilfswerks sehr bzw. eher zufrieden.</li>
					<li>78% fühlen sich sehr bis eher gut vorbereitet auf die konkrete Situation (Schulung und Übergabe durch Kolleg/innen), 73% sehen dies ebenso betreffend den Umgang mit der pflegebedürftigen Person.</li>
					 </ul>
				<p class="CxSpFirst">&nbsp;</p>
				<p class="CxSpFirst"><strong>Die typische Personenbetreuerin entspricht nicht dem öffentlichen Klischee</strong></p>
				<p class="CxSpMiddle">Besonders interessant angesichts zahlreicher Mythen zu den Betreuungspersonen: Die typische vom Hilfswerk vermittelte Personenbetreuerin ist mit 54 Jahren älter als oft angenommen, ihre Kinder sind meist schon aus dem Haus. Ihr Bildungsgrad ist gut, sie verfügt zu 35,7% über eine Matura, zu 24,1% über einen tertiären Abschluss. Sie arbeitet in Österreich, weil sie zu 70% im Herkunftsland sehr bzw. eher schwierig Arbeit findet, selbst ausgebildeten Pflegekräften gelingt dies zu 51% nicht. Bessere Verdienstmöglichkeiten und Arbeitsbedingungen sowie sicherere Arbeitsverhältnisse in Österreich sind ausschlaggebend für ihre Tätigkeit. Die Arbeit in der 24-Stunden-Betreuung hat für sie eine Langzeitperspektive, sie ist meist schon vor sechs Jahren oder mehr als Betreuungskraft nach Österreich gelangt und plant zu 56%, dieser Tätigkeit bis zur Pensionierung nachzugehen. Sie ist mit ihrer Arbeit in der aktuellen Familie zu 76% sehr bzw. eher zufrieden und hat zu 76% genügend Freizeit für sich.</p>
				<p class="CxSpMiddle"><strong>Qualität, Sicherheit und Fairness durch Reform der Förderrichtlinie und der Standards</strong></p>
				<p class="CxSpMiddle">Vor dem Hintergrund der angekündigten Pflegereform steht aus Sicht des Hilfswerks für den Bereich der 24-Stunden-Betreuung die Reform der Förderrichtlinie samt Standards an. „Durch eine Valori­sierung der Förderung muss jedenfalls der Kaufkraftverlust der letzten 14 Jahre kompensiert werden. Darüber hinaus muss eine Erhöhung dafür sorgen, dass in den Haushalten mehr finanzieller Spiel­raum für die Bezahlung besserer Honorare entsteht, für die man Honoraruntergrenzen definieren sollte“, fordert Hilfswerk-Geschäftsführerin Anselm. In ein adäquates Fördermodell sei überdies auch die Übernahme eines Teils der Kosten der Qualitätssicherung, etwa die Visiten der Diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegekräfte, einzupreisen. So wird die Leistbarkeit qualitätsgesicherter und zertifizierter 24-Stunden-Betreuung für einen breiteren Nutzerkreis verbessert. „Das Modell muss man im Detail noch gut durchrechnen, aber wir sind überzeugt, dass wir viel Spielraum haben, wenn wir den Vergleich mit den Kosten eines Pflegeheimlatzes anstellen“, meint Anselm.</p>
				<p class="CxSpMiddle"><strong>Anstellungsmodell ist keine Lösung für die 24-Stunden-Betreuung</strong></p>
				<p class="CxSpMiddle">Der diskutierten Anstellung von Betreuungskräften erteilt das Hilfswerk eine klare Absage. Das Zusammenleben in einem Haushalt mit der betreuten Person und deren Familie erfordere ein bestimmtes Ausmaß an Freiheit, um eine Vereinbarung treffen zu können, die dem Wechsel von Arbeitszeit und Freizeit folgt. Das wäre im österreichischen Arbeitszeitgesetz nicht abbildbar. Man müsste in diesem Falle einen Schichtdienst von drei Personen um eine zu betreuende Person einrichten, wobei man auch Freizeitblöcke und Nächtigung integrieren müsste. Das entspräche weder den Bedürfnissen aller Beteiligten, noch wäre ein derartiges Modell organisierbar oder leistbar. Überdies würden die meisten Betreuungskräfte ihren Lebensmittelpunkt im Heimatland behalten wollen, der 14-tägige Turnus komme ihnen daher entgegen. „Wir sollten uns bei der notwendigen Weiterentwicklung von Fakten und realistischen Überlegungen leiten lassen, statt auf unpraktikable Ideen zu setzen. Dafür gibt es gute Grundlagen. Faire, sichere und qualitativ gute 24-Stunden-Betreuung ist auch im Selbstständigen-Modell lebbar, das zeigen die Ergebnisse diverser Befunde deutlich. Aber der Rahmen muss stimmen“, meint Hilfswerk-Präsident Karas. Jetzt gehe es um eine Reform der Förderrichtlinie auf Basis der weiterentwickelten und mit der erhöhten Förderung verknüpften Standards des staatlichen Qualitätszertifikates ÖQZ-24. Viel zu lange würde man schon auf dieses notwendige Maßnahmenpaket im Rahmen der Pflegereform warten, meint Karas.</p>
				 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>24 Stunden Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1994</guid>
			<pubDate> Thu, 09 Dec 2021 08:34:00 +0100 </pubDate>
			<title>Hilfswerk unterstützt Senior/innen und pflegende Angehörige mit speziellen Angeboten</title>
			<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-unterstuetzt-senior-innen-und-pflegende-angehoerige-mit-speziellen-angeboten/ </link>
		 <description>Die hohen Infektionszahlen, der aktuelle Lockdown und die ohnehin emotionale Weihnachtszeit können bei vielen älteren Menschen Einsamkeitsgefühle verstärken, warnt das Hilfswerk</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/Bilder/Fotopool/Pflege-Betreuung/Mobile_Dienste/2069_2019-heimhilfe.jpg" length="3618969" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
				<p>Die stille Zeit im Jahr hat begonnen. Für <strong>viele ältere Menschen</strong> ist die emotionsreiche (Vor-)Weihnachtszeit jedoch nicht nur mit Freude, sondern auch mit <strong>Einsamkeitsgefühlen</strong> verbunden. Die Pandemie, die strengeren Schutzmaßnahmen und der jüngste Lockdown haben <strong>die Situation zusätzlich verschärft.</strong> Auch viele pflegende Angehörige spüren eine größere Belastung als sonst – weil sie ihre sozialen Kontakte reduzieren oder weniger auf Unterstützung Dritter zurückgreifen.</p>
				<p>„Angesichts der hohen Infektionszahlen haben sich viele ältere Menschen wieder stärker zurückgezogen und verzichten etwa auf den regelmäßigen Kaffee bei der Nachbarin oder den Besuch bei den Enkelkindern. Dazu kommt die Ungewissheit, wie es in den nächsten Monaten mit der Pandemie weitergeht“, so Mag. <strong>Sabine Maunz</strong>, fachliche Leitung Pflege und Betreuung beim Hilfswerk Österreich. <strong>Der Rückzug in die eigenen vier Wände führt bei vielen Seniorinnen und Senioren zu Isolation und Einsamkeit</strong>. Auch auf Bewegung an der frischen Luft verzichten sie häufig – das wirkt sich auf ihre psychische und physische Gesundheit aus. „Oft fehlt diesen Menschen die Kraft, die Einsamkeit selbst zu durchbrechen und wieder aktiv Kontakte zu suchen“, sagt Maunz.</p>
				<p><strong>Das Hilfswerk hat deshalb neue Angebote geschaffen</strong>. Sie unterstützen Betroffene niederschwellig und gezielt – etwa mit gemeinsamer Bewegung, einem Plausch in der Gruppe oder entlastenden psychosozialen Beratungen. Die Angebote des Projekts „Gemeinsam gegen Alterseinsamkeit, Armut und Ausgrenzung“ wurden dank einer Förderung durch das Sozialministerium im Sommer geschaffen und werden seither rege genutzt. Sie werden zumeist<strong> auch während der Lockdowns </strong>aufrechterhalt­en, angepasst an die jeweiligen<strong> Sicherheitsbestimmungen</strong> (zum Beispiel Einzel- statt Gruppenbera­tungen, kleinere Gruppen bei Aktivitäten im Freien).&nbsp;</p>
				<p><strong>Gemeinsam spazieren, turnen und plaudern</strong></p>
				<p>Das <strong>Hilfswerk Kärnten</strong> hat das Projekt „<strong>Spazieren gegen die Einsamkeit</strong>“ ins Leben gerufen. Ein- bis zweimal pro Woche laden Sozialpädagoginnen und -pädadogen zu einem Spaziergang, der unter einem stärkenden Motto steht. Positiver Nebeneffekt der gemeinsamen Bewegung: Unter einigen Spazierenden haben sich mittlerweile Freundschaften entwickelt, sie unternehmen nun auch im privaten Rahmen gemeinsame Aktivitäten. Pandemiebedingt finden die Spaziergänge derzeit in sehr kleinen Gruppen statt.</p>
				<p>Das <strong>Wiener Hilfswerk</strong> unterstützt mit dem Projekt „<strong>Gesund fürs Leben</strong>“ ältere, körperlich geschwächte Menschen beim Muskelaufbau. Freiwillige und speziell geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, – sogenannte <strong>Gesundheitsbuddies</strong> – besuchen die Seniorinnen und Senioren ein- bis zweimal pro Woche und führen mit ihnen Kräftigungsübungen durch. Dabei geben sie auch Ernährungstipps und sind willkommene Gesprächspartner. Bis jetzt konnte das Hilfswerk 35 Buddies für „Gesund fürs Leben“ gewinnen. Großes Interesse besteht auch an der Gesundheitsberatung „JETZT“ des Wiener Hilfswerk. Hier erfahren ältere Menschen telefonisch oder persönlich, was sie für ihre Gesundheit tun können. Viermal pro Monat findet zudem ein Gesundheitsplausch mit diplomierten Pflegekräften zu verschiedenen Gesundheitsthemen statt – aufgrund der hohen Infektionszahlen derzeit in angepasstem Rahmen. Rund 280 Personen konnte das Wiener Hilfswerk auf diese Weise mit Gesundheitsberatung „JETZT“ unterstützen.</p>
				<p>Älteren Menschen, die von Einsamkeit geplagt sind, bietet das <strong>Hilfswerk Salzburg</strong> Tagesbesuche in den Senioren-Tageszentren. Dort finden sie Unterhaltung, Anschluss und Abwechslung zum Alltag, pflegende Angehörige werden tageweise entlastet. Ein kostenloser Fahrtendienst bringt die Seniorinnen und Senioren ins Tageszentrum und wieder nach Hause.</p>
				<p><strong>Psychosoziale Beratung bei Überforderung und Krisen</strong></p>
				<p>Knapp zwei Jahre Pandemie haben bei vielen älteren, pflegebedürftigen Menschen und ihren Angehörigen zu Ängsten, Konflikten und Überforderung geführt. Für sie bietet <strong>das Hilfswerk Steiermark </strong>mit der aufsuchenden psychosozialen Betreuung und psychiatrischen Beratung Unterstützung in ihrer gewohnten Umgebung. Im Hilfswerk Kärnten wurden im Rahmen von mobilen psychosozialen Dienste bereits rund 400 Beratungseinheiten geleistet, und die Nachfrage ist immer noch groß. Das Angebot ist denn auch bis auf weiteres ausgebucht, freie Plätze hingegen gibt es noch bei den erwähnten Spaziergängen. „Wir freuen uns über sehr positive Rückmeldungen und die große Nachfrage. Die Therapeutinnen und Therapeuten werden als Lichtblick bezeichnet und geben den Klientinnen und Klienten einen wichtigen Halt in dieser heraufordernden Zeit“, erklärt Maunz. Das Hilfswerk Salzburg ermöglicht pflegenden Angehörigen mit der psychosozialen Begleitung Beratungsgespräche, Entlastung und Erfahrungsaustausch in Kleingruppen.</p>
				<p><strong>Pflegenden Angehörigen</strong> steht außerdem die Hilfswerk Hotline offen: Erreichbar unter <strong>0800 640 660</strong>, von Montag bis Donnerstag von 9:00 bis 16:00 Uhr, Freitag von 8:00 bis 12:00 Uhr – gebührenfrei aus ganz Österreich. Hier beraten qualifizierte Fachkräfte bei seelischer oder emotionaler Not, Überforderung und Krankheit, im Hinblick auf finanzielle Schwierigkeiten oder bei Fragen zu Pflege und Betreuung. Die Hotline hilft pflegenden Angehörigen, rasch und unkompliziert die Unterstützung zu finden, die sie brauchen.</p>
				<p><strong>Einsamkeit nimmt Lebensfreude – Unterstützungsangebote nutzen!</strong></p>
				<p>„Einsamkeit ist eine enorme Belastung, vor allem im Alter. Sie verringert die Lebensfreude und kann dazu führen, dass Menschen körperlich und mental stärker abbauen“, sagt Hilfswerk Expertin Maunz. In diesen aktuellen herausfordernden Wochen sei es deshalb besonders wichtig, Wege aus der Isolation zu finden. „Haben Sie keine Scheu davor, Hilfe zu suchen und Unterstützungsangebote zu nutzen. Sie sind nicht allein“, so Maunz abschließend.</p>
				 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1977</guid>
			<pubDate> Mon, 15 Nov 2021 14:24:04 +0100 </pubDate>
			<title>Pflegeausbildung in Österreich – Verhinderung statt Ermöglichung</title>
			<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/pflegeausbildung-in-oesterreich-verhinderung-statt-ermoeglichung/ </link>
		 <description>Weshalb sich Österreich trotz Krise ein System ohne Plan, Kraft und Mut leistet.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/Bilder/Presse/2021/Othmar_Karas_bei_der_PK_zur_Pflegeausbildung_in_OEsterreich_-_Credits_Katrin-Schuetzenauer.jpg" length="1160323" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
				<p>Gesperrte Betten in Spitälern und Pflegeheimen, Wartelisten in der Hauskrankenpflege – der Personalmangel in der Pflege zeitigt reale Effekte in der Versorgung. „Ausbaden müssen das pflegebedürftige Menschen, ihre Angehörigen sowie die Beschäftigten im Pflegesektor. Letztere müssen sich mit der Verzweiflung und dem Unmut von Betroffenen und Angehörigen auseinandersetzen, die sie bei der Suche nach einem Pflegeangebot vertrösten müssen. Ihr großer Wunsch lautet: mehr Kolleginnen und Kollegen! Für das Hilfswerk ist klar: Ohne wirksame Lösungen zur Behebung des Personalmangels bleibt die Pflegereform Makulatur. Ohne Pflegekräfte keine Pflege!“, umreißt&nbsp;<strong>Hilfswerk-Präsident</strong>&nbsp;<strong>Othmar Karas</strong>&nbsp;die dramatische Personalsituation. Zugleich räumt Karas mit dem gängigen Vorurteil auf, die Berufsbilder in der Pflege seien schlicht zu unattraktiv. „Der Zulauf in die Pflegeberufe widerlegt das eindeutig. Kaum eine andere Branche hatte in den letzten Jahren einen derartigen Beschäftigungszuwachs. Nur wächst der Bedarf wegen der demografischen Entwicklung und bevorstehender Pensionierungswellen ungleich stärker“, so Karas.</p>
				<h3><strong>Was ist zu tun? Wen muss eine Pflegeausbildung ansprechen?</strong></h3>
				<p>&nbsp;</p>
				<p><strong>Junge Interessierte besser abholen, Pflegeausbildung „normalisieren“</strong></p>
				<p>Ein Überblick über das&nbsp;<strong>derzeitige Ausbildungssystem</strong>&nbsp;[siehe Grafik unter &gt; Download Präsentation und Grafiken &gt; Ausbildungssystem]&nbsp;zeigt, dass&nbsp;<strong>Lücken und Hürden</strong>&nbsp;jungen Interessierten den Weg in den Beruf erschweren. So fehlt etwa ein Anschluss nach der Pflichtschule. Eine Ausbildung an einer Gesundheits- und Krankenpfle­geschule kann erst mit 17 Jahren aufgenommen werden, die Ausbildung für die Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflege ist mittlerweile tertiär. Eine duale Ausbildung (Lehre als Einstieg in das Berufsfeld) ist zwar im Regierungsprogramm vorgesehen, lässt aber auf sich warten. In Berufsbil­denden Schulen erschöpft sich das Angebot aktuell in Pilotversuchen privater (konfessioneller) Träger an sechs Standorten in Österreich. Dabei bräuchte es laut Hilfswerk dringend eine Ausrollung von BMS undE BHS für Gesundheits- und Sozialberufe im öffentlichen Regelschulwesen. „Wer sich bereits nach der Pflichtschule für Gesundheits- und Sozialberufe interessiert, muss eine Wartezeit überbrücken und dann eine Knock-Out-Prüfung mit ungewissem Ausgang absolvieren. Das ist eine Vergeudung von Lebenszeit“, kritisiert&nbsp;<strong>Elisabeth Anselm, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich</strong>. Deshalb fordert das Hilfswerk mehr&nbsp;<strong>Durchlässigkeit</strong>&nbsp;des Ausbildungssystems. Ebenso&nbsp;<strong>direkten Anschluss an die Pflichtschule</strong>&nbsp;durch ein&nbsp;<strong>flächendeckendes Angebot an Berufsbildenden Schulen (BMS/BHS)&nbsp;</strong>an hundert Standorten in Österreich, mit bis zu 2.500 Absolvent/innen jährlich. „Es muss so normal wie möglich werden, in einen Gesundheits- und Sozialberuf zu gehen“, fordert Anselm. Außerdem sieht das Hilfswerk die Etablierung einer&nbsp;<strong>dualen Berufsausbildung</strong>&nbsp;mit altersadäquat gestalteten Curricula, Ausbildungsformaten und Regelwerken durchaus positiv.</p>
				<p><strong>Markus Golla</strong>,&nbsp;<strong>Leiter des Instituts für Pflegewissenschaft sowie Studiengangsleiter Gesundheits- &amp; Krankenpflege an der IMC FH Krems</strong>, ist überzeugt, dass man auch über die&nbsp;<strong>ökonomische Seite der Ausbildung</strong>&nbsp;nachdenken muss. Ein „<strong>Taschengeld</strong>“ zwischen 100,- und 400,- Euro pro Monat und in der Regel&nbsp;<strong>unbezahlte Pflichtpraktika</strong>&nbsp;seien nicht gerade ein Anreiz. „Fehlt die finanzielle Unterstützung der Eltern, müssen Auszubildende einer beruflichen Tätigkeit zur Deckung des Lebensunterhalts nachgehen. Diese&nbsp;<strong>Doppelbelastung</strong>&nbsp;ist ein wesentlicher Drop-Out-Faktor“, weiß Golla. Für Studierende an Fachhochschulen gäbe es zwar Stipendien. Doch nur jede/r achte Studierende kann sie in Anspruch nehmen. Denn: „Die Einkommensgrenzen der Eltern sind nicht angehoben worden, die Alterslimits bei Stipendien sind für Späteinsteiger zu niedrig. Mitunter müssen Student/innen das Studium, ein unbezahltes Praktikum und einen Brotjob unter einen Hut bringen. Das ist angesichts der Personalsituation in der Pflege schlicht unvernünftig“, ärgert sich Golla. Das Hilfswerk fordert deshalb die&nbsp;<strong>Übernahme der Ausbildungskosten</strong>&nbsp;und die&nbsp;<strong>Sicherung des Lebensunterhalts</strong>&nbsp;analog zum durchaus erfolgreichen Modell in der Polizeiausbildung.</p>
				<p>Es brauche ein entsprechend bemessenes&nbsp;<strong>Pflegeausbildungsstipendium für Auszubildende an Gesundheits- und Krankenpflegeschulen</strong>,<strong>&nbsp;Fachhochschulen und in Kursen von Ausbildungs­trägern&nbsp;</strong>(wie bfi und WIFI) in der Höhe von 1.000 bis 1.200,- Euro pro Monat. Damit wären laut Hilfswerk auch die Praktika abgedeckt. Um&nbsp;<strong>Betriebe</strong>&nbsp;für die wachsende Zahl an Praktikant/innen sowie deren berechtigte Ansprüche zu&nbsp;<strong>rüsten</strong>&nbsp;und sie zu bestmöglichen Verbündeten im Ausbildungssystem zu machen, ist es laut Hilfswerk nötig, Ausbildungsplätze für Praxisanleiter/innen bereitzustellen. Ausbildungs- und Freistellungskosten seien abzudecken, dasselbe gelte für die Tätigkeit der Praxisanleiter/innen. „Ein gelingendes&nbsp;<strong>Praktikum</strong>&nbsp;ist ein entscheidender&nbsp;<strong>Schlüsselfaktor</strong>&nbsp;für den weiteren Verlauf der&nbsp;<strong>Ausbildung</strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>Berufslaufbahn</strong>“, sagt Golla.</p>
				<p>&nbsp;</p>
				<p><strong>Wiedereinsteiger/innen und Menschen in der beruflichen Neuorientierung unterstützen</strong></p>
				<p>Mit dem Fachkräftestipendium bietet das AMS interessierten&nbsp;<strong>arbeitslosen Menschen</strong>&nbsp;eine attraktive Möglichkeit, in Pflegeberufe einzusteigen. Dabei werden Kosten für Lebensunterhalt und Ausbildung vom AMS getragen. Leider unterstütze das&nbsp;<strong>Fachkräftestipendium</strong>&nbsp;<strong>keine Weiterbildung im tertiären Sektor</strong>. „Das bedeutet, dass aufgrund des geplanten Auslaufens der Diplomausbildung an den Gesund­heits- und Krankenpflegeschulen 2024 sowie ihrer Tertiärisierug kein geförderter Einstieg in eine Ausbil­dung zum gehobenen Dienst offensteht. Also just in jene Berufsgruppe des Pflegesektors, in der der Personalmangel am gravierendsten ist“, erläutert Anselm. Für Menschen, die&nbsp;<strong>nicht arbeitslos</strong>&nbsp;sind, aber eine berufliche Neuorientierung suchen und den Berufsumstieg wagen möchten, gibt es derzeit überhaupt&nbsp;<strong>kein adäquates Angebot</strong>. Die Bildungskarenz komme vor dem Hintergrund des Personal­mangels nicht in Frage, die Bildungsteilzeit führe zu allzu großen Einkommenseinbußen. Ähnlich ist die Lage für&nbsp;<strong>Menschen die sich aus einem Pflegeberuf heraus weiter qualifizieren&nbsp;</strong>möchten.</p>
				<p>Das Hilfswerk fordert deshalb den&nbsp;<strong>Ausbau bestehender Weiterbildungsangebote&nbsp;</strong>samt<strong>&nbsp;Ausweitung des Kreises der Anspruchsberechtigten</strong>. Die Diplomausbildung an einer Fachhoch­schule soll im Rahmen des Fachkräftestipendiums ebenfalls möglich sein. Auch dann, wenn Arbeits­lose bereits über eine tertiäre Ausbildung verfügen. Für&nbsp;<strong>Berufsumsteiger/innen und Menschen</strong>,<strong>&nbsp;die sich im Beruf höher qualifizieren wollen</strong>, schlägt das Hilfswerk ein&nbsp;<strong>Qualifizierungsstipendium</strong>&nbsp;vor. „Es ist zutiefst bedauerlich, wenn wir interessierte Umsteiger/innen aus finanziellen Gründen verlieren“, meint Anselm. Auch für Menschen mit Qualifikationsinteressen, die bereits im Pflege- und Betreuungs­beruf stehen, wäre diese Form der Unterstützung höchst zielführend, meint Anselm: „Qualifizierungs­möglichkeiten und Fachkarrieren halten diese Menschen im Beruf und geben ihnen Perspektiven.“ Es brauche daher berufsbegleitende, regional verfügbare und aufeinander abgestimm­te Fortbildungs­angebote für Beschäftigte. Auch in der&nbsp;<strong>Rückgewinnung von Wiedereinsteiger/innen</strong>&nbsp;sieht das Hilfswerk eine Chance. „Wir müssen diese Fachkräfte&nbsp;<strong>aktiv einladen</strong>, über den Wieder­einstieg und aktuelle Perspektiven informieren, ihnen aber auch Angebote zur Auffrischung ihres Wissens über relevante Entwicklungen machen – etwa durch kostenlose Wiedereinstiegskurse“, skizziert Anselm ein mögliches Vorgehen. Es fehle an einer Gesamtstrategie für die Rückholung dieser wichtigen Gruppe.</p>
				<p>&nbsp;</p>
				<p><strong>Anerkennung und Integration von Fachkräften aus dem Ausland verbessern</strong></p>
				<p>Insbesondere qualifizierte ausländische Pflegekräfte, die in Österreich arbeiten wollen, sehen sich auf ihrem Weg in den Job mit&nbsp;<strong>zahlreichen Herausforderungen und Hindernissen</strong>&nbsp;konfrontiert. So stellt sich etwa das Verfahren zur Berufsanerkennung (Nostrifikation) als&nbsp;<strong>zeitaufwändig</strong>,<strong>&nbsp;bürokratisch&nbsp;</strong>und<strong>&nbsp;teuer</strong>&nbsp;dar. Erforderliche&nbsp;<strong>Ergänzungskurse</strong>&nbsp;sind ebenfalls&nbsp;<strong>teuer&nbsp;</strong>und<strong>&nbsp;selten rasch verfügbar</strong>. Die&nbsp;<strong>erwerbslose Wartezeit</strong>&nbsp;<strong>verzögert</strong>&nbsp;wiederum den&nbsp;<strong>Aufenthaltstitel</strong>&nbsp;(Rot-Weiß-Rot-Card), der ein gesichertes Einkommen voraussetzt. Das Hilfswerk fordert eine reflektierte&nbsp;<strong>strategische Vorgangs­weise Österreichs&nbsp;</strong>bei der Gewinnung von Pflegefachkräften aus dem Ausland. Andere Länder wie Deutschland, Großbritannien oder die Schweiz seien längst international engagiert, hätten die&nbsp;<strong>Einbürgerungs- bzw. Nostrifikationsprozesse vereinfacht</strong>, die Bearbeitungszeiten mittels&nbsp;<strong>One-Stop-Shop-Prinzips</strong>&nbsp;reduziert. Zur Sicherung des Lebensunterhalts sollten die Pflegekräfte schon während der Nostrifikationsphase arbeiten dürfen (Vorbild Pandemieparagraph).</p>
				<p>&nbsp;</p>
				<p><strong>Personalbedarf und notwendige Ausbildungskapazitäten unterschätzt</strong></p>
				<p>Die&nbsp;<strong>Gesundheit Österreich GmbH (GÖG)</strong>&nbsp;hat ihre 2017 erstmals publizierten Personalbedarfs­zahlen, wonach Österreich bis 2030 über rund 75.700 Pflegepersonen mehr benötige<strong>, mittlerweile auf über 90.900 Kräfte revidiert</strong>. Der Grund liegt darin, dass das inzwischen etablierte Gesundheits­beruferegister einen höheren Personalbestand ausweist, als ursprünglich angenommen. (Dennoch werden dadurch etliche Fachkräfte, die außerhalb des klassischen Gesundheits- und Pflegewesens arbeiten, nicht mitgezählt.) Ersetzt man überdies die Annahme einer Verweildauer im System bis zur Pensionierung durch entsprechende Fluktuationsziffern und „preist“ die bereits aktuell gegebene Unterbesetzung (dauerhaft offenen Stellen) „ein“, steigt der Bedarf nochmals erheblich.</p>
				<p>Dasselbe gilt für den Fall, dass man eine realistische Drop-out-Rate während der Ausbildung berücksichtigt. Aber auch die rechnerische Integration von Innovationen wie der Umsetzung des Community-Nursing-Modells, das die Regierung angestoßen hat, oder eine qualitative Verbesserung der Versorgungslandschaft erfordern Anpassungen.&nbsp;<strong>Bei geschätzten knapp 5.000 jährlichen Absolvent/innen der Pflegeausbildung zwischen 2022 und 2030&nbsp;</strong>ergibt sich – je nach Jahr – ein<strong>&nbsp;Mehrbedarf zwischen 1.810 und 4.280 Absolvent/innen</strong>,<strong>&nbsp;d. h. zwischen 35 und 90 Prozent!</strong></p>
				<p>&nbsp;</p>
				<p><strong>Es braucht einen Plan, Kraft und Mut – sowie das notwendige Budget!</strong></p>
				<p>Hilfswerk-Präsident Karas fordert nun endlich Taten, um dem Personalmangel beherzt entgegen zu treten: „Die Beschäftigten im Sektor haben sich – ebenso wie die pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörige – endlich eine Reform verdient. Die anstehenden Herausforderungen benötigen einen&nbsp;<strong>nationalen Kraftakt</strong>! Für die Personalfrage – die Schlüsselfrage der Pflegereform – brauchen wir einen klaren&nbsp;<strong>Plan&nbsp;</strong><strong>statt Blindflug und Stückwerk</strong>! Wir brauchen&nbsp;<strong>Kraft&nbsp;</strong><strong>statt Zögerlichkeiten und Kompetenzgerangel</strong>&nbsp;zwischen Bund und Ländern. Die Zielsteuerung zur Pflegereform muss endlich eingesetzt werden. Und wir brauchen&nbsp;<strong>Mut statt ewiger Beschönigungen</strong>. Das heißt klare Analysen, plausible Konzepte, konsequente Maßnahmen und ebenso realistische&nbsp;<strong>wie tragfähige Kostenpfade und Budgetpläne</strong>!“ Die 50 Millionen jährlich, die das Bundesbudget derzeit zusätzlich für drei Jahre ausweise, seien vom anzunehmenden Finanzierungserfordernis jedenfalls weit entfernt, so Karas.</p>
				 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1974</guid>
			<pubDate> Thu, 28 Oct 2021 08:13:02 +0200 </pubDate>
			<title>Versorgungskrise angekommen, Pflegereform überfällig! </title>
			<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/versorgungskrise-angekommen-pflegereform-ueberfaellig/ </link>
		 <description>Breite Allianz von Institutionen zeigt verheerende Effekte des Personalmangels auf und fordert Sofortmaßnahmen.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/Bilder/Presse/2021/Elisabet_Anselm_PK_Versorgungskrise_angekommen_29102021.jpg" length="167492" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
				<p><strong>Gesperrte Betten in Pflegeheimen, Wartelisten in der Hauskrankenpflege, geschlossene Stationen in Spitälern </strong><strong>–</strong><strong> während der dramatische Personalmangel im Pflegebereich bereits reale Versorgungsprobleme zeitigt, lässt die Pflegereform nach wie vor auf sich warten. Eine breite Allianz von Institutionen fordert nun mehr Tempo und politische Entscheidungen ein.</strong></p>
				<p>Schon vor dem Sommer hat sich ein ungewöhnlich breiter Zusammenschluss von Institutionen in einem Offenen Brief an die Bundesminister Mückstein, Kocher, Fassmann und Blümel, an den Bundeskanzler sowie den Vizekanzler und weitere zuständige Politiker/innen in Bund und Ländern gewandt. Vertreter/innen der größten Pflegeorganisationen Österreichs, der einschlägigen Arbeitgeber- und Arbeitnehmer/innenverbände und des Berufsverbandes forderten in diesem Brief einen qualifizierten Prozess und die zügige Umsetzung der längst überfälligen Pflegereform ein.</p>
				<p>„Der <strong>Personalmangel</strong> in der Pflege, dessen Behebung ein zentrales Thema der Reform sein muss, hat sich inzwischen weiter zugespitzt und hat dramatische Auswirkungen auf die <strong>Versorgungslage</strong> – sei es in Pflegeheimen, in der Hauskrankenpflege oder im Bereich der Spitäler“, sagt <strong>Markus Mattersberger, Präsident des Lebenswelt Heim Bundesverbandes</strong>. Die Allianz meldet sich daher nun wieder zu Wort. „Wir hatten in den letzten Monaten und Wochen einige gute Gespräche mit der Politik. Was nach wie vor <strong>fehlt</strong>, ist ein <strong>politischer Prozess</strong>, der die notwendigen Entscheidungen herbeiführt, konkrete Maßnahmen in einem stimmigen <strong>Gesamtplan</strong> fachlich und organisatorisch aufbereitet und in die Umsetzung bringt. Auch für die <strong>budgetäre Bedeckung</strong> der Reform muss gesorgt werden. Wir haben angesichts der verheerenden Lage keine Zeit mehr zu verlieren!“ warnt <strong>Elisabeth Anselm, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich</strong>.</p>
				<p><strong>Auswirkungen und Gründe der Versorgungskrise</strong></p>
				<p>„Wir haben mittlerweile in fast allen Bundesländern <strong>Anfragen von pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörigen</strong>, die wir auf Grund des Personalmangels <strong>vertrösten und auf Wartelisten setzen</strong> müssen. Dies gilt für den Bereich der Pflegeheime genauso wie für die&nbsp; ambulante Versorgung und da insbesondere für die Hauskrankenpflege“, sagt <strong>Michael Opriesnig, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes</strong>. Man komme daher nicht mehr umhin, &nbsp;von einer veritablen <strong>Versorgungskrise</strong> zu sprechen. <strong>Josef Zellhofer, Bundesvorsitzender Österreichischer Gewerkschaftsbund ARGE Fachgruppenvereinigung für Gesundheits- und Sozialberufe</strong>, weist auf die <strong>prekäre Gesamtlage</strong> hin: „Der Personalmangel betrifft alle Bereiche, in denen Pflegeleistungen erbracht werden. Obwohl wir uns in unserer Allianz schwerpunktmäßig mit der mobilen und stationären Langzeitpflege beschäftigen, beeinflusst der Mangel in den Gesundheitseinrichtungen die Altenpflege in doppelter Weise. Erstens kommt es zu einem höheren <strong>Entlassungsdruck aus den Krankenhäusern</strong>, zweitens bewegen sich Langzeitpflege- und Krankenhausbereich auf dem <strong>gleichen Personalmarkt</strong>.“</p>
				<p>„Wir machen seit Jahren auf die <strong>demographische Sondersituation</strong> aufgrund der geburtenstarken Jahrgänge ab 1939 aufmerksam“, erläutert <strong>Walter Marschitz, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Sozialwirtschaft Österreich</strong>, und fährt fort: „Diese Generationen werden nun pflegebedürftig und erzeugen massiven Bedarf – und die Situation wird nicht zuletzt vor dem Hintergrund der alternden Babyboomer der 60er-Jahre 30 Jahre anhalten!“ Zudem stünde der Sektor vor einer massiven <strong>Pensionierungswelle</strong>. <strong>Elisabeth Potzmann, Präsidentin Österreichischer Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes</strong>, weist auf einen weiteren problematischen Zusammenhang hin: „Die starke <strong>Belastung</strong><strong> während der Coronakrise</strong> hat Beschäftigte verstärkt bewogen, ihr <strong>Arbeitszeitausmaß zu reduzieren</strong>, einen <strong>früheren Pensionsantritt</strong> anzustreben oder überhaupt <strong>aus dem Beruf auszusteigen</strong>.“ Gleichzeitig hätten die <strong>Ausbildungskapazitäten</strong> in den letzten Jahren <strong>nicht mit dem Bedarf schrittgehalten</strong>.</p>
				<p><strong>Maßnahmen, die sofort ergriffen werden sollten</strong></p>
				<p><strong>Sandra Frauenberger, Geschäftsführerin Dachverbandes Wiener Sozialeinrichtungen</strong>, fordert eine <strong>Rückholinitiative für Berufsaussteiger/innen</strong>: „Das Gesundheitsberuferegister, in dem seit einigen Jahren alle ausgebildeten Pflegekräfte erfasst werden, zeigt, dass mehrere tausend Personen zwar entsprechend ausgebildet, jedoch nicht in der Pflege tätig sind. Die Politik möge Mittel bereitstellen, um diese Personen in einer Sonderaktion für einen Wiedereinstieg zu gewinnen.“</p>
				<p>„Wir müssen den Weg für Personen, die einen <strong>Umstieg in den Pflegeberuf</strong> erwägen, erleichtern und unterstützen“, meint <strong>Anja Eberharter, Sozialexpertin Alter und Pflege der Diakonie Österreich</strong>. Dazu gehöre eine gezielte Ausweitung des bereits bestehenden Fachkräftestipendiums und die Schaffung vergleichbarer Möglichkeiten für Interessierte, die nicht aus der Arbeitslosigkeit, sondern aus anderen Berufen kommen und neue Perspektiven in der Pflege und Betreuung suchen.</p>
				<p>Auf die Notwendigkeit, die <strong>Höher- und Weiterqualifizierung in den Pflege- und Betreuungsberufen</strong> zu unterstützen, weist <strong>Karin Abram, Leitung Soziales und Anwaltschaft bei der Caritas Österreich</strong>, hin: „Die Durchlässigkeit muss fachlich und finanziell gegeben und lebbar sein. Entwicklungsmöglichkeiten binden Menschen im Beruf und schaffen Perspektiven. Dazu braucht es aber auch die Übernahme der Ausbildungskosten und eine Sicherung des Lebensunterhaltes während der Zeit der Qualifizierung.“</p>
				<p><strong>Reinhard Waldhör, Vorsitzender der Gesundheitsgewerkschaft in der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst</strong>, drängt darauf, die Pilotversuche im Bereich der <strong>Berufsbildenden Höheren Schulen</strong> zügig <strong>in das Regelschulwesen zu übernehmen</strong>: „Wir müssen jungen Menschen anschlussfähige Ausbildungswege nach der Pflichtschule bieten. Und das möglichst unkompliziert und flächendeckend. Auch eine <strong>Aufstockung der Ausbildungsplätze in den Fachhochschulen</strong> und verstärkte regionale Kooperationen der Fachhochschulen mit den Schulen für Gesundheits- und Krankenpflege wären wichtig“, so Waldhör.</p>
				<p><strong>Teresa Millner-Kurzbauer, Fachbereichsleitung Pflege &amp; Betreuung bei der Volkshilfe Österreich,</strong> fordert die <strong>Übernahme der Ausbildungskosten und einen finanziellen Beitrag zum Lebensunterhalt in allen Ausbildungssettings</strong>. „Die Ausbildung darf nicht am Finanziellen scheitern, wenn Menschen sich für diese wichtigen Berufe interessieren. Die Unterstützung des Lebensunterhalts kann auch als Abgeltung der umfangreichen Praktika verstanden werden.“ Die <strong>Praktika</strong> seien insgesamt <strong>aufzuwerten</strong> und organisatorisch wie finanziell besser abzufedern.</p>
				<p><strong>Österreich muss dringend in die Pflege investieren!</strong></p>
				<p>Was die <strong>Finanzierung </strong>der Pflege in Österreich betrifft, ortet <strong>Silvia Rosoli, Abteilungsleiterin Gesundheitsberuferecht und Pflegepolitik in der Arbeiterkammer Wien</strong>, jedenfalls „<strong>Luft nach oben</strong>“: „7 Milliarden Euro werden in Österreich pro Jahr für Pflege und Betreuung ausgegeben, 5,6 Milliarden davon von der öffentlichen Hand. Diese Summen zeigen, dass sich der erforderliche Investitionsbedarf für die notwendigen Maßnahmen auch in entsprechenden Größenordnungen bewegen muss. Diese Herausforderung ist machbar. Im OECD-Vergleich liegt Österreich mit 1,5% des BIP für die Langzeitpflege lediglich im Mittelfeld. Die Niederlande wenden rund 4% des BIP auf, Deutschland immerhin über 2%.“ Die <strong>Mittel</strong> seien<strong> in der Langzeitpflege außerdem gut eingesetzt</strong>, weil es notwendige Hilfe für pflegebedürftige Menschen gewährleiste, sichere und sinnvolle Arbeitsplätze schaffe, regionale Wirtschaftskreisläufe stärke und jeder investierte Euro über Steuern und Sozialversicherungsbeiträge zu <strong>70% wieder in öffentliche Budgets zurückfließe</strong>.</p>
				<p><strong>Pflegegipfel und adäquater Prozess gefordert</strong></p>
				<p>Die Allianz erwarte sich einen <strong>strukturierten, zielgerichteten Prozess</strong> unter ernsthafter Einbindung der relevanten in diesem Thema verantwortlich tätigen Stakeholder. Vorgeschlagen wird ein Pflegegipfel bzw. eine Zielsteuerung mit den verantwortlichen Politiker/innen auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene, mit Expert/innen und Systempartner/innen. Dabei sollen Schwerpunktsetzungen sowie Priorisierungen vorgenommen werden, Arbeitsaufträge und Arbeitspakete vereinbart und ein Stufenplan für die Umsetzung entwickelt werden.</p>
				<p>„Es ist höchst an der Zeit, umgehend und ernsthaft die Weichen für eine gute Zukunft der Pflege in Österreich zu stellen! Wir sind dabei! Und wir werden uns nicht länger hinhalten lassen“, so die abschließenden Worte der Vertreter/innen der Partnerorganisationen.</p>
				<p>&nbsp;</p>
				<p>&nbsp;</p>
				 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1944</guid>
			<pubDate> Fri, 10 Sep 2021 12:22:48 +0200 </pubDate>
			<title>Hilfswerk-Präsident Karas: „1 Million pflegende Angehörige warten auf Pflegereform!“</title>
			<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-praesident-karas-1-million-pflegende-angehoerige-warten-auf-pflegereform/ </link>
		 <description>Zum Tag der pflegenden Angehörigen am 13. September erinnert das Hilfswerk an deren Bedeutung für das heimische Pflegesystem, macht auf Belastungen pflegender Angehöriger aufmerksam und fordert konkrete Maßnahmen zur Unterstützung.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/_processed_/f/a/csm_OK_Portrait_im_EP_Querformat__c__Martin_Lahousse_2d9edfae73.jpg" length="540154" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
				<p>Jahr für Jahr wird am 13. September der „<strong>Tag der pflegenden Angehörigen</strong>“ begangen. Für das <strong>Hilfswerk</strong> Grund genug, das öffentliche Interesse auf jene <strong>knapp eine Million Menschen</strong> zu lenken, die tagtäglich Außergewöhnliches leisten. „Pflegende Angehörige sind in Wahrheit das <strong>Rückgrat des österreichischen Pflegesystems</strong>. <strong>38,5 Prozent aller Pflegegeldbezieher/innen </strong>werden ausschließ­lich informell, also in den meisten Fällen<strong> von Angehörigen betreut</strong>“, unterstreicht <strong>Othmar Karas, Präsident des Hilfswerk Österreich</strong>, die Bedeutung pflegender Angehöriger. Über 30 Prozent der Haushalte, in welchen Pflegegeldbezieher/innen leben, nutzen zusätzlich mobile Dienste wie Haus­krankenpflege und Heimhilfe, etwas über 5 Prozent greifen auf eine 24-Stunden-Betreuung zurück. </p>
				<p><strong>Wer sind pflegende Angehörige und was belastet sie?</strong> </p>
				<p>Immer mehr Menschen werden hochaltrig, die <strong>Wahrscheinlichkeit einer Pflegebedürftigkeit steigt</strong>. Die Phase der Unterstützungs- und Pflegebedürftigkeit wurde in den vergangenen Jahren signifikant länger, während die Zahl der Angehörigen in der nächsten Generation abnimmt. Auch der Wandel der Lebensumstände, wie beispielsweise die gestiegene Arbeits- und Wohnortmobilität, verändert Familien. „Dennoch sind <strong>pflegende Angehörige aktuell der größte Pflegedienst Österreichs</strong> und werden <strong>auch künftig eine zentrale Funktion</strong> erfüllen. Man darf sie aber nicht mit der Last der Pflege und Betreuung überfordern“, meint Karas. </p>
				<p>Die Hälfte der pflegenden Angehörigen in Österreich ist über 60, <strong>ein Viertel bereits über 70 Jahre alt</strong>. In mehr als der Hälfte aller Fälle liegt die informelle Pflege in Händen der/des Ehe- oder Lebenspartners/in. Über 60 Prozent der pflegenden Angehörigen wohnen mit der gepflegten Person im gleichen Haushalt, von den restlichen 40 Prozent leben fast zwei Drittel in einer Fahrdistanz von maximal 15 Minuten, die Hälfte von ihnen ist täglich am Ort der Pflege. Rund 50 Prozent meinen, „rund um die Uhr verfügbar“ sein zu müssen. Wenn sie Menschen mit einer demenziellen Beeinträchtigung pflegen, haben sogar 58 Prozent der Angehörigen dieses Gefühl. 30 Prozent der pflegenden Angehörigen geben an, dass<strong> </strong>ihre<strong> (psychische oder physische)</strong> <strong>Gesundheit unter der Pflege- und Betreuungsaufgabe leidet</strong>, für rund die Hälfte ist die zeitliche Belastung groß, vor allem für teilzeitbeschäftigte Angehörige. Pflegende Angehörige fühlen sich oft allein gelassen, knapp 30 Prozent auch finanziell stark belastet. (Sämtliche Zahlen stammen aus dem Bericht „Angehörigenpflege in Österreich“ des BMASGK, 2018.) </p>
				<p><strong>Was brauchen pflegende Angehörige und welche Maßnahmen sind notwendig?</strong> </p>
				<p>Pflegende Angehörige brauchen laut Hilfswerk vor allem mehr bedarfsgerechte Entlastung und Unterstützung sowie eine bessere soziale Einbindung und Absicherung.</p>
				<p>Konkret fordert das Hilfswerk die Schaffung von Rahmenbedingungen für:</p>
				<ol>
					<li><strong>mehr effektive</strong> <strong>Entlastung</strong> sowie <strong>bedarfsgerechtere und leistbare Angebote zur Unterstützung </strong><strong>durch professionelle Dienste </strong>(z. B. mobile Dienste); unbürokratische, flexible Angebote zur <strong>mehrstündigen Tagesbetreuung zu Hause </strong>(was etwa für Angehörige demenziell beeinträchtigter Menschen hoch relevant wäre) <br><br></li>
					<li><strong>niederschwellige, kostenlose und wohnortnahe (!!!) Information, Beratung, Orientierung und Unterstützung</strong>,<strong> </strong>direkt in der Wohngemeinde bzw. in den eigenen vier Wänden, durch regional tätige, bewährte und vernetzte Träger in der Pflege und Betreuung<br><br> </li>
					<li>eine <strong>bessere sozialversicherungsrechtliche Absicherung </strong>pflegender Angehöriger durch angepasste Zugangsvoraussetzungen zu<strong> Pensions- und Krankenversicherung </strong>sowie eine<strong> adäquate Anrechenbarkeit (!) von Pflegezeiten</strong>, selbiges gilt für Pflegekarenz und Pflegeteilzeit <br><br></li>
					<li>mehr <strong>finanziellen Spielraum </strong>durch <strong>mehr Fairness beim Pflegegeld</strong>: Die <strong>Begutachtungspraxis</strong> zum Pflegegeld muss verbessert werden, aktuell wird mehr als 50 Prozent der Klagen gegen die Einstufung stattgegeben. Zur Vermeidung von Fehlern (z. B. durch überfordernde Fragestellungen, nicht ausreichende Vorbereitung oder schambedingte Beschönigung der Pflegebedürftigkeit) bedarf es einer <strong>professionellen Unterstützung und Begleitung</strong> zu Hause lebender Betroffener und Angehöriger im Begutachtungsverfahren. Zudem fordert das Hilfswerk einen adäquaten Bonus für die Pflege zu Hause.</li>
				</ol>
				<p>„Vor uns liegen zahlreiche Handlungsfelder, die rasch angepackt werden müssen, wenn wir eine menschenwürdige Pflege in Österreich sicherstellen wollen“, sagt Karas. „Wir brauchen endlich eine <strong>intelligente und beherzte Pflegereform</strong>. Und die ist <strong>nur im Miteinander von Bund UND Ländern</strong> umsetzbar, aber sicher nicht, wenn ein Player erste Reihe fußfrei zusieht, was der andere zuwege bringt. Die pflegebedürftigen Menschen in diesem Land und ihre Angehörigen haben sich ein <strong>Ende des Stillstands</strong> verdient“, so der Hilfswerk-Präsident abschließend.<strong> <br></strong> </p>
				<p>&nbsp;</p>
				<p><strong>Hilfswerk-Hotline für pflegende Angehörige <br></strong> </p>
				<p>Wer in Krisensituationen schnell hilft, hilft doppelt. Deshalb gibt es die <strong>Hilfswerk</strong> <strong>Hotline für pflegende Angehörige</strong>.<strong> </strong>Sie<strong> </strong>steht allen offen, die in ihrem Alltag an ihre Belastungsgrenzen stoßen: unter <strong>0800 640&nbsp;660</strong>, von Montag bis Donnerstag von 9:00 bis 16:00 Uhr, Freitag von 8:00 bis 12:00 Uhr – <strong>gebührenfrei</strong> <strong>aus ganz Österreich</strong>. Qualifizierte Fachkräfte informieren über Entlastungsoptionen durch Pflege- und Betreuungsdienste, beraten bei Einsamkeit und Isolation, bei seelischer oder emotionaler Not, Überforderung und Krankheit, im Hinblick auf finanzielle Schwierigkeiten oder bei Fragen zu Pflege und Betreuung. Sie helfen Ratsuchenden, rasch und unkompliziert Unterstützung zu finden.</p>
				 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1935</guid>
			<pubDate> Wed, 25 Aug 2021 08:00:24 +0200 </pubDate>
			<title>Hilfswerk: Neue Betreuungs- und Unterstützungsangebote für Senioren und pflegende Angehörige </title>
			<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-neue-betreuungs-und-unterstuetzungsangebote-fuer-senioren-und-pflegende-angehoerige/ </link>
		 <description>Maßnahmen zur Förderung körperlicher und psychischer Gesundheit, gegen Einsamkeit, Isolation und Altersarmut.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/Bilder/Fotopool/Pflege-Betreuung/Seniorenportraits/2181_2019-senioren.jpg" length="3866428" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
				<p>Eine Förderung des Sozialministeriums für Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Folgen macht’s möglich: Das Hilfswerk Österreich und mehrere Hilfswerk-Landesorganisationen erweitern ab sofort ihre <strong>Angebotspalette für Seniorinnen und Senioren sowie pflegende Angehörige</strong> aus. Ältere, gebrechliche und/oder pflegebedürftige Menschen sowie deren Angehörige stehen im Fokus. Ziel der Maßnahmen ist, die durch Corona verstärkte <strong>Vereinsamung und Isolation</strong> dieser Personengruppen zu <strong>durchbrechen</strong>, ihre <strong>Gesundheit</strong> zu <strong>fördern</strong> und <strong>Altersarmut</strong> zu <strong>bekämpfen</strong>.</p>
				<p>„Wir beobachten, dass der Rückzug aus zwischenmenschlichen Kontakten zum Schutz vor einer Covid-19-Ansteckung ältere pflegebedürftige Menschen noch <strong>vulnerabler gemacht</strong> und körperliche sowie kognitive Abbauprozesse verstärkt hat. Das lässt ihre <strong>Selbsthilfekräfte schwinden</strong> und schwächt ihren Lebenswillen. Menschen in sozial prekären Lagen sind besonders betroffen“, erläutert Mag. <strong>Sabine Maunz</strong>, fachliche Leitung Pflege und Betreuung im Hilfswerk Österreich. Reizarmut, Einsamkeit und Eintönigkeit hätten, so Maunz, die <strong>psychische Verfassung</strong> dieser Personengruppe <strong>beeinträchtigt</strong>. Betroffene litten zwar unter dieser Situation, hätten aber gleichzeitig zu wenig Antrieb und Kraft, um von sich aus Hilfe zu suchen und Beratungsangebote zu nutzen.</p>
				<p>„Die Covid-Krise hat bei manchen hochbetagten Personen auch zu <strong>spürbaren wirtschaftlichen Einbußen</strong> geführt. Für viele unserer Kundinnen und Kunden ist die bisherige <strong>Unterstützung durch An- und Zugehörige teilweise oder zur Gänze weggefallen</strong>. Wir sehen eine schleichende, bisweilen akute Armutsgefährdung in dieser Zielgruppe. Betroffen sind nicht nur pflegebedürftige Menschen. Auch Familienangehörige, die infolge der Krise an ihre Belastungsgrenzen geraten, wenden sich hilfesuchend an das Hilfswerk“, so Maunz.</p>
				<p>Das Hilfswerk etabliert deshalb in mehreren Bundesländern <strong>maßgeschneiderte Unterstützungs­angebote</strong>, um die negativen Folgen der Pandemie aufzufangen. Ältere Menschen werden individuell angesprochen und mittels professioneller „<strong>Anfangsbegleitung</strong>“ wieder an <strong>soziale Kontakte</strong> herangeführt. „Der Weg aus der Isolation ist für viele ältere Menschen und deren pflegende Angehörige nur mithilfe fachlich-professioneller Unterstützung möglich, insbesondere wenn es in sozial prekären Lagen an eigenen Möglichkeiten fehlt“, ist Sabine Maunz überzeugt.&nbsp;</p>
				<p><strong>Entlastung und Hilfsangebote für pflegende Angehörige</strong></p>
				<p>Ins Zentrum seiner Maßnahmen rückt das Hilfswerk auch die Gruppe der <strong>pflegenden Angehörigen</strong>. Schon vor der Pandemie litten diese unter einer hohen psycho-emotionalen Belastung. Infolge der Corona-Pandemie waren spezifische Entlastungsangebote wie Tagesstätten für Seniorinnen und Senioren oder Angehörigengruppen längere Zeit geschlossen oder nur eingeschränkt nutzbar. Das verstärkte die belastende Situation pflegender Angehöriger und begünstigte das <strong>Aufkommen</strong> von <strong>Depressionen</strong>,<strong> Schlafstörungen </strong>und<strong> Sinnfragen</strong>. „Psychosoziale Beratung, Entlastungsgespräche, Konfliktlösungsberatung, begleitete Gruppenangebote und Fortbildungen sind für pflegende Angehörige heute wichtiger denn je“, meint Sabine Maunz.&nbsp;</p>
				<p><strong>Hilfswerk Hotline für pflegende Angehörige aus ganz Österreich</strong></p>
				<p>Pflegenden Angehörigen, die in ihrem Alltag an ihre Belastungsgrenzen stoßen, steht die <strong>Hilfswerk Hotline für pflegende Angehörige</strong> offen: unter <strong>0800 640&nbsp;660</strong>, von Montag bis Donnerstag von 9:00 bis 16:00 Uhr, Freitag von 8:00 bis 12:00 Uhr – <strong>gebührenfrei</strong> aus ganz Österreich. Qualifizierte Fachkräfte beraten bei Einsamkeit und Isolation, bei seelischer oder emotionaler Not, Überforderung und Krankheit, im Hinblick auf finanzielle Schwierigkeiten oder bei Fragen zu Pflege und Betreuung. Sie helfen Ratsuchenden, rasch und unkompliziert Unterstützung zu finden.&nbsp;</p>
				<p><strong>Förderung durch das Sozialministerium</strong></p>
				<p>Die Maßnahmen des Hilfswerks werden aus Mitteln des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK) gefördert: Das BMSGPK unterstützt im Jahr 2021 Projekte gemeinnütziger Organisationen zur Abfederung der negativen sozialen und armutsrelevanten Auswirkungen der COVID-19 Pandemie auf vulnerable Personengruppen. Anlass dafür waren die negativen Auswirkungen der COVID-19 Pandemie auf armuts- oder ausgrenzungs­gefährdete Personen sowie auf bestehende Unterstützungsstrukturen für diese Zielgruppe.</p>
				<hr>
				<h4><strong>Aktuelle Angebote der Hilfswerk-Landesverbände für Seniorinnen und Senioren</strong></h4>
				<p>&nbsp;</p>
				<h4><strong>Hilfswerk Kärnten</strong></h4>
				<p><strong>Spaziergänge gegen Einsamkeit</strong></p>
				<p>Das Hilfswerk Kärnten organisiert professionell begleitete Spaziergänge in vertrauter Umgebung vor Ort. Auf diese Weise stärken und verbessern Seniorinnen und Senioren nicht nur ihre körperliche, sondern auch ihre seelische Gesundheit sowie Ihre Zuversicht</p>
				<p><strong>Hilfe bei schweren Krisen</strong></p>
				<p>Ältere, von Einsamkeit oder Armut geplagte Menschen finden Unterstützung dank aufsuchender psychosozialer Beratung, Betreuung und therapeutischer Begleitung durch Psychotherapeut/innen des Hilfswerk Kärnten.</p>
				<p>Weitere Informationen: &lt;link kaernten/&gt;https://www.hilfswerk.at/kaernten/&lt;/link&gt;</p>
				<hr>
				<h4><strong>Hilfswerk Salzburg</strong></h4>
				<p><strong>Krankenhausbegleitdienst</strong></p>
				<p>Das Hilfswerk Salzburg begleitet ältere Menschen, die nicht über die finanziellen Mittel oder die Unterstützung durch Angehörige verfügen, zu Untersuchungen und Behandlungen im Krankenhaus.</p>
				<p><strong>Tagesbesuche in Tageszentren</strong></p>
				<p>Einsame ältere Menschen sind eingeladen, tagsüber die Senioren-Tageszentren des Hilfswerk Salzburg zu besuchen. Ein kostenloser Fahrtendienst holt Sie von zu Hause ab, bringt Sie ins Tageszentrum und fährt sie nach ihrem Besuch wieder nach Hause.</p>
				<p><strong>Psychosoziale Begleitung pflegender Angehöriger</strong></p>
				<p>In Kleingruppen tauschen sich pflegende Angehörige aus, erweitern Ihr Wissen im Umgang mit der Situation, finden zu mehr Selbstbestimmtheit und schöpfen neue Kraft und Zuversicht.</p>
				<p>Weitere Informationen: <a href="http://www.hilfswerk.at/salzburg" target="_blank">www.hilfswerk.at/salzburg</a> oder 0662 / 43 47 02</p>
				<hr>
				<h4><strong>Hilfswerk Steiermark</strong></h4>
				<p><strong>Psychiatrische Beratung und psychosoziale Betreuung</strong></p>
				<p>Psychotherapeut/innen helfen Seniorinnen und Senioren, seelische Not zu lindern und ein selbstbestimmtes Leben in vertrauter Umgebung zu verwirklichen. Pflegende Angehörige erfahren Entlastung im Umgang mit der vielfach schwierigen und belastenden Situation.&nbsp;</p>
				<p>Weitere Informationen: &lt;link steiermark/psychosoziale-dienste/seniorinnen-und-senioren/sopha-sozialpsychiatrische-hilfe-im-alter/&gt;https://www.hilfswerk.at/steiermark/psychosoziale-dienste/seniorinnen-und-senioren/sopha-sozialpsychiatrische-hilfe-im-alter/&lt;/link&gt;</p>
				<hr>
				<h4><strong>Hilfswerk Wien</strong></h4>
				<p><strong>Muskuläres Aufbautraining und Ernährungsberatung zu Hause</strong></p>
				<p>Freiwillige, fachlich geschulte Mitarbeiter/innen besuchen Seniorinnen und Senioren ein- bis zweimal pro Woche zu Hause, führen mit ihnen individuell angepasste Kraftübungen durch, beraten und motivieren sie zu richtiger Ernährung. Der regelmäßige Kontakt stärkt den Körper sowie das innere Gleichgewicht und wirkt Einsamkeitsgefühlen entgegen.</p>
				<p>Weitere Informationen: <a href="http://www.gesund-fuers-leben.at/" target="_blank" rel="noreferrer">www.gesund-fuers-leben.at</a></p>
				<p><strong>Gesundheitsberatung „JETZT“</strong></p>
				<p>Im Rahmen persönlicher Beratungen – telefonisch oder vor Ort – erfahren Seniorinnen und Senioren, was sie für Ihre Gesundheit tun können. Beim Gesundheitsplausch (online oder telefonisch), der viermal im Monat stattfindet, tauschen sie sich in der Gruppe mit einer diplomierten Pflegefachperson zu Gesundheitsthemen aus.&nbsp;</p>
				<p>Weitere Informationen und Anmeldung:</p>
				<p>Wiener Hilfswerk, Nachbarschaftszentrum 3 – Landstraße, Barichgasse 8, 1030 Wien</p>
				<p>T: +43 1 512 36 61-3250 | <a href="javascript:linkTo_UnCryptMailto(%27ocknvq%2Cpb5Bykgpgt0jknhuygtm0cv%27);">nz3(at)wiener.hilfswerk.at</a></p>
				<p>&nbsp;</p>
				<p>Die Gesundheitsberatung „JETZT“ für ältere Menschen ist ein Projekt in Kooperation mit den Nachbarschaftszentren. Die Nachbarschaftszentren werden gefördert von der Stadt Wien.</p>
				 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1927</guid>
			<pubDate> Mon, 09 Aug 2021 10:56:48 +0200 </pubDate>
			<title>Hilfswerk: Trauer um Günther Kräuter </title>
			<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-trauer-um-guenther-kraeuter/ </link>
		 <description>Präsident Karas würdigt die Verdienste des ehemaligen Volksanwaltes für Soziales, Pflege und Gesundheit</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/Bilder/HWOE/Karas/Web_Slider_Karas-Corona_gespiegelt_ohne-Text.png" length="717183" type="image/png" /> <content:encoded> <![CDATA[
				<p>Das Hilfswerk Österreich ist betroffen vom tragischen Tod des ehemaligen Nationalratsabgeordneten und Volksanwalts Günther Kräuter. „In seiner Zeit als Volksanwalt für Soziales, Pflege und Gesundheit hat Günther Kräuter vielen Bürgerinnen und Bürger wichtige Hilfestellungen in zentralen Lebensfragen gegeben“, so Othmar Karas, Präsident des Hilfswerk Österreich. „Sein Tod geht uns sehr nahe, und wir möchten seinen Angehörigen und Freunden unser tiefstes Beileid aussprechen.“</p>
				<p>1991 bis 2013 war Günther Kräuter Abgeordneter zum Nationalrat der SPÖ und von 2013 bis 2019 Volksanwalt, zuständig für die Bereiche Soziales, Pflege, Gesundheit, Jugend und Familie.&nbsp;</p>
				 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1992</guid>
			<pubDate> Fri, 23 Jul 2021 11:00:00 +0200 </pubDate>
			<title>Offener Brief zur Pflegereform</title>
			<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/offener-brief-zur-pflegereform/ </link>
		 <description>In einem offenen Brief fordert das Hilfswerk zusammen mit der Motivallianz Pflege die Regierung dazu auf, die Pflegereform endlich in Angriff zu nehmen.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/Bilder/Presse/2021/Screenshot_ZIB2.JPG" length="135746" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
				<h3><strong>Der Brief im Wortlaut</strong></h3>
				<p>&nbsp;</p>
				<p>Sehr geehrte Damen und Herren,</p>
				<p>in den letzten 15 Jahren wurden in Österreich mehrere Anläufe zu einer <strong>Pflegereform</strong> unternommen, <strong>herausgekommen ist dabei aber bisher wenig</strong>. Auch der im letzten Sommer begonnene Diskussionsprozess ist über ein engagiertes Brainstorming nicht hinausgekommen.</p>
				<p>Die Pandemie hat gezeigt, dass das österreichische Pflegesystem mit seinen Akteuren in der Lage ist, auch in einer derartigen Krise die <strong>Versorgung sicherzustellen</strong>. Der <strong>Preis</strong> dafür ist jedoch <strong>hoch</strong>. Zahlreiche Umfragen belegen, dass Gesundheits- und Betreuungspersonal weit über seine Grenzen hinaus belastet ist und viele Beschäftigte erwägen, aus dem Beruf auszusteigen. Das verschärft den Personalnotstand massiv, erhöht den Druck auf die MitarbeiterInnen und gefährdet die Versorgung der Menschen mit Betreuungs- und Pflegeleistungen noch weiter.</p>
				<p><strong>Eine adäquate Versorgung ist ohne entschlossene Maßnahmen in Zukunft nicht aufrecht zu erhalten!</strong></p>
				<p>Es kann nicht sein, dass das Thema Pflege nur in der Krise Beachtung findet und dann wieder aus dem politischen Diskurs verschwindet. Die MitarbeiterInnen in diesem Bereich, die beteiligten Organisationen und insbesondere die Betroffenen und ihre Angehörigen <strong>haben es sich verdient, dass man sich dieses Themas seitens der politisch Verantwortlichen endlich ernsthaft annimmt</strong> und Herausforderungen, die nicht erst in der fernen Zukunft liegen, sondern schon akut bestehen, beherzt und kraftvoll in Angriff nimmt.</p>
				<ul>
					<li>Wir erwarten uns daher einen <strong>strukturierten, zielgerichteten (!) Prozess</strong> unter ernsthafter und nicht bloß oberflächlicher Einbindung der wichtigsten in diesem Thema verantwortlich tätigen Stakeholder. Dabei soll es um gemeinsame zielorientierte Arbeit an Lösungen gehen und weniger darum, über Beteiligungsplattformen ungeordnet Ideen einzuspeisen.</li>
					<li>Wir fordern eine <strong>sachgerechte Schwerpunktsetzung und plausible Priorisierung</strong>. Auf Basis der Sichtung der Lösungsvorschläge und des vorhandenen Materials soll die Definition von Arbeitspaketen erfolgen, um die wichtigsten Vorhaben rasch in Umsetzung bringen zu können.</li>
					<li>Wir schlagen einen <strong>Pflegegipfel</strong> vor, der nicht mit einer Pressekonferenz beginnt, sondern dessen Ergebnisse nach seinem Stattfinden verkündet werden, bei dem Schwerpunkte festgelegt, Priorisierungen vorgenommen, Arbeitsaufträge vereinbart und ein Stufenplan für die Umsetzung entwickelt wird.</li>
					 </ul>
				<p>&nbsp;</p>
				<p>Der <strong>größte und dringlichste Handlungsbedarf</strong> besteht in der<strong> Gewinnung und Bindung von ausreichend qualifiziertem Personal,</strong> um einerseits eine adäquate flächendeckende Versorgung sicherzustellen zu können und andererseits die Belastungen für die in diesem Bereich tätigen MitarbeiterInnen nicht über das Maß anderer Berufsgruppen hinauswachsen zu lassen.</p>
				<p>Da es einen <strong>jahrelangen Vorlauf</strong> gibt, bis sich Maßnahmen im Ausbildungsbereich in einer höheren Zahl von Fachkräften niederschlagen, <strong>können wir nicht weiter warten. </strong>Wir müssen die <strong>Weichen jetzt stellen! </strong>Es gilt, umgehend kurz- und mittelfristig wirksame Maßnahmen zur Gewinnung und Bindung von Personal zu setzen, ebenso wie längerfristige, die es gewährleisten, dass wir die demographische Herausforderung, die sich bis zum Erreichen der Pflegebedürftigkeit der Babyboomer Generation der Sechzigerjahre ständig verschärfen wird, meistern können.</p>
				<p>Außerdem muss die <strong>Versorgungslandschaft intelligent weiterentwickelt </strong>und die <strong>Finanzierung</strong> der Betreuung und Pflege in Österreich<strong> nachhaltig sichergestellt werden</strong>.</p>
				<p>Wir sind bereit, bei diesen Fragen unsere <strong>Expertise einzubringen</strong> und unseren <strong>Beitrag zur Lösung</strong> dieser wichtigen gesellschaftlichen Zukunftsfrage zu leisten. Als nächsten Schritt schlagen wir daher einen gemeinsamen Termin mit den verantwortlichen Ressortministern sowie die Behandlung dieser Frage bei der Landeshauptleutekonferenz bzw. der Tagung der Landessozial- und Gesundheitsreferenten vor.</p>
				<p><strong>Wir können es im Lichte der Verantwortung für unsere MitarbeiterInnen, KollegInnen und Mitglieder, aber auch für die Menschen, die von uns betreut und gepflegt werden, nicht weiter hinnehmen, ständig vertröstet zu werden. </strong>Ja, es hat im letzten Jahr eine Pandemie gegeben. Aber es hat diese Pandemie nicht in den letzten 15 Jahre gegeben! Es ist höchst an der Zeit, umgehend und ernsthaft die Weichen für eine gute Zukunft der Pflege in Österreich zu stellen! Wir sind dabei! Und wir werden uns nicht länger hinhalten lassen.</p>
				<p>&nbsp;</p>
				<h3><strong>Die Unterzeichnenden Organisationen&nbsp;</strong></h3>
				<p>&nbsp;</p>
				<p>Lebenswelt Heim – Bundesverband | Österreichischer Gesundheits- und Krankenpflegeverband | AK Wien - Gesundheitsberuferecht und Pflegepolitik | ÖGB ARGE Fachgruppenvereinigung für Gesundheits- und Sozialberufe | Gesundheitsgewerkschaft (GÖD) | Sozialwirtschaft Österreich | Dachverband Wiener Sozialeinrichtungen | Caritas Österreich | Diakonie Österreich | Hilfswerk Österreich&nbsp; | Österreichisches Rotes Kreuz | Volkshilfe Österreich&nbsp;&nbsp;</p>
				 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1915</guid>
			<pubDate> Wed, 14 Jul 2021 07:08:22 +0200 </pubDate>
			<title>Pflegereform auf Abwegen?</title>
			<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/pflegereform-auf-abwegen/ </link>
		 <description>Jahrelanger Reformstau und aktueller Stillstand in Schlüsselfragen der Pflege erzeugen unbemerkt aberwitzige Selbstläufer.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/_processed_/8/5/csm_othmar-karas-pk-pflegereform-auf-abwegen-1._8cf6ff39f8.jpg" length="2185443" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
				<p><strong>Heute vor genau einem Jahr hat der damalige Sozialminister Rudi Anschober die Pflegereform lanciert. Konkret passiert ist bisher wenig. Nicht nur die entscheidende Kernfrage des Personals, auch weitere Schlüsselthemen bleiben unberührt: die bessere Unterstützung pflegender Angehöriger, der bedarfsgerechte Ausbau der mobilen Dienste und die Mängelbeseitigung im Pflegegeldsystem. Dieser Stillstand erzeugt aberwitzige Selbstläufer. So plädieren Regierungsprogramm und politische Verantwortungsträger in Bund und Ländern beispielsweise für eine Stärkung der Pflege und Betreuung zu Hause, während Österreichs Pflegesystem nachweislich in die Gegenrichtung steuert.</strong> </p>
				<p>Am 16. Juli 2020 ließ der damalige Sozial- und Pflegeminister Rudi Anschober mit einer OTS-Aussendung aufhorchen: „Heute beginnt die Pflegereform.“ Ein Blick auf die vergangenen zwölf Monate zeigt indessen: „Der Reformwind ist inzwischen kaum mehr als ein laues Lüftchen, die eingesetzte Taskforce Pflege entpuppt sich zunehmend als Taskfarce“, sagt <strong>Othmar Karas</strong>, Präsident des Hilfswerk Österreich.</p>
				<p>Das sei <strong>vor allem bei der</strong> <strong>Personalproblematik</strong>, der Causa prima der Pflegereform, drastisch spürbar. Othmar Karas: „Hier fehlt nach wie vor ein Masterplan, es gibt noch immer viel zu wenige Ausbildungsmöglichkeiten, und jede Verschleppung verhindert, dass rechtzeitig neue Pflegekräfte in den Beruf eintreten. Wir müssen die Versorgungssicherheit gewährleisten. Es darf nicht so weit kommen, dass Pflegedienstleister in manchen Gegenden Österreichs gezwungen sind, Anfragen Pflegebedürftiger aus Personalgründen abzuweisen.“ Neben der Personalfrage gebe es eine <strong>Vielzahl weiterer brach liegender Aufgaben.</strong> „Darunter leiden vor allem die Menschen, die zu Hause betreut und gepflegt werden, und ihre Angehörigen“, so Karas. Das Hilfswerk nimmt deshalb einige der Reformbaustellen genauer unter die Lupe:</p>
				<p><strong>Stärkung der Pflege und Betreuung zu Hause</strong> </p>
				<p>[Siehe die Grafiken zum Download am Ende der Seite]</p>
				<p>2011 bis 2015 galt das Paradigma „mobil vor stationär“. Die mobile Pflege wuchs stärker als stationäre Einrichtungen. Dieser Trend verkehrte sich ab 2016 ins Gegenteil: Inzwischen ist allein der Ausgabenzuwachs (!) in der stationären Pflege größer als die Gesamtausgaben im mobilen Sektor (822 Mio. Euro gegenüber 669 Mio. Euro in den Jahren 2016 bis 2019). Die Abschaffung des Pflegeregresses für stationäre Einrichtungen im Jahr 2018 sorgt hier für zusätzlichen Schub. Die <strong>Kosten pro betreuter Person und Jahr</strong> zeigen deutlich, wie <strong>fatal diese Entwicklung volkswirtschaftlich</strong> ist: Über 35.000 Euro für die stationäre Pflege stehen knapp 4.400 Euro für die Versorgung mit Hauskrankenpflege und Heimhilfe gegenüber. Stationär gepflegt wurden in Österreich 2019 rund 96.000 Personen, mobil etwa 153.000 Personen.</p>
				<p>Ein Turnaround dieser Entwicklung würde nach einer WIFO-Studie aus dem Jahr 2019 positive Effekte zeitigen. „Wer in den bedarfsgerechten Ausbau der Versorgung zu Hause investiert, drosselt das Tempo des wachsenden Personalbedarfs, senkt die Pflege- und Betreuungskosten und gewährleistet Versorgungssicherheit“, erläutert Hilfswerk-Geschäftsführerin <strong>Elisabeth Anselm</strong>. Sie verweist auf das <strong>Beispiel Dänemarks</strong>, wo seit 1987 keine Pflegeheime mehr gebaut werden. Stattdessen bekommen alle Einwohner/innen ab 75 Jahren präventive Hausbesuche, den Senior/innen wird ein breites Angebot an Alltagsunterstützung zu Hause geboten sowie ausreichend Seniorenwohnungen und Pflegewohnungen. Pflegebedürftige Menschen haben Anspruch auf Heimhilfe bis zu sechs Stunden täglich sowie auf ergänzende Hauskrankenpflege. „Ein Turnaround ist auch in Österreich machbar, wenn alle Gebietskörperschaften an einem Strang ziehen. Das wäre nicht nur volkswirtschaftlich sinnvoll, es würde vor allem dem Wunsch der überwältigenden Mehrheit der Betroffenen und Angehörigen entsprechen“, so Anselm.</p>
				<p><strong>Bedarfsgerechte Unterstützung pflegender Angehöriger</strong> </p>
				<p>Pflegende Angehörige sind DIE tragende Säule der Langzeitpflege in Österreich. Rund <strong>1 Million Menschen</strong> sind hierzulande in die Pflege und Betreuung einer angehörigen Person involviert oder nehmen diese Aufgabe alleine wahr. Wie anspruchsvoll diese Tätigkeit ist, zeigt eine Befragung des Sozialministeriums aus dem Jahr 2018: 30 Prozent der pflegenden Angehörigen geben an, dass ihre (psychische und/oder physische) Gesundheit darunter leidet, für rund die Hälfte ist die zeitliche Belastung groß bis sehr groß. Dies gilt vor allem für teilzeitbeschäftigte Angehörige. Pflegende Angehörige fühlen sich oft allein gelassen, knapp 30 Prozent auch finanziell stark belastet.</p>
				<p>Vor diesem Hintergrund scheint die <strong>Anstellung pflegender Angehöriger</strong> verlockend.&nbsp;Dabei ist jedoch zu bedenken, dass diese Option Betroffenen im Pensionsalter gar nichts bringt.&nbsp;Für lediglich einen Drittel der Angehörigen könnte eine Anstellung bei Interesse theoretisch von Belang sein, eröffnet jedoch eine Fülle von Diskrepanzen – etwa betreffend das Arbeitsrecht, insbesondere die Arbeitszeitgesetzgebung. Das Zusammenleben mit einer/m pflegebedürftigen Angehörigen erzeugt eine verschränkte und schwankende Abfolge von Betreuungszeit im engeren Sinne und (oft miteinander verbrachter) Freizeit. Diese Situation lässt sich schwer in das Korsett von Normalarbeitszeit, Ruhezeit, Mehr-/Überstunden, Rufbereitschaft, Urlaubs- und Krankenstandsvertretung pressen. Auch betreffend Pflichten, Qualifikation und Haftung ergeben sich komplexe Fragen, die schwer zu lösen sind. Und im burgenländischen Modell ist die Bezahlung beispielsweise so geregelt, dass sich Betroffene ihre Anstellung durch vorherige Abgabe des Pflegegeldes und großer Teile der Pension quasi selbst bezahlen.</p>
				<p><strong>Ausbau der Versorgungslandschaft und faire Pflegegeld-Einstufung</strong> </p>
				<p>Was pflegende Angehörige stattdessen brauchen? Dazu Anselm: „Mehr finanziellen Spielraum durch einen <strong>fairen Einstufungsprozess beim Pflegegeld</strong>. Großzügige und leistbare Unterstützung und Entlastung durch Dienste von außen wie zum Beispiel durch Hauskrankenpflege und Heimhilfe, aber auch durch <strong>mehrstündige Tagesbetreuung </strong>und <strong>qualitätsgesicherte 24-Stunden-Betreuung</strong>. Niederschwellige, wohnortnahe Information, Beratung, Anleitung und Unterstützung sowie eine bedarfsgerechtere Ausgestaltung von Pflegekarenz und Sozialversicherungsmöglichkeiten.“ Unterstützungsangebote wie <strong>Pflegekarenz und</strong> <strong>Pflegeteilzeit</strong> oder die Weiterführung der<strong> Kranken- und/oder Pensionsversicherung</strong> seien offenbar <strong>nicht bedarfsgerecht und attraktiv</strong> genug gestaltet. Pflegende Angehörige würden sich viel zu selten dazu entschließen, diese Angebote in Anspruch zu nehmen oder hätten gar keinen Anspruch darauf. So standen 2019 236.501 Personen, die Pflegegeld ab Stufe 3 beziehen, lediglich 3.267 Nutzer/innen von Pflegekarenzgeldern (= 1,38 Prozent) gegenüber, in lediglich 2,6 Prozent der Karenzfälle wurde Pflegeteilzeit vereinbart und nur 3,83 Prozent der pflegenden Angehörigen nahmen die Möglichkeit einer begünstigten Pensionsversicherung wahr. „Diese geringe Inanspruchnahme müssen wir als <strong>Indiz für eine zu geringe Attraktivität</strong> und als <strong>Aufforderung zu einer sorgfältigen Angebotsprüfung</strong> werten“, so Anselm.</p>
				<p>Auch der <strong>Pflegegeld-Einstufungsprozess</strong> bedarf einer Überprüfung: Heute führen mehr als 50 Prozent der Pflegegeldklagen per Gerichtsentscheid zu einer höheren Einstufung. Die falsche Einstufung trifft <strong>in besonderem Maß</strong> auf Menschen zu, die <strong>im häuslichen Umfeld begutachtet</strong> werden und für die das Pflegegeld von größter Bedeutung ist. Es ermöglicht, mobile Dienste, unterstützende Sachleistungen, Pflegehilfsmittel usw. in Anspruch zu nehmen und ist vielfach entscheidend dafür, ob die häusliche Pflege- und Betreuungssituation aufrechterhalten werden kann oder nicht. Genau bei diesen Menschen folgt die Einstufung einem <strong>problematischen Ablauf</strong>: Während Personen in Pflegeheimen bei der Begutachtung von professionellen Pflegekräften begleitet werden, müssen Pflegebedürftige und Angehörige zuhause <strong>ohne fachliche Unterstützung</strong> zurechtkommen. Als „Laien“ sind sie vielfach nicht ausreichend vorbereitet und von den Fragestellungen häufig <strong>überfordert</strong>. Betroffene bzw. Angehörige beschönigen die Situation aus Scham und verfälschen so unfreiwillig das Ergebnis der Begutachtung.</p>
				<p>„Vor uns liegen zahlreiche Handlungsfelder, die nun mehr als rasch angepackt werden müssen, wenn wir eine menschenwürdige Pflege in Österreich sicherstellen wollen“, sagt Othmar Karas und führt fort: „Eine Pflegereform ist nur im Miteinander von Bund UND Ländern umsetzbar, aber nicht, wenn ein Player erste Reihe fußfrei zusieht, was der andere zuwege bringt. Die pflegebedürftigen Menschen in diesem Land und ihre Angehörigen haben sich ein Ende des Stillstands verdient“, so der Hilfswerk-Präsident abschließend.</p>
				 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1900</guid>
			<pubDate> Mon, 21 Jun 2021 12:59:02 +0200 </pubDate>
			<title>Pflegereform: „Wundertüte“ Community Nursing?</title>
			<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/pflegereform-wundertuete-community-nursing/ </link>
		 <description>Chancen, Nutzen, Risiken und Sackgassen des Regierungsvorhabens. Ein Faktencheck.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/_processed_/4/e/csm__MG_2480_c1a4d7c6be.jpg" length="4554269" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
				<p><strong>Das Hilfswerk nimmt ein zentrales Element der projektierten Pflegereform in Augenschein. Fazit: </strong><strong>Wer auf die erkannten Bedarfslagen antworten und die wahrgenommenen Lücken schließen will, muss ein erweitertes Verständnis von Hauskrankenpflege entwickeln und ein Modell des Community Nursing auf deren Kompetenzen aufbauen.</strong> </p>
				<p>Das Pflege-Kapitel des türkis-grünen Regierungsprogramms nennt sie als eine zentrale Maßnahme zur Stärkung der Pflege und Betreuung zu Hause und zur Unterstützung pflegender Angehöriger: die „<strong>Community Nurse</strong>“, vorerst in 500 Gemeinden Österreichs geplant. Geht es nach Türkis und Grün sollen Community Nurses als wohnortnahe Ansprechpersonen fungieren und die bedarfsgerechte Unterstützung und pflegerische Versorgung der Betroffenen gewährleisten sowie das Thema Prävention für ältere Menschen (75 +) vorantreiben.</p>
				<p>Doch was genau wird in der bisher diffusen Debatte um die Pflegereform mit „<strong>Community Nursing</strong>“ bezeichnet? Derzeit schwebt es wie die Projektion einer „<strong>Wundertüte</strong>“ durch den öffentlichen Diskurs und scheint die Erfüllung allzu vieler Wünsche und Hoffnungen zu versprechen: Pflege- und Betreuungsbedürftige sowie Angehörige erhoffen sich eine lokale Anlaufstelle sowie Information, Beratung, Unterstützung, Anleitung und laufende Begleitung durch eine bestimmte Person. Diplomierte Pflegekräfte erhoffen sich neue, attraktive (auch freiberufliche) Tätigkeitsfelder, desgleichen Sozialarbeiter/innen. Das Sozial- und Pflegesystem wünscht sich ebenso wie das Gesundheitssystem eine bedarfsgerechte Stärkung der jeweiligen Versorgungslandschaft. Während die Bundesregierung mit Community Nursing einen Meilenstein der Pflegereform stemmen will, bangen Länder und Gemeinden um verlässlich fließende finanzielle Mittel zur besseren Ausgestaltung ihrer Strukturen.</p>
				<p><strong>Community Nursing = Hauskrankenpflege</strong> </p>
				<p>„Im internationalen Fachdiskurs entspricht Community Nursing genau jenen Tätigkeiten, die in Österreich unter <strong>Hauskrankenpflege</strong> subsummiert sind, meint also <strong>professionelle pflegerische Versorgung meist älterer Menschen zu Hause </strong>durch diplomiertes Gesundheits- und Krankenpflegepersonal sowie Pflegeassistenzberufe“, erläutert <strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich. Unter die Tätigkeiten von Hauskrankenpfleger/innen fallen beispielsweise auch Verbandwechsel, Injektionen, Medikamente, aufwändige Körperpflege, Aktivierung, Mobilisation, Vorbeugung, Information und Anleitung, Hilfestellung bei der Entlassung aus Krankenhaus oder Rehabilitation, Beratung und Unterstützung bei Pflegegeld- und Förderanträgen sowie bei der Auswahl und Organisation von Pflegehilfsmitteln. Die Hausbesuche erfolgen nach individuellem Bedarf einmal wöchentlich bis mehrmals täglich.</p>
				<p>Die Hauskrankenpflege ist (nebst Heimhilfe) <strong>Teil der mobilen Dienste</strong>, die in Österreich rund <strong>153.000 ältere und chronisch kranke Menschen</strong> zu Hause betreuen. Die mobilen Pflegedienste sind als flächendeckendes, wohnortnahes Versorgungsmodell konzipiert und werden hauptsächlich von gemeinnützigen Trägern im Auftrag der Länder erbracht. Letztere legen die sozial gestaffelten Tarife (Selbstbehalte) fest. Einen fundierten Überblick über die unterschiedlichen Pflegedienstleistungen finden Sie hier: <a href="https://www.hilfswerk.at/oesterreich/pflegekompass/dienstleistungen-im-ueberblick/">hilfswerk.at/oesterreich/pflegekompass/dienstleistungen-im-ueberblick/</a> </p>
				<p><strong>Community Health Nursing = Funktion in der Primärversorgung</strong> </p>
				<p>Zur Begriffsverwirrung trägt auch die unscharfe bzw. falsch synonyme Verwendung der Begriffe Community Nursing und <strong>Community Health Nursing</strong> bei. Letzteres bezeichnet einen spezifischen Aufgabenbereich in der <strong>Primärversorgung</strong>, ist also in der Gesundheitsversorgung bzw. im <strong>Gesundheitssystem</strong> verortet. Der Fokus liegt auf der gesundheitlichen Versorgung chronisch kranker Menschen jeden Alters und reicht bis zur <strong>Übernahme haus­ärztlicher Tätigkeiten</strong> (Diseasemanagement). Ziel von Community Health Nursing ist die <strong>Sicherung und Entwicklung der regionalen Gesamtversorgung im Bereich Gesundheit, Pflege und Soziales</strong>. Für diese umfassende Kompetenz bedarf es nebst Diplom (Bachelor) eines viersemestrigen Masterstudiums.</p>
				<p><strong>Community Nursing: Orientierung am Bedarf aus Sicht der Pflegepraxis</strong> </p>
				<p>In der pflegerischen Praxis zeigt sich, dass pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen in folgenden Bereichen besondere Unterstützung benötigen:</p>
				<ul>
					<li><strong>Beratung</strong>: vor bzw. bei Beginn des Pflegebedarfs sowie bei den laufenden Veränderungen der häuslichen Pflege- und Betreuungssituation</li>
					<li><strong>Organisation und Koordination</strong>: Bedarfseinschätzung, Versorgungsplanung, Organisation und Koordination erforderlicher Leistungen, Case Management und Qualitätssicherung, Sicherung der Versorgungskontinuität, Schnittstellenmanagement zwischen Gesundheits- und Sozialsystem sowie Behörden</li>
					<li><strong>Prävention</strong>: Förderung und bestmöglicher Erhalt von Gesundheitszustand, -kompetenz und Selbsthilfepotenzialen, Maßnahmen zur Vermeidung von Unfällen und psychosozialen Risiken sowie zur Vermeidung der Pflegebedürftigkeit, Unterstützung der Rehabilitation</li>
				</ul>
				<p>&nbsp;</p>
				<p>„Wie obige Grafik zeigt, kann Community Nursing alias Hauskrankenpflege diese Bedarfs­punkte kompetent auf regionaler Ebene abdecken, sofern dies im Leistungskatalog vorgesehen und damit finanziert ist. Wer auf die erkannten Bedarfslagen antworten und die wahrgenommenen Lücken schließen will, muss also ein erweitertes Verständnis von Hauskrankenpflege entwickeln und ein Modell des Community Nursing auf deren Kompetenzen aufbauen“, argumentiert Anselm. Denn Hauskrankenpflege</p>
				<p>bietet ein flächendeckendes funktionierendes Versorgungsgefüge, insbesondere dank regional präsenter, verankerter und vernetzter Träger der Langzeitpflege.</p>
				<ul>
					<li>garantiert sofortige Verfügbarkeit, hat keine unnötigen Anlaufkosten.</li>
					<li>erzeugt keine Parallelstrukturen oder Doppelgleisigkeiten.</li>
					<li>Es entstehen keine unnötigen zusätzlichen Schnittstellen und keine weitere Segmentierung der Dienste.</li>
					<li>Hauskrankenpflege sorgt für einen synergetischen Einsatz des ohnehin spärlich vorhandenen Fachpersonals anstatt dessen Bindung in der „Verwaltung“ zu forcieren.</li>
					<li>Sie ermöglicht die Nutzung des organisatorischen und fachlichen Backups der Träger in der Hauskrankenpflege, z. B. umfassende Erreichbarkeit und Verfügbarkeit, Krankenstandsvertretung (auch kurzfristig), Urlaubsvertretung.</li>
					<li>Sie gewährleistet systematische Qualitätssicherung durch fachliche Einbettung (Kollegenschaft, Vorgesetzte), fachliche Fallbesprechung, konsiliares Arbeiten, fachliche/kollegiale Inter-/Supervision u. a.</li>
				</ul>
				<p>&nbsp;</p>
				<p><strong>Ein praktisches Umsetzungsbeispiel in einer durchschnittlichen Gemeinde</strong> </p>
				<p>Eine österreichische Durch­schnittsgemeinde: Von den 3.000 Bürger/innen sind 246 Personen älter als 75 Jahre. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie Pflegebedarf entwickeln, ist zunehmend gegeben. 570 Per­sonen sind zwischen 65 und 75 Jahre alt, bei ihnen ist die Wahr­scheinlichkeit hoch, Ange­hörige/r eines pflegebedürf­tigen Menschen zu sein. Es gibt kein Pflegeheim vor Ort, zwei Träger mobiler Dienste versorgen den Ort mit Hauskranken­pflege und Heimhilfe. Zwei Allgemeinmedi­ziner, einer kurz vor der Pensio­nierung, ordinieren im Ort, Fach­ärzte gibt‘s in der Bezirksstadt.</p>
				<p>Die Gemeinde will ihren älteren bzw. chronisch kranken Bürger/innen niederschwellige Informations-, Beratungs- und Anlaufstellen für alle Fragen rund um Alter und Pflege bieten. Außerdem sollen die Selbsthilfepotenziale älterer Menschen und der Zusammenhalt gegen „Alterseinsamkeit“ gestärkt werden. „Richtig verstandenes Community Nursing hat hier großes Lösungspotenzial“, sagt <strong>Monika Gugerell</strong> MSc, Pflegeexpertin im Hilfswerk Österreich, und skizziert eine mögliche <strong>Herangehensweise</strong>:</p>
				<p>Die Gemeinde trifft mit den Trägern der regional tätigen mobilen Dienste nach einer Bedarfsanalyse eine Übereinkunft zur Umsetzung eines (erweiterten) „Community Nursing“. Die Träger setzen jeweils ausgewählte, <strong>fachlich</strong>,<strong> organisatorisch und lokal kompetente sowie beratungserfahrene</strong> <strong>Fachkräfte</strong> (Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen bzw. „Community Nurses“) samt organisatorischem, fachlichem und personellem Backup ein.</p>
				<p>Die „Communitiy Nurses“ kooperieren insbesondere mit den Allgemeinmedizinern im Ort, mit den regional tätigen Dienstleistern und Behörden im Gesundheits-, Sozial- und Pflegebereich sowie mit der Regionalbetreuung der „Gesunden Gemeinde“ und diversen Vereinen und Initiativen vor Ort. Zudem bieten die Community Nurses zweimal pro Woche Sprechstunden (z. B. „Pflegeberatung“) am Gemeindeamt an, besuchen sämtliche Gemeindebürger/innen ab 75 Jahren präventiv zuhause („aufsuchende Pflegeberatung“) und organisieren in monatlichem Rhythmus frei zugängliche Info-Veranstaltungen zu alters- und pflegerelevanten Themen.</p>
				<p><strong>Rahmenbedingungen für zielführendes Community Nursing</strong> </p>
				<p>Monika Gugerell: „Grundvoraussetzung ist die <strong>Anerkennung der umfassenden Kompetenzen und bewährten Strukturen der Hauskrankenpflege</strong> als logische Basis, an der das Community Nursing anknüpft. Um die Versorgungsziele im Sinne der Betroffenen auf lokaler Ebene zu erreichen, braucht es einen adäquaten Förderrahmen, der es ermöglicht, den Leistungskatalog der Tätigkeiten der Hauskrankenpflege entsprechend zu erweitern und zu finanzieren. Schon heute wenden sich Menschen mit Beratungs-, Organisations- und Präventionsbedarf an uns. Für einen effizienten Mitteleinsatz müssen Leistungsumfang und Schnittstellen geklärt sowie Leitlinien festgelegt werden, z. B. eine trägerneutrale Beratung und die Einbindung des gesamten regionalen Angebots.“</p>
				<p>Elisabeth Anselm verweist auf die im Regierungsprogramm festgeschriebene Pilotphase des Community Nursing und regt eine rasche Umsetzung samt anschließender Evaluierung an. „Auf deren Basis müssen die Kosten für eine Ausrollung des Community Nursing in ganz Österreich ermittelt werden. Außerdem wäre es dann an der Zeit, weiterführende &nbsp;Überlegungen anzustellen. Einerseits in Richtung Gesundheitssystem bzw. Primärversorgung und Community Health Nursing, andererseits in Richtung wohnortnaher Sozialraumlotsen mit besonderer Berücksichtigung sozialer Hilfestellungen unterschiedlicher Art.“</p>
				<p><strong>Eine Community Nurse macht noch keine Pflegereform</strong> </p>
				<p>„So hilfreich und wirksam richtig aufgesetztes Community Nursing sein kann, so klar ist aber auch: Eine Pflegereform, die ihren Namen verdient, muss noch deutlich größere Brocken stemmen. Allen voran eine effektive, an validen Bedarfszahlen orientierte Personaloffensive. Denn was nutzen uns die schönsten Detailkonzepte, wenn wir zu wenig qualifizierte Leute haben, die sie in der Praxis umsetzen?“, fragt Elisabeth Anselm.</p>
				<p>Von der Bundesregierung fordert sie einen Masterplan, der Fragen der Ausbildung, der Arbeitsmarktpolitik und die Verbesserung der Rahmenbedingungen für professionelle Pflegearbeit inkludiert. Auch das Pflegegeld müsste dringend auf neue Beine gestellt werden, insbesondere die Grundlagen und die Praxis der Einstufung, fordert Anselm. „Schließlich braucht es die von der großen Mehrheit der Bevölkerung gewünschte und volkswirtschaftlich sinnvolle Attraktivierung der Pflege und Betreuung zuhause und eine bedarfsorientierte Weiterentwicklung der Versorgungslandschaft, aber auch eine bessere Absicherung und Unterstützung pflegender Angehöriger“, so Anselm abschließend.</p>
				 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1889</guid>
			<pubDate> Fri, 21 May 2021 09:19:18 +0200 </pubDate>
			<title>Hilfswerk zur Konferenz der Landesgesundheitsreferenten: „Höchste Zeit für Ausbildungsreform in der Pflege!“</title>
			<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-zur-konferenz-der-landesgesundheitsreferenten-hoechste-zeit-fuer-ausbildungsreform-in-der/ </link>
		 <description>Anforderungen der Langzeitpflege bei Ausbildung und Kompetenzen besser berücksichtigen und Pflegeassistenzberufe aufwerten!</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/_processed_/4/4/csm_ElisabethAnselm_C_Hilfswerk_b42f8e9ad6.jpg" length="733740" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
				<p><em>Heute, Freitag, 21. Mai 2021 und einen Tag nach den Landeshauptleuten, konferieren die Landesgesundheitsreferenten. Mit dabei auch Gesundheits- und Sozialminister Wolfgang Mückstein. Auf der Agenda steht eine Vielzahl relevanter Themen. Eines davon: die aus Hilfswerk-Sicht dringend notwendige Ausbildungsreform in den Pflegeberufen.</em> </p>
				<p><strong>Langzeitpflege bei Ausbildung und Kompetenzen besser berücksichtigen</strong> </p>
				<p>„Wir freuen uns sehr, dass sich die <strong>Ausbildungsreform</strong> in den <strong>Pflegeberufen</strong> explizit auf der <strong>Tagesordnung</strong> der heutigen <strong>Konferenz der Landesgesundheitsreferenten</strong> findet. Ohne Veränderungen in der Ausbildung ist es nicht möglich, dem drängenden <strong>Personalbedarf</strong> in Pflege und Gesundheit zu begegnen“, ist <strong>Elisabeth Anselm, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich</strong>, überzeugt. Dabei bedürfe es laut Hilfswerk nicht nur der <strong>Kostenübernahme und Sicherung des Lebensunterhaltes, </strong>um die Ausbildung attraktiver zu machen. Es brauche vor allem eine <strong>praxisgerechte Adaption der Kompetenzen</strong> und eine <strong>adäquate Berücksichtigung der Langzeitpflege in der Ausbildung</strong>, denn: „Ein Löwenanteil des Personalbedarfs geht auf die Pflege und Betreuung älterer und chronisch kranker Menschen in Pflegeheimen und insbesondere im eigenen Zuhause zurück. Dort leben die meisten pflegebedürftigen Menschen, und dort werden sie von der Hauskrankenpflege versorgt“, erläutert Anselm. „Diesen Sektor müssen wir bei einer Ausbildungsreform dringend besser berücksichtigen. Das muss für <strong>Curricula, Praktika und Kompetenzen</strong> gelten“, fordert Anselm. Zu oft habe das Hilfswerk in der <strong>Vergangenheit</strong> die Erfahrung gemacht, dass der <strong>Fokus stark auf den Spitälern</strong> liege und die Langzeitpflege und deren Anforderungen hintangestellt werden. „Das <strong>können und dürfen wir uns diesmal nicht leisten</strong>“, macht Anselm Druck.</p>
				<p><strong>Pflegeassistenzberufe aufwerten und vielfältigere Einstiege in den Beruf schaffen</strong> </p>
				<p>Laut Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) braucht das österreichische Pflegesystem bis 2030 rund 91.000 zusätzliche Fachkräfte. Von den 59.700 Personen, die aktuell in der Langzeitpflege beschäftigt sind, sind 18.000 diplomierte Pflegefachkräfte, 29.900 Personen sind den Pflegeassistenzberufen zuzurechnen, und 11.800 Beschäftigte arbeiten als Heimhilfe. „Diese Zahlen zeigen deutlich, dass wir in der Langzeitpflege einen guten und bedarfsgerechten Mix an Berufsbildern brauchen. Sozialbetreuungsberufe könnten dabei in Zukunft eine noch größere Rolle spielen. Die Zahlen zeigen aber auch ganz klar, welch <strong>tragende Rolle</strong> die <strong>Pflegeassistenzberufe</strong> <strong>in der</strong> <strong>Langzeitpflege</strong> spielen, insbesondere die klassischen <strong>Pflegeassistentinnen und -assistenten</strong>. In den politischen Überlegungen vermissen wir manchmal das entsprechende Bewusstsein hierfür“, sagt Anselm. Für viele Fachkräfte seien die Pflegeassistenzberufe auch der <strong>Einstieg in eine weiterführende Karriere in der Pflege</strong>. Es brauche, so Anselm, <strong>vielfältigere Wege in die Ausbildung</strong> als bisher, um jede/n Interessierte/n dort abzuholen, wo sie/er stehe. Das Hilfswerk befürworte daher die Forcierung der „<strong>Pflegeausbildung mit Matura</strong>“ im Rahmen des Regelschulwesens. Aber auch der <strong>Lehre</strong> als Einstieg in den Pflegeassistenzberuf könne das Hilfswerk einiges abgewinnen. In jedem Falle brauche es eine <strong>Anpassung des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes</strong>, um die <strong>Pflegeassistenz als Erstausbildung</strong> in mehrjähriger Ausbildung zu ermöglichen.</p>
				<p>„Für eine nachhaltige und wirksame Personaloffensive in der Pflege braucht es auf Grund der <strong>Kompetenzverschneidungen</strong> von Bund in Ländern jedenfalls viel Kooperationswillen. Höchste Zeit also, nicht nur die Ausbildungsreform anzugehen, sondern auch die geplante <strong>Zielsteuerung</strong> zur Pflegereform endlich ins Leben zu rufen“, so Anselm abschließend.</p>
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				 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1881</guid>
			<pubDate> Sun, 16 May 2021 17:25:21 +0200 </pubDate>
			<title>Hilfswerk begrüßt Corona-Bonus für Gesundheits- und Pflegeberufe</title>
			<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-begruesst-corona-bonus-fuer-gesundheits-und-pflegeberufe/ </link>
		 <description>Finanzieller Bonus ist eine wichtige Maßnahme der Anerkennung, strukturelle Probleme müssen dennoch endlich angegangen werden.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/_processed_/1/a/csm_2071_2019-heimhilfe_69c99cdfec.jpg" length="3975626" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
				<p>"Wir begrüßen es sehr, dass sich die Bundesregierung zur Zahlung eines steuerfreien Bonus für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheits- und Pflegebereich bekennt. Die 189.000 Menschen in den Pflege- und Gesundheitsberufen in Österreich haben sich diese 500 Euro für ihren besonderen Einsatz in der Pandemie mehr als verdient. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist es zu verdanken, dass die Gesundheitsversorgung sowie das Pflegesystem in den schwierigen Monaten der Corona-Krise nicht kollabiert sind", sagt <strong>Othmar Karas</strong>, Präsident des Hilfswerk Österreich.</p>
				<p>Der finanzielle Bonus sei eine wichtige <strong>Maßnahme der Anerkennung</strong>, dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es insbesondere <strong>strukturelle Faktoren</strong> seien, die die <strong>Arbeitszufriedenheit</strong> im Pflege- und Gesundheitssektor beeinflussten, betont Karas. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehen ihrem <strong>Beruf mit professionellem Engagement und hoher Motivation</strong> nach. Aber sie wünschen sich dringend <strong>mehr Kolleginnen und Kollegen</strong>. Der <strong>Personalmangel</strong> erschwert die Erstellung verlässlicher Dienstpläne, führt zu Überstunden und belastet die Teams", weiß Karas.</p>
				<p>"Deshalb wird das Hilfswerk nicht müde zu betonen, wie dringend wir eine <strong>substanzielle Pflegereform</strong> brauchen, deren <strong>Herzstück</strong> eine wirksame <strong>Personaloffensive</strong> sein muss. Wir müssen alle Hebel in Bewegung setzen, um bis zum Jahr 2030 rund 91.000 Menschen in die Pflege- und Betreuungsberufe zu holen. Das beginnt bei flächendeckenden und durchlässigen <strong>Ausbildungsangeboten</strong> ab Pflichtschulende, umfasst attraktive <strong>Um- und Wiedereinstiegsangebote</strong> und schließt eine strategisch vernünftige Personalakquisition im Ausland mit ein", so Karas. Auch an den <strong>Rahmenbedingungen</strong> der Arbeit könne und müsse man laut Hilfswerk Verbesserungen vornehmen. Hier sollte man in Richtung besserer Qualitäts- und Personalstandards, in Richtung mehr Zeit für Beziehungs- und Teamarbeit sowie in Richtung Fortbildung denken. Aber auch in Ausstattung, Digitalisierung und Entbürokratisierung sei zu investieren, so Karas abschließend.</p>
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				 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1879</guid>
			<pubDate> Tue, 11 May 2021 13:54:00 +0200 </pubDate>
			<title>IHS &amp; Hilfswerk: Kann sich Österreich in der Krise eine Pflegereform leisten?</title>
			<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/ihs-hilfswerk-kann-sich-oesterreich-in-der-krise-eine-pflegereform-leisten/ </link>
		 <description>Am Vortag des Internationalen Tages der Pflege zeigen das Institut für Höhere Studien und das Hilfswerk: Es braucht die Pflegereform, und zwar genau jetzt. Sie unterstützt den Wiederaufbau nach der Krise und erhält die Versorgungssicherheit.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/Bilder/Presse/Foto_Karas_Web_Corona.png" length="807402" type="image/png" /> <content:encoded> <![CDATA[
				<p>Österreich startet den Wiederaufbau nach der Krise. Das Land soll zukunftsfit und krisenfest werden, Investitionen sollen zu wirtschaftlichem Aufschwung führen und neue, stabile Arbeitsplätze schaffen. Genau der richtige Zeitpunkt, die Umsetzung der Pflegereform entschieden anzugehen. Das meinen das Institut für Höhere Studien (IHS) und das Hilfswerk in einer Pressekonferenz am Dienstag, 11. Mai, in Wien. „Die Corona-Krise und ihre Folgen dürfen kein Grund für eine weitere Verschiebung der Pflegereform sein. Ganz im Gegenteil: <strong>Wer glaubt, dass wir uns eine Pflegereform jetzt nicht leisten können, irrt doppelt!</strong> <strong>Wir müssen uns die Pflegereform leisten: zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit, aber auch als Motor des Aufbaus</strong>“, ist <strong>Othmar Karas, Präsident des Hilfswerk Österreich</strong> überzeugt. „Der Internationale Tag der Pflege am 12. Mai ist ein guter Anlass, das klar zu machen“, so Karas weiter. Rückendeckung bekommt er von <strong>Expertin</strong> <strong>Monika Riedel, Institut für Höhere Studien (IHS)</strong>. Sie rechnet vor, dass <strong>jedem Euro Investition in die Pflege ein Vielfaches an Wertschöpfung gegenübersteht</strong>. Das stärke die (regionale) Wirtschaft. Außerdem schaffe die <strong>Pflegebranche</strong> laut IHS <strong>nachhaltige, saisonunabhängige Jobs im städtischen und ländlichen Raum</strong>. Genau solche Jobs braucht der krisengebeutete Arbeitsmarkt jetzt.</p>
				<p><strong>1 Euro Investition in die Pflege bringt 1,7 Euro volkswirtschaftliche Wertschöpfung</strong></p>
				<p>„Die <strong>überdurchschnittlich positiven Effekte, welche Ausgaben in die Pflege auf die volkswirtschaftliche Wertschöpfung haben,</strong> lassen sich eindeutig belegen“, erläutert Monika Riedel. „Diese Mittel fließen überwiegend in Personalkosten und <strong>Gehälter,</strong> welche im betreffenden Einkommenssegment hauptsächlich für <strong>Konsum</strong> verwendet werden. Das führt zu einer massiven Unterstützung der Wirtschaft, insbesondere der <strong>regionalen Wirtschaft</strong>“, führt IHS-Expertin Riedel weiter aus. Und rechnet vor, dass allein die 459 Mio. Euro, welche die Länder 2019 für mobile Dienste wie Hauskrankenpflege und Heimhilfe eingesetzt haben, rund 1.141 Mio. Euro an Wertschöpfung generiert hätten. Überdies würden Ausgaben in die Pflege zu einem <strong>Rückfluss überdurchschnittlich hoher Steuer- und Sozialversicherungsabgaben </strong>führen. Für 2019 geht das IHS von rund 225 Mio. Euro „direktem“ Rückfluss aus, der vor allem an die Sozialversicherung erging. Unter Berücksichtigung der induzierten Wertschöpfung wären die Beträge entsprechend höher anzusetzen. Mit anderen Worten: „Wir können davon ausgehen, dass <strong>1 Euro Investition in die Pflege 1,7 Euro an volkswirtschaftlicher Wertschöpfung sowie 0,7 Euro an Steuern und Sozialversicherung </strong>einbringt“, so Riedel.</p>
				<p><strong>Pflege schafft nachhaltige, saisonunabhängige Jobs im städtischen und ländlichen Raum</strong></p>
				<p>Ähnlich zu beurteilen sind laut Reidel die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt: „Hier steht der <strong>Mehrbedarf an Personal in Pflege und Betreuung von rund 90.000 Kräften bis 2030, </strong>welche Gesundheit Österreich (GÖG) prognostiziert<strong>, der krisenbedingten Arbeitslosigkeit gegenüber</strong>.<strong> </strong>Die Daten des Arbeitsmarktservice (AMS) zeigen punkto Arbeitslosigkeit zwischen Jänner 2020 und Jänner 2021 bei Frauen einen Anstieg von +42,4%, bei Männern von +25,2%“, führt Riedel aus. Die Expertin weist darauf hin, dass natürlich Bewegung in den Arbeitsmarkt komme, sobald die Wirtschaft wieder anspringe. Jedoch sei mit einer relevanten Anzahl Personen zu rechnen, die sich <strong>nach der Krise</strong> <strong>beruflich neu orientieren </strong>wollen oder müssen. Der Ausbau der Pflege schafft <strong>nachhaltige, saisonunabhängige Jobs, im städtischen wie auch im ländlichen Raum</strong>. Das wirkt der Landflucht entgegen und <strong>fördert die regionale Entwicklung</strong>. Der Ausbau der Pflege ist auch aus <strong>Gleichstellungssicht</strong> interessant: Die Pflege ist einerseits ein bedeutender Arbeitsmarkt für Frauen, andererseits entlasten mehr formelle Pflegeangebote die zumeist weiblichen pflegenden Angehörigen“, erläutert die IHS-Expertin.</p>
				<p><strong>„Masterplan“ für gezielte Investitionen in eine wirksame Personaloffensive unabdingbar</strong></p>
				<p><strong>In eine umfassende und wirksame Personaloffensive zu investieren</strong> sei die <strong>prioritäre Maßnahme der Pflegereform. </strong>Das meint auch <strong>Elisabeth Anselm, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich</strong>, im Rahmen des Pressegesprächs. Dazu brauche es allerdings einen <strong>„Masterplan“</strong>. „Es genügt nicht, zu hoffen, dass <strong>einzelne Fachhochschulen</strong> wissen, was sie tun. Es genügt auch nicht, mittels vereinzelter Pilotmodelle neue Zugänge zum Beruf schaffen zu wollen – beispielsweise an <strong>Berufsbildenden Höheren Schulen. Gesundheits- und Sozialberufe müssen vielmehr selbstverständlicher Teil des Regelschulwesens werden!</strong> Und nicht zuletzt dürfen wir die Auseinandersetzung mit der <strong>Lehre </strong>als Zugang zum Berufsfeld nicht länger auf die lange Bank schieben“, warnt Anselm, denn: „In spätestens zwei Jahren reicht die Anzahl der Absolventinnen und Absolventen nicht mehr, um den laufenden Personalbedarf sicher zu stellen.“ Derzeit müssen oder wollen sich viele Menschen beruflich neu orientieren. Das Hilfswerk sieht, ergänzend zur Ausbildung, in der <strong>Umschulung</strong> deshalb eine „historische“ Chance. „Aus der Praxis kennen wir die Faktoren, welche für den Zugang zum Beruf entscheiden sind, genau: gute <strong>Erstinformation und Beratung</strong>, laufende <strong>Begleitung und Coaching</strong> bei Umschulung und Einstieg, umfassender <strong>Einbezug der künftigen Arbeitgeber,</strong> <strong>Übernahme der Ausbildungskosten</strong> und <strong>adäquate Unterstützung des Lebensunterhalts</strong>“, erklärt Anselm. Letzteres gelte laut Hilfswerk nicht nur für Umschulungsprogramme, sondern für alle Ausbildungsformen. Auch Praktika müssten laut Hilfswerk endlich bezahlt werden.</p>
				<p><strong>Bund und Länder gefordert: Zielsteuerung und Finanzierungskonzepte müssen auf den Tisch!</strong></p>
				<p>Laut Hilfswerk <strong>bedinge </strong>eine wirksame Personaloffensive, ebenso wie weitere dringende Vorhaben der Pflegereform, angesichts der Kompetenzlage das <strong>Zusammenwirken von Bund und Ländern.</strong> Es sei deshalb höchste Zeit, die geplante <strong>Zielsteuerung</strong> in Gang zu setzen, um <strong>Maßnahmen</strong> zielgerichtet abzustimmen und mit <strong>Finanzierungskonzepten</strong> zu hinterlegen. Eine zukunftsfähige Pflegereform mache laut Hilfswerk ferner die <strong>Stärkung der Pflege zu Hause</strong> zum Thema. Aktuell entwickle sich die Pflegelandschaft in Österreich indessen in die Gegenrichtung. Der Ausbau bedarfsgerechter und leistbarer Angebote zur Unterstützung Betroffener und pflegender Angehöriger müsse gezielt vorangetrieben werden. Dazu gehöre auch ein richtig verstandenes Community Nursing ebenso wie die Verbesserung der Einstufungspraxis und der Grundlagen zum Pflegegeld. Letzteres sei für die häusliche Pflege von besonderer Bedeutung.</p>
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				 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1874</guid>
			<pubDate> Thu, 06 May 2021 12:57:00 +0200 </pubDate>
			<title>Stilles Leiden Inkontinenz: Eine Million Menschen in Österreich betroffen</title>
			<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/stilles-leiden-inkontinenz-eine-million-menschen-in-oesterreich-betroffen/ </link>
		 <description>Schätzungsweise jede bzw. jeder Neunte ist von Harn- und / oder Stuhlinkontinenz betroffen. Genaue Zahlen fehlen, denn Inkontinenz ist ein großes Tabuthema. Hilfswerk und MKÖ fordern Enttabuisierung und Verbesserung der Versorgung.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/_processed_/b/7/csm_Inkontinenz_01_ec6acc9862.png" length="1419168" type="image/png" /> <content:encoded> <![CDATA[
				<p><strong>Schätzungsweise jede bzw. jeder Neunte ist von Harn- und / oder Stuhlinkontinenz betroffen. Genaue Zahlen fehlen, denn Inkontinenz ist ein großes Tabuthema. Viele Betroffenen wissen deshalb nicht, dass Inkontinenz behandelbar ist, oder verzichten aus Scham auf Therapie und Beratung. Das wollen das Hilfswerk und die Medizinische Kontinenzgesellschaft Österreich (MKÖ) ändern. Sie fordern einen Masterplan Inkontinenz.</strong> </p>
				<p>„Gegen Inkontinenz kann man nichts tun“, oder: „Eine schwache Blase ist eine normale Alterserscheinung.“ Solche und andere Mythen ranken sich hartnäckig um das Thema Inkontinenz. Richtig ist: Das Risiko einer Inkontinenz steigt im Alter. Ab 80 Jahren ist etwa jeder Dritte von Harn- und jeder Fünfte von Stuhlinkontinenz betroffen. Aber auch 17 Prozent der 40- bis 59-Jährigen und 23 Prozent der 60- bis 79-Jährigen haben eine Form der Blasenschwäche (Nygaard, Jama 2011). Der Großteil von ihnen leidet im Stillen: Knapp 70 Prozent waren wegen Harninkontinenz noch nie in ärztlicher Behandlung (Studie Blasengesundheit 2015).</p>
				<p>„Inkontinenz kostet nicht das Leben, sie kostet Lebensqualität“, bringt es <strong>Othmar Karas</strong>, Präsident des <strong>Hilfswerks Österreich</strong>, auf den Punkt. Dabei könnten die richtige Beratung, Behandlung und Unterstützung die Lebensqualität Betroffener deutlich verbessern.</p>
				<p><strong>Enttabuisierung und Verbesserung der Datenlage</strong> </p>
				<p>Dafür ist das Gesundheits- und Pflegesystem derzeit nicht ausreichend ausgestattet – auch, weil valide Daten zum Massenphänomen Inkontinenz fehlen. „Es braucht dringend eine <strong>umfassende Studie</strong>, um diesen blinden Fleck auf der Versorgungslandkarte zu beseitigen“, fordert <strong>Michaela Lechner</strong>, Fachärztin für Koloproktologie und Präsidentin der <strong>Medizinischen Kontinenzgesellschaft Österreich</strong>. Ebenso wichtig: eine breit angelegte <strong>Enttabuisierungs-Kampagne</strong>. „Nur, wenn die Menschen bereit sind, über Inkontinenz zu sprechen, haben therapeutische, pflegerische und präventive Bemühungen Erfolg“, so die Fachärztin.</p>
				<p><strong>Ausbau von Beratung, Versorgung und Prävention</strong> </p>
				<p>Angesichts der vielen Betroffenen sind <strong>kompetente Anlaufstellen</strong> für Menschen mit Inkontinenz zu dünn gesät. Ein <strong>forcierter Ausbau</strong> ist dringend notwendig, aktuell fehlt es aber an geschultem Personal. Zentrales Anliegen von MKÖ und Hilfswerk ist daher, <strong>Pflegekräfte</strong>,<strong> Ärztinnen und Ärzte</strong> <strong>fort- und weiterzubilden </strong>und für das Thema zu sensibilisieren. Neben dem gezielten Ausbau von Beratung und Versorgung spielt die <strong>Prävention</strong> eine wichtige Rolle: „Präventionsmaßnahmen können Inkontinenz verhindern bzw. den Krankheitsverlauf verlangsamen. Das führt zu einer besseren Lebensqualität der Betroffenen“, so Lechner.</p>
				<p><strong>Kontinenz-Beratung als Pflegedienstleistung</strong> </p>
				<p>„Unsere Fachkräfte möchten Inkontinenz-Patientinnen und -Patienten bestmöglich beraten und unterstützen. <strong>Die Zeit, die sie dafür brauchen, wird mit den Vergütungssätzen der Länder aber nicht abgedeckt“</strong>, bemängelt <strong>Karas</strong>. Beratung, Kontinenz-Assessments und Unterstützung bei der Wahl des geeigneten Hilfsmittels sowie bei dessen Handhabung brauchen zwar Zeit, optimieren aber auf lange Sicht Verbrauch und Kosten. „Kontinenz-Beratung und Kontinenz-fördernde Pflege und Beratung müssen daher angemessen in die Tariftabellen der Länder integriert werden“, fordert Karas.</p>
				<p><strong>Abbau der Verordnungsbürokratie</strong> </p>
				<p>Seit 2016 ermöglicht das GuKG 2016 (§15a) die <strong>Weiterverordnung von Medizinprodukten durch</strong> <strong>diplomierte Pflegekräfte. </strong>Die Umsetzung des Artikels durch den Hauptverband der Sozialversicherungsträger lässt aber immer noch auf sich warten. Das heißt: Pflegekräfte müssen sich nach wie um ärztliche Verordnungsscheine bemühen. Das bindet <strong>allein im Hilfswerk Niederösterreich pro Jahr</strong> rund <strong>5.000 Einsatzstunden von Pflegekräften</strong>. </p>
				<p>Auch die <strong>Erstverordnung</strong> mit <strong>nicht-medizinischen Inkontinenz-Hilfsmitteln</strong> wie Einlagen, Pants, Kondomurinale oder Beinbeutel <strong>durch diplomierte Pflegekräfte </strong>würde zum Bürokratieabbau beitragen. „Diese Hilfsmittel anzuwenden, ist eine Kernkompetenz der Pflegekräfte. Sie wissen am besten, welches Produkt geeignet ist. Darauf sollten wir vertrauen und diese bürokratische Schikane beseitigen“, fordert Karas.</p>
				<p><strong>Vergütung von Inkontinenzprodukten: Qualität vor Preis</strong> </p>
				<p>Für Betroffene ist die bedarfsgerechte Versorgung mit Inkontinenzprodukten von zentraler Bedeutung. Seit 1. Jänner 2021 (Wien ab 1. April 2021) ist die <strong>Kostenerstattung von saugenden Inkontinenzprodukten</strong> durch die Krankenkassen neu geregelt. Das verbessert zwar den Umfang der Produkte, die Menschen mit Inkontinenz zur Auswahl stehen, und reduziert den Selbstbehalt. Aus Sicht des Hilfswerks hat das neue Modell aber nach wie vor Mängel:</p>
				<p>Korrekturbedarf besteht beispielsweise bei der<strong> Beurteilung des </strong><strong>täglichen Bedarfs bestimmter Inkontinenzprodukte durch die</strong> <strong>Krankenkassen.</strong> „Für viele Menschen mit Demenz zum Beispiel sind Pants die einzige akzeptable Form der Inkontinenzversorgung. Ihre Zumessung durch die Kassen ist aber, in Korrelation mit der Schwere der Demenz, vielfach auf lediglich ein bis zwei Pants pro Tag limitiert. Das entspricht nicht dem tatsächlichen Bedarf bzw. der pflegerischen Notwendigkeit“, sagt <strong>Sabine Maunz</strong>, fachliche Leitung des Bereichs Pflege und Betreuung beim Hilfswerk Österreich.</p>
				<p>Auch die Kostenübernahme gewisser Inkontinenzprodukte bedarf einer Optimierung: „Beim intermittierenden Selbstkatheterismus (ISK) orientiert sich die Vergütung am <strong>kostengünstigsten Modell</strong>. Das hat aber nicht immer die gewünschte Qualität – beispielsweise, weil es nicht beschichtet ist. Betroffene haben damit die Wahl zwischen einem billigeren Katheter-Modell, das zwar vergütet wird, aber gesundheitliche Nachteile mit sich bringt, oder einem hochwertigeren Produkt mit einer deutlich geringeren Rückerstattung durch die Krankenkasse“, kritisiert <strong>Lechner</strong>. „Diese Wahl ist unzumutbar. Die Verwendung qualitativ besserer Inkontinenz-Produkte darf nicht zu höheren Kosten für die Betroffenen führen. Die MKÖ tritt deshalb beim <strong>Selbstbehalt</strong> für einen <strong>monatlichen Maximalbetrag</strong> nach deutschem Vorbild ein (z. B. maximal 10 Euro pro Monat). Derzeit ist der Selbstbehalt in Österreich mit 10 Prozent der anfallenden Kosten festgelegt.“</p>
				<p><strong>Eurokey für Inkontinente und Stomaträger/innen</strong> </p>
				<p>Der <strong>Eurokey</strong> ermöglicht Menschen mit besonderen Bedürfnissen (Handicaps) den Zugang zu barrierefreien Einrichtungen wie Toiletten und Treppenliften. Menschen mit Harn- und / oder Stuhlinkontinenz sowie Stomaträger/innen benötigen derartige Toilettenanlagen ebenso, um diskret und ohne Wartezeit eine Selbstkatheterisierung oder die Entleerung von Stomasäckchen durchführen zu können. Aktuell lehnen Behörden Anträge von Inkontinenten und Stomaträger/innen für einen Eurokey oft ab. „Bei nachgewiesener Inkontinenz und für Stomaträger/innen sollte die Ausstellung eines Eurokeys eine Selbstverständlichkeit sein. Die MKÖ setzt sich daher für eine Ausweitung des Bezieher/innen-Kreises aus. Das würde den Alltag der Betroffenen entscheidend erleichtern“, sagt Lechner.</p>
				<p><strong>Hilfswerk-Schwerpunkt „Kontinenz fördern. Lebensqualität verbessern.“</strong> </p>
				<p>„Wenn wir möglichst vielen Betroffenen helfen wollen, darf Inkontinenz nicht länger ein Tabuthema bleiben“, betont Hilfswerk-Pflegeexpertin Maunz. Das Hilfswerk hat die Inkontinenz deshalb zu seinem aktuellen Schwerpunkt gemacht: Bereits 2020 startete ein <strong>umfassendes Fortbildungsprogramm zum Thema</strong>. Es stärkt mittels Fachtagungen, Weiterbildungsangeboten und einer Online-Schulungs­plattform die Hilfswerk-Mitarbeiter/innen in ihrer Fach-, Beratungs- und Kommunikationskompetenz. In allen sieben Hilfswerk-Landesverbänden werden <strong>Inkontinenzbeauftrage</strong> ausgebildet, die über vertieftes Wissen zu den verschiedenen Formen von Inkontinenz und die entsprechenden Pflegemaßnahmen verfügen. Ein eigens kreierter <strong>Ansteck-Button</strong> signalisiert ihre „<strong>KOMPETENZ IN KONTINENZ</strong>“. Ein fachlich fundierter und umsichtig entwickelter <strong>Beratungsleitfaden</strong> unterstützt Pflegfachkräfte bei heiklen Fragen der Inkontinenz und erläutert hilfreiche Pflegemaßnahmen, speziell für die Versorgung zu Hause. Der soeben erschienene kostenlose <strong>Ratgeber „Schwache Blase, träger Darm?“</strong> informiert Betroffene, Angehörige sowie Interessierte und gibt ihnen Tipps für den Alltag. Die <strong>Webplattform</strong> zum Ratgeber ist unter <strong><a href="http://www.hilfswerk.at/inkontinenz" target="_blank">www.hilfswerk.at/inkontinenz</a></strong> zu finden.&nbsp;<strong>Persönliche Beratung zu Inkontinenz</strong> bietet das Hilfswerk in seinen Dienststellen, über die mobile Pflege und Betreuung direkt bei den Betroffenen und Angehörigen zu Hause, im Rahmen von „HILFSWERK ON TOUR“ sowie unter der Service-Hotline 0800 800&nbsp;820.</p>
				<p><strong>Bewährte Partner des Hilfswerks</strong> </p>
				<p><strong>Essity/TENA</strong>, <strong>B.Braun</strong>,<strong> Institut AllergoSan</strong> und <strong>Publicare</strong> unterstützen das Hilfswerk beim Fachschwerpunkt „Kontinenz fördern. Lebensqualität verbessern.“.</p>
				<p>Bei seiner Jahresinitiative 2021 setzt das Hilfswerk auf starke Partner wie die <strong>Erste Bank und Sparkassen</strong> sowie die <strong>Wiener Städtische Versicherung</strong>.</p>
				<p><a href="http://www.hilfswerk.at/inkontinenz" target="_blank">www.hilfswerk.at/inkontinenz</a> | <a href="http://www.hilfswerk.at/" target="_blank">www.hilfswerk.at</a> | <a href="http://facebook.com/hilfswerk.at" target="_blank" rel="noreferrer">facebook.com/hilfswerk.at</a></p>
				 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1862</guid>
			<pubDate> Tue, 20 Apr 2021 15:38:53 +0200 </pubDate>
			<title>Hilfswerk zur Regierungsklausur: Gemeinnützige Unternehmen und Pflegeberufe als Motor begreifen!</title>
			<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-zur-regierungsklausur-gemeinnuetzige-unternehmen-und-pflegeberufe-als-motor-begreifen/ </link>
		 <description>Die hohe Wertschöpfung gemeinnütziger Unternehmen und der massive Personalbedarf in der Pflege machen Investitionen im Sektor zur Pflichtübung des Comebacks.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/_processed_/2/0/csm_PK-Pflegestudie-171218-Karas-Anselm-Famira-Muehlberger_Firgo_3a81a6fd89.jpg" length="9715335" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
				<p>„Wir begrüßen es sehr, dass die österreichische Bundesregierung einen ambitionierten&nbsp;<strong>Plan zur Stärkung Österreichs nach der Pandemie</strong>&nbsp;sowie zur Verwendung der Mittel aus dem&nbsp;<strong>europäischen Aufbau- und Resilienz-Plan</strong>&nbsp;vorgelegt hat“, sagt&nbsp;<strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des&nbsp;<strong>Hilfswerk Österreich</strong>, anlässlich der heute, 20. April, von Finanzminister, Umweltministerin und Arbeitsminister vorgestellten Ergebnisse der Regierungsklausur. „Es wird jedoch auf die konkrete Umsetzung ankommen. Wir sind davon überzeugt, dass die&nbsp;<strong>hohe Wertschöpfung gemeinnütziger Unternehmen</strong>&nbsp;und der massive&nbsp;<strong>Personalbedarf in der Pflege</strong>&nbsp;Investitionen im Sektor zur Pflichtübung eines intelligenten und nachhaltigen Comebacks machen“, meint Anselm. Denn: „Gemeinnützige Unternehmen, die beispielsweise in der Pflege und Gesundheit, aber auch in der Kinderbetreuung, in der sozialen Arbeit, im Sport und in der Kultur tätig sind, schaffen einen beachtlichen Teil der österreichischen Wertschöpfung“, erläutert Anselm.</p>
				<p>Für eine effektive Stärkung des Landes nach der Krise müssten daher die&nbsp;<strong>Investitionsprogramme unbedingt auch für den gemeinnützigen Sektor</strong>&nbsp;umfassend zugänglich sein. Gemeinnützige Dienstleister erwirtschaften in Österreich eine&nbsp;<strong>Bruttowertschöpfung von rund 6 Milliarden Euro</strong>&nbsp;und beschäftigen ca.&nbsp;<strong>250.000 Mitarbeiter/innen</strong>. Auf die besondere Bedeutung des Sektors für den Arbeitsmarkt, insbesondere in Zusammenhang mit der Pflege, weist Anselm eigens hin: „Das alles entscheidende Element einer erfolgreichen&nbsp;<strong>Pflegereform</strong>, die Österreich dringend braucht, ist eine wirksame&nbsp;<strong>Personaloffensive</strong>. Ohne sie bleibt der Rest Makulatur. Die Pflege- und Betreuungsberufe sind ein wahrer&nbsp;<strong>Jobmotor</strong>, wenn wir den Motor nur endlich anwerfen“, so Anselm.</p>
				<p><strong>Resilienz des heimischen Pflegesystems stärken, Jobmotor Pflegeberufe nutzen!</strong> </p>
				<p>„Das heimische Pflegesystem leistet in der Krise wirklich Enormes, und es war trotz aller Belastungen erstaunlich stabil und verlässlich. Das war nur dank des Einsatzes unserer&nbsp;<strong>Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter</strong>&nbsp;möglich. Sie waren bereit, an ihre Grenzen zu gehen. Denn der anhaltende und sich weiter verschärfende Personalmangel im System macht sich natürlich gerade in der Krise besonders bemerkbar“, beschreibt Anselm die aktuellen Herausforderungen.</p>
				<p>„Dabei dürfen wir aber kein falsches Bild vermitteln. Die Pflegebranche hatte in den letzten Jahren starken Zulauf. Der Bedarf jedoch ist noch stärker gestiegen“, betont Anselm. Die von der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) erhobenen Bedarfszahlen zum Personalbedarf in der Pflege sprächen laut Hilfswerk eine deutliche Sprache.&nbsp;<strong>Bis 2030 bräuchte Österreich mindestens 91.000 Menschen</strong>&nbsp;<strong>zusätzlich</strong>, die sich für einen Beruf im Pflegesektor entscheiden.</p>
				<p>Elisabeth Anselm: „Diesen Menschen muss man den roten Teppich ausrollen. An ihnen liegt es, ob Österreich in Zukunft ein leistungsfähiges, professionelles und resilientes Pflegesystem hat oder nicht. Wir müssen&nbsp;<strong>jede interessierte Person genau dort abholen, wo sie steht</strong>. Das heißt, wir müssen in eine Ausbildungslandschaft und in Programme investieren, die möglichst vielfältige und modulare Einstiegschancen und Wege in den Beruf bieten. Auch für die Absicherung des Lebensunterhalts während der Ausbildung müssen wir sorgen. Das gilt für junge Menschen genauso wie für Umsteiger/innen“, fordert Anselm.</p>
				<p>Ein&nbsp;<strong>Comeback-Plan</strong>, der den angespannten&nbsp;<strong>Arbeitsmarkt spürbar entlaste, müsse das Tor zur Pflege vor</strong>&nbsp;allem für Umsteiger/innen weit aufreißen. „Pflege kann ein&nbsp;<strong>Sprungbrett aus der Corona-bedingten Arbeitsmarktkrise</strong>&nbsp;sein. Hier ist die Bundesregierung gemeinsam mit dem AMS gefordert. Wir brauchen ein Gesamtpaket, das den Umstieg in die Pflege so attraktiv wie möglich macht – und zwar rasch“, unterstreicht Anselm abschließend.</p>
				 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1859</guid>
			<pubDate> Sun, 18 Apr 2021 13:49:54 +0200 </pubDate>
			<title>Hilfswerk begrüßt Erleichterungen für Pflegekräfte bei Rot-Weiß-Rot-Card und fordert Verbesserungen bei Nostrifizierung</title>
			<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-begruesst-erleichterungen-fuer-pflegekraefte-bei-rot-weiss-rot-card-und-fordert-verbesserungen/ </link>
		 <description>Der aktuelle Erlass von Bundesminister Kocher schließt eine Rechtslücke und erleichtert die Integration von Pflegefachkräften aus Drittstaaten in Österreich.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/_processed_/0/b/csm_pk-hwoe_anselm_25-06-2018_01_a4b3268ad0.jpg" length="3094683" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
				<p>Das Hilfswerk Österreich bewertet den aktuellen <strong>Erlass von Arbeitsminister Martin Kocher</strong>, der die <strong>Ausstellung der Rot-Weiß-Rot-Card</strong><strong> für diplomierte Pflegefachkräfte aus Drittstaaten</strong> bereits <strong>während des laufenden Nostrifizierungsverfahrens </strong>vorsieht, positiv. Mit der neu geschaffenen Regelung werde eine <strong>rechtliche Lücke</strong> bei der <strong>Arbeitszulassung für Drittstaatsangehörige</strong> geschlossen, meint <strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des <strong>Hilfswerk Österreich</strong>. Der Erlass schaffe laut Hilfswerk die nötige <strong>Sicherheit</strong> <strong>für Betroffene ohne ordentlichen Aufenthaltstitel</strong> im laufenden Nostrifizierungsverfahren und sei damit ein entscheidender <strong>Vorteil bei der</strong> <strong>Integration</strong> der Fachkräfte <strong>in den heimischen Arbeitsmarkt</strong>.</p>
				<p>„Bis 2030 benötigt die Pflege in Österreich rund 100.000 Fachkräfte, darunter etwa 40.000 diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger/innen. Es wird uns nur gelingen, diesen Bedarf zu decken, wenn wir neben einer effektiven Ausbildungsoffensive, der großzügigen Förderung des beruflichen Umstiegs sowie der Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Arbeit in der Pflege den heimischen Arbeitsmarkt auch für interessierte Fachkräfte aus dem Ausland zugänglicher gestalten“, erläutert Anselm.</p>
				<p>Man müsse laut Hilfswerk jedoch auch das <strong>Nostrifizierungsverfahren</strong> selbst <strong>entbürokratisieren</strong> und <strong>beschleunigen</strong>. „Fachkräfte aus dem Ausland müssen das Nostrifizierungsverfahren jedenfalls erfolgreich abschließen, um dauerhaft in Österreich bleiben und erfolgreich im Beruf arbeiten zu können. Das ist richtig und notwendig, um die Qualität entsprechend sicher zu stellen“, meint Anselm. Die Nostrifizierung müsse aber laut Hilfswerk hinsichtlich der <strong>Anerkennung der Fachkompetenzen, der Berufserfahrung und der Sprachkenntnisse adäquat und praxisgerecht</strong> ausgestaltet sein. Dasselbe gelte für die <strong>Komplexität und Dauer der Verfahren</strong>. „Aktuell ist die Nostrifizierung ein veritabler <strong>Flaschenhals</strong> für den Zugang interessierter Fachkräfte aus dem Ausland zum heimischen Arbeitsmarkt, das wissen wir seit Jahren und das darf nicht so bleiben“, schließt Anselm.</p>
				 ]]> </content:encoded> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Presseaussendung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1857</guid>
			<pubDate> Wed, 14 Apr 2021 08:01:02 +0200 </pubDate>
			<title>Hilfswerk-Präsident Karas dankt Anschober und bietet Mückstein volle Unterstützung an </title>
			<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-praesident-karas-dankt-anschober-und-bietet-mueckstein-volle-unterstuetzung-an/ </link>
		 <description>Auf den neuen Gesundheitsminister warten große Aufgaben, darunter die Pflegereform. Das Hilfswerk bietet sein Praxiswissen und seine Fachexpertise an. </description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/_processed_/3/8/csm_Web_Slider_Karas-Corona_gespiegelt_ohne-Text_122a7521a6.png" length="717183" type="image/png" /> <content:encoded> <![CDATA[
				<p>„Wir danken dem scheidenden Gesundheits- und Sozialminister ganz besonders für seine Dialogbereitschaft sowie für seinen sachorientierten und wertschätzenden Politikstil. Wir wünschen ihm alles Gute für die Zukunft, vor allem aber Gesundheit“, sagt <strong>Othmar Karas</strong>, Präsident des <strong>Hilfswerk Österreich</strong> anlässlich des Rücktritts von Minister <strong>Rudi Anschober</strong>, heute, Dienstag, 13. April. Es sei Anschober trotz schwieriger Umstände immer wieder gelungen, Expert/innen und Betroffene an einen Tisch zu holen und ihre Argumente in die politische Arbeit aufzunehmen. Insbesondere beim Thema Pflegereform und bei der Verbesserung der psychosozialen Versorgung blicke das Hilfswerk auf eine gute Kooperation mit Anschober zurück.</p>
				<p>„Den neuen Gesundheitsminister <strong>Wolfgang Mückstein</strong> erwarten große Aufgaben, bei deren Bewältigung wir ihn mit unserer breit gefächerten Praxiserfahrung und unserem fachlichen Wissen selbstverständlich sehr gerne unterstützen werden“, meint Karas. Neben der Bekämpfung der Corona-Pandemie liegt dem Hilfswerk – als größtem österreichischem Anbieter von Diensten im Bereich der Pflege und Betreuung zu Hause – vor allem an der zügigen Fortführung der Pflegereform. Mit Anschober wurden wichtige Pfeiler der Reform wie eine umfassende Personaloffensive, die Stärkung der Pflege und Betreuung zu Hause und eine bessere Unterstützung pflegender Angehöriger sowie die Neugestaltung des Pflegegeldes vereinbart. Nun brauche es rasch konkrete Maßnahmen, damit auf dieser Basis ein tragfähiges Pflegesystem für alle Menschen in Österreich geformt werden könne, so der Hilfswerk-Präsident abschließend.</p>
				 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1823</guid>
			<pubDate> Mon, 15 Feb 2021 17:02:36 +0100 </pubDate>
			<title>Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz und Volkshilfe zum Bericht der Taskforce Pflege: „Politische Entscheidungen stehen noch aus!“</title>
			<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/caritas-diakonie-hilfswerk-rotes-kreuz-und-volkshilfe-zum-bericht-der-taskforce-pflege-politisc/ </link>
		 <description>Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt (BAG) sieht viele der Vorschläge positiv, warnt aber vor einer Aufblähung der Pflegebürokratie und fordert politische Entscheidungen ein.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/_processed_/1/a/csm_2071_2019-heimhilfe_afd40f2cd2.jpg" length="3975626" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
				<p>Am Sonntag, den 14. Februar, präsentierte das <strong>Sozialministerium</strong> den von der <strong>Gesundheit Österreich GmbH (GÖG)</strong> verfassten <a href="http://www.sozialministerium.at/Services/News-und-Events/Taskforce-Pflege--Ergebnisbericht.html" title="Bericht Taskforce Pflege" target="_blank" rel="noreferrer"><strong>Bericht</strong> der im Vorjahr eingesetzten <strong>Taskforce Pflege</strong></a>. Die <strong>Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt (BAG)</strong>, der Zusammenschluss Österreichs großer Sozialorganisationen <strong>Caritas</strong>, <strong>Diakonie</strong>, <strong>Hilfswerk</strong>, <strong>Rotes Kreuz</strong> und <strong>Volkshilfe</strong> zollt dem umfangreichen Kompendium Anerkennung als konstruktive und breite Ergebnissammlung des mehrstufigen Beteiligungsprozesses im Vorfeld, an dem sich zahlreiche Experten/Expertinnen und Stakeholder des Pflegesektors beteiligt haben. Viele der Vorschläge werden positiv bewertet, manches wird kritisch gesehen. Vor allem aber weist man auf die ausständige politische Entscheidungsfindung hin.</p>
				<p>„Das wesentliche Verdienst des vorliegenden Berichts ist es einerseits, die <strong>Komplexität der Reformaufgabe </strong>vor Augen zu führen, und andererseits, eine <strong>Fülle konstruktiver möglicher Ansatzpunkte</strong> dafür aufzuzeigen“, meint <strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des <strong>Hilfswerk Österreich</strong> und derzeit Vorsitzende der BAG. „Nun gilt es, die Agenda politisch zu bewerten, in ein abgestimmtes Reformprogramm zu gießen und einer effektiven Umsetzung zuzuführen“, meint Anselm. Die notwendigen <strong>politischen Entscheidungen</strong> <strong>stehen</strong> laut BAG noch <strong>aus</strong>. Die <strong>Zeit</strong> <strong>drängt</strong> jedoch – insbesondere mit Blick auf die Herausforderungen im Bereich des Personals, aber auch mit Blick auf die Situation der Betroffenen und Angehörigen.</p>
				<p><strong>Pflege muss „zu den Menschen kommen“, mobile Dienste müssen ausgebaut werden!</strong> </p>
				<p>„Um auch in Zukunft zuhause alt werden zu können, <strong>muss</strong> die <strong>Pflege</strong>, wo immer möglich, <strong>zu den Menschen kommen</strong>. Der im Bericht der Taskforce geforderte <strong>Ausbau der mobilen Pflege und Betreuung</strong> ist daher ein wichtiger und notwendiger Schritt. Es braucht verstärkt Angebote, die die Betreuung in der gewohnten Umgebung möglich machen. Dazu ist es auch wichtig, die <strong>Gesundheitskompetenz</strong> der Menschen zu <strong>stärken</strong> und pflegende Angehörige mit niederschwelligen, leistbaren und flexiblen Betreuungsange­boten zu entlasten“, sagt <strong>Michael Opriesnig</strong>, Generalsekretär des <strong>Österreichischen Roten Kreuzes</strong>.</p>
				<p><strong>Konkrete Maßnahmen gegen Einsamkeit mit Caring Communities und Freiwilligenstrukturen</strong> </p>
				<p><strong>Anna Parr</strong>, Generalsekretärin der <strong>Caritas Österreich</strong> sieht positiv, dass sich ein <strong>eigenes Kapitel</strong> des Berichts den notwendigen Maßnahmen gegen die steigende <strong>Einsamkeit</strong> widmet: „Schon vor der Krise war Einsamkeit eine Zivilisationskrankheit. Die Förderung des freiwilligen Engagements durch <strong>Koordinatoren</strong> sowie der Ausbau der <strong>Freiwilligenstruktur</strong> inklusive entsprechender <strong>Finanzierung</strong> sind daher wichtige Eckpfeiler. Wir freuen uns, dass auch die Empfehlung aus dem ‚Pakt gegen die Einsamkeit‘ der Caritas, einen <strong>Regierungsbeauftragten</strong> für das Thema einzusetzen, zur Umsetzung kommt. Die Erfahrung zeigt uns, dass Einsamkeit alle Altersgruppen betrifft. Daher wünschen wir uns, dass die Maßnahmen nicht nur auf ältere Menschen fokussieren, sondern beispielsweise mit steigender Umsetzung von Caring Communities, alle Menschen erreicht werden.“</p>
				<p><strong>Aktive Arbeitsmarktpolitik zur Schließung der Personallücke und Nutzung der Jobchancen</strong> </p>
				<p>Der Bericht sei eine gute Grundlage für die dringend notwendige Pflegereform, meint Direktor der <strong>Volkshilfe Österreich</strong> <strong>Erich Fenninger</strong>. Jetzt brauche es einen konkreten Umsetzungs- und Maßnahmenplan, der auch mit Investitionszahlen zu versehen sei. „Die Herausforderungen liegen auf dem Tisch. Um den <strong>Personalbedarf</strong> der Zukunft zu decken, brauchen wir einen <strong>großen Wurf</strong>. Das bedeutet eine stetige <strong>Verbesserung der Arbeitsbedingungen</strong>, aber vor allem eine <strong>aktive Arbeitsmarktpolitik,</strong> damit <strong>Um- und Wiedereinsteiger/innen</strong> eine Ausbildung für den Pflege- und Betreuungsbereich finanziell ermöglicht wird. Die Ideen liegen auf dem Tisch, wir müssen in die Umsetzung kommen, um die enormen <strong>Jobchancen</strong> in diesem Bereich zu nutzen“, fordert Fenninger.</p>
				<p><strong>Entlastung pflegender Angehöriger, effektivere und sozialraumorientierte Unterstützung</strong> </p>
				<p><strong>Vier von fünf</strong> der 455.000 <strong>Pflegegeld-Beziehenden</strong> werden <strong>zu Hause versorgt</strong>, und <strong>weniger als die Hälfte der pflegenden Angehörigen erhalten Unterstützung von</strong> sogenannten<strong> „formellen“ Diensten</strong>. „Pflegende Angehörige sind eine wesentliche Säule, die unser Pflegesystem trägt. Sie brauchen dringend Unterstützung, zumal mehr als die Hälfte davon bereits selbst über 60 Jahre alt ist“, betont <strong>Diakonie</strong> Direktorin <strong>Maria Katharina Moser</strong>. „Auf der einen Seite müssen <strong>neue passende Betreuungsangebote</strong> geschaffen, sowie <strong>sozialraumorientierte Dienste und Tageszentren</strong> ausgebaut werden. Nur dann können Menschen, die zu Hause leben möchten, auch gut zu Hause leben. Und auf der anderen Seite sind neue Wohnformen gefragt, wie wir sie in der Diakonie entwickeln“, so Moser.</p>
				<p><strong>„Aufblähung der Pflegebürokratie“ hilft Betroffenen und Angehörigen nicht weiter!</strong> </p>
				<p>Sorgen bereiten den Vertretern/Vertreterinnen der BAG jene Vorschläge im Bericht, die auf eine <strong>Tendenz zur Aufblähung der Verwaltung rund um die Pflege und Betreuung</strong> schließen lassen. Die Vorschläge zu <strong>Case Management, Pflege-Lotsen und Community Nurses</strong> seien sicher mit guter Absicht formuliert worden, aber man müsse dringend darauf achten, dass man hier nicht auf falsche Wege gerate, meint die BAG. Es müsse in jedem Falle um die Etablierung <strong>nutzenstiftender Dienstleistungen und Anlaufstellen für Betroffene und Angehörige</strong> gehen, <strong>keinesfalls</strong> aber um die Schaffung von <strong>Parallelstrukturen</strong>, die wertvolles <strong>Fachpersonal abziehen</strong> und den <strong>bürokratischen Aufwand erhöhen</strong>. „Jede weitere Schnittstelle bringt mehr Abstimmungsbedarf, mehr Dokumentationsbedarf – und damit ein Mehr an Tätigkeiten, die die Pflege von den Betroffenen und Angehörigen entfernen, und überdies unsere Fachkräfte zermürben und frustrieren. Die verfügbaren Ressourcen müssen im Sinne der Effizienz und des Nutzens für die Betroffenen direkt in die Dienste am Menschen investiert werden“, erläutert Elisabeth <strong>Anselm</strong> abschließend.</p>
				 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1822</guid>
			<pubDate> Mon, 15 Feb 2021 13:43:44 +0100 </pubDate>
			<title>Hilfswerk: „Bericht der Taskforce Pflege zeigt, welche Anstrengungen das Projekt Pflegereform noch erfordert.“</title>
			<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-bericht-der-taskforce-pflege-zeigt-welche-anstrengungen-das-projekt-pflegereform-noch-e/ </link>
		 <description>Die Taskforce Pflege stellt in ihrem Bericht eine Fülle von Reformaspekten vor – viele richtig, manche kritisch, wesentliche offen. Nun müssen politische Bewertung und Umsetzung folgen.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/_processed_/6/b/csm_Hilfswerk_Lisa_Anselm_6fa5f80e61.jpg" length="11029010" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
				<p>Am Sonntag, den 14. Februar 2021, präsentierte das <strong>Sozialministerium</strong> den von der <strong>Gesundheit Österreich GmbH (GÖG)</strong> verfassten <a href="https://www.sozialministerium.at/dam/jcr:d7f5ca44-95d2-43f2-bb0c-304ed51d50d2/Bericht_TFPflege_fin_.pdf" target="_blank" rel="noreferrer"><strong>Ergebnisbericht</strong> der im Vorjahr eingesetzten <strong>Taskforce Pflege</strong></a>. Dieser fasst die Resultate eines breit aufgestellten Diskussionsprozesses zusammen, in den eine Vielzahl an Stimmen von Experten/Expertinnen und Verantwortungsträgern/-innen des Pflegesektors eingeflossen sind. Entsprechend umfassend fällt der Bericht aus. „Das <strong>Handlungsfeld</strong> mit seinen vielfältigen Details ist nun <strong>abgesteckt</strong>. Jetzt stehen <strong>politische Entscheidungen und die effektive Umsetzung</strong> an. Dafür wird man <strong>Weitblick, Mut und ein gutes Zusammenspiel zwischen Bund, Ländern und Gemeinden</strong> brauchen“, meint <strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des <strong>Hilfswerk</strong> Österreich. </p>
				<p><strong>Politische Entscheidungen, fachliche Detailarbeit und effektive Zielsteuerung gefragt</strong> </p>
				<p>Im Hilfswerk, das sich als führende Pflegeorganisation entsprechend in den Prozess eingebracht hat, ist man froh, dass der Bericht nun vorliegt: „Das Papier legt die vielfältigen Aspekte des politischen Handlungsfeldes dar. Das ist seine große Stärke. Denn damit wird deutlich, dass die anstehende <strong>Pflegereform</strong><strong> kein Spaziergang</strong>, <strong>sondern</strong> eine <strong>Mammutaufgabe</strong> ist. Was es nun dringend braucht, ist die <strong>politische Bewertung </strong>unter konsequenter <strong>Rückbesinnung auf das Regierungsprogramm</strong> sowie eine entsprechende <strong>Entscheidungsfindung</strong> und <strong>Prioritätensetzung</strong> samt <strong>Zeitplan</strong> und <strong>Budgetansätzen</strong>“, meint Anselm. Auch müsse man laut Hilfswerk noch <strong>Zeit und Expertise in die fachliche und politische Konkretisierung möglicher Maßnahmen sowie deren detaillierte Umsetzung</strong> investieren. Die Bewältigung der Pflegereform verlange aufgrund der <strong>Kompetenzlage</strong> jedenfalls ein gut koordiniertes<strong> Zusammenwirken von Bund, Ländern und Gemeinden</strong>. Die angedachte <strong>Zielsteuerung</strong> könne laut Hilfswerk ein effektives Instrument im Kontext sein. Wichtig sei diesbezüglich eine effiziente Aufstellung des Prozesses und die Einbindung von Umsetzungsexpertise und Praxiswissen, erläutert Anselm. </p>
				<p><strong>Warnung vor Verwaltungsaufblähung: Heil der Pflegereform liegt nicht in mehr Bürokratie!</strong> </p>
				<p>Kritisch sieht man im Hilfswerk eine <strong>Tendenz zu mehr Verwaltung</strong> im Bericht. „Verbesserungen im <strong>Case Management, Pflege-Lotsen, Community Nurse</strong>s – alles im Grunde gut gemeinte, wenn auch teilweise redundante Ansätze“, kommentiert Anselm den Bericht, warnt aber: „Wir müssen aufpassen, dass wir das Heil der Pflegereform und die Lösung der Probleme nicht in der Aufblähung der Verwaltung suchen. Das wäre eine fatale Sackgasse!“ Es müsse in jedem Falle um die Etablierung <strong>nutzenstiftender Dienstleistungen und Anlaufstellen für Betroffene und Angehörige</strong> gehen, <strong>keinesfalls</strong> aber um die Schaffung von <strong>Parallelstrukturen</strong>, die wertvolles <strong>Fachpersonal in den Amtsstuben binden</strong> und den <strong>bürokratischen Aufwand erhöhen</strong>. „Jede weitere Schnittstelle bringt mehr Abstimmungsbedarf, mehr Dokumentationsbedarf – und damit ein Mehr an Tätigkeiten, die die Pflege von den Betroffenen und Angehörigen entfernen, und überdies unsere Fachkräfte zermürben und frustrieren. Die verfügbaren Ressourcen müssen im Sinne der Effizienz und des Nutzens für die Betroffenen direkt in die Dienste am Menschen investiert werden“, ist Anselm überzeugt. </p>
				<p><strong>Personalfrage entscheidend: Wichtige Vorhaben aus Regierungsprogramm mitnehmen</strong> </p>
				<p>Als „<strong>Herzstück</strong>“ der Pflegereform bezeichnet das Hilfswerk die <strong>Personalfrage</strong>. „Wenn es uns nicht gelingt, genügend Menschen für die Pflege- und Betreuungsberufe zu gewinnen, bleibt die Reform Makulatur. Denn: ohne Personal keine Pflege“, bringt Anselm das Thema auf den Punkt. Zur Personalthematik seien laut Hilfswerk im Bericht eine Reihe zielführender Ansätze enthalten, etwa die gezielte Attraktivierung der Pflegeberufe, neue Formen der Ausbildung oder die Sicherung des Lebensunterhalts für Umsteiger/innen. Man werde aber, so Anselm, einen systematisch durchdachten und zwischen Bund und Ländern gut abgestimmten „<strong>Masterplan</strong>“ brauchen, der<strong> </strong>den<strong> </strong>Bedarf<strong> regional und berufsgruppenspezifisch </strong>auf effektive Maßnahmen der Personalgewinnung herunterbricht. „Dazu fehlt uns noch ein erheblicher Teil der Strecke“, meint Anselm. Wichtig sei laut Hilfswerk jedenfalls, dass man angesichts des Bedarfs auf eine <strong>möglichst große Vielfalt von Wegen in den Pflegeberuf</strong> setze. Das wäre bereits im türkis-grünen <strong>Regierungsprogramm</strong> angelegt, wo neben der Implementierung von Pflegeausbildungen in <strong>Berufsbildenden Höheren Schulen</strong> auch ein dualer Zugang zum Berufsfeld in Form einer <strong>Lehre für die Pflegeassistenz</strong> festgeschrieben sei – mit altersspezifischem Curriculum und guter horizontaler sowie vertikaler Durchlässigkeit im Berufsfeld. </p>
				<p><strong>Stärkung der Pflege zuhause: Unterstützung pflegender Angehöriger spürbar verbessern</strong> </p>
				<p>Als völlig richtig sieht man beim Hilfswerk die im Bericht der Task Force Pflege angelegte <strong>Stärkung der Pflege zuhause</strong> sowie Vorschläge zur <strong>Verbesserung der Situation pflegender Angehöriger</strong>. Aus Sicht des Hilfswerks gehört der <strong>Ausbau</strong> der Angebote in den <strong>mobilen Diensten</strong> samt <strong>mehrstündiger Tagesbetreuung zu Hause</strong> zu den wirksamsten Maßnahmen zur Entlastung von pflegenden Angehörigen. Gerade im Falle von <strong>demenziellen Beeinträchtigungen</strong> könne eine mehrstündige Tagesbetreuung eine erhebliche Verbesserung für pflegende Angehörige bringen, weil selbige ihnen Zeit zur Erholung und für Sozialkontakte, aber auch für Erledigungen und Wege verschaffe. Mindestens genauso hilfreich für die Betroffenen wäre eine <strong>Modernisierung des Pflegegeldsystems</strong>, insbesondere die <strong>Systematik der Einstufung</strong> bzw. die <strong>Praxis der Begutachtung</strong>. Das Pflegegeld hat für Menschen, die zu Hause gepflegt und betreut werden, sowie für pflegende Angehörige eine besondere Bedeutung. Erkrankungen, welche mit psychosozialen Beeinträchtigungen einhergehen, wie beispielsweise Demenz, werden aber nach wie vor nicht hinreichend abgebildet. Und auch grundsätzlich überfordert die unvorbereitete und unbegleitete Begutachtung im häuslichen Umfeld die Betroffenen oftmals und führt immer wieder zu inadäquaten Ergebnissen.</p>
				 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1812</guid>
			<pubDate> Tue, 26 Jan 2021 17:59:40 +0100 </pubDate>
			<title>Hilfswerk-Präsident Karas: Jobmotor Pflegeberufe endlich anwerfen!</title>
			<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-praesident-karas-jobmotor-pflegeberufe-endlich-anwerfen-1/ </link>
		 <description>Ausbildungsoffensive, Umstiegs-Programme, Arbeitsstiftungen: Wo bleiben die Maßnahmen?</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/_processed_/8/3/csm_HW_Recruiting_Sujet_Couch_3b87a55c25.jpg" length="175247" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
				<p>„Die dynamisch wachsende Pflegebranche eröffnet gerade jetzt großartige Chancen. Sie kann in der Krise ein Jobmotor von volkswirtschaftlicher Relevanz sein. Und sie bietet einzelnen Interessierten einen sichere Joboption mit Zukunft und Sinn. Das gilt für junge Menschen, die Perspektiven suchen, genauso wie für Umsteiger/innen, die sich in der Krise beruflich neu orientieren müssen oder wollen“, meint <strong>Othmar Karas</strong>,<strong> Präsident des Hilfswerk Österreich</strong>. „Wir freuen uns, dass dies zunehmend ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rückt und von den politisch verantwortlichen Entscheidungs­träger/innen auf Bundes- und Landesebene entsprechende Maßnahmen angekündigt werden, zuletzt etwa auch von Arbeitsminister Martin Kocher“, meint Karas. Er warnt aber auch: „Wir müssen jetzt wirklich dringend in eine konzertierte und kraftvolle Umsetzung kommen – Ausbildungsoffensive, Umstiegs-Programme, Arbeitsstiftungen. Sonst läuft uns die Zeit davon!“ </p>
				<p><strong>Jede/r einzelne Interessierte, die / der verloren geht, ist eine Niederlage!</strong> </p>
				<p>„Uns blutet das Herz, wenn sich beispielsweise in einer Corona-bedingten regionalen Implacement-Maßnahme 30 Menschen für einen Pflege- und Betreuungsberuf interessieren und schlussendlich nur drei die Ausbildung beginnen, teilweise mit Hinweis auf den fehlenden Lebensunterhalt während der Umschulung. Da läuft einiges falsch. Wir müssen die Ausbildungen in diesen Mangelberufen konsequent kostenfrei stellen und den Lebensunterhalt der Interessierten absichern – was in der Industrie oder in der Polizeiausbildung möglich ist, muss auch in dem gesamtgesellschaftlich so wichtigen Pflegesektor möglich sein!“ fordert Karas. Es handle sich bei den Interessierten oft um Frauen und Männer mittleren Alters, die für eine Familie zu sorgen haben. Aber auch jungen Interessierten müsse man laut Hilfswerk „den roten Teppich in den Beruf ausrollen“ und sie genau dort abholen, wo sie stehen. „Jede und jeder einzelne, die bzw. der uns trotz Interesse verloren geht, ist eine Niederlage“, sagt Karas. </p>
				<p><strong>Startschuss für Personalkampagne des Hilfswerks fällt diese Woche <br></strong> </p>
				<p>Das <strong>Hilfswerk</strong> selbst startet diese Woche eine <strong>österreichweite Kampagne</strong> mit Fokus auf Pflege- und Betreuungsberufe in den mobilen Diensten. Die Kampagne aus der Feder des <strong>Campaigning Bureau</strong> transportiert ein <strong>positives Berufsbild</strong> und setzt in der Verbreitung auf „<strong>Digital First</strong>“. Textsujets mit Augenzwinkern und erfrischender Ehrlichkeit stellen die Bedürfnisse der zukünftigen Bewerberinnen und Bewerber in den Mittelpunkt. Ein Job in den mobilen Diensten, das bedeutet beim Hilfswerk unter anderem: Ein <strong>wertschätzendes</strong>,<strong> kollegiales und familienfreundliches Arbeitsumfeld</strong>, <strong>flexible Arbeitszeitmodelle</strong>, <strong>Arbeiten in der Heimatregion</strong> und umfangreiche <strong>Weiterbildungsangebote</strong>. </p>
				<p>Auf der Landing-Page <a href="http://www.jobs-pflege.at" target="_blank"><strong>www.jobs-pflege.at</strong></a><strong> </strong>finden Interessierte weiterführende Informationen und werden direkt an ihr jeweiliges Bundesland weitergeleitet.</p>
				 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1809</guid>
			<pubDate> Sat, 23 Jan 2021 12:12:04 +0100 </pubDate>
			<title>Tausende impfwillige Pflegekräfte warten bisher vergeblich auf Covid-Schutzimpfung. Gerade jetzt fatal, meint das Hilfswerk.</title>
			<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/tausende-impfwillige-pflegekraefte-warten-bisher-vergeblich-auf-covid-schutzimpfung-gerade-jetzt-fat/ </link>
		 <description>Nach der Impfskepsis des Pflegepersonals rücken nun Lieferengpässe beim Impfstoff in den medialen Fokus. Leider nicht im Blick: Die Situation tausender impfwilliger Fachkräfte in der häuslichen Pflege.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/_processed_/0/5/csm_2298_2019-mitarbeiterinnen-karriere-jobs_4a6fb29d49.jpg" length="2840669" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
				<p>„Wurde in den vergangenen Wochen die Impfskepsis bei Teilen des Pflege- und Betreuungspersonals thematisiert, geraten nun die <strong>Probleme der Impfstoffbeschaffung</strong> in den Fokus der öffentlichen Diskussion. Leider geht in der allgemeinen Wahrnehmung ein entscheidendes Faktum völlig unter: In den <strong>mobilen Diensten</strong> – <strong>Hauskrankenpflege und Heimhilfe</strong> – arbeiten <strong>18.000 Fachkräfte in Österreich</strong>, die ebenso wie die <strong>über 60.000 Betreuerinnen in der 24-Stunden-Betreuung</strong> bisher völlig <strong>im Unklaren</strong> gelassen werden, <strong>wann sie die Möglichkeit zur Impfung bekommen</strong>,“ sagt <strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des <a href="http://www.hilfswerk.at/" target="_blank"><strong>Hilfswerk Österreich</strong></a>. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter empfinden das als Ungeheuerlichkeit. Sie leisten seit Monaten Enormes, sie sind extrem exponiert, sie brauchen Gewissheit und sie müssen, auch im Interesse der betreuten und gepflegten Menschen sowie deren Angehöriger endlich entsprechende <strong>Priorität in der konkreten Ausarbeitung und Umsetzung der Impfpläne</strong> bekommen. Wir benötigen dringend <strong>Sicherheit und Klarheit</strong>“, fordert Anselm.<br> <br> Trotz mehrfacher Ankündigungen, dass alle Pflegekräfte prioritär und in der ersten Phase der Impfpläne ihre Schutzimpfung absolvieren könnten, wisse <strong>in der häuslichen Pflege und Betreuung</strong> bisher niemand, wann die Fachkräfte in diesem Sektor nun tatsächlich an die Reihe kämen, kritisiert das Hilfswerk. „Wir haben eine große Gruppe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die der Impfung von Anfang an ausgesprochen positiv gegenüberstanden und sich sofort impfen lassen wollten. Sie sind über die mangelnde Priorisierung entsprechend <strong>enttäuscht</strong>. Auch bei den Kolleginnen und Kollegen, deren Vertrauen für die Impfung erst gewonnen werden musste, wirkt sich die nun fehlende Berücksichtigung in der Umsetzung <strong>wenig motivierend</strong> aus“, erläutert Anselm, und ist überzeugt: „Wer Impfbereitschaft von Schlüsselkräften einmahnt, muss auch entsprechend handeln und klare Prioritäten setzen. Alles andere <strong>untergräbt das Vertrauen</strong>, und das wäre gerade jetzt fatal.“<br> <br> Wie wichtig rasche Impftermine für Pflegekräfte sind, weiß beispielsweise auch <strong>Marina Meisterhofer</strong>, <strong>Pflegedirektorin des Hilfswerks im Burgenland</strong>. Ihr gelang es, die noch im Dezember weit verbreitete Impfskepsis auf ein Minimum zu reduzieren: „Wir haben alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu animiert, mit uns über ihre Ängste und Sorgen zu sprechen, und wir sind ehrlich auf sie zugegangen. Sie sollten nun <strong>so schnell wie möglich geimpft werden, ehe die Impfbereitschaft wieder sinkt</strong>. Sonst verpuffen die Resultate unserer Anstrengungen ebenso wie die Vorbildwirkung, die wir von bereits geimpften Kolleginnen und Kollegen aus dem stationären Bereich übertragen können, und der damit verbundene positive Dominoeffekt“, sagt Meisterhofer.<br> <br> „Wir fordern Bund und Länder mit Nachdruck auf, die Pflege- und Betreuungskräfte in den mobilen Diensten, in der Hauskrankenpflege, in der Heimhilfe und in der 24-Stunden-Betreuung nicht länger im Ungewissen verharren zu lassen. Nach vielen Monaten in Ansteckungsgefahr und beruflichem Ausnahmezustand haben sie sich das mehr als verdient. Wir brauchen<strong> rasches Handeln und klare Prioritäten</strong>. Das sind wir <strong>auch den zu Hause betreuten und gepflegten Menschen und deren Angehörigen schuldig</strong>“, meint Anselm abschließend.<br> <br> Das Hilfswerk Österreich unterstütz die Initiative „<a href="https://www.österreich-impft.at/" target="_blank" rel="noreferrer"><strong>Österreich impft</strong></a>“.</p>
				 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1805</guid>
			<pubDate> Mon, 18 Jan 2021 21:16:59 +0100 </pubDate>
			<title>BAG: Österreichs größte Pflege- und Sozialorganisationen unterstützen Initiative „Österreich impft“</title>
			<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/bag-oesterreichs-groesste-pflege-und-sozialorganisationen-unterstuetzen-initiative-oesterreich-impft/ </link>
		 <description>Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt (BAG) begrüßt transparente und medizinisch fundierte Aufklärungskampagne zur Corona Schutzimpfung.</description> <content:encoded> <![CDATA[
			<p>– Die <strong>Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt (BAG)</strong>, der Zusammenschluss Österreichs großer Hilfsorganisationen <strong>Caritas</strong>, <strong>Diakonie</strong>, <strong>Hilfswerk</strong>, <strong>Rotes Kreuz</strong> und <strong>Volkshilfe</strong>, lud heute zum Pressetermin im Rahmen der Impfaktion im Caritas Pflegewohnhaus St. Leopold in Klosterneuburg. Dabei bekundeten die Organisationen ihre gemeinsame Unterstützung der Initiative „<strong>Österreich impft</strong>“.</p>
			<p><strong>Markus Müller</strong>, Rektor der MedUni Wien und einer von insgesamt fünf SprecherInnen der Initiative „Österreich impft“, zeigt sich glücklich über die öffentlichkeitswirksame Unterstützung: „Es freut mich und macht mich auch stolz, dass wir mit der BAG den Zusammenschluss der größten privaten Pflege- und Sozialorganisationen als die erste offiziellen Unterstützungsorganisationen der Initiative ‚Österreich impft‘ begrüßen dürfen. Mittlerweile ist es gelungen, mehr als 100.000 Menschen vor allem der vulnerabelsten Gruppen durch die Corona Schutzimpfung vor einer Covid-Erkrankung zu schützen. Dank der Unterstützung der BAG-Organisationen werden wir der Impfbereitschaft unter Pflege­bedürftigen und ihren Angehörigen sowie unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Alten- und Pflegeheimen sowie in der mobilen Pflege einen großen zusätzlichen Schub verpassen“, so Müller. </p>
			<p>Für <strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich und derzeit Vorsitzende der BAG, liegt eine Kooperation der großen Trägerorganisationen mit „Österreich impft“ auf der Hand: „In unseren Schwerpunktbereichen Pflege, Sozialhilfe, Armut, Integration und Kinderbetreuung sind wir tagtäglich mit den gravierenden Folgen der Covid-Pandemie konfrontiert. Die Corona-Schutzimpfung ist der einzig verlässliche Weg zurück zur Normalität. Wir brauchen deshalb dringend transparente Aufklärung und medizinisch fundierte Kommunikation rund um die Impfung. Genau das leistet ‚Österreich impft‘ und darf mit unserer vollsten Unterstützung rechnen.“ </p>
			<p>„Nur mithilfe der Impfung können wir uns dauerhaft von den gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Gefahren der Covid-Pandemie befreien“, unterstreicht auch der Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes <strong>Michael Opriesnig</strong>. Damit die Ausbreitung des in seiner Gefährlichkeit noch immer vielfach unterschätzten Virus insbesondere in Risikogruppen eingedämmt werden könne, sei die Solidarität möglichst vieler Menschen im Lande vonnöten. „Diese beginnt bei der Beachtung von Social Distancing und Hygienevorschriften, manifestiert sich durch die Verwendung der Stopp Corona App und gipfelt in der Corona Schutzimpfung. Je höher die Durchimpfungsrate, desto besser der Schutz vor weiteren Ansteckungen, so Opriesnig. </p>
			<p>„Solidarität mit alten, pflegebedürftigen oder psychisch beeinträchtigten sowie chronisch kranken Personen lässt sich“, so <strong>Maria Katharina Moser</strong>, Direktorin Diakonie Österreich, „aber nicht mit erhobenem Zeigefinger oder durch Verunglimpfung skeptischer bzw. besorgter Menschen erzwingen. Letztere sind auch im Gesundheits- und Pflege­bereich anzutreffen. Sorgen müssen ernst genommen werden. Wir machen die Erfahrung, dass die Impfbereitschaft durch gute Informationen und offene Gespräche wesentlich steigt.“</p>
			<p>Ins gleiche Horn stößt Klaus Schwertner, Geschäftsführender Caritasdirektor der Erzdiözese Wien: „Die Impfung ist der langersehnte Silberstreif am Horizont und der Schlüssel zurück zu einer Normalität, die sich alle wünschen. Wer Menschen von der Wirksamkeit, Sicherheit und Sinnhaftigkeit der Covid-Impfung überzeugen will, muss sich auf den einzig gangbaren Weg begeben und mit Ausdauer eine sachliche und beharrliche Aufklärungsarbeit vorantreiben“, betont Schwertner und fährt fort: „Wir müssen unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Sozial-, Gesundheits- und Pflegebereich das Vertrauen in die Wissenschaft stärken. Davon profitieren sie selbst – und die von ihnen professionell und mit Umsicht betreuten Personen.“&nbsp;</p>
			<p><strong>Erwin Berger</strong>, Pressesprecher der Volkshilfe Österreich, verweist auf die gute österreichische Tradition, in Krisenzeiten solidarisch zusammenzurücken und füreinander einzustehen. „Viele Menschen in diesem Land haben Angehörige an das Corona-Virus verloren. Sie haben erlebt, wie schwer Covid-Erkrankungen verlaufen können und wie belastend die Nachwirkungen sind. Österreich impft‘ leistet einen wichtigen Beitrag, dass ganz Österreich aus diesen Erfahrungen lernt und die richtigen Konsequenzen zieht. Impfen heißt: zusammenhalten zum Wohle der am meisten Schutzbedürftigen“, so Berger abschließend.</p>
			<p>&nbsp;</p>
			<p><a href="http://www.freiewohlfahrt.at" target="_blank" rel="noreferrer"><strong>www.freiewohlfahrt.at</strong></a><strong></strong></p>
			 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1797</guid>
		<pubDate> Tue, 29 Dec 2020 12:00:00 +0100 </pubDate>
		<title>Hilfswerk: Der sehnlichste Neujahrswunsch von Pflegekräften: „Mehr Kolleginnen und Kollegen!“</title>
		<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-der-sehnlichste-neujahrswunsch-von-pflegekraeften-mehr-kolleginnen-und-kollegen/ </link>
	 <description>Hilfswerk-Präsident Karas: „Pflegereform braucht nationalen Kraftakt auf regionalen Grundlagen“. Ausbildungsoffensive gegen drastischen Personalmangel in der Pflege überfällig.</description> <content:encoded> <![CDATA[
		<p>Wer <strong>Praktiker/innen in den Pflege- und Betreuungsberufen</strong> nach ihren Wünschen fragt, die sie mit der von Bundesminister Rudolf Anschober für 2021 in Aussicht gestellten <strong>Pflegereform</strong> verknüpfen, erhält vor allem eine Antwort: <strong>Mehr Kolleginnen und Kollegen</strong>! Das sieht stellvertretend für viele auch <strong>Oliver Weichselbaumer</strong>, <strong>Pflegedienstleiter beim Hilfswerk </strong>in Oberösterreich, so: „Die vielbeschworene Würde in der Pflege muss sowohl für die zu pflegenden Menschen, als auch für die Pflege- und Betreuungskräfte gewährleistet sein. Mehr Personal bedeutet: Verbindliche Dienstpläne mit weniger Überstunden und kurzfristigem Einspringen, höhere Arbeitsmotivation, weniger Dropout – und mehr professionelle Zuwendung für jede betreute Person“, so Weichselbaumer. Und er ist überzeugt: „Stimmen die Rahmenbedingungen, dann ist der <strong>Pflegeberuf</strong> hinsichtlich gelebter Professionalität und erfahrener Sinnstiftung <strong>einer der befriedigendsten und schönsten Berufe</strong>, die man ergreifen kann!“</p>
		<h3><strong>Klare Zielvereinbarung zwischen Bund und Ländern für Ausbildungsoffensive</strong> </h3>
		<p>Für 2030 wurde ein Gesamtbedarf an Pflegekräften von 158.300 Personen (= 125.300 Vollzeitäquivalente) errechnet. Das bedeutet einen Mehrbedarf von 75.000 Personen: 34.000 (davon 21.000 in der Langzeitpflege) ergeben sich aus der demografischen Entwicklung und der damit verbundenen Zunahme an Pflegebedürftigkeit. Die restlichen 41.000 Pflegekräfte braucht es, um die bevorstehenden Pensionierungen auszugleichen. „Die Drastik dieser Zahlen kann man sich am besten so veranschaulichen: <strong>Beinahe zwei Kinder jeder österreichischen Schulklasse müssten sich für den Pflegeberuf entscheiden</strong>, damit wir den Personalbedarf bis 2030 decken können“, erläutert <strong>Othmar Karas</strong>, Präsident des <strong>Hilfswerk Österreich</strong>.</p>
		<p>Karas wünscht sich deshalb im Zuge der Pflegereform einen <strong>klaren und nachvollziehbaren Plan sowie verbindliche und realistische</strong> <strong>Zielvereinbarungen zwischen Bund und Ländern</strong>, auf welchen Wegen wie viele Menschen in welchen Regionen für welche Berufsgruppen in der Pflege und Betreuung gewonnen werden können, um dem errechneten Bedarf gerecht zu werden. Das betreffe den Bereich der <strong>Primärausbildungen</strong> und der berufsbildenden Schulen sowie der Fachhochschulen ebenso wie <strong>Programme für Wiedereinsteger/innen und Umsteiger/innen</strong>, aber auch einen strategischen Plan Österreichs zur <strong>Auslandsrekrutierung</strong>. <strong>Ausbildungen </strong>für diese Mangelberufe seien laut Hilfswerk – nach dem Muster der Polizeiausbildung – <strong>kostenfrei zu stellen</strong>, der <strong>Lebensunterhalt</strong> sei entsprechend <strong>zu unterstützen</strong>.</p>
		<p>Für eine wirksame Personaloffensive müssten <strong>Bund und Länder</strong> ihre <strong>Kompetenzen gezielt bündeln</strong> und an einem Strang ziehen, ist Karas überzeugt. „Das wäre ein schöner <strong>Neujahrsvorsatz für die Politik</strong>“, sagt der Präsident des Hilfswerk Österreich, und meint damit den Sozialminister ebenso wie die zuständigen Landesräte/-rätinnen. Als mögliches Muster für ein Vorgehen in diesem Sinne nennt Karas die Bedarfs- und Entwicklungspläne der Länder zur Sicherung der Infrastruktur in der Pflege und Betreuung wie mobile Dienste, Tagesstätten und Pflegeheime, zu der sich die Länder im Rahmen einer 15a-Vereinbarung mit dem Bund verpflichtet haben. „Es braucht einen <strong>nationalen Kraftakt auf regionalen Grundlagen</strong>, sonst bekommen wir bei diesem wichtigen Vorhaben nicht genug PS auf die Straße“, meint Karas.</p>
		<h3><strong>Gerechte Anerkennung der Pflegeberufe und ihrer Kompetenzen als Schlüssel</strong> </h3>
		<p>Ein Hauptschlüssel zur Lösung des Personalproblems liegt für Pflegedienstleiter Weichselbaumer aber auch in der Attraktivierung der beruflichen Rahmenedingungen, insbesondere in der <strong>konkreten</strong> <strong>Wertschätzung der Pflegeberufe</strong> und der <strong>Anerkennung ihrer</strong> <strong>Kompetenzen</strong>. „Nicht jede und jeder kann pflegen. Unsere hochspezifische Ausbildung befähigt uns dazu, die Lebensqualität von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen professionell und nachhaltig zu verbessern. Wir sind Expert/innen in Gesundheitsvorsorge, psychosozialer Begleitung und verfügen häufig über Zusatzkompetenzen wie Inkontinenz- oder Wundmanagement“, erläutert Weichselbaumer. Umso unverständlicher sei es, dass Pflegefachkräfte, die stets auf Tuchfühlung mit den betreuten Personen agierten, zum Beispiel keine Pflegeprodukte verschreiben dürften oder die gesetzlich vorgesehene Weiterverordnung von Medizinprodukten de facto noch immer blockiert sei. Das komme einer <strong>Verhöhnung der Pflegekompetenzen</strong> gleich, sei <strong>extrem bürokratisch</strong> und verhindere, dass der Beruf dauerhaft als wirksam und sinnstiftend erlebt werde, so Weichselbaumer.</p>
		<p>Die mangelhafte Anerkennung der Kompetenzen im beruflichen Alltag samt daraus resultierender Konsequenzen trage nicht nur zum <strong>Dropout</strong> aus dem Beruf bei, er mache für informierte Interessenten und Interessentinnen auch den <strong>Zugang</strong> zum Beruf weniger attraktiv, als er sein müsste: „Gerade jene, die im zweiten oder dritten Bildungsweg die Pflege in Erwägung ziehen, schauen auf berufliche Entfaltungschancen, auf Weiterbildungsoptionen, auf die Organisation der Arbeit – und natürlich auch auf die Verdienstmöglichkeiten. Wir müssen alles daran setzen, hier attraktivere Rahmenbedingungen zu schaffen, sonst wird uns keine nachhaltige Deckung des Personalbedarfs gelingen“, meint Weichselbaumer abschließend.</p>
		 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Österreich</category> <category>Pflege Betreuung</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1762</guid>
	<pubDate> Fri, 09 Oct 2020 12:00:00 +0200 </pubDate>
	<title>Hilfswerk-Forderung zum „Tag der psychischen Gesundheit“: Psychologische Hilfestellung als Kassenleistung!</title>
	<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-forderung-zum-tag-der-psychischen-gesundheit-psychologische-hilfestellung-als-kassenlei/ </link>
 <description>Zugang zu Psychotherapie, psychologischer Behandlung und psychiatrischer Versorgung darf nicht am Einkommen oder Wohnort scheitern. Politik muss Weg für niedergelassene Psycholog/innen freimachen.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/_processed_/c/6/csm_4485865_rfHi_d8b7c02e4e.jpg" length="905117" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
		<p>Der 10. Oktober ist der „Tag der psychischen Gesundheit“. Für das <strong>Hilfswerk</strong> ein willkommener Anlass nachzufragen: Wie steht es überhaupt um die psychische Gesundheit der Österreicher/innen? Welche Angebote zur Behandlung psychischer Probleme stehen ihnen zur Verfügung? Eine im Sommer 2020 veröffentlichte <a href="https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200701_OTS0106/psychische-gesundheit-in-oesterreich-aktuelle-studie-zeigt-grossen-handlungsbedarf-bild" target="_blank" rel="noreferrer">Studie, verfasst von Sophie Karmasin im Auftrag des Berufsverbandes Österreichischer PsychologInnen (BÖP)</a>, lässt die Alarmglocken läuten. <strong>39 Prozent der Menschen in Österreich</strong> waren in der Vergangenheit oder sind aktuell <strong>von einer psychischen Erkrankung betroffen</strong>. Viele von ihnen sind in der Schweigespirale gefangen. Nicht einmal drei Viertel der Befragten würden ihren Angehörigen, nur 21 Prozent ihren Arbeitskolleg/innen davon erzählen. Nur zehn Prozent der Befragten glauben, dass Menschen mit psychischen Krankheiten in Österreich ausreichend geholfen wird, für beinahe zwei Drittel wäre die adäquate Behandlung psychischer Krankheiten unfinanzierbar. </p>
		<p>Gesellschaftliche Ausnahmesituationen wie die Covid-Pandemie bringen Menschen vermehrt in seelische Krisensituationen. Viele fürchten sich vor Jobverlust, andere wiederum sind gerade jetzt mit &nbsp;Konflikten und Überforderungen am Arbeitsplatz konfrontiert. Erziehungsarbeit, Sorge um ältere und/oder kranke Familienmitglieder sowie krisenhafte Beziehungen zu Angehörigen führen oft an die Grenzen der psychischen Belastbarkeit. Die Zahl jener, die sich bereits inmitten solcher Szenarien befinden, ist seit dem Corona-Lockdown im Frühling sprunghaft angestiegen und nimmt noch immer zu. Die Folgen des Mangels an sozialen Kontakten, die allgemeine Überforderung in der Krise sowie der Druck, der aus aktuellen schulischen oder sozialen Defiziten resultiert, fordern ihren psychischen Tribut. Viele der Betroffenen suchen Hilfe bei Expert/innen aus den sogenannten <strong>PSY-Berufsfelder</strong>n. Das sind <strong>Psychotherapeut/innen</strong>, Klinische <strong>Psycholog/innen und Psychiater/innen</strong>. „Eine professionelle Begleitung und Unterstützung scheitert jedoch oftmals an den finanziellen Möglichkeiten der Klientinnen und Klienten – oder schlicht und einfach am mangelnden Angebot in Wohnortnähe“, gibt <strong>Martina Genser-Medlitsch </strong>zu bedenken. Sie ist fachliche Leiterin für den Bereich Kinder, Jugend, Familie und psychosoziale Dienste im Hilfswerk Österreich. </p>
		<p>Der <strong>Mehrbedarf an psychosozialer Unterstützung</strong> entstehe etwa durch akuten Mangel an sozialen Kontakten, durch die allgemeine Überforderung in der Krise sowie den Druck, der aus aktuellen schulischen oder sozialen Defiziten resultiere. „Gerade für alte und kranke Menschen sowie ihre pflegenden Angehörigen ebenso wie Familien, Kinder und Jugendliche müssen wir dringend mehr Unterstützung anbieten – auch durch zugehende Angebote“, ist Genser-Medlitsch überzeugt. </p>
		<p><strong>Restriktive Zugangsbedingungen verhindern adäquate Behandlungen</strong> </p>
		<p>Das Hilfswerk begrüßt zwar das Vorhaben der Österreichischen Gesundheitskasse, ab Herbst die psychotherapeutische Versorgung schrittweise um 20.000 Plätze aufzustocken und damit auch in außerurbanen Regionen ein entsprechendes Angebot voranzutreiben. „Nach wie vor jedoch machen restriktive Bedingungen den Zugang zur psychotherapeutischen Versorgung zum Spießrutenlauf. Das gilt für Betroffene ebenso wie für Anbieter/innen psychotherapeutischer Dienste. Es braucht endlich einen <strong>Gesamtvertrag statt Stundenkontingenten mit Zuzahlungen</strong>, die zudem in den Bundesländern auch höchst unterschiedlich ausfallen“, fordert Genser-Medlitsch. Handlungsbedarf bestehe laut Hilfswerk auch bei der Neugestaltung der Kostensätze. Eine <strong>Direktverrechnung</strong> der Anbieter/innen mit der ÖGK anstatt einer Vorleistung durch die Patient/innen würde es vielen, v. a. finanziell schlechter gestellten Personen erleichtern, entsprechende Hilfe in Anspruch zu nehmen.<strong> <br></strong> </p>
		<p><strong>Leistungsangebot Klinischer Psycholog/innen „auf Kasse“!</strong> </p>
		<p>Besonders kritisch wertet man im Hilfswerk den Umstand, dass die spezifischen Kompetenzen frei praktizierender Klinischer Psycholog/innen – im Gegensatz zu Psychotherapeut/innen und Psychiater/innen – noch immer nicht ins ASVG eingeflossen sind. „Während sie im stationären Bereich längst etabliert und gesetzlich verankert ist, gibt es <strong>im niedergelassenen Bereich</strong> <strong>keine</strong> <strong>klinisch-psychologische Behandlung bzw. Therapie als Kassenleistung</strong>, obwohl damit regionale Versorgungslücken, speziell in ländlichen Gebieten geschlossen werden könnten“, sagt Genser-Medlitsch. </p>
		<p>In Gesprächen mit Vertreter/innen des <strong>Berufsverband</strong>es <strong>Österreichischer PsychologInnen</strong> (BÖP) und anderer Organisationen hat Sozial- und Gesundheitsminister <strong>Rudolf Anschober</strong> bereits signalisiert, die Neugestaltung der Versorgungslandschaft vorantreiben zu wollen. „Davon würden insbesondere Menschen in psychischen Problemlagen, vor allem die stark wachsende Gruppe von Kindern und Jugendlichen mit Behandlungsbedarf profitieren“, meint Genser-Medlitsch. Das Hilfswerk unterstützt alle Bestrebungen, eine „<strong>Psychologie auf Kasse</strong>“ zu erreichen. „Außerdem teilen wir die Forderung nach einem gesamthaften Versorgungskonzept, bei dem alle PSY-Berufe gleichermaßen berücksichtigt werden und es keine Benachteiligungen mehr gibt“, so Genser-Medlitsch abschließend. </p>
		<p><strong>Große Hilfe, ganz nah: Hilfswerk-Angebote für Menschen in psychischen Problemlagen</strong> </p>
		<p>Das Hilfswerk ist eine gemeinnützige Organisation, die sich u. a. im Bereich psychosozialer, gesundheitlicher und familiärer Dienste in Österreich engagiert.</p>
		<p>Information und Beratung rund um Kinder, Jugend, Familie, Gesundheit und Soziales unter der <strong>Hilfswerk Servicehotline: 0800 800&nbsp;820 </strong>(gebührenfrei aus ganz Österreich).</p>
		<p>Eine Vielzahl kostenloser Broschüren kann unter www.hilfswerk.at bestellt bzw. runtergeladen werden.</p>
		 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Österreich</category> <category>Pflege Betreuung</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1758</guid>
	<pubDate> Wed, 07 Oct 2020 13:46:37 +0200 </pubDate>
	<title>BAG: Ohne erfolgreiche Personaloffensive keine Pflegereform!</title>
	<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/bag-ohne-erfolgreiche-personaloffensive-keine-pflegereform/ </link>
 <description>Als „Schicksalsfrage“ der Pflegereform bezeichnen Österreichs große gemeinnützige Pflegeorganisationen die Personalfrage. Daher legen die Organisationen zum Start der Reformdiskussion Fakten und Vorschläge für eine Personaloffensive auf den Tisch.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/user_upload/PK_BAG_Podium_03.JPG" length="4450657" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
		<p>In der <a href="https://www.freiewohlfahrt.at/" target="_blank" rel="noreferrer"><strong>Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt</strong> (BAG)</a> arbeiten seit 1995 die großen Träger­organisationen <strong>Caritas</strong>, <strong>Diakonie</strong>, <strong>Hilfswerk</strong>, <strong>Rotes Kreuz</strong> und <strong>Volkshilfe</strong> zusammen, um gemein­same sozialpolitische Anliegen zu artikulieren, darunter die Verbesserung der Rahmenbedingungen für eine menschenwürdige Pflege. Von den österreichweit aktuell rund 60.000 Mitarbeiter/innen in der Langzeitpflege arbeitet jede/r Dritte in einer Mitgliedsorganisation der BAG. </p>
		<p>Im Herbst 2020 schickt die Bundesregierung das österreichische <strong>Pflegesystem</strong> in einen umfassen­den <strong>Reformprozess</strong> und hat zahlreiche Expert/innen eingeladen, sich an der Neugestaltung zu beteiligen. Die <strong>Personalfrage</strong> wird dabei laut BAG über Gedeih und Verderb der Pflegereform entscheiden. „Nur wenn es Österreich gelingt, in den nächsten Jahren deutlich mehr Menschen für den Pflege­beruf zu gewinnen und sie im Beruf zu halten, wird die Zukunft der Pflege zu sichern sein“, sagt <strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des <strong>Hilfswerk Österreich</strong> und aktuell Vorsitzende der BAG. </p>
		<p><strong>Pflegebranche hat Zulauf und Mangel zugleich</strong> </p>
		<p>In der öffentlichen Debatte gilt der Pflegesektor als personelle Mangelzone. Das trifft jedoch nur auf den demografisch bedingten Mehrbedarf zu. Was die Entwicklung der Personalzahlen angeht, ist der <strong>Pflegesektor </strong>einer der <strong>am schnellsten wachsenden</strong> in Österreich. Von 2008 bis 2916 stieg der Anteil der unselbstständig Beschäftigten in Pflegeheimen um 25 Prozent (von 16.413 auf 20.478) in der sozialen Betreuung älterer Menschen um 27 Prozent (von 17.140 auf 21.776). Die Branche gehört damit zu jenen mit dem stärksten Zulauf an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Dennoch herrscht bereits jetzt ein <strong>Mangel</strong>, der sich auf Grund des berechenbaren <strong>Mehrbedarfs</strong>, welcher aus dem <strong>demografischen Wandel</strong> und einer kommenden <strong>Pensionierungswelle</strong> resultiert, massiv zuspitzen wird. </p>
		<p>2017 arbeiteten 126.900 Personen im Pflegesektor, davon 59.700 in der Langzeitpflege, das ent­spricht 100.600 bzw. 44.900 Vollzeitäquivalenten (VZÄ). Für <strong>2030</strong> wurde ein <strong>Gesamtbedarf an Pflegekräften von 158.300 Personen </strong>(125.300 VZÄ) errechnet. Das bedeutet einen Mehrbedarf von 75.000 Personen. 34.000 (davon 21.000 in der Langzeitpflege) ergeben sich aus der steigenden Lebenserwartung sowie damit einhergehender höherer Morbidität und der Zunahme demenzieller Beeinträchtigungen. Die weiteren 41.500 benötigten Pflegekräfte müssen die in den kommenden Jahren anstehenden Pensionierungen der Babyboomer-Generation abdecken. Die Berechnungen basieren auf von der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) erhobenen Daten. </p>
		<p>Der jährliche Pflegepersonalbedarf schwankt bis 2030 je nach Größe der jährlichen Pensionierungs­welle zwischen 3.900 und 6.700 Personen. Dafür müssten jährlich zwischen 4.430 und 7.550 Absolvent/innen einer Pflegeausbildung auf den Arbeitsmarkt gelangen. Das vermag die Ausbildungs­landschaft in ihrer aktuellen Beschaffenheit nicht abzudecken. „Wir müssen davon ausgehen, dass wir <strong>ab 2024</strong> den <strong>Personal­bedarf</strong> <strong>nicht mehr mit Absolvent/innen decken</strong> können, wenn nicht gravierende Weichenstellungen vorgenommen werden“, nimmt Anselm auf die einschlägige Studie der GÖG Bezug. „Um sich die Dimensionen bewusst zu machen, muss man sich etwa vorstellen, dass ein bis zwei Kinder einer durchschnittlichen österreichischen Schulklasse sich für den Pflegeberuf entscheiden müssten, damit wir den Personalbedarf bis 2030 decken können“, erläutert Anselm. </p>
		<p><strong>Ausbildung für Pflegeberufe beherzt neu aufstellen</strong> </p>
		<p>Für die <strong>Caritas</strong> ist klar, der Fachkräftebedarf ist eine der zentralsten Aufgaben der Pflegereform, die es zu lösen gilt. Um die Zahl der Absolvent/innen zu steigern, schlägt Caritas Präsident <strong>Michael Landau</strong> vor: „Der Zugang zu einer Pflegeausbildung muss für alle möglich sein, die diesen wichtigen, zukunftssicheren und wunderbaren Beruf erlernen möchten. Der <strong>Schulversuch</strong> der fünf­jährigen Ausbildung für die Pflegefachassistenz war ein wichtiger erster Schritt und ich wünsche mir, dass wir bald <strong>vom Piloten in die Fläche</strong> kommen.“ </p>
		<p>Parallel zu einer Ausweitung der Ausbildungs­plätze betont die Caritas die Wichtigkeit von <strong>Anreizen für den Einstieg</strong> in die Pflegeausbildung: „Wir freuen uns über zahlreiche Bewerberinnen und Bewerber an unseren Schulen. Aber wir wissen auch, dass es Anreize braucht, damit noch mehr Menschen diese wertvolle Aufgabe ergreifen wollen. Aus Sicht der Caritas sollte die Ausbildung, <strong>wie</strong> <strong>schulische Ausbildungen sonst auch, für die Schülerinnen und Schüler kostenlos </strong>sein und während der Ausbildung braucht es eine <strong>Existenz­sicherung</strong> für die Auszubildenden. Und das vom Bodensee bis zum Neusiedlersee“, sagt Landau. </p>
		<p><strong>Pflege- und Betreuungsberufe als Chance für Umsteiger</strong> </p>
		<p>Die fortschreitende Digitalisierung, der Niedergang mancher Industriezweige oder Elementarereig­nisse wie die Corona-Pandemie drängen Menschen aus ihren angestammten Jobs. Der <strong>dynamisch wachsende Arbeitsmarkt Pflege und Betreuung</strong> kann eine Alternative bieten. „Hier muss <strong>aktive Arbeitsmarktpolitik </strong>ansetzen und Um- und Wiedereinsteiger/innen den Wechsel in die Pflege und Betreuung auch finanziell ermöglichen“, so <strong>Erich Fenninger</strong>, Direktor in der <strong>Volkshilfe Österreich</strong>. </p>
		<p>Im Rahmen der Pflegereform fordert Fenninger rasche Maßnahmen, die es Menschen ermöglichen, eine zweite Karriere in der Pflege und<strong> </strong>Betreuung einzuschlagen. Dazu gehören <strong>attraktive</strong> <strong>Ausbildungs- und Umschulungsangebote</strong>, die auch berufsbegleitend zu absolvieren sind, sowie die <strong>Übernahme der Kosten für Ausbildung und Lebensunterhalt</strong> für die Dauer des Umstieges. Die Umschulungsangebote sowie des Lebens- und Unterhaltskosten der Umsteiger/innen sollten durch <strong>Arbeitsstiftungen</strong> und/oder Mittel aus dem <strong>AMS</strong> finanziert werden. </p>
		<p><strong>Arbeitszufriedenheit durch Anerkennung von Kompetenzen</strong> </p>
		<p>„Wollen wir den Fachkräftemangel beheben und engagierte <strong>Pflegekräfte</strong> solange wie möglich <strong>im Beruf halten</strong>, dann müssen wir den Pflegeberuf attraktiver machen und den Mitarbeiter/innen <strong>Entwicklungsmöglichkeiten</strong> bieten. Etwa durch <strong>Fachkarrieren</strong> in der Langzeitpflege sowie durch die Anerkennung und <strong>finanzielle Abgeltung von Zusatzqualifikationen</strong>“, sagt <strong>Michael Opriesnig</strong>, Generalsekretär des <strong>Österreichischen Roten Kreuzes</strong>.</p>
		<p>Es reiche nicht aus, den Pflegekräften in Sonntagsreden zu danken. „Wir müssen Perspek­tiven geben und Ambitionen zur Weiterentwick­lung fördern. Wollen wir zufriedene Pflegebedürftige und Angehörige, dann brauchen wir auch zufriedene Pflegerinnen und Pfleger“, ist Opriesnig überzeugt. </p>
		<p>Dazu sei es notwendig, dass Pflegekräfte gemäß ihrer Kompetenzen <strong>eigenverantwortlich arbeiten</strong> können, sprich: <strong>Leistungsqualität vor Leistungsdauer</strong>, weg von der Stoppuhr der Leistungsver­gütung durch die öffentliche Hand! Außerdem bedürfe es der gesetzlich längst vorgesehenen Anerkennung von Kompetenzen, wie zum Beispiel bei der <strong>Weiterverordnung von Medizin- und Pflegeprodukten</strong> oder bei medizinischen Leistungen im Rahmen der Hauskrankenpflege. Hier müssten, so Opriesnig, auch die Sozialversicherungsträger in die Pflicht genommen werden.<strong> <br></strong> </p>
		<p><strong>Faire und attraktive Arbeitsbedingungen für Verbleib im Beruf</strong> </p>
		<p>Studien zeigen, dass vor allem jüngere Beschäftigte im Pflegesektor unter 25 Jahren nicht vorhaben, den Pflegeberuf bis zur Pension auszuüben. Beschäftigte über 55 Jahren denken hingegen eher nicht daran denken, aus dem Pflegeberuf auszuscheiden, sind jedoch oft aus gesundheitlichen Gründen dazu gezwungen. Pflegekräfte leiden unter Stress durch Zeitdruck, durch Arbeitsverdichtung und die zu hohe Zahl an Klient/innen. Viel Bürokratie und viele Vorgaben schränken ebenso ein wie große Organisationseinheiten. Es bleibt schlicht und ergreifend zu wenig Gestaltungsspielraum, um das zu tun, was die Langzeitpflege zu einer erfüllenden Arbeit macht: Zuwendung und Beziehung, Gespräche und gesellige Aktivitäten. </p>
		<p>Ein wesentlicher Hebel, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern, sind die <strong>Personalschlüssel</strong> bzw. <strong>Normkostensätze</strong> und die entsprechende <strong>Refinanzierung durch die öffentliche Hand</strong>. Personalschlüssel und Annahmen zu Finanzierungssätzen sind überholt, in jedem Bundesland anders und viel zu knapp kalkuliert. „Wir brauchen eine <strong>österreich­weit verpflichtende, einheitliche, transparente und evidenzbasierte Berechnungs­methode</strong> – unter Einberechnung von Ausfallszeiten wie Urlaub, Krankenstand oder Karenz sowie Aus-, Fort-und Weiterbildungszeit. Diese muss auch Bedarfsanpassungen im Hinblick auf die Bewohnerstruktur oder spezifische Anforderungen der jeweiligen Pflege- und Betreuungs­konzepte mitberücksichtigen“, fordert <strong>Maria Katharina Moser</strong>, Direktorin <strong>Diakonie Österreich</strong>. </p>
		<p>Der zweite Hebel sind die <strong>Betreuungsformen und Pflegedienstleistungsangebote</strong>. Studien zeigen, dass Mitarbeiter/innen in kleineren Einrichtungen weniger belastet sind als in großen. Dezentrale Wohn- und Betreuungsformen sind auch besser für Menschen mit Pflege­bedarf. Größere Gestaltungsmöglichkeiten steigern die Arbeitszufriedenheit von Mitarbeiter/innen. Haben diese mehr Autonomie und Entscheidungskompetenz, können sie besser auf die individuellen Bedürfnisse der Klient/innen reagieren. „Was gut ist für die Menschen, die Pflege brauchen, ist auch gut für die Pflegekräfte und ihre Motivation, im Beruf zu bleiben“, so Moser abschließend.</p>
		 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1757</guid>
	<pubDate> Mon, 05 Oct 2020 17:14:47 +0200 </pubDate>
	<title>Hilfswerk begrüßt Pläne des Sozialministers zum Pflegereformprozess</title>
	<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-begruesst-plaene-des-sozialministers-zum-pflegereformprozess/ </link>
 <description>Hilfswerk-Präsident Othmar Karas: „Echte Pflegereform erfordert Kreativität, Mut und entsprechende Finanzmittel!“</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/user_upload/Othmar_Karas.jpg" length="159018" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
		<p>Im Rahmen einer Pressekonferenz präsentierte <strong>Sozialminister Anschober</strong> heute, Montag, 5. Oktober 2020, die Ergebnisse des einschlägigen digitalen Beteiligungsprozesses vom Sommer und skizzierte die Eckpfeiler der kommenden Pflegereform. „Wir sind erfreut, dass Minister Anschober die Pflegereform neben der Pandemie als zentrale Herausforderung seiner politischen Agenda sieht“, sagt <strong>Othmar Karas</strong>, Präsident des <strong>Hilfswerk Österreich</strong>.</p>
		<p>„Österreich braucht eine echte Reform in der Pflege, keine Kosmetik und kein Flickwerk, sondern einen großen Wurf, der unser System angesichts der Herausforderungen zukunftsfähig aufstellt“, fordert Karas und fährt fort: „Wir werden dafür Kreativität, Mut und die entsprechenden Finanzmittel benötigen.“ Die <strong>Herausforderungen</strong> lägen laut Hilfswerk <strong>auf drei Ebenen</strong>: einer nachhaltigen Finanzierung, einer bedarfsgerechten Weiterentwicklung der Versorgungslandschaft und einer wirksamen Personaloffensive.</p>
		<p>Gemeinsam mit <strong>Ulrike Famira-Mühlberger</strong> (WIFO) hat BM Anschober heute nochmals auf die Personalbedarfszahlen im Pflegesektor hingewiesen. <strong>Bis 2030 brauche Österreich rund 100.000 zusätzliche Arbeitskräfte, das sind etwa 76.000 Vollzeitäquivalente</strong>. Im Hilfswerk, aber auch in anderen großen Trägerorganisationen hält man die <strong>Personalfrage</strong> deshalb für die <strong>Schicksalsfrage</strong> <strong>der Pflegereform</strong> schlechthin.</p>
		<p>Am kommenden Mittwoch, 7. Oktober 2020 werden Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz und Volkshilfe im Rahmen einer Pressekonferenz die Personalproblematik in der Pflege im Detail erläutern und jene dringenden Weichenstellungen benennen, die ein zukunftsfähiger Sektor braucht?</p>
		 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1745</guid>
	<pubDate> Mon, 21 Sep 2020 08:32:19 +0200 </pubDate>
	<title>Hilfswerk Österreich zum Welt-Alzheimertag: Schluss mit der Verdrängung und Tabuisierung von Demenz!</title>
	<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-oesterreich-zum-welt-alzheimertag-schluss-mit-der-verdraengung-und-tabuisierung-von-demenz/ </link>
 <description>Aufgrund höherer Lebenserwartung wird die Zahl der Menschen mit demenziellen Beeinträchtigungen stark steigen. Ein neuer Umgang mit Demenz ist überfällig.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/Bilder/Brosch%C3%BCren_Hand-in-Hand/Demenz/shutterstock_1188671005_WEB.jpg" length="965022" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
		<p>Am&nbsp;<strong>Montag, 21. September</strong>&nbsp;ist „<strong>Welt-Alzheimertag</strong>“. Als führender Träger in der Pflege und Betreuung älterer und chronisch kranker Menschen nimmt das&nbsp;<strong>Hilfswerk Österreich</strong>&nbsp;dieses Datum zum Anlass, erneut auf die Bedürfnisse von Menschen hinzuweisen, die mit der&nbsp;<strong>pflegerelevanten Hauptdiagnose Demenz</strong>&nbsp;leben. Jede/r vierte Bürger/in über 80 Jahren und fast jede/r zweite über 90 Jahren sind davon betroffen. Alzheimer ist eine der am häufigsten auftretenden Formen demenzieller Beeinträchtigungen.</p>
		<p>Insgesamt leben derzeit&nbsp;<strong>130.000 Österreicherinnen und Österreicher mit demenziellen Beeinträchtigungen</strong>. Gesellschaft und Gesundheitssystem müssen sich aber schon jetzt darauf einstellen, dass sich diese Zahlen deutlich erhöhen werden, denn:&nbsp;<strong>Das Demenzrisiko wächst mit dem Alter und folgt damit der steigenden Lebenserwartung.</strong>&nbsp;Bis zum Jahr 2030 wird sich die&nbsp;<strong>Zahl der Menschen mit Demenz</strong>&nbsp;etwa&nbsp;<strong>verdoppeln</strong>.</p>
		<h3><strong>Demenz geht uns alle an</strong></h3>
		<p><strong>Demenz betrifft</strong>&nbsp;nicht nur die erkrankten Personen, sondern in ganz besonderer Weise auch deren persönliche Umgebung:&nbsp;<strong>Familie</strong>,<strong>&nbsp;Angehörige&nbsp;</strong>und<strong>&nbsp;Pflegende</strong>. Trotz der massiven Betroffenheit ist der gesellschaftliche Umgang mit Demenz von&nbsp;<strong>Verdrängung&nbsp;</strong>und<strong>&nbsp;Tabuisierung</strong>&nbsp;geprägt. „Das Phänomen Demenz muss in seiner Komplexität, seiner demographischen wie gesundheitspolitischen Bedeutung und in seinen sozialen und gesellschaftlichen Auswirkungen neu betrachtet werden“, fordert&nbsp;<strong>Othmar Karas</strong>, Präsident des Hilfswerk Österreich. „Dieser Entwicklung muss auch die bevorstehende Pflegereform Rechnung tragen“, so Karas weiter. „Wir dürfen als Gesellschaft diese Menschen nicht alleine lassen. Vielmehr braucht es konkrete Unterstützungsangebote für Betroffene und wirksame Maßnahmen zur Entlastung und Stärkung von pflegenden Angehörigen.“</p>
		<h3><strong>Was Betroffenen und Angehörigen wirklich helfen würde</strong></h3>
		<p>Angesichts der starken Zunahme demenzieller Beeinträchtigungen fordert das Hilfswerk bedarfsgerechte, leicht zugängliche Unterstützungsangebote. Insbesondere braucht es:</p>
		<ul>
			<li>Eine&nbsp;<strong>Neuregelung der Pflegegeldeinstufung</strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>stärkere Berücksichtigung kognitiver&nbsp;</strong>und<strong>&nbsp;psychosozialer Beeinträchtigungen</strong></li>
			<li>die nachhaltige&nbsp;<strong>Stärkung einschlägiger Kompetenzen im Bereich der Langzeitpflege</strong></li>
			<li>mehr Angebote und Initiativen für&nbsp;<strong>konsiliares</strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>interdisziplinäres Arbeiten</strong></li>
			<li><strong>Unterstützung des Austauschs&nbsp;</strong>und<strong>&nbsp;der Selbsthilfe</strong>&nbsp;Betroffener und Angehöriger</li>
			<li><strong>zugehende Beratungsangebote</strong>&nbsp;für Betroffene und Angehörige in den eigenen vier Wänden bzw. in der eigenen Lebenswelt (mobile Demenzberatung, konkrete Verbesserungen der Situation vor Ort)</li>
			<li>den flächendeckenden&nbsp;<strong>Ausbau leistbarer mehrstündiger Tagesbetreuung zu Hause</strong>&nbsp;zur gezielten Entlastung und nachhaltigen Stärkung der Angehörigen (z. B. einen Nachmittag in der Woche „frei“ …)</li>
			<li>den&nbsp;<strong>Ausbau</strong>&nbsp;einschlägiger Angebote zur&nbsp;<strong>Kurzzeitpflege</strong>&nbsp;und von&nbsp;<strong>Tageszentren</strong>&nbsp;bzw.&nbsp;<strong>Fahrtendiensten</strong></li>
		</ul>
		<p>&nbsp;</p>
		<p>„Die&nbsp;<strong>Politik ist gefordert</strong>, den nötigen&nbsp;<strong>Rahmen zu gestalten</strong>, in dem&nbsp;<strong>qualitativ hochwertige Betreuung und Pflege</strong>&nbsp;insbesondere auch für&nbsp;<strong>Betroffene von Demenz und deren Angehörige&nbsp;</strong>möglich ist. In der Österreichischen Demenzstrategie ist eine Reihe von zielführenden Maßnahmen bereits definiert. Die bevorstehende Pflegereform bietet die einmalige Chance, wirksame Verbesserungen endlich auf den Weg zu bringen“, so Othmar Karas abschließend.</p>
		<h3><strong>Hilfswerk: Kompetenz in Demenz</strong></h3>
		<p><strong></strong> </p>
		<p>Das Hilfswerk, als größter heimischer Anbieter mobiler Pflegedienstleistungen, leistet bereits jetzt mit einem umfassenden Informations- und Beratungsangebot einen nützlichen Beitrag zur&nbsp;<strong>Entstigmatisierung von Demenz</strong>&nbsp;und zur&nbsp;<strong>Unterstützung pflegender Angehöriger.</strong><strong></strong> </p>
		<p><strong>Kostenlose Broschüren</strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>Webservices</strong>&nbsp;–&nbsp;<a href="https://www.hilfswerk.at/mehr-als-vergesslich/" target="_blank">hilfswerk.at/mehr-als-vergesslich/</a>&nbsp;und&nbsp;<a href="https://www.hilfswerk.at/ich-bin-dann-mal-alt/" target="_blank">hilfswerk.at/ich-bin-dann-mal-alt/</a>&nbsp;sowie die&nbsp;<strong>Hotline 0800 800 820</strong>&nbsp;und spezielle&nbsp;<strong>Beratungsangebote</strong>&nbsp;in den Bundesländern bieten einen breiten und niederschwelligen Zugang.</p>
		 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1740</guid>
	<pubDate> Fri, 11 Sep 2020 17:12:02 +0200 </pubDate>
	<title>Hilfswerk: „Pflegende Angehörige in der Krise nicht vergessen!“</title>
	<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-pflegende-angehoerige-in-der-krise-nicht-vergessen/ </link>
 <description>13. September, Tag der pflegenden Angehörigen: Hilfswerk-Präsident Karas mahnt Bewusstsein und Unterstützung für pflegende Angehörige ein.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/_processed_/1/4/csm_Pflegende_Angehoerige_2078_2019_aeb4a6d63f.jpg" length="4825164" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
		<p>&nbsp;</p>
		<p>„<strong>Pflegende Angehörige</strong> sind das Rückgrat des heimischen Pflegesystems. Aber sie sind oft <strong>unsichtbar</strong>“, meint Othmar Karas, Präsident des <strong>Hilfswerk Österreich</strong>. „Weil pflegende Angehörige die häusliche Pflege und Betreuung auch in der Krise am Laufen halten, werden sie oft nicht gesehen. Ihr Einsatz und Ihre Herausforderungen werden <strong>unterschätzt</strong>, weil sie sich nicht laut bemerkbar machen“, erläutert Karas.</p>
		<p>Die <strong>Belastung in der häuslichen Pflege und Betreuung</strong> habe sich <strong>in der Krise</strong> jedoch enorm <strong>zugespitzt</strong>. Betroffene und Angehörige seien als Risikogruppen in zusätzliche Isolation geraten, es fehle an Perspektiven, Kraft und Zuversicht würden schwinden. „Wir müssen hier dringend reagieren und zusätzliche <strong>Unterstützung</strong> anbieten – etwa in Form spezifischer Beratung, die hilft, gemeinsam Pläne und Lösungen für die nächsten Monate zu entwickeln. Manche Betroffenen und Angehörigen benötigen auch psychosoziale Hilfe, um ihren Lebensmut und ihre Selbsthilfekräfte zu stärken. Pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige brauchen außerdem endlich eine <strong>funktionierende, kostenlose, dezentrale und rasch verfügbare Testinfrastruktur</strong>. Diplomierte Pflegekräfte kennen die familiären Situationen genau, sie können kraft ihrer Ausbildung Testabstriche nehmen und so zur schnellen Gewissheit hinsichtlich Infektion beitragen“, verweist Karas auf die sinnvolle Nutzung vorhandener Kompetenzen mobiler Dienste.</p>
		<p><strong>Maß nehmen an Bedürfnissen der pflegenden Angehörigen</strong> </p>
		<p>Von den rund 462.000 <strong>Pflegegeldbezieherinnen und -beziehern</strong> in Österreich leben <strong>79 Prozent zuhause</strong>. Sie werden zumeist von <strong>pflegenden Angehörigen</strong> umsorgt, zu 38,5 Prozent ausschließlich, 33 Prozent nutzen die Unterstützung mobiler Dienste wie Hauskrankenpflege und Heimhilfe, rund 5 Prozent haben eine 24-Stunden-Betreuung. „Deshalb muss auch die anstehende Pflegereform insbesondere das Wohl der pflegenden Angehörigen vor Augen haben und jede Maßnahme dahingehend überprüfen, welche Auswirkungen sie für diese hoch belastete Zielgruppe hat“, so Karas.&nbsp; </p>
		<p>Unterstützung und Entlastung werde Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörige vor allem durch die <strong>Fachkräfte der mobilen Pflege- und Betreuungsdienste</strong> zuteil. Deshalb sei es unerlässlich, nicht nur den Rahmen für deren Leistungen zu verbessern, sondern spezifische Angebote der mobilen Dienste gezielt zu fördern und auszubauen. „Fachkräfte der Pflegeträger sind imstande, die physische und seelische Beanspruchung pflegender Angehöriger zu lindern. Dafür braucht es vernünftige Rahmenbedingungen, damit die Fachkräfte schnell und in ausreichendem Ausmaß helfen können“, fordert Karas.</p>
		<p>Konkret schlägt das Hilfswerk folgende <strong>Maßnahmen zur Unterstützung pflegender Angehöriger</strong> vor: </p>
		<ul>
			<li><strong>kostenlose und umfassende Erstberatung</strong> für pflegende Angehörige in allen Bundesländern durch Pflegefachkräfte und/oder Sozialarbeiter/innen</li>
			<li>niederschwellige Angebote für<strong> fachlich-pflegerisches Coaching</strong> und <strong>psychosoziale Beratung und Begleitung</strong> für pflegende Angehörige</li>
			<li><strong>unbürokratisch verfügbare Entlastungsangebote</strong> für Auszeiten von der Pflege, zur Erholung und zur Wahrung eigener Interessen, bereits bestehende Möglichkeiten der Ersatzpflege (Kostenzuschuss zu privater oder professioneller Pflege) müssen weiter ausgebaut werden.<strong></strong></li>
			<li><strong>Vereinbarkeit von Pflege und Beruf</strong> im Sinne eines Rechtsanspruchs auf Pflegekarenz bzw. Pflegeteilzeit für die gesamte mögliche Dauer der Pflegekarenz/Pflegeteilzeit<strong></strong></li>
			<li><strong>Anerkennung informell erworbener Pflegekompetenzen</strong>, d.h. wer sich in der familiären Betreuung und Pflege engagiert hat, soll eine gezielte Unterstützung beim beruflichen Um-/Einstieg in einen Pflege- oder Betreuungsberuf erhalten. </li>
		</ul>
		 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1734</guid>
	<pubDate> Mon, 07 Sep 2020 14:24:36 +0200 </pubDate>
	<title>Hilfswerk zum heutigen Gipfel gegen Alterseinsamkeit: „Nicht auf pflegende Angehörige vergessen!“</title>
	<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-zum-heutigen-gipfel-gegen-alterseinsamkeit-nicht-auf-pflegende-angehoerige-vergessen/ </link>
 <description>Wichtige Maßnahmen, um Pflegebedürftige und Angehörige zu unterstützen: Stärkung mobiler Dienste, Aufwertung der psychosozialen Betreuung, Zugang zu Corona-Tests.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/_processed_/b/c/csm_B6A0003_BKA_Dragan_Tatic_ec04373c98.jpg" length="1409355" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
		<p>Heute Vormittag empfing die Regierungsspitze – BK Kurz, VK Kogler, BM Anschober und BM Köstinger – Vertreter/innen von Hilfsorganisationen, um die Themen Alterseinsamkeit und Isolation Pflegebedürftiger zu erörtern. <strong>Othmar Karas</strong>, Präsident des Hilfswerk Österreichs betonte dabei, dass rund <strong>80 Prozent aller Pflegebedürftigen zuhause</strong>, von Angehörigen und/oder mobilen Pflegediensten umsorgt werden.</p>
		<p>„Ich freue mich, dass die Bundesregierung zum Start der Pflegereform ein großes, im Zuge der Corona-Pandemie besonders virulent gewordenes Problem erkannt hat. Wer ältere Menschen vor Vereinsamung schützen will, der muss ihr persönliches Umfeld stärken. <strong>Je größer die Unterstützung für pflegende Angehörige, desto kraftvoller und zuversichtlicher können sie sich ihren Liebsten zuwenden</strong>“, so Karas.</p>
		<p>Unterstützung und Entlastung erfahren Pflegebedürftige und pflegende Angehörige vor allem durch die <strong>Fachkräfte der mobilen Pflegedienste</strong>. Es sei deshalb unerlässlich, nicht nur den Kostenrahmen für deren Leistungen zu verbessern, sondern spezifische Angebote der mobilen Dienste gezielt zu fördern und auszubauen. „Das betrifft vor allem auch <strong>psychosoziale Hilfestellungen</strong> für pflegende Angehörige. Fachkräfte der Pflegeträger sind imstande deren Sorgen, deren physische und seelische Beanspruchung zu lindern. Dafür braucht es vernünftige Rahmenbedingungen, damit die Fachkräfte schnell und in ausreichendem Ausmaß helfen können“, fordert Karas.</p>
		<p>„Der Corona-Lockdown hat außerdem gezeigt, dass <strong>Pflegebedürftige </strong>und<strong> Angehörige </strong>zu<strong> Risikogruppen</strong> von Epi- und Pandemien zählen. Eine Lehre aus dieser Zeit muss sein: Diese Menschen brauchen eine <strong>funktionierende, kostenlose, dezentrale und rasch verfügbare Testinfrastruktur</strong>. Die diplomierten Pflegekräfte kennen die familiären Situationen genau, können kraft ihrer Ausbildung Testabstriche nehmen und so zur schnellen Gewissheit hinsichtlich Ansteckung beitragen“, bricht Karas abschließend eine Lanze für die volkswirtschaftlich sinnvolle Nutzung vorhandener Kompetenzen der mobilen Dienste.</p>
		 ]]> </content:encoded> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> <category>Presseaussendung</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1730</guid>
	<pubDate> Tue, 01 Sep 2020 14:42:08 +0200 </pubDate>
	<title>Hilfswerk zur kritischen Situation in der 24-Stunden-Betreuung: Reisekorridore und Teststationen notwendig!</title>
	<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-zur-kritischen-situation-in-der-24-stunden-betreuung-reisekorridore-und-teststationen-not/ </link>
 <description>Als führende Pflegeorganisation und größter gemeinnütziger Anbieter von 24-Stunden-Betreuung warnt das Hilfswerk einmal mehr vor Corona-bedingten Versorgungsengpässen</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/_processed_/6/8/csm_Hilfswerk_24-stunden_sujet_WEB_c7a20e4d97.jpg" length="619322" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
		<p><span itemprop="dateline"></span>In seiner heutigen Rede hat Bundesminister <strong>Rudolf Anschober</strong> zur aktuellen Situation angesichts der CoVid-19-Pandemieentwicklung Stellung genommen. Aus Sicht des <strong>Hilfswerk Österreich</strong> sehr erfreulich: Der Fahrplan zur Umsetzung der notwendigen Pflegereform soll bis Ende 2020 fixiert sein. Und: Sobald 2021 verlässliche Impfstoffe gegen Corona auf den Markt kommen, werden Angehörige der Pflegeberufe zu jenen gehören, die prioritär Zugang dazu erhalten. Was die bevorstehenden neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie betrifft, verwies Anschober auf die morgen, am 2. September stattfindende Pressekonferenz der Bundesregierung.</p>
		<p>Das Hilfswerk ist zuversichtlich, dass in dieser Pressekonferenz der Pflegebereich insgesamt ausführlich zu Sprache kommen wird, sei es die Situation in den Pflegeheimen oder jene in der häuslichen Betreuung, in der Hauskrankenpflege und Heimhilfe. Dramatisch würden sich laut Hilfswerk die <strong>aktuellen</strong> <strong>Herausforderungen</strong> <strong>in der 24-Stunden-Betreuung </strong>darstellen: „Die <strong>Situation </strong>ist fast <strong>kritischer als im Frühling</strong>“, meint <strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich. „Schon während des Lockdowns im Frühjahr 2020 haben wir auf die durch Reisebeschränkungen verschärfte Personalsituation in der 24-Stunden-Betreuung hingewiesen und sichere Reisekorridore sowie grenznahe Teststationen gefordert. Nach der Aufhebung des Lockdowns waren alle erleichtert, jetzt aber spitzt sich die Lage wieder massiv zu“, so Anselm. „Eine weitere Verschärfung der Lage droht, sollte Ungarn im Rahmen der seit heute wirksamen Einreiserestriktionen auch die in Aussicht gestellten Transitmöglichkeiten beschneiden“, warnt Anselm.</p>
		<h3><strong>Testinfrastruktur in Österreich und Herkunftsländern nicht ausreichend</strong> </h3>
		<p>„Unsere Personenbetreuer/innen kommen vorwiegend aus der Slowakei, viele aber auch aus Bulgarien, Rumänien und Kroatien – und Betreuer/innen aus diesen drei Ländern brauchen für die Einreise nach Österreich jedenfalls einen negativen Corona-Test, der nicht älter als 72 Stunden ist“, so <strong>Karin Grössing</strong>, Leiterin des Geschäftsbereichs 24-Stunden-Betreuung beim Hilfswerk. Die Testinfrastruktur in den Herkunftsländern sei laut Hilfswerk jedoch problematisch, weil entweder die Zugänge zu Tests schwierig oder die Wartezeiten auf deren Auswertung länger als 72 Stunden sind.</p>
		<p>Das Hilfswerk fordert daher mit Nachdruck die <strong>Einrichtung von Teststationen für Personenbe­treuer/innen an den österreichischen Grenzen bzw. an geeigneten Verkehrsknotenpunkten </strong>sowie<strong> Quartiere, in denen die Betreuer/innen die Auswertung der Tests abwarten oder bei positivem Test in Quarantäne verbleiben können</strong>. „Diese Quartiere stehen momentan nicht zur Verfügung, weil sie in den Tourismusgebieten ausgebucht, in anderen Regionen krisenbedingt nicht in Betrieb sind keine unsicheren bzw. Verdachtsfälle aufnehmen“, weiß Grössing. Und selbst wenn Unterkünfte bereitstünden, allein die Verordnung, dass allfällige Quarantäne- bzw. Unterbringungskosten von den Personenbetreuer/innen selbst zu bezahlen sind, würde deren Bereitschaft in Österreich zu arbeiten deutlich dämpfen, so Grössing.</p>
		<p>„Viele Personenbetreuer/innen erwägen bereits, ihr Gewerbe bis zum Abklingen der Corona-Restriktionen ruhend zu stellen oder sich in Ländern mit besserer Einreise- und Test-Infrastruktur um Kunden und Vermittler umzusehen. Das wäre ein Desaster für uns. Die stark steigende Nachfrage nach 24-Stunden-Betreuung in Österreich wäre dann nicht mehr zu stillen“, warnt Grössing.</p>
		<h3><strong>Procedere für Abrechnung der Testkosten noch immer ungeklärt</strong> </h3>
		<p>Bereits vor mehreren Wochen hat das Gesundheits- und Sozialministerium eine <strong>Teilübernahme von Testkosten für in Österreich arbeitende Personenbetreuer/innen</strong> <strong>zugesagt</strong>. Der Zuschuss soll bei privat organisierten Tests im Inland bis zu 85 Euro, im Ausland bis zu 60 Euro pro Betreuer/in und Monat betragen. „Das finden wir sehr positiv, allerdings gibt es für die Refundierung der von den Betreuer/innen oder ihren Auftraggeber/innen vorgestreckten Testkosten <strong>bisher noch kein Antragsprocedere</strong> bzw. Formular“, sagt Grössing. Ebenfalls sei noch zu klären, ob der Zuschuss auch auf ausländische Konten überwiesen werden könne.</p>
		<p>Bis dato hätten meist die betreuten Kunden bzw. deren Familien die Kosten der Tests für die Einreise vorgestreckt. Um die Tests für die Rückreise ins Heimatland sowie die anfallenden Kosten müssten sich die Personenbetreuer/innen jedoch selbst kümmern. Mangels grenznaher Schnelltests sowie Unterbringung während der Wartezeit auf das Ergebnis sei das laut Hilfswerk ein mühsames Unterfangen.</p>
		<p>Mit den Kosten für die Tests und die notwendigen Aufenthalte an der Teststation dürfe man laut Hilfswerk weder die Personenbetreuer/innen, noch die pflegebedürftigen Menschen alleine lassen. „Wenn es uns nicht gelingt, die Ein- und Ausreise der Personenbetreuer/innen sicher und reibungslos zu gestalten, droht früher oder später doch noch der befürchtete – und bisher erfolgreich verhinderte –Kollaps der 24-Stunden-Betreuung in Österreich“, warnt Elisabeth Anselm abschließend.</p>
		<h3><strong>Über das Hilfswerk Österreich</strong> </h3>
		<p>Das Hilfswerk Österreich ist österreichischer Marktführer in der Hauskrankenpflege und Heimhilfe sowie der größte gemeinnützige Anbieter von 24-Stunden-Betreuung, ausgezeichnet mit dem ÖQZ-Gütesiegel.</p>
		<h3><strong>Basisinfo zur 24-Stunden-Betreuung</strong> </h3>
		<p>In der 24-Stunden-Betreuung werden rund 25.000 Österreicher/innen, das sind knapp 6 Prozent aller Pflegegeldbezieher/innen, von Personenbetreuer/innen umsorgt. Sie versehen ihren Dienst in heimischen Haushalten meist in Intervallen von 14, 21 oder 28 Tagen, je nach Entfernung des Herkunftslandes. Die <strong>rund 60.000</strong> bei der Wirtschaftskammer registrierten <strong>selbständigen Personenbetreuer/innen</strong> stammen überwiegend aus Ost- und Südeuropa: insbesondere aus Rumänien, der Slowakei und Ungarn, aber auch aus Bulgarien oder Kroatien.</p>
		 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>24 Stunden Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1728</guid>
	<pubDate> Fri, 28 Aug 2020 10:38:00 +0200 </pubDate>
	<title>Rede zur Lage der Nation: Hilfswerk begrüßt „Pakt gegen Einsamkeit“</title>
	<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/rede-zur-lage-der-nation-hilfswerk-begruesst-pakt-gegen-einsamkeit/ </link>
 <description>Runder Tisch und Maßnahmen gegen Alterseinsamkeit in der Krise dringend notwendig, auch für die häusliche Pflege!</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/_processed_/0/6/csm_OK_Portrait_Querformat__c__Jakob_Glaser_64fa45bd36.jpg" length="737680" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
		<p> <a href="http://www.facebook.com/sharer.php?u=https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200828_OTS0147/rede-zur-lage-der-nation-hilfswerk-begruesst-pakt-gegen-einsamkeit&amp;t=Rede+zur+Lage+der+Nation%3A+Hilfswerk+begr%C3%BC%C3%9Ft+%E2%80%9EPakt+gegen+Einsamkeit%E2%80%9C" title="Über Facebook teilen" target="_blank" rel="noreferrer"><span class="share-icon-fb"></span></a> </p>
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		<p>Einsamkeit im Alter sei zwar kein Problem, das erst durch die Krise entstanden sei, es habe sich aber durch die Krise massiv verschärft. Das zeige sich auch in der Praxis des Hilfswerks als einer der führenden Pflegeorganisationen Österreichs ganz deutlich. Man freut sich daher darüber, dass die Bundesregierung das Thema nun aktiv aufnehme. Nicht nur in den stationären Einrichtungen wie Spitälern und Pflegeheimen zeige sich die besondere Herausforderung, die durch die Maßnahmen zur Infektionsabwehr entstanden seien, auch in der häuslichen Pflege sei man damit konfrontiert, meint Othmar Karas, Präsident des Hilfswerk Österreich: „Wenn eine Frau beispielsweise ihren an Demenz erkrankten Mann zu Hause pflegt, und ihre Kraftquelle, um dem pflegerischen Alltag gerecht zu werden, liegt darin, dass die Enkel zu Besuch kommen, oder sie einmal in der Woche Freundinnen zum Kartenspielen trifft, dann ist das ein Desaster, wenn das alles wegfällt.“ Pflegende Angehörige hätten zum Schutz des betreuten Menschen, aber auch zum eigen Schutz, weil selbst oft hochaltrig, in der Krise eine „sozialen Lockdown“ erfahren, der einsam und verzweifelt machen kann.</p>
		<p><strong>Pflegende Angehörige aus dem „sozialen Lockdown“ holen</strong> </p>
		<p>In vielen Haushalten, in denen gepflegt wird, sei die Fachkraft des Hilfswerks in der Hauskrankenpflege und Heimhilfe der einzige direkte Kontakt in der Krise gewesen, und ist es auch nach wie vor. In Haushalten, wo nicht auf mobile Dienste zurückgegriffen werde, seien Angehörige überhaupt auf sich alleine gestellt gewesen. Viele pflegende Angehörige brauchen jetzt dringend mehr Unterstützung, teilweise auch andere Unterstützung, etwa psychologischen Beistand, um ihre Kraft zu halten, um Zuversicht und Perspektiven zu entwickeln. Man habe seitens des Hilfswerks daher reagiert und ein Programm erstellt, das insbesondere auf die Stärkung und Unterstützung pflegender Angehöriger in der Krise abstellt. Das Hilfswerk bietet eine Beratungs-Hotline für pflegende Angehörige, aber auch Besuche durch erfahrene Fachkräfte an, die helfen, die Situation neu zu ordnen, sich bestmöglich auf die Krisenumstände einzustellen und Lösungen zu finden, die Lebensqualität auch in der Krise möglich machen. Die Erfahrungen aus diesen Praxisfeldern werde man gerne beim „Runden Tisch“ im Rahmen des „Paktes gegen Einsamkeit“ einbringen, sagt Karas.</p>
		<p><strong>Arbeitsstiftung für Pflegepersonal und Schulpaket weitere wichtige Maßnahmen</strong> </p>
		<p>Die ebenfalls präsentierten Pläne zur Schaffung einer Arbeitsstiftung bewertet das Hilfswerk ebenfalls sehr positiv. Man sehe hier enormes Potenzial im Bereich der Gesundheits-, Pflege- und Betreuungsberufe, gerade angesichts des eklatanten Personalbedarfs im Pflegebereich. Für wichtig hält man auch den geplanten Vorstoß der Bundesregierung im Bereich der Schulen. Das Hilfswerk betreut knapp 20.000 Kinder in Österreich. „Wenn wir in dieser Krise niemanden zurücklassen wollen, dann wird es entscheidend sein, dass wir gerade in Brennpunkt-Schulen bzw. dort, wo wir Schülerinnen und Schüler aus Familien in Problemlagen haben, nicht nur die Schulen besser mit digitalen Arbeitsmitteln ausstatten, sondern auch Lehrerinnen und Lehrer besser unterstützen. Der angedachte Weg, in Schulen verstärkt mit Sozialpädagoginnen/-pädagogen, Sozialarbeiterinnen/-arbeitern und Psychologinnen/Psychologen zu arbeiten, ist goldrichtig“, meint Karas abschließend.</p>
		 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1708</guid>
	<pubDate> Wed, 15 Jul 2020 12:57:12 +0200 </pubDate>
	<title>Corona-Prämie: Politisches Taktieren im Bundesrat belastet Auszahlung</title>
	<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/corona-praemie-politisches-taktieren-im-bundesrat-belastet-auszahlung/ </link>
 <description>Hilfswerk-Präsident Karas: Wertschätzung für die Mitarbeiter/innen der Sozialbranche sieht anders aus.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/_processed_/b/3/csm_OK_Portrait_im_EP_Querformat__c__Martin_Lahousse_4a1287aae1.jpg" length="540154" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
		<p><span itemprop="dateline"></span>Die im Rahmen der Kollektivvertragsverhandlungen der Sozialwirtschaft vereinbarte <strong>Corona-Prämie für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Sozialberufen</strong>, insbesondere in der Pflege, wird mit Ende August von den Sozialorganisationen ausbezahlt werden. <strong>Die vom Nationalrat </strong>mit den Stimmen von ÖVP und Grünen <strong>beschlossene Abgabenbefreiung für diese Prämie wird es vorerst nicht geben</strong>, denn mit den Stimmen von SPÖ und FPÖ wurde im <strong>Innenausschuss des Bundesrats</strong> die <strong>Aufnahme dieses Themas auf die Tagesordnung der morgigen Bundesratssitzung verhindert</strong>.</p>
		<h3><strong>Unnötige finanzielle und bürokratische Belastung</strong> </h3>
		<p>„Für die Sozialorganisationen bedeutet dies eine weitere zusätzliche finanzielle Belastung in einer ohnehin schwierigen Zeit. Tritt das Gesetz zu einem späteren Zeitpunkt in Kraft, können die bereits bezahlten Abgaben zwar zurückgefordert werden. In der Zwischenzeit müssen wir vorfinanzieren, was angesichts der hohen Kosten aus der Krise, die uns massiv fordern, eine zusätzliche Belastung ist. Auch den damit zusammenhängenden bürokratischen Aufwand hätten wir uns gerne erspart“, sagt <strong>Othmar Karas</strong>, Präsident des Hilfswerk Österreich.</p>
		<p>Grundsätzlich wurden Zulagen und Bonuszahlungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Krise für Mitarbeiter/innen bereits Anfang April von Steuern und Abgaben befreit. Die Befreiung vom Dienstgeberbeitrag nach dem FLAG 1967 und der Kommunalsteuer sollte im Juli folgen. Doch dazu wird es nicht kommen, denn SPÖ und FPÖ verhinderten die Aufnahme dieses Tagesordnungspunktes auf die Agenda der morgigen Bundesratssitzung.</p>
		<h3><strong>Echte Wertschätzung statt Applaus gefragt</strong> </h3>
		<p>„Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in der Krise unter Inkaufnahme persönlicher Risiken, mit hoher Flexibilität und ebensolchem Engagement verlässlich für die Menschen mit Unterstützungs- und Pflegebedarf da waren, haben sich die von den Sozialpartnern in Aussicht gestellte Corona-Gefahrenzulage mehr als verdient. Wir sehen aber leider eine Diskrepanz zwischen dem wohlwollenden öffentlichen Applaus politischer Verantwortungsträger/innen und dem konkreten Willen zu einer friktionsfreien Umsetzung dieser so wichtigen Geste der Wertschätzung. Dieses politische Taktieren ist ein unwürdiges Schauspiel gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Sozialbranche und zeugt nicht unbedingt von der vielfach beschworenen Wertschätzung“, so Karas abschließend.</p>
		<p>&nbsp;</p>
		 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1697</guid>
	<pubDate> Fri, 03 Jul 2020 08:41:51 +0200 </pubDate>
	<title>Corona-Tests: Hilfswerk bewertet Screening-Programm der Bundesregierung positiv</title>
	<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/corona-tests-hilfswerk-bewertet-screening-programm-der-bundesregierung-positiv/ </link>
 <description>Flächendeckende Logistik für Corona-Tests wichtig, Einbindung der mobilen Pflege- und Betreuungsdienste notwendig.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/_processed_/f/8/csm_2267_2019-hauskrankenpflege_b0b84e86c0.jpg" length="2566630" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
		<p>Wie BM <strong>Rudi Anschober</strong> gestern bekanntgab, startet ab kommender Woche ein großes Screening-Programm auf SARS-CoV-2. Das <strong>Hilfswerk Österreich</strong> begrüßt das mit den Bundesländern akkordierte Vorhaben, in dessen Rahmen rund 30.000 freiwillige Tests pro Woche durchgeführt werden sollen. Das Programm werde einen maßgeblichen Beitrag zur Eindämmung der Infektionen bieten, ist man beim Hilfswerk überzeugt.</p>
		<p>Besonders positiv bewertet man im Hilfswerk, dass die geplanten Maßnahmen insbesondere <strong>auf Risikobereiche und gefährdete Personengruppen</strong> abstellen. „Als heimischer Marktführer im Bereich mobiler Pflege- und Betreuungsdienstleistungen sind wir froh, dass sich nun endlich eine flächendeckende Test-Infrastruktur auch für diesen Sektor abzeichnet“, erläutert <strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich. „Während systematische Testungen in den stationären Einrichtungen bzw. Pflegeheimen bereits etabliert sind, ist der Sektor der häuslichen Pflege und Betreuung bisher außen vor geblieben. Dass der Bund die Kosten für das Screening-Programm – rund 240 Millionen Euro bis Ende 2020 – schultert, ist aus Sicht des Gesundheits-, Sozial- und Pflegebereichs sehr hilfreich“, meint Anselm.</p>
		<p>„Es ist wichtig“, so Anselm weiter, „dass das Screening-Programm der Bundesregierung auch eine Anregung des Hilfswerks integriert und wir im eigenen Bereich die <strong>Kompetenzen unserer diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegekräfte</strong> (DGKP) <strong>in die Test-Logistik einbringen können</strong>. Unsere diplomierten Pflegekräfte sind dank ihrer Ausbildung und Professionalität problemlos imstande, fachgerechte Corona-Abstriche vorzunehmen. Wir können also entscheidend daran mitwirken, das Testgeschehen zügig, sicher und ökonomisch voranzutreiben. Diesen Beitrag leisten wir gerne! Im Sinne der Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, und insbesondere im Sinne der Menschen, die wir pflegen und betreuen“, schließt Elisabeth Anselm.</p>
		 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>24 Stunden Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1699</guid>
	<pubDate> Thu, 02 Jul 2020 11:10:00 +0200 </pubDate>
	<title>Sozialorganisationen begrüßen Corona-Hilfsfonds für Gemeinnützige. Dennoch viele Baustellen offen!</title>
	<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/sozialorganisationen-begruessen-corona-hilfsfonds-fuer-gemeinnuetzige-dennoch-viele-baustellen-offen/ </link>
 <description>Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz und Volkshilfe sehen Hilfsfonds positiv. Themen wie Corona-Gefahrenzulage für Gesundheits-, Pflege- und Sozialberufe nach wie vor ungeklärt!</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/_processed_/9/8/csm_2374_2019-hauskrankenpflege_ef176d664f.jpg" length="2395610" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
		<p><strong>Eine Presseaussendung der Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt (BAG), deren Vorsitz das Hilfswerk Österreich seit Juli 2020 für ein Jahr innehat.</strong> </p>
		<p><br>Der von der Bundesregierung etablierte Corona-Hilfsfonds für Gemeinnützige, dessen Richtlinien heute vorgestellt wurden, bringt zwar deutliche Verbesserungen für die krisenbedingt schwierige Lage von Non-Profit-Organisationen. Dennoch seien laut <a href="https://www.freiewohlfahrt.at/" target="_blank" rel="noreferrer"><strong>Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt (BAG)</strong></a>, dem bundesweiten Zusammenschluss von <strong><a href="http://www.caritas.at/" target="_blank" rel="noreferrer">Caritas</a></strong>, <strong><a href="https://diakonie.at/" target="_blank" rel="noreferrer">Diakonie</a></strong>, <strong>Hilfswerk</strong>, <strong><a href="https://www.roteskreuz.at" target="_blank" rel="noreferrer">Rotes Kreuz</a></strong> und <strong><a href="https://www.volkshilfe.at/" target="_blank" rel="noreferrer">Volkshilfe</a></strong>, etliche relevante Fragen nach wie vor ungelöst.</p>
		<h3><strong>Politischer Offenbarungseid und Verbindlichkeit bei Corona-Gefahrenzulage</strong></h3>
		<p><br>„In der Krise haben Öffentlichkeit und Politik erkannt, wie hoch die Systemrelevanz der Arbeit der Beschäftigten in den Gesundheits-, Pflege- und Sozialberufen ist. Es gab berechtigten Applaus, aber jetzt muss der <strong>politische Offenbarungseid</strong> folgen“, meint <strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des <strong>Hilfswerk Österreich</strong> und seit Juli 2020 Vorsitzende der BAG. Anselm spielt damit auf die teilweise immer noch ausstehende Zusage der Politik zur Übernahme der Kosten für die <strong>Corona-Gefahrenzulage</strong> an. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in der Krise unter Inkaufnahme persönlicher Risiken, mit hoher Flexibilität und ebensolchem Engagement verlässlich für die Menschen mit Unterstützungs- und Pflegebedarf da waren, haben sich die von den Sozialpartnern in Aussicht gestellte Corona-Gefahrenzulage mehr als verdient“, ist Anselm überzeugt.</p>
		<p>„Wichtig ist für uns, dass es bezüglich der <strong>Finanzierung der</strong> <strong>Corona-Gefahrenzulage</strong> zu einer <strong>klaren und verbindlichen Zusage der Politik</strong> kommt und dass Bund und Länder sowie gegebenenfalls auch Gemeinden sich rasch auf eine im Idealfall <strong>einheitliche Lösung</strong> einigen, damit die Auszahlung der Corona-Gefahrenzulage rasch abgesichert und bestmöglich abgewickelt werden kann“, erläutert <strong>Michael Opriesnig</strong>, Generalsekretär des <strong>Österreichischen Roten Kreuzes</strong>. „Wir verdanken es auch der Krisenfestigkeit und Einsatzbereitschaft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Sozial- und Hilfsorganisationen, dass Österreich, was die gesundheitlichen Konsequenzen betrifft, bisher einigermaßen glimpflich durch die Krise gekommen ist“, meint Opriesnig. Umso mehr müsse man laut BAG nun darauf bestehen, dass die Helferinnen und Helfer zu ihrer Anerkennung, auch im ökonomischen Sinne, kommen.</p>
		<h3><strong>Abgeltung der Corona-Mehrkosten aus Personaleinsätzen und Schutzmaterial</strong></h3>
		<p><strong><br>Maria Katharina Moser</strong>, Direktorin der <strong>Diakonie Österreich</strong>, weist darauf hin, dass man in der Krise auch mit weiteren, spezifischen <strong>Mehrkosten im Personalbereich</strong> konfrontiert sei. Sie resultierten beispielsweise aus Frei- und Ersatzstellungen von Personal im Falle notwendiger Tests und damit einhergehender langer Wartezeiten für gesamte Teams. Zudem entstünden sie auch wegen höherer Personaleinsätze, die es zur Umsetzung von Schutzmaßnahmen für betreute und gepflegte Menschen sowie deren Angehörige brauche. „Das sind erhebliche Summen. Auch hier benötigen wir eine faire Lösung für die Träger“, fordert Moser. Seitens der BAG hält man mit Nachdruck fest, dass die selbstverständliche Bereitschaft der Träger, in der Krise umgehend zu handeln und die notwendigen Tätigkeiten trotz krisenbedingt schwieriger und unsicherer Bedingungen aufrecht zu erhalten, nicht dazu führen dürfe, dass man nun alleine „auf den Kosten sitzen bleibe. Wir haben alles daran gesetzt, niemanden zurückzulassen“, so Moser.</p>
		<p>Im Hinblick auf die erheblichen <strong>Mehrkosten bei Hygiene- und Schutzausrüstung</strong> drängt <strong>Bernd Wachter</strong>, Generalsekretär der <strong>Caritas Österreich</strong>, darauf, dass es auf Basis des eigens dafür – sowie für weitere Zwecke wie Barackenspitäler und Notrufnummern – geschaffenen <strong>Zweck­zuschussgesetzes </strong>des Bundes zügig zur Etablierung entsprechender <strong>Abrechnungsmodalitäten</strong> mit den Ländern kommt: „Die Länder können auf Bundesmittel zurückgreifen, um dem krisenbedingt eklatant erhöhten Aufwand an Schutz- und Hygienemitteln sowohl im Bereich eigener Einrichtungen, insbesondere aber auch im Bereich der privaten, meist gemeinnützigen Dienstleister finanziell beizukommen. Einigermaßen einheitliche und transparente Kriterien und Abläufe wären ebenso hilfreich wie eine <strong>umgehende Ausrollung</strong> der Unterstützung“, sagt Wachter. Schließlich sei man laut BAG im Dienste der Gesundheit und Sicherheit aller Beteiligten in erhebliche finanzielle Vorlage getreten, um die notwendigen Materialien sicherzustellen.</p>
		<h3><strong>Finanzierungsgarantien und Einbindung in Krisenstäbe</strong></h3>
		<p><br>Für <strong>Erich Fenninger</strong>, Direktor der <strong>Volkshilfe Österreich</strong>, liegt es auf der Hand, dass der gemeinnützige Bereich auch<strong> staatliche Finanzierungsgarantien </strong>benötigt, wie sie der heimischen Wirtschaft schon seit vielen Wochen zur Verfügung stehen. Man unterscheide sich in diesem Punkt nicht, denn: „Offene Fragen hinsichtlich der Abwicklung von Leistungsverträgen bzw. Verzögerungen bei der Vertragsgestaltung können auch in der Sozialwirtschaft zu temporären Liquiditätsengpässen führen. Desgleichen Fragen des Umgangs mit krisenbedingten Ausfällen von Mitteln aus Kundenbeiträgen und Erlösen sowie der Abwicklung von Unterstützungs- und Hilfsmaß­nahmen. Die Engpässe werden noch verschärft, wenn ungeklärte Aspekte des Finanzausgleichs zwischen den einzelnen Gebietskörperschaften, also Bund, Ländern und Gemeinden, die Zusage und Abwicklung von Mitteln zusätzlich verzögern oder gar verhindern“, so Fenninger.</p>
		<p>Abschließend fordern die Träger der BAG, dass auch <strong>Pflege- und Sozialorganisationen systematisch in die Krisenstäbe eingebunden </strong>werden sollten. Man könne erhebliches praktisches Know-how einbringen, um die spezifischen Bedürfnisse vulnerabler Personengruppen und krisenbedingte soziale Herausforderungen in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen im Krisenmanagement entsprechend zu berücksichtigen und aufzufangen.</p>
		<p><a href="http://www.freiewohlfahrt.at/" target="_blank" rel="noreferrer"><strong>www.freiewohlfahrt.at</strong></a></p>
		 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1653</guid>
	<pubDate> Mon, 11 May 2020 14:14:44 +0200 </pubDate>
	<title>Hilfswerk zum Tag der Pflege: „Mehr Sicherheit und Anerkennung für Pflegeberufe!“</title>
	<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-zum-tag-der-pflege-mehr-sicherheit-und-anerkennung-fuer-pflegeberufe/ </link>
 <description>Bund und Länder müssen an einem Strang ziehen: kurzfristig bei Corona-Gefahrenzulage und Tests, langfristig bei der Schicksalsfrage der Pflegereform – der Personalfrage.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/_processed_/a/5/csm_2300_2019-mitarbeiterinnen-karriere-jobs_b68fd654d2.jpg" length="2472591" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
		<p>„Am 12. Mai ist der Tag der Pflege. Er ruft die engagierte und verdienstvolle Arbeit der Menschen in den Pflegeberufen in Erinnerung und gibt uns Gelegenheit ihnen zu danken. Gerne hätte das Hilfswerk den diesjährigen Tag der Pflege zum Anlass genommen, den offiziellen Startschuss für den Diskurs der Pflegereform durch das Sozial- und Gesundheitsministerium zu begrüßen. Doch das Corona-Virus hat die Pläne durchkreuzt und das Handlungsfeld pflegepolitischer Maßnahmen vorübergehend auf die von CoVid-19 bestimmte Gegenwart beschränkt“, sagt&nbsp;<strong>Othmar Karas</strong>, Präsident des Hilfswerk Österreich.</p>
		<h4><strong><br>Pflegereform muss Personalfrage ins Zentrum stellen</strong></h4>
		<p>Immerhin habe die Corona-Krise mehr als deutlich vor Augen geführt, dass die Pflege integraler Bestandteil eines funktionierenden Gemeinwesens ist. Und es sei auch unabhängig davon völlig klar, dass die Personalknappheit in der Pflege und Betreuung schon heute Anlass zur Sorge geben müsse. „Ganz zu schweigen vom Arbeitskräftebedarf in den kommenden Jahren und Jahrzehnten, in denen die demografische Entwicklung einen enormen Zuwachs älterer Menschen erwarten lässt, die Pflege und Betreuung brauchen“, so Karas.</p>
		<p>Die Frage, „Wer wird uns pflegen?“, sei die Schicksalsfrage jeder ernstzunehmenden Pflegereform, betont der Hilfswerk-Präsident und fährt fort: „Bund und Länder sind gefordert, in einer gemeinsamen Anstrengung die Attraktivität der Pflegeberufe zu erhöhen und möglichst viele Wege in diesen Sektor zu ebnen. Eine immer älter werdende Gesellschaft kann es sich einfach nicht leisten, an der Pflege interessierte Menschen an andere Branchen zu verlieren.“</p>
		<h4><strong><br>Corona-Gefahrenzulage anerkennen, Sicherheit verbessern!</strong></h4>
		<p>Die Corona-Krise biete Bund und Ländern die Chance auf einen Probegalopp der ehrlichen Zusammenarbeit in Sachen Pflege. Schon vor Wochen hätten sich die Sozialpartner auf eine Einmalzulage für jene Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer in den Pflege- und Betreuungsberufen geeinigt, die trotz Corona-Lock-Downs ihre Arbeit bei und mit den Menschen, die Betreuung und Pflege brauchen, geleistet haben. Die Umsetzung der Corona-Gefahrenzulage hängt aber an der Bereitschaft der Politik, diese auch zu budgetieren. „Ich appelliere an die verantwortlichen Politiker/innen, die Entscheidung zur Anerkennung der Zulage nicht auf die lange Bank zu schieben. Das haben sich die engagierten Pflege- und Betreuungskräfte nicht verdient“, mahnt Karas.</p>
		<p>Außerdem weist Karas darauf hin, dass nach den Testungen in den Pflegeheimen auch in den mobilen Diensten, insbesondere in der Hauskrankenpflege und Heimhilfe, Covid-19-Tests von Nöten sind, um bestmögliche Sicherheit für Pflegende und Gepflegte zu gewährleisten. Auch mangle es immer noch an adäquater Schutz- und Hygieneausrüstung. „Das Hilfswerk und andere Träger sind fachlich und organisatorisch problemlos im Stande, mit zur Verfügung gestellten Test-Kits Abstriche zu nehmen und diese zum Labor zu bringen“, führt Karas abschließend aus. Damit könne man das System logistisch entlasten und die Prozesse effizient beschleunigen. Das Entscheidende sei laut Hilfswerk, dass die Rückmeldungen auf die Befunde dann rasch erfolgten, damit im Verdachtsfall nicht ganze Mannschaften stillstehen oder in Ungewissheit agieren.</p>
		 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1648</guid>
	<pubDate> Wed, 29 Apr 2020 09:32:59 +0200 </pubDate>
	<title>Hilfswerk zur 24-Stunden-Betreuung: „Mit Tests und Reisekorridoren kontrollierte Normalität herbeiführen!“</title>
	<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-zur-24-stunden-betreuung-mit-tests-und-reisekorridoren-kontrollierte-normalitaet-herbe/ </link>
 <description>Betreuungskräfte wollen trotz Corona-Krise arbeiten. Pflegebedürftige und Angehörige brauchen Unterstützung. Hürden bei der Ein- und Ausreise müssen beseitigt werden.</description> <content:encoded> <![CDATA[
	<p>Als österreichischer Marktführer in der Hauskrankenpflege und Heimhilfe sowie als größter gemeinnütziger Anbieter von 24-Stunden-Betreuung – ausgezeichnet mit dem ÖQZ-Gütesiegel – weist das Hilfswerk einmal mehr auf die derzeit höchst unbefriedigende Situation in der 24-Stunden-Betreuung hin und mahnt dringend notwendige Maßnahmen betreffend die Ein- und Ausreise von Personenbetreuer/innen ein.</p>
	<p>In der 24-Stunden-Betreuung werden rund 25.000 Österreicher/innen von Personenbetreuer/innen umsorgt, die im meist üblichen Turnus von 14 Tagen ihren Dienst in heimischen Haushalten versehen. Die <strong>rund 60.000</strong> bei der Wirtschaftskammer registrierten <strong>selbständigen Personenbetreuer/innen</strong> stammen überwiegend aus Ost- und Südeuropa: insbesondere aus Rumänien, der Slowakei und Ungarn, aber auch aus Bulgarien oder Kroatien.</p>
	<p>Die <strong>Corona-Pandemie</strong> hat in Österreich und anderen europäischen Staaten zu <strong>verschärften Einreisebestimmungen</strong> geführt, die sich derzeit hoch problematisch auf die Personalsituation in der 24-Stunden-Betreuung auswirken. „Der turnusmäßige Wechsel der Betreuungskräfte ist aktuell fast vollständig zum Erliegen gekommen. Das gefährdet die nachhaltige Stabilität der Versorgung“, zeigt sich <strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich, besorgt. „Mit anerkannten Testverfahren und sicheren Reisekorridoren könnte man die <strong>Lage wirksam stabilisieren und kontrollierte Normalität herstellen</strong>“, ist Anselm überzeugt.<br> &nbsp;</p>
	<h4><strong>Sichere Reisekorridore statt Charterflüge!</strong></h4>
	<p>Während die Einreise aus den unmittelbaren Nachbarstaaten wie der Slowakei oder Ungarn in der Regel kein Problem darstellt (Ausnahme: Tschechien), scheitern Betreuungskräfte aus Rumänien, Bulgarien oder Kroatien bei der Anreise an <strong>fehlenden Korridorverbindungen durch die Nachbarstaaten</strong> nach Österreich. „Charterflüge waren ein erster Schritt angesichts der schwierigen Situation. Aber als Lösung zur nachhaltigen Normalisierung der Lage werden sie wohl nicht dienen können“, meint Anselm. Wichtiger seien Reisekorridore auf dem Landweg. Diese Korridorlösungen müsse man zwischen den betroffenen Staaten ausverhandeln. <strong>Zugkorridore</strong> – wie zuletzt für Rumänien angedacht – oder <strong>Buskorridore</strong> nach dem Vorbild internationaler Liniendienste, allerdings mit entsprechenden Auflagen, seien notwendig. Buskorridore hätten den Vorteil, dass man besser auf die oft problematische Verkehrssituation in den Herkunftsländern reagieren könne und auch flexibler bezüglich des Bedarfs sei: „Für manche Betreuer/innen in Rumänien oder Bulgarien ist es gar nicht so leicht, aus ihrer Gemeinde in die Hauptstadt bzw. zu den Flughäfen oder zentralen Bahnhöfen zu kommen“, erläutert Anselm.<br> &nbsp;</p>
	<h4><strong>Anerkannte Testverfahren statt Quarantäne!</strong></h4>
	<p>Bestmögliche <strong>Sicherheit bezüglich Infektionsfreiheit </strong>könne man laut Hilfswerk am unkompliziertesten herstellen, wenn Personenbetreuer/innen in ihrem <strong>Heimatland</strong>, wie beispielsweise in der Slowakei oder in Bulgarien, einen <strong>CoVid-19-Test</strong> durchführen lassen, der zum Zeitpunkt der Ausreise bzw. Einreise nach Österreich nicht älter als vier Tage sein sollte. So würden nur Personenbetreuer/innen anreisen, die ein entsprechendes Testergebnis vorweisen können und direkt zum Betreuungshaushalt weiterfahren könnten.</p>
	<p>Für Personenbetreuer/innen, die in ihrem Heimatland kaum Zugang zu einem Test haben, wie etwa jene aus Rumänien oder Kroatien, sollte man in Österreich Möglichkeiten schaffen, sich unmittelbar nach der Einreise einem Test zu unterziehen, damit sie anschließend zu ihrem Betreuungshaushalt weiterreisen können.</p>
	<p>In einigen Bundesländern seien, meist auf Initiative der Wirtschaftskammern, bereits erste Test-Stationen geschaffen worden, deren Kapazitäten noch aufgestockt werden müssten. Weitere Teststationen sollten auch in anderen Bundesländern bzw. in guter Erreichbarkeit nach den relevanten Grenzübertritten eingerichtet werden. Außerdem sei die Frage der Kosten für den Test und gegebenenfalls den Tagsaufenthalt bzw. die Nächtigung an der Teststation (meist Hotels) zu klären. „Oft wird vergessen, dass die Betreuer/innen auch für die <strong>Rückreise</strong> einen Test benötigen, damit sie nicht bei der Einreise in ihr Heimatland in Quarantäne müssen. Diese österreichischen Tests müssen in den Herkunftsländern unbedingt anerkannt werden“, meint Anselm. Ebenso zu klären seien die Kosten für eine allfällige Isolation, sollten eingereiste Personenbetreuer/innen in Österreich positiv auf CoVid-19 getestet werden.<br> &nbsp;</p>
	<h4><strong>Klärung der Kosten für Mehraufwand notwendig</strong></h4>
	<p>Mit den Kosten für die Tests und die notwendigen Aufenthalte an der Teststation dürfe man die Personenbetreuer/innen und pflegebedürftigen Menschen laut Hilfswerk nicht alleine lassen. „Der <strong>Bund hat den Ländern 100 Millionen Euro in einem Pflegepaket zur Verfügung gestellt</strong>. Dessen Ziel ist die Absicherung der Pflege und Betreuung zu Hause sowie die <strong>Stabilisierung der Lage in der 24-Stunden-Betreuung</strong>. Aus diesen Mitteln sollte die Übernahme der Kosten erfolgen“, meint Anselm. Wesentlich teurere Lösungen, wie etwa der Umzug pflegebedürftiger Menschen in Ersatzquartiere, würden bis dato kaum in Anspruch genommen. „Ich kenne keinen einzigen Fall“, sagt Anselm. Die meisten Menschen seien gebrechlich, viele auch von Demenz betroffen. Ein Umzug sei belastend. Die Familien würden alles versuchen, um einen Verbleib der Pflegebedürftigen zu Hause zu ermöglichen. „Es liegt eigentlich auf der Hand, dass die Mittel aus dem Pflegepaket gut in die CoVid-19-Tests samt Kurzaufenthalten der Personenbetreuer/innen investiert wären“, meint Anselm abschließend.</p>
	 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>24 Stunden Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1642</guid>
<pubDate> Tue, 21 Apr 2020 15:24:07 +0200 </pubDate>
<title>Pflegedebatte im Nationalrat: Hilfswerk Österreich fordert Gesamtreform statt Einzelmaßnahmen und Bürokratie!</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/pflegedebatte-im-nationalrat-hilfswerk-oesterreich-fordert-gesamtreform-statt-einzelmassnahmen-und/ </link>
 <description>Statt singulärer Maßnahmen und überbordender Strukturen braucht Österreichs Pflegesystem Lösungen für die zentralen Fragen: Finanzierung, Versorgungslandschaft und – vor allem – Personal!</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/_processed_/2/f/csm_2205_2019-mitarbeiterinnen-karriere-jobs_ffb16e4e29.jpg" length="2344986" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
	<p>In der Nationalratssitzung am Mittwoch, 22. April 2020 wird das Thema Pflege einmal mehr für hitzige Debatten sorgen. Als eine der führenden Anbieter von Pflegedienstleistungen in unterschiedlichen Settings appelliert das <strong>Hilfswerk Österreich</strong> an die Politiker/innen aller Fraktionen, der dringend notwendigen Gesamtreform des heimischen Pflegesystems nicht mit überhasteten Einzelmaßnahmen vorzugreifen. Auch warnt das Hilfswerk vor der Installierung neuer Strukturen, die mit der guten Absicht der Klient/innen-Nähe letztlich zu einer zusätzlichen <strong>Verbürokratisierung</strong> der Pflege führten.</p>
	<p>„Es ist nicht sinnvoll, in der ohnehin schon unübersichtlichen Pflegelandschaft zusätzliche Schichten von Strukturen, Stellen und Stützpunkten zu errichten, und zu hoffen, dadurch würden die Probleme pflegebedürftiger Menschen und ihrer Angehöriger real gelöst“, ist <strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich, überzeugt. „Solche Strukturen binden wertvolle Ressourcen in den Amtsstuben, die uns draußen bei den Menschen fehlen, und machen für alle Beteiligten vieles komplizierter“, so Anselm weiter. Ihre Begründung: „Jede einzelne diplomierte Fachkraft, die uns in den operativen Diensten fehlt, ist gerade angesichts der prekären Personalsituation im Sektor ein Desaster. <strong>Jede zusätzliche Schnittstelle bringt mehr Bürokratie</strong>, mehr Abstimmungsbedarf, mehr Dokumentationsbedarf. Und damit ein Mehr an Tätigkeiten, die die Pflege von den Betroffenen und Angehörigen entfernen sowie unsere Fachkräfte zermürben und frustrieren“, warnt Anselm. „Es ist wichtig, klare Anlaufstellen und gute <strong>Angebote für Information, Beratung und Unterstützung in den Regionen bzw. Gemeinden</strong> zu bieten. Die Situation muss hier dringend verbessert werden. Aber man sollte auf intelligente Modelle der <strong>Kooperation von Kommunen und Pflegeorganisationen</strong> setzen. Da gibt es wunderbare internationale Beispiele wie den niederländischen ‚<strong>Buurtzorg</strong>‘, aber auch vielversprechende Ansätze in Österreich. Man muss nur genau hinsehen“, sagt Anselm.</p>
	<p><strong>Zentrale Baustellen: Personal, Pflegegeld, mobile Dienste!</strong> </p>
	<p>Die „<strong>Schicksalsfrage</strong>“ einer gelingenden Pflegereform ist laut Hilfswerk die <strong>Personalfrage</strong>. „Wenn wir nicht genügend Menschen für die Arbeit im Bereich der Pflege und Betreuung gewinnen und begeistern können, dann nutzen uns die besten Konzepte nichts“, sagt Anselm. Angesichts der demographischen Entwicklung müsse an allen erdenklichen Stellschrauben gedreht werden, um interessierte Menschen mit unterschiedlichsten Ausbildungs- und Berufsbiografien genau dort abzuholen, wo sie stehen. Man werde erheblich mehr <strong>Breite, Vielfalt und Durchlässigkeit</strong> in der Ausbildung brauchen, ist man beim Hilfswerk überzeugt. Außerdem müssten die <strong>Rahmenbedingungen</strong> der Arbeit verbessert und für die Zukunft erheblich attraktiviert werden.</p>
	<p>In der Frage der <strong>Finanzierung</strong> gehe es insbesondere um <strong>Nachhaltigkeit und Leistungsfähigkeit</strong>. Hier hätten unterschiedliche Modelle jeweils spezifische Vor- und Nachteile, die es politisch zu bewerten gelte. „Wir wissen genug dazu, aber wir müssen uns darüber klar werden, was wir wollen“, meint Anselm. Wichtig ist dem Hilfswerk jedenfalls eine beherzte <strong>Überarbeitung des Pflegegeldsystems</strong>. Sowohl die <strong>Systematik der Einstufung</strong> als auch die <strong>Praxis der Begutachtung</strong> müssten dringend evaluiert werden. „Wir wissen, dass ältere und kranke Menschen sowie deren Angehörige, die zu Hause mit der Begutachtung konfrontiert sind, mit der Situation und den Fragen oft überfordert sind. Im Pflegeheim steht Fachpersonal zu Seite, zu Hause ist man alleine“, sagt Anselm. Besonderes Augenmerk müsse man auf Menschen legen, die <strong>demenziell erkrankt</strong> sind oder mit <strong>psychosozialen Herausforderungen</strong> zu kämpfen haben.</p>
	<p>Elisabeth Anselm: „Regierung und Parlament wären zudem gut beraten, den im Februar 2020 publizierten <strong>Rechnungshofbericht zur Pflege</strong> zu studieren. Er zeigt nämlich, dass sich professionelle Unterstützung der Pflege und Betreuung zuhause, etwa durch <strong>mobile Dienste wie Hauskrankenpflege </strong>und<strong> Heimhilfe</strong>, bestens dazu eignet, eine <strong>hohe Versorgungsdichte und -qualität</strong> herzustellen und gleichzeitig die volkswirtschaftlichen Kosten zu dämpfen. Eine überwältigende Mehrheit aller Menschen in Österreich wünscht sich, den Lebensabend wenn möglich in den eigenen vier Wänden und im Kreis der Vertrauten verbringen zu können. Ein beherzter und innovativer Ausbau der mobilen Dienste samt mehrstündiger Tagesbetreuung zu Hause würde endlich die oft geforderte Entlastung pflegender Angehöriger mit sich bringen.“</p>
	<p>Eine im Grunde richtige, aber nicht flankierte Einzelmaßnahme, nämlich der <strong>Wegfall des Pflegeregresses</strong>, habe zu mehr Druck in Richtung der Pflegeheime geführt. „Die Bundesregierung hat im Regierungsprogramm ein klares Bekenntnis dazu abgelegt, dass ältere Menschen die Chance haben sollen, so lange wie möglich selbstständig zu bleiben und zu Hause zu leben. Ebenso hat man sich zur bestmöglichen Unterstützung pflegender Angehöriger bekannt. Es ist daher höchste Zeit, den Stellenwert mobiler Dienste, der Hauskrankenpflege und Heimhilfe, sowie die <strong>Potenziale von Trägern und Pflegekräften</strong> zu erkennen und darauf aufzubauen“, so Elisabeth Anselm abschließend.</p>
	 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1639</guid>
<pubDate> Fri, 17 Apr 2020 09:22:41 +0200 </pubDate>
<title>Hilfswerk Österreich: Realitäten in der Pflege zu Hause werden in der Corona-Krise politisch und medial völlig verkannt!</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-oesterreich-realitaeten-in-der-pflege-zu-hause-werden-in-der-corona-krise-politisch-und-m/ </link>
 <description>„Auch in der ZiB 2 vom 16. April, wurden 24-Stunden-Betreuung und mobile Dienste verwechselt. Beide Bereiche stehen in der Corona-Krise aber vor völlig anderen Herausforderungen.&quot;</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/_processed_/8/2/csm_2228_2019-mitarbeiterinnen-karriere-jobs_17fa842ba7.jpg" length="1988429" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
	<p>„Die ständige Verkennung der realen Gegebenheiten in der Pflege und Betreuung zu Hause verhindert nicht nur einen klaren Blick auf die Situation im häuslichen Bereich, sie verhindert auch, dass die richtigen Maßnahmen getroffen werden“, erläutert <strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des <strong>Hilfswerk Österreich</strong>. Das <a href="http://hilfswerk.at/" target="_blank" rel="noreferrer">Hilfswerk</a> ist Österreichs größter Anbieter von Pflege und Betreuung zu Hause. Das Portfolio umfasst sowohl mobile Dienste wie Hauskrankenpflege und Heimhilfe, als auch 24-Stunden-Betreuung. „In Österreichs Pflegeheimen werden rund 21 Prozent der Pflegebedürftigen versorgt. Etwa 79 Prozent der Pflegegeldbezieher/innen unterschiedlichen Pflegegrades aber leben zu Hause. Und hier wird die <strong>24-Stunden-Betreuung politisch und medial völlig überschätzt</strong>. Sie ist für die betroffen Menschen natürlich ausgesprochen wichtig, <strong>aber nur knapp sechs Prozent der Pflegegeldbezieher/innen</strong> in Österreich nehmen sie in Anspruch. Die <strong>mobilen Dienste hingege</strong><strong>n</strong> werden von <strong>über 30 Prozent der Pflegegeldbezieher/innen</strong> in Anspruch genommen. Sie versorgen mehr Betroffene als Pflegeheime und 24-Stunden-Betreuung zusammen“, erklärt Anselm.</p>
	<p>„Die ständige Vermischung und Verwechslung dieser Bereiche ist insbesondere deshalb so fatal“, meint Anselm, „weil wir <strong>in diesen beiden Settings in der Corona-Krise vor völlig anderen Herausforderungen</strong> stehen. In den mobilen Diensten fährt fast ausschließlich österreichisches Fachpersonal, d. h. diplomierte Krankenpfleger/innen, Pflegeassistenten/-assistentinnen und Heimhilfen, seine Touren und besucht mehrmals in der Woche, teilweise auch mehrmals täglich, pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige zu Hause. Die Fachkräfte nehmen im Rahmen der Hauskrankenpflege und Heimhilfe pflegerische und Haushaltstätigkeiten wahr. Ein Drittel der Pfleggeldbezieher/innen nutzt diese Form der Unterstützung, um ihren Alltag zu Hause zu meistern. Wir haben es hier, betreffend die versorgten Personen, also mit dem <strong>größten Sektor der Pflege und Betreuung</strong> zu tun, der aber im medialen und politischen Diskurs <strong>aktuell völlig übersehen</strong> wird“ führt Anselm aus. Und sie fährt fort: „In den mobilen Diensten ist unsere <strong>größte Herausforderung</strong> in der Corona- Krise der <strong>Engpass bei Schutz- und Hygienematerial</strong>, um die betreuten und gepflegten Menschen, aber auch unsere Mitarbeiter/innen, die täglich mehrere Kontakte auf ihren Touren haben, ausreichend und effektiv zu schützen. Auch Tests wären wichtig und hilfreich.“</p>
	<p>Ganz anders stelle sich die <strong>Situation in der 24-Stunden-Betreuung</strong> dar. „In der 24-Stunden-Betreuung, die lediglich sechs Prozent der Pflegegeldbezieher in Österreich betrifft, arbeiten fast ausschließlich ausländische Betreuungskräfte – meist aus Osteuropa. Die sogenannten Personenbetreuer/innen leben im Haushalt der Betroffenen und versorgen jeweils eine, fallweise auch zwei Personen. Hier brauchen wir zwar auch mehr Schutz- und Hygienematerial, aber die mit Abstand <strong>größte Herausforderung in diesem Bereich</strong> ist es, angesichts der Situation durch die aktuellen Ein- und Ausreisebestimmungen in der Corona-Krise, das <strong>Betreuungspersonal nach Österreich hereinzuholen</strong>, und natürlich auch wieder nach Hause zu bringen. Dieser Prozess ist völlig ins Stocken geraten“, berichtet Anselm. „Während eine Reihe von Betreuer/innen seit Wochen in Österreich quasi ‚festsitzt‘, möchten andere gerne hereinkommen, um ihrer Arbeit nachzugehen. Beides ist schwierig, weil durch aufwändige Quarantänen belastet – und zwar sowohl bei Einreise nach Österreich als auch bei der Rückreise in das Herkunftsland. Quarantänen werden uns nicht helfen, eine ‚Normalisierung‘ in der 24-Stunden-Betreuung herzustellen. Viel wichtiger wären valide und kompakte Testverfahren“, ist Anselm überzeugt. Außerdem müsse man sich bezüglich der Länder, die nicht an Österreich grenzen, wie etwa Bulgarien, Rumänien und Kroatien, dringend um Anreisekorridore bemühen, damit die Betreuer/innen durch jene Länder, die zwischen Österreich und den Herkunftsländern liegen, durchreisen können. „Charterflüge werden uns auf Dauer nicht helfen“, meint Anselm abschließend.</p>
	 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>24 Stunden Betreuung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1634</guid>
<pubDate> Fri, 10 Apr 2020 12:42:00 +0200 </pubDate>
<title>Laufend aktuelle Antworten zur Corona-Krise: Hilfswerk präsentiert neue Online-Service-Plattform!</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/laufend-aktuelle-antworten-zur-corona-krise-hilfswerk-praesentiert-neue-online-service-plattform/ </link>
 <description>Hilfreiche Tipps zu Schutz und Hygiene, zu Pflege und Betreuung sowie zum Alltagsleben in Isolation – alleine, mit Kindern, mit älteren Angehörigen. Jetzt aktuell unter hilfswerk.at!</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/Bilder/Hilfswerk_Allgemein/shutterstock_1632557005_FamVeld.jpg" length="25292588" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
	<p>„Mit der Dauer der Krise verändern sich auch die Fragen der Menschen“, sagt&nbsp;<strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich, und fährt fort: „Als Organisation, die es gewöhnt ist, für quasi jede Lebenslage geeignete Hilfe und nützliche Antworten anzubieten, die viel praktisches Wissen über Pflege, Familie und Kinderbetreuung hat, war es uns ein Anliegen, unkomplizierte Tipps zu den drängenden Fragen in Zeiten der Corona-Krise anzubieten.“ Das&nbsp;<strong>Online-Service</strong>&nbsp;des Hilfswerks soll insbesondere&nbsp;<strong>Orientierung</strong>&nbsp;bieten, denn: „Viele Menschen sind durch die momentane Publikationsflut verunsichert und tun sich schwer, wirklich verlässliche Antworten auf ihre Fragen zu finden“, meint Anselm.</p>
	<p>Deswegen sammelt das Hilfswerk laufend die&nbsp;<strong>brennendsten Fragen rund um COVID-19</strong>&nbsp;und die aktuelle Ausnahmesituation – und beantwortet sie unter&nbsp;<a href="http://www.hilfswerk.at/" target="_blank"><strong>www.hilfswerk.at</strong></a>: kurz und verständlich. Wer noch keine Antwort auf seine Frage gefunden hat, kann diese an&nbsp;<a href="javascript:linkTo_UnCryptMailto(%27ocknvq%2Cogkpg%5C%2FhtcigBjknhuygtm0cv%27);" target="_blank"><strong>meine-frage(at)hilfswerk.at</strong></a>&nbsp;schicken und erhält verlässlich Auskunft. Antworten auf die häufigsten Fragen werden auf der Service-Seite publiziert. Das Hilfswerk greift für seine Antworten auf&nbsp;<strong>valide Informationsquellen</strong>&nbsp;wie Bundesregierung und Länder, bewährte Partner und Hilfsorganisationen, Wissenschaft und Forschung zu, insbesondere aber auf das umfassende Wissen und die praktische Erfahrung der&nbsp;<strong>Expertinnen und Experten im Hilfswerk</strong>.</p>
	<p>Das&nbsp;<strong><a href="https://www.ots.at/redirect/hilfswerk4" target="_blank" rel="noreferrer">Hilfswerk Online-Service</a></strong>&nbsp;zur Corona-Krise gliedert sich in&nbsp;<strong>drei Bereiche</strong>:</p>
	<ul>
		<li><strong>Schutz und Hygiene</strong>&nbsp;– Orientierung in der Informationsfülle: Wie lässt sich eine Ansteckung mit dem Corona-Virus am besten und wirksamsten vermeiden? Brauche ich Desinfektionsmittel? Wie schütze ich mich und andere in den verschiedenen Situationen des Alltags? Was ist im Haushalt sinnvoll? Gehöre ich zur Risikogruppe?</li>
	</ul>
	<ul>
		<li><strong>Pflege und Betreuung</strong>&nbsp;– Hilfestellungen für den Pflege-Alltag in der Corona-Isolation: Pflegebedürftige Personen gehören zu den Hochrisikogruppen für eine Corona-Ansteckung. Angehörige sind besonders gefordert. Muss ich Angst vor dem Kontakt mit dem Pflegedienst haben? Wie kann ich mich und meine/n Angehörige/n bestmöglich schützen?</li>
	</ul>
	<ul>
		<li><strong>Alltag und Beschäftigung</strong>&nbsp;– Tipps für den Alltag in Isolation bzw. zwischen Job und Kindern: Wie kann ich Tagesstruktur schaffen? Was braucht es, um der Familie eine gute Zeit zu ermöglichen? Wie beschäftige ich mein Kind sinnvoll und bringe es auch zum Lernen? Was kann ich tun, wenn ich – daheim oder auswärts – meiner Arbeit nachgehen muss?</li>
	</ul>
	<p>Integrale Bestandteile der Hilfswerk Online-Service-Plattform sind ein strukturierter Überblick über&nbsp;<strong>wichtige Kontakte und Informationsquellen</strong>&nbsp;sowie Anleitungen, wie man, insbesondere im Internet, valide Informationen und glaubwürdige Quellen von Fake News und unseriösen Anbietern unterscheiden kann.</p>
	<p>„Alle in unserem Corona-Online-Service zusammengefassten Antworten, Tipps und Ratschläge zielen einerseits darauf ab, die Ausbreitung des Coronavirus zu reduzieren bzw. zu verlangsamen. Andererseits wollen wir auch Mut machen und Hilfestellung zur bestmöglichen Bewältigung dieser Krisenzeit geben“, so Elisabeth Anselm abschließend.</p>
	 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1633</guid>
<pubDate> Wed, 01 Apr 2020 12:37:00 +0200 </pubDate>
<title>Hilfswerk zur KV-Einigung der Sozialwirtschaft Österreich: „Ein tragfähiger Kompromiss mit vielen Müttern und Vätern!“</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-zur-kv-einigung-der-sozialwirtschaft-oesterreich-ein-tragfaehiger-kompromiss-mit-viele/ </link>
 <description>Der heutige Durchbruch nach Monaten des Verhandelns war nur durch das Zusammenwirken lösungsorientierter Proponent/innen auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite möglich.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/_processed_/0/6/csm_OK_Portrait_Querformat__c__Jakob_Glaser_d0397d7597.jpg" length="737680" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
	<p>Nach überaus langwierigen, mehrere Monate andauernden Verhandlungen haben sich Arbeitgeber/innen und Arbeitnehmer/innen der&nbsp;<strong>Sozialwirtschaft Österreich</strong>&nbsp;heute (1. April 2020) auf den Abschluss eines&nbsp;<strong>neuen Kollektivvertrag</strong>s geeinigt.</p>
	<p>Die erzielte Drei-Jahres-Einigung umfasst folgende&nbsp;<strong>Eckpunkte</strong>:</p>
	<ul>
		<li><strong>Gehaltsplus von 2,7</strong>&nbsp;Prozent für Jahr 2020</li>
		<li>2021: Erhöhung der Bezüge um&nbsp;<strong>0,6 Prozent über der Inflationsrate</strong></li>
		<li>Ab 2022:&nbsp;<strong>Reduktion der Arbeitszeit von derzeit 38 auf 37 Wochenstunden</strong></li>
		<li><strong>500 Euro Prämie</strong>&nbsp;für Arbeitskräfte im „<strong>Corona</strong>-Einsatz“</li>
	</ul>
	<p>„Wir sind wirklich sehr froh, dass diese außergewöhnlich schwierigen und verfahrenen Verhandlungen endlich zu einem Abschluss gekommen sind“, so&nbsp;<strong>Othmar Karas</strong>, Präsident des Hilfswerks, einer der größten privaten Sozialorganisationen in Österreich sowie Marktführer in der mobilen Pflege und Betreuung. „Eine weitere Prolongation des ungewissen Zustandes während der Verhandlungen wäre für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht zumutbar gewesen. Sie haben sich ein deutliches Gehaltsplus und die Anerkennung ihres Einsatzes in dieser schwierigen Zeit mehr als verdient“, so Karas.</p>
	<p>Der Abschluss wäre laut Karas nur durch das Zusammenwirken etlicher lösungsorientierter und kompromissbereiter Proponent/innen auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite möglich gewesen. Der Konflikt machte sich im Wesentlichen an der ausschließlichen und anhaltenden Forderung der Gewerkschaften nach einer 35-Stunden-Woche fest. „Ich habe mich im Umfeld der Verhandlungen auch selbst massiv dafür eingesetzt, dass wir hier einen gangbaren Weg für beide Seiten finden“, sagt Karas. Der nun beschlossene Drei-Jahres-Korridor biete laut Karas Sicherheit und Perspektiven bis 2022 und sei ein&nbsp;<strong>tragfähiger Kompromiss</strong>, mit dem man nun arbeiten werde. Die Arbeitszeitverkürzung würden etliche Arbeitgeber mit guten Gründen nach wie vor durchaus skeptisch sehen.</p>
	<p>„Wie auch immer man den Abschluss bewerten mag, diese Einigung darf jedenfalls nicht darüber hinwegtäuschen, dass die&nbsp;<strong>Schicksalsfrage der kommenden Pflegereform die Personalfrage</strong>&nbsp;sein wird. Und um diese zu lösen, braucht es eine ganze Reihe von Maßnahmen“, meint Karas. So seien etwa dringend&nbsp;<strong>verbesserte Rahmenbedingungen für die Arbeit der Träger und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter</strong>&nbsp;notwendig. Das betreffe beispielsweise Personalschlüssel und zeitliche Ressourcen, um die Arbeit gleichermaßen fachgerecht und sozial befriedigend umsetzen zu können.</p>
	<p><strong>Arbeitserleichterung durch Entbürokratisierung und Digitalisierung</strong>&nbsp;seien ebenso wichtige Vorhaben wie eine entsprechende&nbsp;<strong>Anerkennung der Kompetenzen der Fachkräfte</strong>. „Wenn unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das, was sie gelernt haben, nicht umsetzen können, weil ihnen die Zeit fehlt oder Vorschriften sie daran hindern, dann ist das auf Dauer sehr frustrierend“, erläutert Karas.</p>
	<p>Von besonderer Dringlichkeit wäre laut Hilfswerk eine beherzte&nbsp;<strong>Ausbildungsoffensive</strong>, die jeden Interessierten, jede Interessierte, dort abholt, wo er oder sie steht. Der Bogen müsse sich von einer dualen Ausbildung über berufsbildende Schulen und berufsbegleitende Lehrgänge bis hin zu postsekundären Ausbildungen ziehen. „Wenn wir hier zögerlich sind, werden wir den Wettlauf um die Zukunft der Pflege verlieren“, meint Karas abschließend.</p>
	 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1632</guid>
<pubDate> Tue, 24 Mar 2020 12:35:00 +0100 </pubDate>
<title>Corona-Krise: Hilfswerk begrüßt 100-Millionen-Paket für die Pflege</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/corona-krise-hilfswerk-begruesst-100-millionen-paket-fuer-die-pflege-1/ </link>
 <description>Einigung von Bundesregierung und Ländern stärkt regionale Verfügbarkeit von Pflege, Betreuung und Beratung, CoVid19-bedingte Engpässe können abgefedert werden.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/Bilder/Fotopool/Pflege-Betreuung/Mitarbeiter-Karriere-Jobs/2198_2019-mitarbeiterinnen-karriere-jobs.jpg" length="2456005" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
	<p>In einer Pressekonferenz heute, Dienstag, 24. März 2020, haben&nbsp;<strong>BM Rudi Anschober</strong>&nbsp;und&nbsp;<strong>BM Elisabeth Köstinger</strong>&nbsp;ein&nbsp;<strong>100-Millionen-Sofortpaket</strong>&nbsp;für die Pflege in Aussicht gestellt. Das von Bund und Ländern gemeinsam finanzierte Maßnahmenbündel soll dazu beitragen, eine funktionstüchtige und flächendeckende Pflege und Betreuung trotz CoVid19 aufrecht zu erhalten.</p>
	<p>„Wir freuen uns sehr über die heute präsentierten Vorhaben“, so&nbsp;<strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich. „Auch wenn wir bis dato in der mobilen Pflege und Betreuung noch keine Versorgungslücken haben und auch in der 24-Stunden-Betreuung für alle Herausforderungen einstweilen gute Lösungen finden konnten, müssen wir uns mit Fortdauer der Corona-Krise darauf einstellen, dass es zu Engpässen kommen könnte. Die geplanten Maßnahmen werden diese zum Wohle der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen, aber auch zum Wohle professioneller Pflegekräfte und Personenbetreuer/innen abfedern“, so Anselm.</p>
	<p><strong>Insbesondere folgende Maßnahmen hält das Hilfswerk für richtig und wichtig:</strong></p>
	<ul>
		<li>Bessere Erreichbarkeit und Informationsmöglichkeiten durch Aufstockung regionaler Pflege-Hotlines.</li>
		<li>Flexibilisierung im Gesundheits- und Krankenpflegegesetz: Für die Dauer der Pandemie dürfen für unterstützende Tätigkeiten in der Basisversorgung auch geeignete Personen ohne Fachausbildung herangezogen werden (z. B. Zivildiener).</li>
		<li>Sicherung der Förderung in der 24-Stunden-Betreuung: Sind aufgrund der Pandemie nicht zwei, sondern nur eine Personenbetreuer/in im Monat im Einsatz, wird dem/der Förderungswerber/in dennoch der volle Betrag von 550 Euro monatlich ausbezahlt.</li>
		<li>Aufstockung und Einsatzmöglichkeiten von Zivildienern: Durch den außerordentlichen Zivildienst stehen mehr Zivildiener zur Verfügung. Sie können dort eingesetzt werden, wo Unterstützung gebraucht wird.</li>
	</ul>
	<p><strong><br>Häusliche Pflege und Betreuung bestmöglich aufrechterhalten</strong> </p>
	<p>Sollten aufgrund von CoVid19 pflegende Angehörige – etwa durch eigene Erkrankung – oder Personenbetreuer/innen in der 24-Stunden-Betreuung – insbesondere durch die Schwierigkeiten bei Ein- und Ausreise – ausfallen, sieht das Pflegepaket Ersatzbetreuung vor. „Es ist wichtig und richtig, dass derartige Möglichkeiten vorbereitet werden. Wir sehen die vorübergehende stationäre Unterbringung häuslich betreuter Pflegebedürftiger in temporär dafür gewidmeten Einrichtungen als wichtiges Backup. Dennoch sollte das die Ultima Ratio sein, denn es ist eine Belastung für alle Beteiligten“, meint Elisabeth Anselm und führt weiter aus: „Gerade Menschen mit Demenz oder sehr gebrechliche Personen werden durch einen Ortswechsel stark belastet. Es muss auch im Falle eines Betreuungsausfalls unser aller Ziel sein, Pflegebedürftige so gut und lange wie möglich in ihrem vertrauten Setting behalten zu können. Das lässt sich in Kooperation mit den pflegenden Angehörigen mittels professioneller Entlastung und Begleitung durch mobile Pflege- und Betreuungsdienste, auch unterstützt von Zivildienern, organisieren. Wichtig wäre es, wenn großzügigere Lösungen für mehrstündige Tagesbetreuungen durch mobile Dienste zu Hause ermöglicht werden“, argumentiert Anselm.</p>
	<p>Im Hinblick auf die 24-Stunden-Betreuung weist man seitens des Hilfswerk Österreich darauf hin, dass es durchaus Personenbetreuer/innen gibt, die sehr gerne zu „ihrer“ Betreuungsfamilie in Österreich kommen würden, aber vor der 14-tägigen Quarantäne zurückschrecken. Hier schlägt das Hilfswerk vor, die Quarantäne durch valide Corona-Tests in Sammelpunkten an Österreichs Grenzen zu ersetzen. „Das würde die Einsatzbereitschaft und Verfügbarkeit der Personenbetreuer/innen deutlich erhöhen“, ist Elisabeth Anselm überzeugt.</p>
	 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1565</guid>
<pubDate> Fri, 14 Feb 2020 16:45:00 +0100 </pubDate>
<title>Hilfswerk: Rechnungshofbericht zur Pflege macht Reformbedarf in Fakten fest</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-rechnungshofbericht-zur-pflege-macht-reformbedarf-in-fakten-fest/ </link>
 <description>Bericht liefert klare Hinweise auf Ausmaß und Richtung der notwendigen Reformen: Neben effizienterer Steuerung ist ein intelligenter Ausbau der Versorgungslandschaft nötig!</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/_processed_/a/b/csm_2264_2019-hauskrankenpflege_36e2ac4d58.jpg" length="3535352" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
	<p><span itemprop="dateline"><em></em></span>Heute Freitag, 14. Februar 2020, hat der Rechnungshof eine umfassende Analyse des österreichischen Pflegesystems vorgelegt. „Der Bericht zeigt in bemerkenswerter Schärfe zahlreiche Defizite des heimischen Pflegesystems auf und liefert ein klares Bild der künftigen Aktionsfelder für die von der Bundesregierung angekündigten Pflegereform“, sagt <strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich. Im türkis-grünen Regierungsprogramm seien laut Hilfswerk – auch vor dem Hintergrund des aktuellen Rechnungshofberichtes – bereits viele richtige Pfade angelegt, aber: „Wir müssen zügig ins Tun kommen, denn wir haben keine Zeit zu verlieren“, meint Anselm.</p>
	<p><strong>Datenlage nach wie vor verheerend</strong> </p>
	<p>Der Bericht des Rechnungshofes leiste einen wichtigen Beitrag zu einer faktenbasierten Diskussion rund um mögliche Reformschritte im Pflegebereich. Allerdings stelle die teilweise äußert dürftige Datenlage auch die obersten Prüfer/innen des Landes vor enorme Schwierigkeiten, das Pflegesystem transparent darzustellen. Anselm empfindet diesen Umstand als „verheerend“ und begrüßt daher die Forderung des Rechnungshofes nach einer Verbesserung der Datenerhebung. „Die Politik braucht verlässliche Zahlen und Fakten, um notwendige Entwicklungen und Reformen sowohl an den Bedürfnissen der pflege- und betreuungsbedürftigen Menschen, als auch an den Kriterien eines verantwortlichen Umgangs mit Steuermitteln ausrichten zu können“, so Anselm.</p>
	<p><strong>Mobile Dienste als Schlüssel der Versorgung</strong> </p>
	<p>„Das Hilfswerk sieht sich durch den Bericht jedenfalls auch in seiner langjährigen Forderung nach einem beherzten Ausbau der mobilen Dienste bestätigt. Die Prüfer/innen des Rechnungshofs liefern in ihren Bundesländervergleichen einen validen Beweis dafür, dass sich professionelle Unterstützung durch mobile Dienste wie Hauskrankenpflege und Heimhilfe bei der Pflege und Betreuung zu Hause bestens dazu eignet, eine hohe Versorgungsdichte und -qualität im Sinne der Bevölkerung herzustellen und gleichzeitig die Kosten zu dämpfen. Mit dem vorliegenden Bericht steht ein nützliches Instrument zur Verfügung. Jetzt liegt es an der Politik, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen und ebenso mutig wie zügig die Reform anzugehen“, so Elisabeth Anselm abschließend.</p>
	 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1512</guid>
<pubDate> Thu, 16 Jan 2020 11:56:26 +0100 </pubDate>
<title>Faktencheck Pflegepersonal: Die Wahrheit über das „Schweizer Modell“ – und was Österreich daraus lernen muss!</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/faktencheck-pflegepersonal-die-wahrheit-ueber-das-schweizer-modell-und-was-oesterreich-da/ </link>
 <description>Medieninfo zum heutigen Pressegespräch des Hilfswerk Österreich mit Urs Sieber, Geschäftsführer der Schweizer OdASanté, und Elisabeth Anselm, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/user_upload/Urs_Sieber_OdASante__C__Stefan_Marthaler.jpg" length="1352694" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
	<p>Im Zentrum der aktuellen Debatte zur Reform der Pflege in Österreich steht die Frage nach dem Personal. Sozialminister Rudolf Anschober und die türkis-grüne Bundesregierung wollen dem akuten Mangel an Pflegekräften mit einer Reihe von Maßnahmen entgegentreten – darunter eine „Erweiterung und Flexibilisierung des Ausbildungsangebots“. Der gestrige Ministerratsbeschluss zu einem Schulversuch in der Pflegeausbildung (HLA) war ein erster wichtiger Vorstoß in diesem Zusammenhang. Weitere müssen folgen.</p>
	<p>Österreichs Nachbar <strong>Schweiz </strong>stand Mitte der 2000er Jahre vor ähnlichen Problemen – und ergriff Gegenmaßnahmen auf breiter Front. <strong>Urs Sieber</strong> ist Geschäftsführer der Nationalen Dachorganisation der Arbeitswelt Gesundheit „<strong>OdASanté</strong>“, die das „<strong>Schweizer Modell</strong>“ mitentwickelt hat. Er gibt Einblick in dessen Genese und analysiert die Erfolgsfaktoren: von Lehrberufen im Pflegebereich bis zur Durchlässigkeit der Ausbildung. Hilfswerk-Geschäftsführerin <strong>Elisabeth Anselm</strong> zeigt auf, woran es in der heimischen Ausbildungslandschaft krankt und worin sich Österreich ein Vorbild an der Schweiz nehmen sollte.</p>
	<p>&nbsp;</p>
	<p><strong>Die Ausgangssituation in Österreich</strong> </p>
	<p><strong>Wer wird künftig die Pflegearbeit leisten?</strong> Mit der Beantwortung dieser Frage steht und fällt die Zukunft des Pflegesystems – und der Erfolg seiner Reform. Denn die Gewinnung und Bindung von Personal für die Pflege ist eine komplexe Herausforderung, die vielfältige Maßnahmen verlangt. Etliche von, insbesondere die Ausbildung betreffend, haben einen erheblichen Vorlauf, ehe sie auf dem Arbeitsmarkt wirksam werden. Es ist also keine Zeit zu verlieren.</p>
	<p>Der demographische Wandel wird die schon heute problematische Personalsituation in der Pflege extrem zuspitzen. So geht etwa die Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) von folgenden Zahlen aus: Allein <strong>bis zum Jahr 2030</strong> benötigt die Langzeitpflege in Österreich <strong>rund 75.000 zusätzliche Pflegestellen</strong>, verglichen mit dem derzeitigen Personalstand (siehe Grafik für die genaue Aufschlüsselung der Zahlen). Und schon ab 2024 wird der zusätzliche Bedarf nicht mehr durch die prognostizierten jährlichen Absolventenzahlen zu decken sein. Was ist also zu tun?</p>
	<p><strong><br>Vorbild Schweiz?<br><br></strong>Dass eine positive Veränderung der Personalsituation in den Pflege- und Sozialberufen möglich ist, beweist die Schweiz. Bereits vor über einem Jahrzehnt setzte sie Maßnahmen, die eine nachhaltige Stabilisierung der Personalsituation in der Pflege bewirkten. In österreichischen Debatten zur Pflege­ausbildung dienen die meist oberflächlichen Verweise auf das „<strong>Schweizer Modell</strong>“ dazu, eine „<strong>Pflegelehre</strong>“ pauschal abzulehnen, ohne über ihre mögliche Ausgestaltung nachzudenken.</p>
	<p><strong>Urs Sieber</strong>, Geschäftsführer der Nationalen Dachorganisation der Arbeitswelt Gesundheit <strong>OdASanté</strong>, ist einer der maßgeblichen Entwickler des Schweizer Modells der Ausbildung im Pflegebereich. Auf Einladung des Hilfswerk Österreich erläutert er in Wien dessen Genese sowie die Kern­punkte. Siebers <strong>umfassende Darstellung der Ausbildung im Gesundheits- und Pflegebereich in der Schweiz</strong> entnehmen Sie bitte der <strong>Beilage „Das Schweizer Modell in der Pflegeausbildung“</strong>.</p>
	<p>Bis 2004 führte – wie in Österreich – auch in der Schweiz kein direkter Weg vom Pflichtschulab­schluss in die Pflegeausbil­dung, die damals zwei Berufsbilder mit unterschiedlichem fachlichem Profil anbot: Pflegeassistent/in und Diplompfleger/in. Die Nachfrage hielt sich in Grenzen, der Bedarf an Pflegefachkräften konnte nicht abgedeckt werden.</p>
	<p><strong>2004</strong> trat in der Schweiz ein <strong>neues Berufsbildungsgesetz</strong> in Kraft, das die berufliche Grundbildung, die höhere Berufsbildung und die berufsorientierte Weiterbildung für sämtliche Berufsbereiche außerhalb der Hochschulen regelt. <strong>Zwei neue Berufe entstanden</strong>. Die dafür notwendigen Qualifi­kationen können in einer dualen Ausbildung nach dem Abschluss der Schulpflicht erworben werden:</p>
	<ul>
		<li><strong>Assistent/in Gesundheit und Soziales</strong></li>
		<li><strong>Fachfrau/mann Gesundheit</strong> </li>
	</ul>
	<p>&nbsp;</p>
	<p><strong>Ausbildung im Pflegebereich ab 15 Jahren – geht das?</strong> </p>
	<p>Auch in der Schweiz hat der <strong>Schutz Jugendlicher vor Gefahren am Arbeitsplatz</strong> Priorität und ist daher strengen gesetzlichen Regelungen unterworfen. Dazu zählt auch der <strong>Schutz vor psychisch überbeanspruchenden Situationen</strong> (z. B. Pflege von Personen in kritischen Zuständen) oder gesundheitsgefährdenden Agenzien (Körperflüssigkeiten, nicht desinfizierte Wäsche, …).</p>
	<p>Arbeitgeber gewährleisten, dass Jugendliche im Rahmen ihrer Ausbildung von befähigten, erwachsenen Personen ausreichend und angemessen informiert und angeleitet werden, um Schritt für Schritt an diese Situationen herangeführt zu werden. In den Anfangsmonaten der Lehrzeit beschränken sich die Arbeiten auf administrative und organisatorische Bereiche (z. B. Speiseplan erstellen, Mahlzeiten vorbereiten, Betten machen, unterstützende Zuarbeit etc.). Grundsätzlich gilt: <strong>keine belastende Situation ohne vorangegangene spezifische Ausbildung!</strong> </p>
	<p>&nbsp;</p>
	<p><strong>Lehrberuf als Einstieg in Fachkarrieren</strong> </p>
	<p>Wer die Lehre zum Fachmann oder zur Fachfrau Gesundheit abschließt, kann beispielsweise im Beruf bleiben oder die verkürzte Ausbildung zur diplomierten Pflegefachfrau oder zum diplomierten Pflege­fachmann an einer Höheren Fachschule antreten (zwei statt drei Jahre). Bei der Höherqualifizierung gilt das Prinzip: <strong>Eine Kompetenz wird nur einmal erworben</strong>. Die Ausbildungsstufen sind in Bezug auf die Kompetenzen aufeinander abgestimmt.</p>
	<p>„In den vergangenen Jahren konnte die Zahl der Absolventinnen und Absolventen von Ausbildungen im Bereich der Pflege weiter gesteigert werden. Waren es 2012 noch ungefähr 7.000, fassen 2020 voraussichtlich <strong>11.000</strong> neue, in der Schweiz ausgebildete Gesundheitsfachleute aus den Bereichen Pflege, Therapie und Medizintechnik Fuß in der Arbeitswelt. Damit kommen wir der Branchenvision, möglichst viele Fachkräfte in der Schweiz auszubilden, näher. 4.500 neu ausgebildete Fachfrauen und Fachmänner Gesundheit werden 2020 auf den Arbeitsmarkt kommen“ sagt Urs Sieber.</p>
	<p>&nbsp;</p>
	<p><strong>Österreichs Ausbildungssystem für Pflegeberufe reformieren</strong> </p>
	<p>Das heimische Ausbildungssystem für Pflegeberufe bietet <strong>aktuell folgende Ausbildungswege</strong> an:</p>
	<p>A) Schulen für Gesundheits- und Krankenpflege ab dem 17. Lebensjahr (ohne Matura)</p>
	<ul>
		<li>einjährig &gt; Pflegeassistenz</li>
		<li>zweijährig &gt; Pflegefachassistenz</li>
		<li>dreijährig &gt; DGKP (Diplomierte/r Gesundheits- und Krankenpfleger/in – auslaufend nur noch bis 31. Dezember 2023)<br><br></li>
	</ul>
	<p>B) Fachhochschulen</p>
	<ul>
		<li>dreijähriges Bachelorstudium &gt; DGKP<br><br></li>
	</ul>
	<p>C) NEU: Schulversuch Höhere Lehranstalt für Pflegeberufe (HLA), ab Schuljahr 2020/2021<br> </p>
	<p>&nbsp;</p>
	<p><strong>Wo es aus Sicht des Hilfswerk Österreich im Ausbildungssystem hapert:</strong> </p>
	<p>„Das gegenwärtige österreichische Ausbildungssystem ist nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems“, meint Hilfswerk-Geschäftsführerin Elisabeth Anselm. Das Problem liege insbesondere in der <strong>langen Wartezeit</strong> zwischen dem Abschluss der Pflichtschule (9. Schulstufe / 15 Jahre) und dem Beginn der Schulen für Gesundheits- und Krankenpflege mit 17 Jahren, wodurch eine „<strong>Lücke</strong>“ entsteht, in der laut Hilfswerk jedes Jahr eine Vielzahl interessierter junger Menschen verloren geht, weil sie verständlicher Weise nicht zuwarten möchten.</p>
	<p>Weitere Interessenten/innen gehen verloren, weil sie keine Möglichkeit vorfinden, die Berufsaus­bildung mit einer <strong>Matura</strong> zu verbinden. In diesem Zusammenhang wurde mit dem Ministerratsbe­schluss vom 15. Jänner 2020 ein Schulversuch auf den Weg geschickt, um hier Abhilfe zu schaffen. Dieses Vorhaben wird vom Hilfswerk sehr positiv gesehen. Jetzt komme es laut Hilfswerk darauf an, dass der Schulversuch beherzt umgesetzt wird, Politik und mutige Träger die Sache vorantreiben und möglichst bald in der Breite ausrollen – denn man habe keine Zeit zu verlieren.</p>
	<p>Eine Option, die für viele Pflichtschulabsolventen/innen ebenfalls fehlt, ist die einer dualen, betrieb­lichen Ausbildungsmöglichkeit, einer „<strong>Lehre</strong>“, als Einstieg in den Beruf nach der Pflichtschulzeit. Diese Jugendlichen sind oft eher praktisch veranlagt, möchten nicht länger die Schulbank drücken und/oder müssen bzw. wollen ein Einkommen mit ihrer Ausbildung verbinden. Auch diesbezüglich ist im Regierungsprogramm ein positives Bekenntnis zu finden. Nun geht es um die Klärung der Umsetzung.</p>
	<p>&nbsp;</p>
	<p><strong>Gegenstrategien nach Schweizer Vorbild</strong> </p>
	<p>„Ein Ausbildungsmodell, das binnen weniger Jahre die Zahl der Ausbildungsabschlüsse im Pflege­bereich verdoppelt, hat seine Praxistauglichkeit bewiesen und sollte uns in Österreich Mut machen, daraus zu lernen und ähnliche Wege zu beschreiten“, meint Anselm. Die <strong>duale Ausbildung im Pflegebereich </strong>sei ein <strong>Erfolgsmodell in der Schweiz</strong>, sie werde von interessierten Jugendlichen in der Schweiz gut bewertet und gerne angenommen, und sie leiste einen wesentlichen Beitrag zur Deckung des Personalbedarfs.</p>
	<p>Dem in der Diskussion oft angeführten und wichtigen Gebot des <strong>Schutzes junger Auszubildender bis zum 17. Lebensjahr</strong> vor inadäquaten Belastungen kann den Erfahrungen in der Schweiz folgend durch entsprechende Gestaltung der Curricula, durch adäquate Information und Anleitung seitens der Lehrbetriebe sowie durch umfassende, gesetzlich verankerte Arbeitsschutzbestimmungen gut und ausreichend entsprochen werden.</p>
	<p>Für das Hilfswerk Österreich, den größten Dienstleister in der mobilen Pflege, ist eine Umgestaltung der heimischen Ausbildungslandschaft ein Gebot der Stunde. Auch für Pflege- und Gesundheitsberufe braucht es <strong>anschlussfähige</strong>, <strong>durchlässige</strong>, unterschiedliche <strong>Karriereoptionen, Zu- und Umstiege ermöglichende Ausbildungsangebote</strong>, wie sie für andere Berufsfelder gang und gäbe sind.</p>
	<p>Die Schweiz hat es innerhalb weniger Jahre geschafft, die Ausbildung im Pflegebereich <strong>an die Stelle Zwei im Ranking der beliebtesten Lehrberufe</strong> zu bringen. Würde das Schweizer Modell hierzulande mit ähnlichem Erfolg umgesetzt, könnte Österreich mit fast 7.000 zusätzlichen Einsteiger/innen pro Jahr in den Pflegeberuf rechnen – 7.000 Menschen, die für Entlastung im System sorgen würden. „Fragt man Pflegekräfte, was sie am dringendsten benötigen, dann hört man regelmäßig: Mehr Kolleginnen und Kollegen, bitte“, so Anselm, und schließt: „Wir müssen künftig <strong>jeden interessierten Menschen </strong>dort <strong>abholen</strong>, wo er steht. Diesem Vorhaben müssen wir uns <strong>vorbehaltlos und unideologisch </strong>nähern. Auch in Österreich.“</p>
	<p>&nbsp;</p>
	<p><strong>Das Hilfswerk Österreich …</strong> </p>
	<p>... ist der größte österreichische Träger im Bereich mobiler Pflege- und Betreuungsdienste, führt eine Reihe von Tagesstätten und Pflegeheimen, und beschäftigt in Österreich insgesamt über 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.</p>
	 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1509</guid>
<pubDate> Wed, 15 Jan 2020 13:30:00 +0100 </pubDate>
<title>Langjährige Hilfswerk-Forderung erfüllt: Pflegeausbildung mit Matura kommt!</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/langjaehrige-hilfswerk-forderung-erfuellt-pflegeausbildung-mit-matura-kommt/ </link>
 <description>Hilfswerk begrüßt Ministerratseinigung zur Einführung einer Höheren Lehranstalt für Pflegeberufe: „Richtige Maßnahme gegen prekäre Personalsituation in der Pflege!&quot;</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/_processed_/0/4/csm_2245_2019-mitarbeiterinnen-karriere-jobs_6fb6a6ed5c.jpg" length="2128610" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
	<p>Heute Mittwoch, 15. Jänner 2020, trifft der Ministerrat eine <strong>richtungweisende Entscheidung im Bereich der Pflegeausbildung</strong>. Unter Führung des Bildungs- und des Sozialministeriums wird ein Schulversuch ausgeschrieben, der bereits mit dem Schuljahr 2020/2021 starten soll: eine <strong>Höhere Lehranstalt (HLA) für Pflegeberufe mit Maturaabschluss</strong>. Die HLA trägt maßgeblich zum Schluss einer laut Hilfswerk „schmerzlichen Lücke“ in der derzeitigen Pflegeausbildung bei. Bisher musste man nach Absolvierung der Pflichtschule jedenfalls bis zum 17. Lebensjahr zuwarten, ehe man eine Ausbildung im Pflegebereich an einer Gesundheits- und Krankenpflegeschule beginnen konnte. „In dieser Phase haben wir unzählige an der Pflege interessierte junge Menschen für den Beruf verloren“, stellt Othmar Karas, Präsident des Hilfswerk Österreich, fest. Auch konnte man diese Berufsausbildung bisher nicht mit dem Erwerb der Matura verbinden. „Das hat ebenfalls etliche Interessierte abgehalten“, meint Karas.</p>
	<p>„Angesichts der <strong>prekären Personalsituation</strong> im heimischen Pflegesystem <strong>begrüßen wir daher die Einführung des Schulversuchs</strong>. Wir müssen in der Ausbildung möglichst vielfältige Wege anbieten und jede/n Interessierte/n dort abholen, wo sie bzw. er steht. Den Luxus, dass wir den potenziell interessierten jungen Menschen eine Ausbildungslandschaft mit wenigen Optionen, die noch dazu weit weg vom Regelbildungswesen sind, vorsetzen, und hoffen, dass das genügt, können wir uns schon längst nicht mehr leisten,“ ergänzt <strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich.</p>
	<p>Es sei laut Hilfswerk höchste Zeit, dass die Pflegeausbildung in der Sekundarstufe ankommt – mit Einstiegsoption nach der Pflichtschule und Anschluss an den Hochschulbereich. „Wir sind überzeugt, dass dieser neue Ausbildungsweg sich nachhaltig als attraktive Einstiegsmöglichkeit in die Pflegeberufe etablieren wird. Die Politik und mutige Träger müssen jetzt dranbleiben, den Schulversuch gut nutzen und als Regelmodell ausrollen“, meint Anselm abschließend.</p>
	 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1441</guid>
<pubDate> Mon, 25 Nov 2019 10:38:45 +0100 </pubDate>
<title>Hilfswerk zur heute vom Sozialministerium präsentierten Pflegestudie: Rasch vom Reden ins Tun kommen!</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-zur-heute-vom-sozialministerium-praesentierten-pflegestudie-rasch-vom-reden-ins-tun-komme/ </link>
 <description>Als eine der führenden Pflegeorganisationen fordert das Hilfswerk Österreich eine Prioritätensetzung seitens der neuen Bundesregierung: bei der Finanzierung der Pflege und im Personalbereich, wo Österreich bereits die Zeit davonläuft.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/Bilder/Fotopool/Pflege-Betreuung/Mobile_Dienste/2013_2019-hauskrankenpflege.jpg" length="3927088" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
	<p>Am <strong>25. November 2019</strong> hat das <strong>Sozialministerium</strong> gemeinsam mit dem <strong>Institut für Höhere Studien </strong>(IHS) und der<strong> Gesundheit Österreich GmbH</strong> (GÖG) die Ergebnisse zweier, noch im Auftrag der vorigen Bundesregierung durchgeführten Studien präsentiert. Einerseits wurde vom IHS die künftige Finanzierung der Langzeitpflege beleuchtet, andererseits hat die GÖG auf Basis der verfügbaren Daten eine Bedarfsprognose zum Pflegepersonal errechnet. </p>
	<p>„Grundsätzlich ist begrüßenswert, mit validen Daten für eine realistische Einschätzung des Pflegesektors und seiner Perspektiven zu sorgen“, meint <strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des <strong>Hilfswerk Österreich</strong>. „Nun sollten wir aber schleunigst ins Tun kommen. Besonders im Bereich des Personals läuft uns in Österreich die Zeit davon“, warnt Anselm, und erwartet von der nächsten Bundesregierung eine entsprechende Prioritätensetzung. </p>
	<p>„Alleine die Altersverteilung bei den heute aktiven Pflegekräften muss die Alarmglocken läuten lassen, erst recht in Anbetracht des massiv wachsenden Personalbedarfs“, meint Anselm. So hätten sich in das neu etablierte österreichische Gesundheitsberufe-Register bis Herbst 2019 rund 150.000 Pflegekräfte eingetragen, davon seien knapp 100.000 diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen und etwa 50.000 Pflegeassistent/innen. „Über ein Viertel der Diplomierten und mehr als ein Drittel der Assistenzkräfte sind zwischen 50 und 65 Jahre alt, sehen also bereits ihrer Pensionierung entgegen“, erläutert Anselm, und ist überzeugt, dass man auf <strong>neue Anforderungen nachfolgender Generationen an Beruf und Ausbildung</strong> dringend reagieren müsse. </p>
	<p><strong>Grundlegende und mutige Reform der Ausbildung ist Gebot der Stunde</strong> </p>
	<p>Anselm fährt fort: „Für uns ist völlig klar, dass wir künftig nur dann genügend Menschen für die Arbeit in der Pflege und Betreuung gewinnen können, wenn wir einige der <strong>Hindernisse und Flaschenhälse</strong> beseitigen, die die Pflegeausbildung in Österreich heute aufweist“. Die Ausbildung sei aktuell ein struktureller Fremdkörper in der heimischen Bildungslandschaft. In diesem Zusammenhang weist Anselm auf die „Lücke“ hin, die dadurch entsteht, dass nach der Pflichtschule kein Einstieg in das Berufsfeld möglich ist. Hier verliere man jedes Jahr junge, interessierte Menschen. Zudem kritisiert Anselm, dass, von einzelnen Pilotversuchen abgesehen, die Berufsausbildung im Gesundheits- und Sozialbereich nicht mit einer Matura verbunden werden kann. Die Durchlässigkeit im Berufsfeld ließe ebenfalls zu wünschen übrig. </p>
	<p>Der „Lückenschluss“ nach der Pflichtschule sei laut Hilfswerk insbesondere mit <strong>Berufsbildenden Mittleren und Höheren Schulen</strong> zu schaffen, letztere implizierten außerdem die für viele attraktive Möglichkeit der Matura. Aber auch duale Ausbildungswege nach dem Muster der „<strong>Lehre</strong>“ sieht das Hilfswerk als Chance für jene Menschen, die eine praxisbetonte Ausbildung zum Einstieg in das Berufsfeld suchen und diesen mit einem Verdienst verbinden wollen. Dem oft gehörten Argument, dass Interessierte nach der Pflichtschule zu jung für eine einschlägige Ausbildung wären, könne man durch entsprechend gestaltete Curricula begegnen, meint Anselm. „Wir sind überzeugt, dass wir möglichst breite und vielfältige Wege anbieten müssen. Jede und jeder soll da abgeholt werden, wo sie bzw. er steht“, sagt Anselm. Inhaltlich müsse man laut Hilfswerk der gesellschaftlichen Entwicklung insofern besser gerecht werden, als man eine <strong>Aufwertung der Langzeitpflege und geriatrischer Aspekte</strong> in der Ausbildung konsequent vorantreiben müsse. Das sollte sich in den <strong>Curricula und Praktika</strong> klar abbilden, meint Anselm. </p>
	<p><strong>Konsequente und umfassende Attraktivierung des Einstiegs in den Beruf</strong> </p>
	<p>Ob es sich nun um junge Menschen handelt oder um interessierte Umsteigerinnen und Umsteiger: Das Hilfswerk plädiert im Bereich der Pflegeberufe in jedem Falle für die <strong>Übernahme der Ausbildungskosten durch die öffentliche Hand</strong>. Das wäre laut Hilfswerk angesichts des Bedarfs volkswirtschaftlich mehr als gerechtfertigt. Für Umsteigerinnen und Umsteiger brauche es außerdem auch <strong>berufsbegleitende Programme</strong> sowie individualisierbare Unterstützungslösungen, die helfen, den <strong>Lebensunterhalt</strong> während der Ausbildung zu bestreiten. „Gerade ältere Umstiegs-Interessierte sind wertvoll für die Pflege, haben aber oft Familie und brauchen finanzielle Sicherheit, auch während der Umschulung bzw. Ausbildung“, erläutert Anselm. Darüber hinaus ist man im Hilfswerk überzeugt, dass es ohne ausländische Pflegekräfte nicht gehen werde. „Wir halten die <strong>Ausweitung und Regionalisierung der Mangelberufslisten</strong> für unabdingbar, ebenso wichtig sind Programme, die interessierten und geeigneten Menschen mit Migrationshintergrund den Weg in den Beruf ebnen“, sagt Anselm. </p>
	<p>„Wenn es uns nicht gelingt, mit Blick auf den wachsenden Bedarf rasch, beherzt und intelligent die richtigen Weichen zu stellen, dann gefährden wir die pflegerische Versorgung der österreichischen Bevölkerung. Denn was auch immer uns im Bereich der Finanzierung einfällt, eines ist klar: Im Bereich des Personals haben wir es mit völlig anderen Geschwindigkeiten zu tun. <strong>Ausbildung braucht Zeit</strong>. Und Ausbildung muss den Ansprüchen heutiger und kommender Generationen an Interessierten gerecht werden. <strong>Deshalb haben wir keine Zeit zu verlieren</strong>“, so Anselm abschließend.</p>
	 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1370</guid>
<pubDate> Tue, 22 Oct 2019 07:45:00 +0200 </pubDate>
<title>Hilfswerk erhält das neue, vom Sozialministerium initiierte Qualitäts-Zertifikat für 24-Stunden-Betreuung</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-erhaelt-das-neue-vom-sozialministerium-initiierte-qualitaets-zertifikat-fuer-24-stunden-b/ </link>
 <description>Hilfswerk-Forderungen an die Politik bleiben dennoch aufrecht: Valorisierung der Förderung und verpflichtende Zertifizierung aller Anbieter nach Übergangsfrist.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/Bilder/Presse/2019/Verleihung_%C3%96QZ.jpg" length="1532824" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
	<p>Die vom Sozialministerium beauftragte Prüfinstanz „Österreichisches Qualitätszertifikat für Vermittlungsagenturen in der 24-Stunden-Betreuung“ (ÖQZ 24) hat heute in den Räumlichkeiten des Ministeriums Zertifikate an jene Anbieter von 24-Stunden-Betreuung ausgestellt, die sich bereits im Zuge der Einrichtung des ÖQZ 24 im Frühling 2019 einem freiwilligen Zertifizierungsprozess unterzogen haben. Das Hilfswerk Österreich ist einer von 18 Dienstleistern, denen von den unabhängigen Prüfer/innen des ÖQZ unter anderem Qualitätsmerkmale wie folgt bescheinigt wurden: </p>
	<ul>
		<li>Erhebung des Betreuungsbedarfs durch diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen</li>
		<li>verpflichtende und umfassende Aufklärung und Beratung sowie transparente Vertragsgestaltung</li>
		<li>regelmäßige Qualitätssicherung durch diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen</li>
		<li>garantierte Ersatzstellung bei Ausfall der Personenbetreuer/innen binnen drei Tagen</li>
		<li>Erreichbarkeit und laufende Unterstützung für Betreute, Angehörige und Personenbetreuer/innen</li>
		<li>nachweisliche Abklärung der Bedürfnisse der betreuten Person mit den Personenbetreuer/innen u. v .m. (siehe <a href="https://oeqz.at/" target="_blank" rel="noreferrer">https://oeqz.at/</a>) </li>
	</ul>
	<p>&nbsp;</p>
	<p>„Unserer langjährigen praktischen Erfahrung nach stellt das Qualitätszertifikat auf die richtigen Kriterien ab. Insbesondere die Aufnahme und die regelmäßige Qualitätssicherung durch in Österreich zur Berufsausübung berechtigte diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegekräfte ist eines der Herzstücke erfolgreicher Qualitätsarbeit“, erläutert Elisabeth Anselm, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich. </p>
	<p>„Nach der Auszeichnung mit einem ‚Sehr Gut‘ durch den Verein für Konsumenteninformation (VKI) im Vorjahr freuen wir uns nun sehr über das überaus erfreulich verlaufene ÖQZ 24-Audit für unsere Angebote in der 24-Stunden-Betreuung. Diese schöne Bestätigung unserer Arbeit ist uns auch Auftrag, unermüdlich an unserem qualitätsorientierten Profil weiterzuarbeiten. Das sind wir den Menschen mit Betreuungsbedarf und ihren Angehörigen schuldig, und natürlich auch unseren hochmotivierten Personenbetreuer/innen“, so Anselm. </p>
	<p><strong>Valorisierung der Förderung, verpflichtende Zertifizierung</strong> </p>
	<p>Mit der Einrichtung des ÖQZ 24 wurde eine langjährige Forderung des Hilfswerks und anderer Qualitätsanbieter im Bereich der 24-Stunden-Betreuung erfüllt, wenn auch nicht in vollem Ausmaß. „Das Zertifikat, das ja aktuell auf freiwilliger Basis funktioniert, bietet jedenfalls mehr Transparenz für Menschen mit Betreuungsbedarf und Angehörige“, ist Anselm überzeugt. „Man kann sich künftig entscheiden, ob man einen Anbieter mit oder ohne Zertifikat beauftragt. Die Qualitätskriterien sind transparent, die Überprüfung erfolgt von objektiver Seite“, erläutert Anselm. </p>
	<p>„Was es nun braucht, um die 24-Stunden-Betreuung in Österreich punkto Fairness und Qualität weiter zu entwickeln, ist die längst überfällige Valorisierung der Förderung für die betreuungsbedürftigen Menschen. Seit ihrer Einführung 2007 wurde die Förderung nicht erhöht und hat sich daher massiv entwertet. Zudem benötigen wir einen Plan dafür, wie man das Zertifikat für alle in Österreich tätigen Agenturen verpflichtend macht“, fordert Anselm und meint: „Man könnte das mit einer entsprechenden Übergangsfrist, beispielsweise von vier Jahren bewerkstelligen, damit sich die Agenturen entsprechend umstellen können.“ </p>
	<p>In den kommenden Regierungsverhandlungen, so die Hoffnung des Hilfswerks, müsse endlich die ausstehende Gesamtreform des Pflegesektors auf Schiene gebracht werden. Im Zuge dessen seien auch die notwendigen weiteren Maßnahmen in der 24-Stunden-Betreuung zu setzen.</p>
	 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> <category>24 Stunden Betreuung</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1349</guid>
<pubDate> Mon, 07 Oct 2019 11:08:22 +0200 </pubDate>
<title>Hilfswerk zur morgigen Sozialstaatsenquete: Erst Risiko und Leistung definieren, dann Finanzierung der Pflege sichern!</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-zur-morgigen-sozialstaatsenquete-erst-risiko-und-leistung-definieren-dann-finanzierung-d/ </link>
 <description>Ehe über die konkrete Ausgestaltung der Pflegefinanzierung entschieden wird, braucht es Klarheit über das abzusichernde Risiko sowie den Umfang und die Art der Absicherung, die in Österreich gewährleistet werden soll.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/user_upload/2051_2019_WEB.jpg" length="232374" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
	<p>Am <strong>Dienstag, 8. Oktober 2019,</strong> laden das Wirtschaftsforschungsinstitut <strong>WIFO</strong> und der <strong>Hauptverband</strong> der österreichischen Sozialversicherungsträger zur <strong>13. Sozialstaatsenquete</strong> mit dem Titel „<strong>Die Leistungsfähigkeit unterschiedlicher Pflegesicherungssysteme</strong>“. Nationale und internationale Expertinnen und Experten präsentieren und diskutieren Vor- und Nachteile unterschiedlicher Ansätze zur Finanzierung der Pflegeversorgung. Zur Sprache kommen u.a. das deutsche Modell einer beitragsfinanzierten Pflegeversicherung sowie die steuerfinanzierte Langzeitpflege in Norwegen. </p>
	<p><strong>Vertiefung der Debatte in Österreich dringend notwendig</strong> </p>
	<p>Das <strong>Hilfswerk Österreich</strong>, eine der führenden Pflegeorganisationen des Landes, begrüßt die Abwägung von Chancen und Risiken unterschiedlicher Pflegesicherungssysteme anhand internationaler Beispiele. „Das Thema der Sozialstaatsenquete ist wichtig, weil die einschlägige politische Debatte in Österreich dringend vertieft werden muss. Wir bewegen uns hier noch immer zu sehr an der Oberfläche“, meint <strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich. Der internationale Vergleich zeige laut Hilfswerk, dass Organisationsgrad und Finanzierung der Pflege in Österreich Entwicklungsbedarf haben. So liege etwa das Finanzierungsvolumen in Österreich mit 1,5 Prozent des BIP verhältnismäßig niedrig. In Norwegen beispielsweise seien es 2,9 Prozent. Anselm weist darauf hin, dass alleine schon der demografische Wandel in Österreich dazu führen müsse, dass in den kommenden Jahren mehr finanzielle Mittel in die Sicherung der Langzeitpflege investiert werden, und stellt fest: „Daran werden wir uns gewöhnen müssen. Erfreulich ist, dass diese Investitionen eine nachweislich hohe Wertschöpfung für unsere Volkswirtschaft zeitigen.“ </p>
	<p><strong>Erst Pflegerisiko und Pflegeleistung, dann Finanzierung bestimmen!</strong> </p>
	<p>„Was man in der Diskussion zur Pflegefinanzierung nicht übersehen darf, ist, dass die Entscheidung für ein bestimmtes Finanzierungsmodell, also die Ausgestaltung der <strong>Beschaffungsseite</strong>, auch potenzielle Auswirkungen auf die <strong>Leistungsseite</strong> hat“, sagt Anselm. Man müsse daher zuerst grundlegende Fragen klären, etwa: „Wie definieren wir das <strong>Risiko</strong>, das wir absichern wollen? Welche Form der <strong>Absicherung</strong> bzw. welche <strong>Unterstützungsleistungen</strong> wollen wir konkret sicherstellen? Auf welchem <strong>Niveau</strong>?“ Man habe sich in Österreich bisher etwa um eine klare <strong>Definition von Pflegebedürftigkeit</strong> herumgedrückt. „Das muss man jedoch – ganz besonders im Falle einer Versicherungslösung – dringend klären“, meint Anselm. In diesem Zusammenhang wäre auch das <strong>Verfahren zur Bedarfsfeststellung</strong> zu evaluieren und zu modernisieren: „Die aktuelle Einstufungslogik zum Pflegegeld hat grundlegende Mängel, sowohl in den gesetzlichen Grundlagen als auch in der geübten Praxis“, ist Anselm überzeugt.</p>
	<p><strong>Reform muss „echte“ Verbesserungen für Betroffene bringen</strong> </p>
	<p>Klar sei laut Hilfswerk jedenfalls, dass nach der dringend notwendigen Pflegereform in Österreich Betroffene und Angehörige besser dastehen müssen als vorher – und nicht umgekehrt. Dafür seien einige <strong>kritische</strong> <strong>Schnittstellen</strong> gut zu klären. Man werde etwa darauf achten müssen, dass die Bedürfnisse pflegebedürftiger Menschen, die überdies soziale Risiken haben, entsprechend berücksichtigt werden. „Hier geht es um die Schnittstellen zwischen Pflegebedürftigkeit und <strong>Sozialhilfe</strong>“, erläutert Anselm.</p>
	<p>Auch in Richtung des Gesundheitssystems gäbe es Klärungsbedarf. Und schließlich berühre die gesamte Diskussion auch die Kompetenzen zwischen Bund, Ländern und Gemeinden. „Wir werden gut aufpassen müssen, dass in dieser komplexen Gemengelage an Verantwortlichkeiten und Interessen die Bedürfnisse pflegebedürftiger Menschen und ihrer Angehörigen Priorität behalten“, sagt Anselm abschließend.</p>
	 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Österreich</category> <category>Pflege Betreuung</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1339</guid>
<pubDate> Fri, 20 Sep 2019 11:43:00 +0200 </pubDate>
<title>Hilfswerk Österreich zum Welt-Alzheimertag: Schluss mit der Verdrängung und Tabuisierung von Demenz</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-oesterreich-zum-welt-alzheimertag-schluss-mit-der-verdraengung-und-tabuisierung-von-demen/ </link>
 <description>Mit steigender Lebenserwartung werden demenzielle Beeinträchtigungen zum Regelfall in Familien. Österreichs Gesellschaft braucht deshalb einen neuen Umgang mit Demenz.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/user_upload/Slider_Ich_bin_dann_mal_alt.png" length="1214457" type="image/png" /> <content:encoded> <![CDATA[
	<p>Am <strong>Samstag, 21. September</strong> ist „<strong>Welt-Alzheimertag</strong>“. Als führender Träger in der Pflege und Betreuung älterer und chronisch kranker Menschen<strong> </strong>nimmt das <strong>Hilfswerk Österreich</strong> dieses Datum zum Anlass, erneut auf die Bedürfnisse von Menschen hinzuweisen, die mit der <strong>pflegerelevanten Hauptdiagnose Demenz</strong> leben. Jede/r vierte Bürger/in über 80 Jahre und fast jede/r zweite über 90 Jahre sind davon betroffen. Alzheimer ist eine der am häufigsten auftretenden Formen demenzieller Beeinträchtigungen. </p>
	<p>Insgesamt leben derzeit <strong>130.000 Österreicherinnen und Österreicher mit demenziellen Beeinträchtigungen</strong>. Gesellschaft und Gesundheitssystem müssen sich aber schon jetzt darauf einstellen, dass sich diese Zahlen deutlich erhöhen werden, denn: Der <strong>wichtigste Risikofaktor ist die steigende Lebenserwartung</strong>. <strong>Bis</strong> zum Jahr 2030 wird sich die <strong>Zahl der Menschen mit Demenz</strong> etwa <strong>verdoppeln</strong>. </p>
	<p><strong>Demenz in (fast) jeder Familie</strong> </p>
	<p>Die <strong>Diagnose betrifft</strong> nicht nur die erkrankten Personen, sondern in ganz besonderer Weise auch deren persönliche Umgebung: <strong>Familie, Angehörige und Pflegende</strong>. Trotz der massiven Betroffenheit ist der gesellschaftliche Umgang mit Demenz von <strong>Verdrängung und Tabuisierung</strong> geprägt. „Das Phänomen Demenz muss in seiner Komplexität, seiner demographischen wie gesundheitspolitischen Bedeutung und in seinen sozialen und gesellschaftlichen Auswirkungen neu betrachtet werden“, fordert <strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich. „Das wäre auch ein wichtiger Beitrag zur inhaltlichen Ausrichtung einer Reform des Pflegesystems, die in den aktuellen Wahlkampfdebatten immer wieder in Aussicht gestellt wird“, so Anselm weiter. </p>
	<p>Denn: „Je älter die Gesellschaft wird, desto weniger ist Demenz ein Einzelfall, sie wird vielmehr gleichsam zum <strong>familiären Regelfall</strong>. Wir dürfen Demenz, Betroffene und Angehörige nicht an den Rand der Gesellschaft verbannen oder verdrängen. Demenz spielt sich mitten unter uns ab. Und so müssen wir ihr auch begegnen“, ist Anselm überzeugt. </p>
	<p><strong>Mitten</strong><strong> in der Gesellschaft – und doch außen vor</strong> </p>
	<p>Führt man sich die Anzahl der Menschen mit Demenz vor Augen und rechnet ihre unmittelbaren Angehörigen dazu, müssten fast alle Österreicher/innen tagtäglich mit Demenz-Betroffenen in Kontakt kommen. Das Gegenteil ist aber der Fall, denn die Diagnose „Demenz“ bedeutet in der Regel Stigmatisierung, Ausgrenzung und eine in Gang gesetzte Schweigespirale. „Von ihren Mitmenschen werden Personen mit Demenz oft auf die Rolle als ‚Patienten‘ bzw. auf ihre Defizite reduziert“, sagt <strong>Sabine Maunz</strong>, Leiterin des Fach­bereichs Pflege und Betreuung im Hilfswerk Österreich. </p>
	<p>Das Hilfswerk fordert deshalb ein <strong>Umdenken</strong> und entsprechende <strong>Rahmenbedingungen</strong>, <strong>um die gesellschaftliche Teilhabe aller Betroffenen zu ermöglichen</strong>.<strong> </strong>„Wir müssen wegkommen vom vorrangig medizinisch geprägten Krankheitsdenken, hin zu einem würdevollen Betreuen und Begleiten, das Menschen mit Demenz weiter als Menschen wahrnimmt. Demenz-Betroffene und ihre pflegenden Angehörigen sind keine Objekte der Fürsorge, sondern Subjekte der Begegnung“, so Maunz. </p>
	<p><strong>Umfassendes Unterstützungspaket für Betroffene und Angehörige</strong> </p>
	<p>„Das Hilfswerk ist der größte heimische Anbieter von Pflege zu Hause. Damit wir noch besser auf die speziellen Bedürfnisse der Betroffenen und ihrer (pflegenden) Angehörigen reagieren können, haben wir einen <strong>Fachschwerpunkt Demenz</strong> initiiert“, erläutert Sabine Maunz. Durch <strong>spezifische Weiterbildungsangebote</strong> für Mitarbeiter/innen aller Berufsgruppen im mobilen Dienst, durch einen die Qualität der Pflege sichernden <strong>Fachleitfaden Demenz</strong> sowie durch Entwicklung und Ausbau <strong>neuer Angebote in Beratung und Betreuung</strong> trägt das Hilfswerk zur Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit Demenz bei. </p>
	<p>Auch die <strong>Entstigmatisierung von Demenz</strong> ist dem Hilfswerk Österreich ein großes Anliegen. Die <strong>Webportale</strong><a href="http://www.hilfswerk.at/mehr-als-vergesslich/" target="_blank"> hilfswerk.at/mehr-als-vergesslich/</a> und<a href="http://www.hilfswerk.at/ich-bin-dann-mal-alt/" target="_blank"> hilfswerk.at/ich-bin-dann-mal-alt/</a>, die <strong>Hotline</strong><strong> 0800 800 820</strong> und spezielle <strong>Beratungsangebote</strong> in den Bundesländern bieten einen breiten und niederschwelligen Zugang. </p>
	<p>Das Hilfswerk-Angebot ergänzen <strong>zwei Ratgeber </strong>rund um das Thema Demenz: „<strong>Ich bin dann mal alt. Wie sich das Gehirn im Alter verändert</strong>“ führt Menschen behutsam an die Fragestellung heran, wann und wie man auf wachsende Vergesslichkeit reagieren soll. „<strong>Mehr als vergesslich. Alltag mit Demenz: Ein Ratgeber für Angehörige</strong>“ steht Angehörigen mit vielen praktischen Tipps für deren Betreuungsalltag zur Seite. „Angehörige leisten einen großen Beitrag. Mit unseren Diensten wie Heimhilfe und Hauskrankenpflege unterstützen wir sie bestmöglich. Wir erkennen aber, dass es weiterer Services, etwa der <strong>mehrstündigen Tagesbetreuung</strong> bedarf. Daher fordern wir den Ausbau der Angebotspalette“, betont Maunz. </p>
	<p>Angesichts von 130.000 Menschen mit Demenz in Österreich – Tendenz stark steigend – wünscht sich das Hilfswerk bedarfsgerechte, leicht zugängliche Unterstützungsangebote im gesamten Bundesgebiert. Insbesondere braucht es: </p>
	<ul>
		<li>Die nachhaltige <strong>Stärkung einschlägiger Kompetenzen im Bereich der Langzeitpflege</strong></li>
		<li>mehr Angebote und Initiativen für <strong>Fortbildung</strong>,<strong> konsiliares</strong> und <strong>interdisziplinäres Arbeiten</strong></li>
		<li><strong>Unterstützung des Austauschs und der Selbsthilfe</strong> Betroffener und Angehöriger</li>
		<li><strong>zugehende Beratungsangebote</strong> für Betroffene und Angehörige in den eigenen vier Wänden bzw. in der eigenen Lebenswelt (mobile Demenzberatung, konkrete Verbesserungen der Situation vor Ort)</li>
		<li>flächendeckenden <strong>Ausbau leistbarer mehrstündiger Tagesbetreuung zu Hause</strong> zur gezielten Entlastung und nachhaltigen Stärkung der Angehörigen (z. B. einen Nachmittag in der Woche „frei“ …)</li>
		<li>den <strong>Ausbau</strong> einschlägiger Angebote zur <strong>Kurzzeitpflege</strong> und von <strong>Tageszentren</strong> bzw. <strong>Fahrtendiensten</strong> </li>
	</ul>
	<p>„Die <strong>Politik ist gefordert</strong>, den nötigen <strong>Rahmen zu gestalten</strong>, in dem <strong>qualitativ hochwertige Betreuung und Pflege</strong> insbesondere auch für <strong>Betroffene von Demenz und deren Angehörige </strong>möglich ist“, so Elisabeth Anselm abschließend.</p>
	 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1335</guid>
<pubDate> Sun, 15 Sep 2019 09:12:00 +0200 </pubDate>
<title>Hilfswerk zu „Pflege-Daheim-Bonus“: Signal in die richtige Richtung</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-zu-pflege-daheim-bonus-signal-in-die-richtige-richtung/ </link>
 <description>Hilfswerk-Präsident Karas: Pflegende Angehörige müssen anerkannt und gestärkt werden!</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/_processed_/1/4/csm_Pflegende_Angehoerige_2078_2019_f39bc8eeeb.jpg" length="4825164" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
	<p>Mit ihrem Vorschlag, pflegenden Angehörigen einen jährlichen „<strong>Pflege-daheim-Bonus</strong>“ zuzuerkennen, setzt die ÖVP nach Meinung des <strong>Hilfswerk Österreich</strong> ein Zeichen in die richtige Richtung. Hilfswerk-Präsident Othmar <strong>Karas</strong>: „Die Arbeit und der Einsatz von pflegenden Angehörigen in Österreich muss dringend bessere Anerkennung erfahren, pflegende Angehörige müssen jedenfalls gestärkt werden. Ein<strong> Bonus für pflegende Angehörige </strong>ist daher aus unserer Sicht ein<strong> gutes Signal</strong>.“</p>
	<p>„Insbesondere gefällt uns, dass sich der Vorschlag von unzeitgemäßen Einschränkungen freispielt. So soll der Bonus auch für Pflegende gelten, die nicht im gleichen Haushalt wie die zu pflegende Person leben. Und er soll auf mehrere pflegende Angehörige aufteilbar sein. Das entspricht der vielfältigen Pflegerealität, wie sie die Hilfswerk-Mitarbeiter/innen in der professionellen mobilen Pflegepraxis erleben. Sie stehen den Angehörigen Tag für Tag mit Rat und Tat zu Seite und wissen, mit welchen Belastungen sie konfrontiert sind“, fährt Karas fort.</p>
	<p>Die gesamte Pflegereform berge beginnend bei der so brennenden Personalfrage über die bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Versorgungslandschaft und eine zeitgemäße Modernisierung der &nbsp;Pflegegeldlogik bis hin zu einer nachhaltigen Finanzierung eine Reihe von Herausforderungen, welchen es wirksam zu begegnen gelte. Ein Bonus für pflegende Angehörige könne laut Hilfswerk ein zielführender Baustein im Zuge der notwendigen Reform des Pflegesystems in Österreich sein.</p>
	 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1334</guid>
<pubDate> Fri, 13 Sep 2019 11:27:44 +0200 </pubDate>
<title>Tag der pflegenden Angehörigen: Hilfswerk Österreich fordert Systemreform des Pflegegelds und Gerechtigkeit bei der Einstufung</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/tag-der-pflegenden-angehoerigen-hilfswerk-oesterreich-fordert-systemreform-des-pflegegelds-und-gere/ </link>
 <description>Vergleich mit Deutschland zeigt: Demenz-Betroffene und ihre pflegenden Angehörigen werden im österreichischen System stark benachteiligt.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/_processed_/c/c/csm_2005_2019_46a9f155e7.jpg" length="3804166" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
	<p>Der <strong>13. September</strong> ist der <strong>Tag der pflegenden Angehörigen</strong>. Aus diesem Anlass weist das <strong>Hilfswerk Österreich</strong>, der landesweit führende Anbieter mobiler Pflegedienste, einmal mehr darauf hin, dass <strong>im staatlichen Pflegegeldsystem</strong> insbesondere <strong>demenzbetroffene Menschen und ihre pflegenden Angehörigen massiv benachteiligt sind</strong>. </p>
	<p>„Es kann nicht angehen, dass wir eine Gruppe von Betroffenen und damit auch deren pflegende Angehörige systematisch schlechter behandeln“, meint <strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich, und fährt fort: „Die am 2. Juli 2019 im Nationalrat beschlossene Valorisierung des Pflegegelds in allen Pflegestufen war längst überfällig. Sie kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das <strong>25 Jahre alte System</strong> einer dringenden Reform bedarf. Das betrifft die Frage der nachhaltigen Finanzierung ebenso wie die Ausgestaltung der Bezugskriterien“, meint Anselm. Die <strong>Einstufungslogik sei</strong> in ihren Grundzügen<strong> über ein Vierteljahrhundert alt</strong>, <strong>auf körperliche Einschränkungen fokussiert und die Bewertungslogik insgesamt zu holzschnittartig und wenig differenziert</strong>. Selbsthilfepotenzial und Unterstützungsbedarf seien auch von neurologischen (Stichwort Demenz), von psychologischen, psychosozialen und lebenssituativen Faktoren beeinflusst (Familiensituation, Wohnumfeld). Die reale Erfassung der Situation Betroffener verlange überdies insgesamt eine differenziertere Bewertung als es die derzeitige Ja-Nein-Logik im österreichischen Einstufungsverfahren vorsehe. „Kein Wunder, dass die Hälfte aller angefochtenen Pflegegeldbescheide revidiert werden oder in einen Vergleich münden“, argumentiert Anselm. </p>
	<p><strong>Deutschland: Fairness für Frau Müller durch differenzierte Einstufung</strong> </p>
	<p>2017 wurde die Begutachtung und Bedarfsfeststellung im <strong>deutschen Pflegeversicherungssystem</strong> <strong>modernisiert</strong> und auf neue Beine gestellt. In die Ermittlung des jeweiligen Pflegegrads (1 – 5) fließen seither <strong>zahlreiche relevante Faktoren</strong> ein – genau definiert und gewichtet. Die Feststellung der einzelnen Beeinträchtigungen erfolgt nicht nach dem Schema „ja-nein“, sondern in <strong>differenzierten Abstufungen</strong>: „keine, geringe, erhebliche, schwere und vollständige“ Beeinträchtigung. </p>
	<p>Anhand eines typischen <strong>Fallbeispiel</strong>s lassen sich die <strong>Unterschiede zwischen deutschem und österreichischem System</strong> aufzeigen und die Ungerechtigkeit des letzteren gut vor Augen führen (siehe detaillierte Beschreibung und tabellarische Übersicht – <strong>Download-Option unten</strong>!!!): </p>
	<p><strong>Frau Müller</strong> ist verwitwet, lebt seit zwei Jahren alleine in ihrer Wohnung, ihre beiden Kinder wohnen im gleichen Haus. Der Allgemeinzustand Frau Müllers ist altersadäquat, ihre motorischen Fähigkeiten sind kaum eingeschränkt, sie kann ohne Hilfe gehen und Treppen steigen. Zunehmend manifestiert sich jedoch eine <strong>Demenz</strong>. Sie benötigt zudem eine Inkontinenzversorgung und muss auf Grund ihrer chronischen Venenschwäche Medikamente nehmen und Kompressionsstrümpfe tragen. Beim Waschen und Aus- und Ankleiden – insbesondere der Kompressionsstrümpfe – erhält Frau Müller morgens und abends Unterstützung durch einen professionellen Unterstützungsdienst. Ihre Tochter versorgt sie mit Mahlzeiten, hilft im Haushalt, beaufsichtigt mittags die Medikamenteneinnahme. Sie hat für ihre Mutter Leistungen aus der deutschen Pflegeversicherung beantragt. </p>
	<p>In der Gesamtbewertung der Deutschen Pflegeversicherung landet Frau Müller nach Gewichtung aller Beeinträchtigungen im <strong>Pflegegrad 3 von 5</strong>, also in der Mitte des Spektrums.</p>
	<p>Lebte Frau Müller <strong>hingegen in Österreich</strong>, würde sie mit all ihren Beeinträchtigungen <strong>nur in der Pflegestufe 1 von 7</strong>, also am untersten Ende der Skala mit minimalem Pflegegeldanspruch landen. </p>
	<p>„Dieses Beispiel sollte allen wahlwerbenden Parteien zu denken geben, gerade an einem Tag wie heute“, meint Elisabeth Anselm. „Die Reform des Pflegegeldsystems duldet keinen Aufschub mehr und muss an der Realität der Betroffenen sowie ihrer pflegenden Angehörigen Maß nehmen. Gerade bei demenziellen Beeinträchtigungen muss das Pflegegeld <strong>Spielraum für Entlastung durch professionelle Unterstützung </strong>schaffen“, fordert Anselm.</p>
	 ]]> </content:encoded> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Presseaussendung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1259</guid>
<pubDate> Tue, 02 Jul 2019 08:47:00 +0200 </pubDate>
<title>„Valorisierung des Pflegegelds war überfällig, ersetzt aber keinesfalls eine systematische Reform!“</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/valorisierung-des-pflegegelds-war-ueberfaellig-ersetzt-aber-keinesfalls-eine-systematische-refor/ </link>
 <description>Die Zukunftsfähigkeit des Pflegesystems ist nicht mit einer Aneinanderreihung von Einzelmaßnahmen herstellbar – auch das Pflegegeld benötigt eine Modernisierung.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/_processed_/d/5/csm_2107_2019_web_d11bab157f.jpg" length="797769" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
	<p><span itemprop="dateline"></span>„Heute Abend hat der Nationalrat die jährliche Valorisierung des Pflegegelds beschlossen und damit auch eine langjährige Forderung des Hilfswerks erfüllt“, stellt <strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich fest. Die Valorisierung sei laut Hilfswerk längst überfällig gewesen. Das Pflegegeld habe durch unregelmäßige und unzureichende Anpassungen seit seiner Einführung rund 35% an Kaufkraft eingebüßt. Als wichtig und richtig bewertet das Hilfswerk auch, dass die Valorisierung alle Pflegegeldstufen erfasse. Eine Erhöhung lediglich ab Stufe vier – wie zuletzt diskutiert – hätte man im Hinblick auf die reale Situation der Betroffenen und ihrer Angehörigen insbesondere in der häuslichen Pflege und Betreuung höchst kritisch gesehen.</p>
	<p>„Was uns jetzt allerdings nicht passieren darf“, fährt Anselm fort, „ist, dass die Politik dem Glauben erliegt, man hätte mit dieser Einzelmaßnahme schon die ganze Reform des Systems erledigt. Das wäre fatal und würde der Größe der Herausforderung keinesfalls gerecht. Eine Fortsetzung des unseligen Herumdokterns, ohne auf das Gesamte zu achten, wie wir es letztes Jahr schon beim Entfall des Regresses erlebt haben, hilft uns punkto Nachhaltigkeit des Systems jedenfalls nicht weiter.“</p>
	<p>Um das heimische Pflegesystem zukunftsfähig zu machen, bedürfe es laut Hilfswerk eines Gesamtkonzeptes, das eine nachhaltige Finanzierung ebenso einschließe wie eine bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Versorgungslandschaft und wirksame Maßnahmen zur Gewinnung und Bindung von Fachpersonal.</p>
	<p>Aber auch bei der Systematik des Pflegegeldes selbst gebe es Modernisierungsbedarf. „Das österreichische Pflegegeldsystem ist in seinen Grundzügen über ein Vierteljahrhundert alt“, stellt Anselm fest. Die Einstufungslogik sei trotz einiger Änderungen in den letzten Jahren durch den Fokus auf körperliche Einschränkungen charakterisiert. In der Realität würden das Selbsthilfepotenzial und der Unterstützungsbedarf aber auch massiv von neurologischen (man denke etwa an Demenz), psychologischen und psychosozialen sowie sozialen (z. B. die Familiensituation) und lebenssituativen Faktoren (Wohnumfeld) beeinflusst. „Ein modernes System der Bedarfsfeststellung müsste diese hoch relevanten Faktoren valide miteinbeziehen. Nur so können wir die Situation der Betroffenen und ihrer Angehörigen realistisch erfassen und wirksame Maßnahmen zur Unterstützung und Entlastung sicherstellen“, meint Anselm abschließend.</p>
	 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1233</guid>
<pubDate> Wed, 26 Jun 2019 11:36:00 +0200 </pubDate>
<title>Hilfswerk Österreich kritisiert praxisferne Vorschläge in der Pflegedebatte</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-oesterreich-kritisiert-praxisferne-vorschlaege-in-der-pflegedebatte/ </link>
 <description>Einzelmaßnahmen wie Norbert Hofers Verstaatlichung der 24-Stunden-Betreuung bringen keinerlei Vorteile für Betroffene.</description> <content:encoded> <![CDATA[
<p>„Wir freuen uns, dass das wichtige Thema der Pflege wieder in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt ist“, mein Elisabeth Anselm, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich, „aber manche Vorschläge entbehren jeglicher Praxisgrundlage.“ Man freue sich etwa über das Bekenntnis zur Valorisierung des Pflegegeldes in allen Stufen, schließlich habe man selbige seit Jahren gefordert. Irritiert sei man aber insbesondere über diverse Wortmeldungen rund um die 24-Stunden-Betreuung.</p>
<p>„Manche Diskussionsteilnehmer scheinen zu glauben, dass Pflege und Betreuung zu Hause mit der 24-Stunden-Betreuung gleich zu setzen ist. Pflege und Betreuung zu Hause wird aber vor allem durch Angehörige und durch mobile Dienste wie Hauskrankenpflege und Heimhilfe bestritten. Die 24-Stunden-Betreuung macht gerade einmal sechs Prozent aus“, erläutert Anselm. Daher sei auch die offenbar grassierende Annahme verfehlt, dass Eingriffe bei der 24-Stunden-Betreuung das zentrale Element einer Pflegereform seien oder die einzig entscheidende Intervention zur Stärkung der Pflege und Betreuung zu Hause.</p>
<p>Selbstverständlich müsse man dennoch auch die 24-Stunden-Betreuung in Österreich weiter entwickeln. Da gäbe es laut Hilfswerk auch bereits zielführende Ansätze mit entsprechender Grundierung in der Praxis. Erfahrene Qualitätsanbieter in den mobilen Diensten und in der 24-Stunden-Betreuung wie das Hilfswerk hätten seit Jahren ein Qualitätssystem mit nachweislichem Erfolg im Einsatz. Diese Erfahrungen wären etwa auch in das noch von der seinerzeitigen Bundesministerin Beate Hartinger-Klein iniierte Qualitätszertifikat „ÖQZ 24“ eingeflossen.</p>
<p>„Derzeit läuft die Pilotphase. Etliche Träger wie auch das Hilfswerk stehen gerade in der Zertifizierung“, sagt Anselm. Die Herzstücke dieses Zertifikats seien etwa die laufende Begleitung der 24-Stunden-Betreuung durch österreichisches diplomiertes Fachpersonal, die Transparenz der Vertragsverhältnisse und die Qualität der Verträge, geordnete Ersatzstellung und laufende Erreichbarkeit. „Das Zertifikat ist aktuell auf freiwilliger Basis angelegt. Aber klarer Weise könnte man es auch verpflichtend vorsehen, wie das auch im Konzept, welches die ÖVP am Montag präsentiert hat, angeführt ist. Das würden wir sehr begrüßen“, meint Anselm.</p>
<p>Eine Quasi-Verstaatlichung der 24-Stunden Betreuung durch eine Bundesgenossenschaft, wie sie FPÖ-Obmann Norbert Hofer vorschwebt, lehnt das Hilfswerk kategorisch ab. „Das bringt keinerlei Vorteile für die Betroffenen. Eine qualitätsgesicherte, vielfältige Angebotslandschaft ist der einzige Garant für Pflegebedürftige und deren Angehörigen auf Wahlfreiheit, sie fördert Dienstleistungs- und Servicequalität, Kundenorientierung und Innovation, kurzum: Sie macht den Kunden, die Kundin, mächtig und Druck auf die Agenturen, sich anzustrengen,“ fasst Anselm abschließend zusammen.</p>
 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1232</guid>
<pubDate> Mon, 24 Jun 2019 11:07:00 +0200 </pubDate>
<title>ÖVP-Pflegekonzept: „Echte Reformen verlangen neues Denken!“</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/oevp-pflegekonzept-echte-reformen-verlangen-neues-denken/ </link>
 <description>Hilfswerk Österreich bewertet ÖVP-Vorstoß zur Reform des heimischen Pflegesystems grundsätzlich positiv, sieht aber auch einige Herausforderungen.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/Bilder/Fotopool/Pflege-Betreuung/Mobile_Dienste/2005_2019.jpg" length="3804166" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
<p>„Wenn wir eine echte Reform des österreichischen Pflegesystems wollen – und wir benötigen sie dringend – dann braucht es auch den Mut, in neuen Bahnen zu denken“, meint <strong>Othmar Karas</strong>, Präsident des <strong>Hilfswerk Österreich</strong>, angesichts der heutigen Präsentation des Pflegekonzepts der ÖVP. Karas fährt fort: „Eine Pflegeversicherung ist jedenfalls ein Ansatz, der uns helfen kann, eine nachhaltige Finanzierung der Pflege zustande zu bringen. Die sofortige Ablehnung der vorgeschlagenen Versicherungslösung, ohne die Überlegungen genauer zu prüfen, halte ich für völlig unseriös. Die Details einer möglichen Umsetzung würden ohnehin noch gründlich zu klären sein, meint Karas. </p>
<p>„Was wir am heute präsentierten Entwurf jedenfalls sehr positiv sehen, ist die Tatsache, dass das Konzept – anders als etliche Vorstöße in letzter Zeit – nicht nur eine Einzelmaßnahe forciert, sondern den Rahmen für ein ganzes Maßnahmenpaket absteckt“, ergänzt <strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich. Dass das Konzept nebst der Finanzierung insbesondere auf die Stärkung der Pflege zuhause abstellt, bewertet das Hilfswerk besonders positiv, weil dies den Wünschen der Menschen entspreche, aber auch volkswirtschaftlich sinnvoll sei. </p>
<p>Einige Punkte im Konzept sieht das Hilfswerk Österreich durchaus kritisch, andere unterstützt es ganz explizit, etwa die Weiterentwicklung des Pflegegeldsystems. „Das Pflegegeldsystem in Österreich ist in seinen Grundzügen über ein Vierteljahrhundert alt und stellt bei der Bedarfsfeststellung neben physischen Einschränkungen viel zu wenig auf neurologische, psychosoziale und lebenssituative Faktoren ab, die den Unterstützungsbedarf jedoch maßgeblich beeinflussen“, meint Anselm. </p>
<p>Auch eine verpflichtende Qualitätssicherung in der 24-Stunden-Betreuung (erst recht bei Teilbarkeit) finde die uneingeschränkte Zustimmung des Hilfswerks, ebenso die im Konzept angeführten Verbesserungen – etwa jene für pflegende Angehörige (insbesondere die mehrstündige Tagesbetreuung zuhause) sowie jene in der Demenz- und Palliativversorgung. Die Förderung von Innovation und Digitalisierung, den Abbau von Bürokratie sowie die Erstinformation über Hotlines und Anlaufstellen für Betroffene und Angehörige sehe man im Hilfswerk ebenfalls positiv, letzteres dürfe aber keinesfalls zur Aufblähung von Verwaltungsstrukturen führen, erläutert Anselm. </p>
<p>Als „alles entscheidenden Schlüsselfaktor“ sieht das Hilfswerk die Gewinnung und Bindung von ausreichend Fachpersonal. Das ÖVP-Konzept trägt dem mit Vorschlägen bzgl. Ausbildung und beruflichem Wiedereinstieg Rechnung. „Wenn wir uns engagierte und professionelle Fachkräfte wünschen, die ihrer sinnstiftenden Arbeit in der Pflege und Betreuung langfristig und motiviert nachgehen, dann werden wir nicht umhinkommen, die Rahmenbedingungen der Arbeit selbst für die Zukunft bestmöglich aufzustellen“ so Anselm abschließend.</p>
 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1206</guid>
<pubDate> Thu, 09 May 2019 09:53:00 +0200 </pubDate>
<title>Tag der Pflege: Hilfswerk fordert Umdenken bei Demenz</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/tag-der-pflege-hilfswerk-fordert-umdenken-bei-demenz/ </link>
 <description>Es bedarf gezielter Maßnahmen, um die gesellschaftliche Teilhabe aller Betroffenen zu ermöglichen und die Stigmatisierung demenziell Erkrankter zu beenden.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/user_upload/Grafik_Demenz.jpg" length="156160" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
<p>Am Sonntag, 12. Mai 2019 ist nicht nur Muttertag, sondern auch der „Tag der Pflege“. Als führender Träger in der Pflege und Betreuung älterer und chronisch kranker Menschen nimmt das Hilfswerk Österreich dieses Datum zum Anlass, erneut auf die Bedürfnisse von Menschen hinzuweisen, die mit der pflegerelevanten Hauptdiagnose Demenz leben. Das ist jede/r vierte Bürger/in über 80 Jahre und fast jede/r zweite über 90 Jahre.</p>
<p> <br> Insgesamt leben derzeit <strong>130.000 Österreicherinnen und Österreicher mit demenziellen Beeinträchtigungen</strong>. Gesellschaft und Gesundheitssystem müssen sich aber schon jetzt darauf einstellen, dass sich diese Zahlen deutlich erhöhen werden, denn: Der wichtigste Risikofaktor ist die steigende Lebenserwartung. Bis zum Jahr 2030 wird sich die Zahl der Menschen mit Demenz etwa verdoppeln.</p>
<p>Die <strong>Diagnose betrifft</strong> nicht nur die erkrankten Personen, sondern in ganz besonderer Weise auch deren <strong>persönliche Umgebung: Familie, Angehörige und Pflegende</strong>. Trotz der massiven Betroffenheit schwankt der gesellschaftliche Umgang mit Demenz zwischen <strong>Verdrängung </strong>und <strong>Tabuisierung </strong>auf der einen Seite sowie der Schaffung isolierter Vorzeigemodelle ohne Flächenwirkung und gut gemeintem, aber wenig wirksamen Lob für die Angehörigen auf der anderen Seite. Beides hilft uns nicht weiter.</p>
<p><strong>Mitten in der Gesellschaft – und doch außen vor</strong><br> <br> Was aber muss tatsächlich geschehen? Woran verzweifeln Betroffene demenzieller Erkrankungen und ihre Angehörigen in der Praxis? Welche Angebote brauchen sie? Wie steht es mit der Umsetzung der „Österreichischen Demenzstrategie“? Und was muss der „Masterplan Pflege“ für Demenzkranke und deren Angehörige leisten?<br> <br> Führt man sich die Anzahl der Menschen mit Demenz vor Augen und rechnet ihre unmittelbaren Angehörigen dazu, müssten fast alle Österreicher/innen tagtäglich mit Demenz-Betroffenen in Kontakt kommen. Das Gegenteil ist aber der Fall, denn die Diagnose „Demenz“ bedeutet in der Regel Stigmatisierung, Ausgrenzung und eine in Gang gesetzte Schweigespirale. „Von ihren Mitmenschen werden Personen mit Demenz oft auf die Rolle als ‚Patienten‘ bzw. auf ihre Defizite reduziert“ sagt der Demenz-Experte und diplomierte psychiatrische Gesundheits- und Krankenpfleger <strong>Raphael Schönborn</strong>.<br> <br> Schönborn und das Hilfswerk Österreich fordern ein <strong>Umdenken </strong>und die entsprechenden <strong>Rahmenbedingungen, um die gesellschaftliche Teilhabe aller Betroffenen zu ermöglichen</strong>. „Ein Mensch mit Demenz hört nicht auf Mensch zu sein. Wir brauchen als Gesellschaft einen anderen Umgang mit dem Phänomen Demenz“, betont Raphael Schönborn. „Weg von der Stigmatisierung, weg vom medizinisch geprägten Krankheitsdenken, hin zu einem Betreuen und Begleiten, das Menschen mit Demenz weiter als Menschen wahrnimmt“, fordert der Experte.<br> <br> Eine <strong>lebensweltliche Pflegekultur </strong>berücksichtige die individuellen biografischen Rahmenbedingungen der Betroffenen und orientiere sich an der alltäglichen Lebensrealität, an Bedürfnissen und vorhandenen Ressourcen, so Schönborn. Seiner Ansicht nach müssten „Special Care Units“ mit dem Schwerpunkt Demenz in den pflegerischen Regelbetrieb bestmöglich integriert werden. „Nur so kann es gelingen, <strong>Menschen mit Demenz von Objekten der Pflege zu Subjekten der Begegnung werden zu lassen</strong>“, erläutert Schönborn.</p>
<p><strong>Demenz in jeder Familie</strong><br> <br> „Das Phänomen Demenz muss in seiner Komplexität, seiner demographischen wie gesundheitspolitischen Bedeutung und in seinen gesellschaftlichen Auswirkungen neu betrachtet werden“, fordert <strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich. „Das wäre auch ein wichtiger Beitrag zur inhaltlichen Ausrichtung einer Reform des Pflegesystems, wie sie die Bundesregierung anstrebt“, so Anselm weiter.<br> <br> Denn: „Je älter die Gesellschaft wird, desto weniger wird Demenz zum Einzelfall, sondern zum <strong>familiären Regelfall</strong>. Wir dürfen Demenz, Betroffene und Angehörige nicht in Sonderzonen verbannen oder verdrängen. Demenz spielt sich mitten in der Gesellschaft ab. Und so müssen wir ihr auch begegnen“, ist Anselm überzeugt.<br> <br> „Vorzeigeprojekte und Modell-Initiativen sind wunderbar und wichtig. Sie eröffnen neue Möglichkeiten und Lernräume, sie erproben neue Praxis und entwickeln neue Qualitäten, sie illustrieren plastisch optimale Strukturen und Prozesse. Aber angesichts der Zahl von 130.000 Menschen mit Demenz in Österreich brauchen wir <strong>vor allem Angebote in der Fläche</strong>, die <strong>rasch und bedarfsgerecht </strong>die Lage für möglichst viele entschärfen“, fordert die Hilfswerk-Geschäftsführerin. Das bedeute, so Anselm, dass es mehr Ressourcen brauche für</p>
<p>nachhaltige Stärkung einschlägiger Kompetenzen im Bereich der Langzeitpflege</p>
<ul>
	<li><strong>Fortbildung</strong>, konsiliares und interdisziplinäres Arbeiten</li>
	<li><strong>Unterstützung des Austauschs und der Selbsthilf</strong>e Betroffener und Angehöriger</li>
	<li><strong>zugehende Beratungsangebote</strong> für Betroffene und Angehörige in den eigenen vier Wänden bzw. in der eigenen Lebenswelt (mobile Demenzberatung, konkrete Verbesserungen der Situation vor Ort)</li>
	<li>flächendeckenden <strong>Ausbau leistbarer mehrstündiger Tagesbetreuung zu Hause</strong> zur gezielten Entlastung und nachhaltigen Stärkung der Angehörigen (z. B. einen Nachmittag in der Woche „frei“ …)</li>
	<li>den Ausbau einschlägiger <strong>Angebote zur Kurzzeitpflege und von Tageszentren bzw. Fahrtendiensten</strong></li>
</ul>
<p>„Die Politik ist gefordert, den nötigen Rahmen zu gestalten, in dem qualitativ hochwertige Betreuung und Pflege insbesondere auch für Betroffene von Demenz und deren Angehörige möglich ist“, so Elisabeth Anselm abschließend.</p>
<p>Das Hilfswerk setzt bei seiner Jahresinitiative „Leben mit Demenz“ auf starke Partner wie die Erste Bank und Sparkassen sowie s Versicherung. Neuroth, Publicare und Allergosan unterstützen das Hilfswerk beim Fachschwerpunkt „Leben mit Demenz“. Partner des Hilfswerk Fachschwerpunktes „Spielen. Lernen. Bilden.“ sind Wiener Städtische und Jako-o.</p>
 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1142</guid>
<pubDate> Fri, 03 May 2019 13:12:00 +0200 </pubDate>
<title>Der große Demenz-Irrtum: Was Betroffene wirklich brauchen!</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/der-grosse-demenz-irrtum-was-betroffene-wirklich-brauchen/ </link>
 <description>Als führender Träger in der Pflege und Betreuung älterer und chronisch kranker Menschen warnt das Hilfswerk Österreich vor Sackgassen im gesellschaftlichen und politischen Umgang mit Demenz und fordert dringend notwendige Maßnahmen statt gut gemeinter „Folklore“ ein.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/user_upload/Hilfswerk_Karas_Maunz_Schoenborn_sitzend.jpg" length="4521504" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
<p>Jede/r vierte Bürger/in über 80 Jahre und fast jede/r zweite über 90 Jahre lebt mit der Diagnose Demenz. Sie betrifft nicht nur die erkrankten Personen, sondern in ganz besonderer Weise auch deren persönliche Umgebung: Familie, Angehörige und Pflegende. Trotz der massiven Betroffenheit schwankt der gesellschaftliche Umgang mit Demenz zwischen Verdrängung und Tabuisierung auf der einen Seite sowie der Schaffung isolierter Vorzeigemodelle ohne Flächenwirkung und gut gemeintem, aber wenig wirksamen Lob für die Angehörigen auf der anderen Seite. Beides hilft uns nicht weiter.</p>
<p>Was aber muss tatsächlich geschehen? Welche Konsequenzen sind im täglichen Umgang mit demenziellen Erkrankungen gefordert? Woran verzweifeln Betroffene und Angehörige in der Praxis? Welche Angebote brauchen sie? Warum ist das österreichische Pflegegeldsystem dringend neu auszurichten – nicht nur, aber auch in Anbetracht der Demenz? Wie steht es mit der Umsetzung der „Österreichischen Demenzstrategie“? Und was muss der „Masterplan Pflege“ für Demenzkranke und deren Angehörige leisten?</p>
<p><strong><br>Demografischer Wandel: mehr Menschen mit demenzieller Beeinträchtigung</strong> </p>
<p>Rund 130.000 Österreicherinnen und Österreicher leben derzeit mit demenziellen Beeinträchtigungen. Gesellschaft und Gesundheitssystem müssen sich aber schon jetzt darauf einstellen, dass sich diese Zahlen deutlich erhöhen werden, denn: Der wichtigste Risikofaktor ist die steigende Lebenserwartung. Bis zum Jahr 2030 wird sich die Zahl der Menschen mit Demenz etwa verdoppeln.</p>
<p><strong><br>Mitten</strong><strong> in der Gesellschaft – und doch außen vor</strong> </p>
<p>Führt man sich die Anzahl der Menschen mit Demenz vor Augen und rechnet ihre unmittelbaren Angehörigen dazu, müssten fast alle Österreicher/innen tagtäglich mit Demenz-Betroffenen in Kontakt kommen. Das Gegenteil ist aber der Fall, denn die Diagnose „Demenz“ bedeutet in der Regel Stigmatisierung, Ausgrenzung und eine in Gang gesetzte Schweigespirale. Für einen Menschen mit einer demenziellen Beeinträchtigung stellt die Diagnose eine Bedrohung dar, vor der man sich schützen will, deren Realität man auch gerne verleugnet. Von ihren Mitmenschen werden Personen mit Demenz oft auf die Rolle als „Patienten“ bzw. auf ihre Defizite reduziert.</p>
<p>Das Hilfswerk Österreich fordert ein <strong>Umdenken</strong> und die entsprechenden Rahmenbedingungen, um die gesellschaftliche Teilhabe aller Betroffenen zu ermöglichen.<strong> </strong>„Ein Mensch mit Demenz hört nicht auf Mensch zu sein. Wir brauchen als Gesellschaft einen anderen Umgang mit dem Phänomen Demenz“, sagt der Demenz-Experte und diplomierte psychiatrische Gesundheits- und Krankenpfleger <strong>Raphael Schönborn</strong>. „Weg von der Stigmatisierung, weg vom medizinisch geprägten Krankheitsdenken, hin zu einem Betreuen und Begleiten, das Menschen mit Demenz weiter als Menschen wahrnimmt!“</p>
<p>Diese lebensweltliche Pflegekultur berücksichtige die individuellen biografischen Rahmenbedingungen der Betroffenen und orientiere sich an der alltäglichen Lebensrealität, an Bedürfnissen und vorhandenen Ressourcen, so Schönborn. Seiner Ansicht nach müssten „Special Care Units“ mit dem Schwerpunkt Demenz in den pflegerischen Regelbetrieb bestmöglich integriert werden. „Nur so kann es gelingen, Menschen mit Demenz von Objekten der Pflege zu Subjekten der Begegnung werden zu lassen, wie es personenzentrierte, psychobiographische, mäeutische und andere Handlungs- und Betreuungsansätze seit langem vorschlagen“, erläutert Schönborn.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Hilfswerk denkt vor: zweijähriger Fachschwerpunkt Demenz</strong> </p>
<p>„Das Hilfswerk ist der größte heimische Anbieter von Pflege zu Hause. Wir beobachten seit vielen Jahren die steigende Zahl an Menschen mit Demenz. Damit wir noch besser auf die speziellen Bedürfnisse der Betroffenen und ihrer (pflegenden) Angehörigen reagieren können, haben wir einen Fachschwerpunkt Demenz gesetzt“, sagt <strong>Sabine Maunz</strong>, Leiterin des Fach­bereichs Pflege und Betreuung im Hilfswerk Österreich.</p>
<p>Durch <strong>spezifische Weiterbildungsangebote</strong> für Mitarbeiter/innen aller Berufsgruppen im mobilen Dienst, durch einen die Qualität der Pflege sichernden <strong>Fachleitfaden Demenz</strong> sowie durch Entwicklung und Ausbau <strong>neuer Angebote in Beratung und Betreuung</strong> trägt das Hilfswerk zur Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit Demenz bei.</p>
<p>Auch die Entstigmatisierung von Demenz ist dem Hilfswerk Österreich ein großes Anliegen. Die <strong>Webportale</strong> <a href="https://www.hilfswerk.at/mehr-als-vergesslich/" target="_blank">hilfswerk.at/mehr-als-vergesslich/</a> und <a href="https://www.hilfswerk.at/ich-bin-dann-mal-alt/" target="_blank">hilfswerk.at/ich-bin-dann-mal-alt/</a>, die mobile Info-Initiative <strong>HILFSWERK ON TOUR</strong>, eine <strong>Hotline</strong><strong> 0800 800 820</strong> und spezielle <strong>Beratungsangebote</strong> in den Bundesländern bieten einen breiten und niederschwelligen Zugang.</p>
<p>Das Hilfswerk präsentiert <strong>zwei neue Ratgeber rund um das Thema Demenz</strong>: „<strong>Ich bin dann mal alt. Wie sich das Gehirn im Alter verändert</strong>“ führt Menschen behutsam an die Fragestellung heran, wann und wie man auf wachsende Vergesslichkeit reagieren soll. „<strong>Mehr als vergesslich. Alltag mit Demenz: Ein Ratgeber für Angehörige</strong>“ steht Angehörigen mit vielen praktischen Tipps für deren Betreuungsalltag zur Seite. „Angehörige leisten einen großen Beitrag. Mit unseren Diensten wie Heimhilfe und Hauskrankenpflege unterstützen wir sie bestmöglich. Wir erkennen aber in unserer Arbeit, dass es weiterer Angebote, etwa der <strong>mehrstündigen Tagesbetreuung</strong> bedarf. Daher fordern wir den Ausbau der Angebotspalette“, betont Maunz.</p>
<p><strong><br>Demenz in jeder Familie</strong> </p>
<p>Im Umgang mit Demenz macht <strong>Othmar Karas</strong>, Präsident Hilfswerk Österreich, <strong>drei grundlegende Irrtümer</strong> aus. Das Phänomen Demenz müsse jedoch in seiner Komplexität, seiner demographischen wie gesundheitspolitischen Bedeutung und in seinen gesellschaftlichen Auswirkungen neu betrachtet werden. Das sei, so Karas, ein wichtiger Beitrag zur inhaltlichen Ausrichtung einer Reform des Pflegesystems, wie sie die Bundesregierung anstrebe.</p>
<p><a href="https://www.hilfswerk.at/" target="_blank"><strong><br>Irrtum 1: </strong></a><strong>Demenz ist eine Erkrankung, die bedauerlicherweise Einzelne im Alter trifft.</strong><strong></strong> </p>
<p>„90 Prozent aller Menschen mit Demenz sind über 80 Jahre alt. Je älter die Gesellschaft wird, desto weniger wird Demenz zum Einzelfall, sondern zum <strong>familiären Regelfall</strong>. Wir dürfen Demenz, Betroffene und Angehörige nicht in Sonderzonen verbannen oder verdrängen. Demenz spielt sich mitten in der Gesellschaft ab. Und so müssen wir ihr auch begegnen“, fordert Karas.</p>
<p><strong><br>Irrtum 2: </strong><strong>Je mehr Vorzeigeprojekte wir haben, umso besser.</strong> </p>
<p>Vorzeigeprojekte und Modelle sind wunderbar und wichtig. Sie eröffnen neue Möglichkeiten und Lernräume, sie erproben neue Handlungsoptionen und entwickeln neue Qualitäten, sie illustrieren plastisch optimale Strukturen und Prozesse. <strong>Aber angesichts von derzeit 130.000 Menschen mit Demenz in Österreich brauchen wir vor allem flächendeckende Angebote, die rasch und bedarfsgerecht die Lage für möglichst viele entschärfen.</strong> </p>
<p><br>Das bedeute, so Karas, dass es mehr Ressourcen brauche für</p>
<ul>
	<li>nachhaltige <strong>Stärkung einschlägiger Kompetenzen im Bereich der Langzeitpflege</strong></li>
	<li><strong>Fortbildung</strong>,<strong> konsiliares</strong> und <strong>interdisziplinäres Arbeiten</strong></li>
	<li><strong>Unterstützung des Austauschs und der Selbsthilfe</strong> Betroffener und Angehöriger</li>
	<li><strong>zugehende Beratungsangebote</strong> für Betroffene und Angehörige in den eigenen vier Wänden bzw. in der eigenen Lebenswelt (mobile Demenzberatung, konkrete Verbesserungen der Situation vor Ort)</li>
	<li>flächendeckenden <strong>Ausbau leistbarer mehrstündiger Tagesbetreuung zu Hause</strong> zur gezielten Entlastung und nachhaltigen Stärkung der Angehörigen (z. B. einen Nachmittag in der Woche „frei“ …)</li>
	<li>den <strong>Ausbau</strong> einschlägiger Angebote zur <strong>Kurzzeitpflege</strong> und von <strong>Tageszentren</strong> bzw. <strong>Fahrtendiensten</strong></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Irrtum 3: </strong><strong>Erhöhung des Pflegegelds erst ab der Stufe 4</strong><strong></strong> </p>
<p>Demenz ist mit 30 Prozent die häufigste Ursache von Pflegebedürftigkeit, wobei sich mehr als 50 Prozent der Betroffenen ab dem 65. Lebensjahr in den Pflegestufen 1, 2, und 3 befinden. „Wenn uns die Pflege zu Hause und die pflegenden Angehörigen ein ernsthaftes Anliegen sind – und das hat sich die Bundesregierung mit dem Masterplan Pflege richtigerweise auf die Fahnen geheftet – dann ist mit einer Erhöhung des Pflegegeldes erst ab Stufe 4 nichts erreicht. Viele Menschen mit Demenz würden nichts von der Erhöhung spüren“, meint Karas. Das Hilfswerk Österreich ortet beim Pflegegeld in zwei konkreten Punkten <strong>Handlungsbedarf</strong>:</p>
<ol>
	<li>Die <strong>signifikante Erhöhung des Pflegegeldes in allen Stufen</strong> ist eine Mindestanforderung hinsichtlich Weiterentwicklung des Pflegegeldsystems. Ein Akt der Fairness speziell gegenüber jenen, die zu Hause pflegen und mit ihren Ressourcen selbst wirtschaften müssen. Um den massiven Kaufkraftverlust der vergangenen Jahre auszugleichen, braucht es eine Erhöhung von 35 Prozent, zudem muss der<strong> Erschwerniszuschlag</strong> bei demenziell Erkrankten von derzeit 25 Stunden auf mindestens 30 bis 35 Stunden erhöht werden.</li>
</ol>
<ol>
	<li>Die<strong> Einstufungskriterien im Pflegegeldsystem</strong> müssen <strong>grundlegend reformiert</strong> werden. Der erhöhte Unterstützungsbedarf bei Demenz lässt sich kaum auf physische Beeinträchtigungen, sondern in erster Linie auf neurologische (etwa Gedächtnisleistungen), psychiatrische (Angst­zustände, Verwirrtheit), psychosoziale (Strukturlosigkeit) und lebenssituative (Wohnsituation, soziale Einbindung) Aspekte zurückführen. Einstufungskriterien, die dies berücksichtigen, würden die Lebensrealitäten von Menschen mit Demenz und deren pflegender Angehöriger sowie den herausfordernden Pflege- und Betreuungsalltag stärker abbilden.</li>
</ol>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ein grundsätzlicheres Überdenken der Pflegegeldsystematik böte die Chance, das österreichische Pflegegeldsystem in eine <strong>gerechtere und den Bedürfnissen aller Betroffenen adäquatere Zukunft</strong> zu überführen. Das Hilfswerk fordert daher:</p>
<p><strong>Schluss mit dem Herumdoktern </strong>an einem System, das vor einem Vierteljahrhundert geschaffen und bereits mehrfach punktuell adaptiert, aber nicht systematisch evaluiert und weiterentwickelt wurde!</p>
<p>Starten wir endlich die <strong>systematische Modernisierung des Pflegegeldsystems </strong>–<strong> </strong>mit einer vielschichtigen und lebensnahen Feststellung des Unterstützungsbedarfs bzw. der Einstufung des Pflegegeldes!</p>
<p>„Die <strong>Politik ist gefordert</strong>, den nötigen <strong>Rahmen zu gestalten</strong>, in dem <strong>qualitativ hochwertige Betreuung und Pflege</strong> insbesondere auch für <strong>Betroffene von Demenz und deren Angehörige </strong>möglich ist. Aus Sicht des Hilfswerks spielen der rasche und<strong> flächendeckende Ausbau niederschwelliger Unterstützungsangebote</strong> und die <strong>Weiterentwicklung des Pflegegeldsystems</strong> dabei eine <strong>Schlüsselrolle</strong>. Der Masterplan Pflege bietet die Chance dazu! Aber sie muss auch genutzt werden!“, so Othmar Karas abschließend.<br><br> </p>
<p>Das Hilfswerk setzt bei seiner Jahresinitiative „Leben mit Demenz“ auf starke Partner wie die Erste Bank und Sparkassen sowie s Versicherung. Neuroth, Publicare und Allergosan unterstützen das Hilfswerk beim Fachschwerpunkt „Leben mit Demenz“. Partner des Hilfswerk Fachschwerpunktes „Spielen. Lernen. Bilden.“ sind Wiener Städtische und Jako-o.</p>
 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Österreich</category> <category>Pflege Betreuung</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-1041</guid>
<pubDate> Fri, 15 Mar 2019 09:14:54 +0100 </pubDate>
<title>Hilfswerk begrüßt Zertifizierungsvorhaben von Ministerin Hartinger-Klein, fordert aber zügig weitere Maßnahmen.</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-begruesst-zertifizierungsvorhaben-von-ministerin-hartinger-klein-fordert-aber-zuegig-weit/ </link>
 <description>Vergangenen Dienstag kündigte Bundesministerin Beate Hartinger-Klein die Etablierung eines Qualitätszertifikats für Vermittlungsagenturen in der 24-Stunden-Betreuung an. Sie setzt damit einen ersten Schritt, um die von der Bundesregierung in Aussicht gestellte Qualitätssicherung in diesem Bereich voranzutreiben.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/austria/1268.jpg" length="8557357" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
<p>Das unter dem Titel „<strong>ÖQZ 24</strong>“ vorgestellte Zertifikat wird auf der neu eingerichteten Website <a href="http://www.oeqz.at/" target="_blank" rel="noreferrer"><strong>www.oeqz.at</strong></a> im Detail präsentiert. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die <a href="https://www.ots.at/redirect/Richtlinien" target="_blank" rel="noreferrer"><strong>Richtlinien des Sozialministeriums</strong></a>, die als Grundlage für die Zertifizierung dienen.</p>
<p>„Das von der Bundesministerin vorgestellte Qualitätszertifikat kann jedenfalls einen Beitrag leisten, um im Hinblick auf die Qualität von Agenturen mehr Transparenz herzustellen. Wir halten das für richtig und wichtig“, stellt <strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des <a href="https://www.hilfswerk.at/oesterreich/" target="_blank">Hilfswerk Österreich</a>, fest. „Unserer praktischen Erfahrung nach stellt das Qualitätszertifikat auf die richtigen Qualitätskriterien ab. Zum Beispiel auf die regelmäßige Qualitätssicherung durch in Österreich zur Berufsausübung berechtigte diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegekräfte“, so Anselm weiter.</p>
<h3>Kritik an der Freiwilligkeit</h3>
<p>„Was wir jedoch – neben einigen Detailaspekten – als problematisch ansehen, ist die Freiwilligkeit der Zertifizierung. Hier wird man weiterführende Überlegungen für die Zukunft anstellen müssen. Will man mittel- und langfristig Agenturen in Österreich haben, die den Qualitätskriterien nicht entsprechen? Es braucht einen Stufenplan, um von der Freiwilligkeit in die Verpflichtung zu kommen, ohne einen Versorgungsnotstand in diesem Bereich auszulösen, der den Betroffenen keinesfalls hilft“, gibt Anselm zu Bedenken.</p>
<h3><strong>Förderung der 24-Stunden-Betreuung anheben und an Zertifizierung knüpfen</strong></h3>
<p>„Man sollte seitens der Politik überprüfen, wie man die Förderung der 24-Stunden-Betreuung mit der Qualitätssicherung verbindlich verknüpfen kann“, regt Anselm an, und weist darauf hin, dass auch die Höhe der Förderung – € 550,00 / Monat – dringend anzupassen ist: „Sie wurde seit ihrer Einführung vor über zehn Jahren nicht erhöht und hat mittlerweile massiv an Kaufkraft verloren. Das ist einerseits unfair gegenüber jenen, die 24-Stunden-Betreuung brauchen, andererseits gegenüber den Betreuerinnen und Betreuern, die auf leistungsgerechte Honorare angewiesen sind“, stellt Anselm fest und fordert darüber hinaus: „Die Förderhöhe muss auch im Hinblick auf die Qualitätskriterien des ÖQZ 24 ins Visier genommen werden. Es darf nicht alleine vom Geldbeutel abhängen, ob man sich Qualität in der 24-Stunden-Betreuung leisten kann.“</p>
<h3><strong>"Sehr gut" für Hilfswerk</strong></h3>
<p>„Ein großer Vorteil des angekündigten Zertifikats ist, dass es die Qualitätsorientierung der Agenturen transparent macht. Denn es ist in Österreich selbstverständlich schon heute möglich, gute 24-Stunden-Betreuung zu bekommen, sofern man zur richtigen Agentur geht“, sagt Anselm. Das zeige ein im November 2018 publizierter <a href="https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20181122_OTS0203/" target="_blank" rel="noreferrer">Test des Vereins für Konsumenteninformation (VKI)</a>, der fünf von 26 Vermittlungsagenturen für 24-Stunden-Betreuung ein „Sehr gut“ attestierte. Darunter das Hilfswerk.</p>
<p>Als gemeinnützige Organisation ist das <strong>Hilfswerk Österreich</strong> der <strong>führende Anbieter im Bereich professioneller mobiler Dienste</strong> wie Hauskrankenpflege und Heimhilfe. Neben einer Reihe weiterer Angebote rund um Pflege und Betreuung – wie mobile Therapie, stationäre und teilstationäre Einrichtungen – bietet das Hilfswerk <strong>seit über zehn Jahren </strong>sehr erfolgreich<strong> 24-Stunden-Betreuung</strong> an. „Wir wissen auf Grund unserer Erfahrung, wie Qualitätssicherung in der 24-Stunden-Betreuung ausgestaltet sein muss. Vor diesem praktischen Hintergrund sagen wir: Das Zertifikat ist ein erster Schritt, weitere Maßnahmen müssen jedoch dringend folgen“, so Elisabeth Anselm anschließend.</p>
 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Österreich</category> <category>Pflege Betreuung</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-978</guid>
<pubDate> Fri, 21 Dec 2018 00:00:00 +0100 </pubDate>
<title>Hilfswerk Österreich und WIFO präsentieren NEUE Pflege-Studie</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-oesterreich-und-wifo-praesentieren-neue-pflege-studie/ </link>
 <description>Mobile Dienste können Ausgabensteigerungen und Personalbedarf im Pflegesystem dämpfen</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/bgl/_processed_/d/5/csm_Anselm_Karas_Firgo_Famira-Muehlberger_c194ebb64f.jpg" length="3870947" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
<p>Wie muss ein Pflegesystem konkret aufgestellt sein, um die bevorstehenden demographischen Herausforderungen zu bewältigen? Wie kann eine Kostenexplosion für die öffentliche Hand und damit den Steuerzahler abgefedert werden? Was muss passieren, um die seitens der Regierung im „Masterplan Pflege“ proklamierte Stärkung der Pflege zu Hause tatsächlich zu bewerkstelligen? Das Hilfswerk Österreich hat das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) mit einer Studie beauftragt, um Fragen wie diese evidenzbasiert zu beantworten. Die Studie untersucht unter anderem, wie sich – fiktive – Verschiebungen im Versorgungsmix in Zukunft auf Faktoren wie die Kostenentwicklung auswirken können und zieht entsprechende Schlüsse für das politische Handeln.</p>
<p>„Die österreichische Bundesregierung hat mit ihrem Anfang Dezember präsentierten ‚<strong>Masterplan Pflege</strong>’ unter anderem einen starken <strong>Fokus auf die Pflege zu Hause</strong> und die Unterstützung für pflegende Angehörige angekündigt. Als Hilfswerk begrüßen wir diesen Schritt und wollen aufzeigen, welches Potenzial insbesondere <strong>mobile Dienste</strong> für die Pflege zu Hause und das Pflegesystem insgesamt haben“, erläutert Hilfswerk-Präsident <strong>Othmar Karas</strong>. </p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Pflege in Österreich heute</strong> </p>
<p>In Österreich werden derzeit <strong>84 Prozent aller Pflegegeldbezieher/innen zu Hause</strong> gepflegt – 45 Prozent ausschließlich von Angehörigen (informelle Pflege), 32 Prozent unterstützt von mobilen Pflegediensten wie Hauskrankenpflege, Heimhilfe, mobile Therapie etc.. Eine 24-Stunden-Betreuung wird von fünf Prozent in Anspruch genommen. 2 Prozent nutzen teilstationäre Einrichtungen wie etwa Tageszentren, rund 16 Prozent werden stationär gepflegt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Pflege zu Hause über mobile Dienste sichern</strong> </p>
<p>Der geplante Fokus der Bundesregierung auf die <strong>Pflege zu Hause</strong> ist aus Sicht des Hilfswerk Österreich eine richtige Überlegung und angesichts der Wünsche der Menschen und der demografischen Entwicklung alternativlos. Entscheidend für eine qualitativ und quantitativ weiterhin gut funktionierende Pflege zu Hause sind jedoch ein <strong>gezielter Ausbau mobiler Dienste wie Hauskrankenpflege und Heimhilfe</strong> sowie komplementärer Dienste wie Tageszentren und teilstationärer Angebote. </p>
<p>„Die 24-Stunden-Betreuung ist zweifellos wichtig, wird aber in der politischen und öffentlichen Diskussion quantitativ völlig überschätzt, während die mobilen Dienste in ihrer Bedeutung und Funktion für die Pflege und Betreuung zu Hause oft zu wenig wahrgenommen werden. Mobile Dienste ermöglichen über 30 Prozent der Pflegebedürftigen, die daheim betreut und gepflegt werden, den Verbleib im eigenen Zu Hause. Und sie sind ausschlaggebend dafür, ob und wie pflegende Angehörige mit ihren Herausforderungen zurechtkommen“, sagt <strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich. </p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Vielfältige Vorteile mobiler Dienste</strong> </p>
<p>Neben den vordergründigen Vorteilen mobiler Dienste – sie <strong>ermöglichen es Pflegebedürftigen in den eigenen vier Wänden zu bleiben</strong> und sind volkswirtschaftlich das mit Abstand günstigste Pflegesetting – sprechen viele weitere Argumente für den Ausbau dieser Pflegeform. </p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mobile Dienste</strong></p>
<ul>
	<li>entlasten und unterstützen effektiv und professionell <strong>pflegende Angehörige</strong></li>
	<li>stärken <strong>Selbsthilfepotenziale</strong>, <strong>aktivieren</strong> persönliche und gemeinschaftliche <strong>Ressourcen</strong></li>
	<li>sind <strong>individuell</strong> <strong>und bedarfsgerecht </strong>gestaltbar </li>
	<li>bieten <strong>integrierte und vielfältige </strong>Dienstleistung</li>
	<li>sind <strong>wirtschaftlich </strong>und<strong> ressourcenschonend</strong></li>
	<li>schaffen <strong>Jobs</strong> <strong>und Wertschöpfung in der Region</strong></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>WIFO-Studie: Aktuelle und künftige Versorgungsfunktion der mobilen Pflege- und Betreuungsdienste in Österreich</strong> </p>
<p>Die <strong>Zahl der pflegebedürftigen Menschen wird in den nächsten Jahrzehnten stark steigen</strong> und das österreichische Pflegesystem, das bereits heute an seine Grenzen stößt, vor große Herausforderungen stellen. <strong>Angehörige werden in Zukunft</strong> <strong>immer weniger Pflegeleistungen übernehmen können</strong>. Gleichzeitig wünschen sich viele Pflegebedürftige, in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Hier kommen die mobilen Dienste ins Spiel:&nbsp; </p>
<p>Die vorliegende Studie des <strong>Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO)</strong> beleuchtet&nbsp; die <strong>derzeitige und künftige sozioökonomische Bedeutung mobiler Pflege- und Betreuungsdienste aus unterschiedlichen Perspektiven</strong>. Sie analysiert die Versorgungsfunktion mobiler Dienste im österreichischen Pflegesystem und zeigt evidenzbasierte Schlussfolgerungen und Handlungsfelder für ein effizientes Pflegesystems auf.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>WIFO-Studie: Wie können Änderungen im Versorgungsmix die Kostenentwicklung beeinflussen? </strong> </p>
<p>Dieser Frage ging das WIFO in der Studie mittels Projektionsmethoden auf den Grund. Die künftigen Nachfrage- und Kostensteigerungen von Pflegedienstleistungen wurden in vier unterschiedlichen Szenarien berechnet.</p>
<p>Die Berechnungen der WIFO-Studie gehen dabei von folgendem Hauptszenario aus: Es werden keine pflegepolitischen Maßnahmen gesetzt, die am Versorgungsmix etwas ändern (indem sie beispielsweise durch Förderungen eine Verschiebung in Richtung bestimmter Pflegeangebote bewirken). Dadurch bleibt die prozentuelle Verteilung der betreuten Personen innerhalb der verschiedenen Pflegedienste&nbsp; annähernd so, wie sie im Jahr 2016 (aktuellste vorliegende Zahlen aus der Pflegedienstleistungsstatistik) ist. Aufgrund der zu erwartenden Entwicklungen (demografischer Wandel, Rückgang der informellen Pflege, Verbesserung Gesundheit, Kostensteigerungen) ergibt sich folgendes <strong>Hauptszenario</strong>: </p>
<p>Die <strong>Zahl der betreuten Personen</strong> über alle Pflegedienste inklusive 24-Stunden-Betreuung hinweg <strong>steigt von 285.900 im Jahr 2016 auf 390.700 im Jahr 2030 und auf 622.100 im Jahr 2050</strong>. Entsprechend würden die <strong>Nettoausgaben von 2,09 Milliarden im Jahr 2016 auf 3,78 Milliarden im Jahr 2030 (plus 80,7 Prozent </strong>im Vergleich zum Jahr 2016)<strong> und auf 9,05 Milliarden Euro im Jahr 2050 </strong>(<strong>plus 332,5 Prozent</strong> gegenüber 2016) <strong>steigen</strong>. </p>
<p>„Die Ausgabenanstiege, die uns bevorstehen, wenn der Status Quo des Pflegesystems beibehalten wird, verdeutlichen die Dringlichkeit einer ganzheitlichen und langfristigen Pflegestrategie. Es braucht eine gut durchdachte, effiziente Neugestaltung des Pflegesystems, um zu verhindern, dass entweder die Qualität der Leistungen abnimmt, oder die finanzielle Belastung der privaten wie öffentlichen Haushalte kräftig ansteigt“, betont Studienautorin <strong>Ulrike Famira-Mühlberger</strong> </p>
<p>Die Studie stellt nun diesem Hauptszenario <strong>mögliche Politikszenarien</strong> gegenüber, in denen durch pflegepolitische Maßnahmen Verschiebungseffekte in unterschiedlichem Ausmaß im Versorgungsmix erreicht werden. Dafür wird jeweils die <strong>Zahl der betreuten Personen in der stationären/mobilen/informellen Pflege bzw. der 24-Stunden-Betreuung um 5, 10 und 20 Prozent im Basisjahr erhöht</strong> und bei den anderen Pflegedienstleistungen abgezogen (die jeweilige Gewichtung wurde nach Abstimmung mit dem Auftraggeber vorgenommen und die Kostenentwicklungen entsprechend projiziert). </p>
<p>Diese Politikszenarien können erste Anhaltspunkte über mögliche Effekte liefern. Wichtig ist jedoch anzumerken, dass aufgrund der schlechten Datenlage in Österreich wesentliche Einflussfaktoren auf die Kosten dabei nicht berücksichtigt werden können: Erstens berücksichtigen die Szenarien nur Verschiebungen zwischen den Pflegediensten. Personen, die bislang nur informell betreut wurden, fließen nicht in die Szenarien ein. Zweitens kann eine politische Maßnahme nicht nur Auswirkungen auf die Zahl der betreuten Personen, sondern auch auf den durchschnittlichen Leistungsumfang pro Person oder die personelle Betreuungsintensität haben. Dies kann ebenfalls nicht berücksichtigt werden. Drittens werden die Kosten der Maßnahme selbst nicht berücksichtigt (z. B. die zusätzlich entstehenden Kosten aus höheren Tarifsubventionen zur Steuerung des Versorgungsmix).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Mögliche Politikszenarien im Vergleich</strong> </p>
<p>Nachfolgend werden drei Szenarien gegenübergestellt, in denen jeweils die Zahl der betreuten Personen im stationären Bereich, im mobilen Bereich sowie in der 24-Stunden-Betreuung um 10 Prozent erhöht und die Kostenentwicklung für das Jahr 2030 projiziert wird: </p>
<p>Wird der Anteil der betreuten Personen in der <strong>stationären Pflege um 10 Prozent erhöht</strong> wird, würde dies die Nettoausgaben für alle Dienste auf 4,035 Milliarden im Jahr 2030 steigern (gegenüber 3,78 Milliarden im Hauptszenario, zusätzliche Ausgaben von 256 Millionen Euro bzw. + 6,8 Prozent). Der Personalbedarf für alle Dienste würde entsprechend um 3.975 Vollzeitäquivalente steigen. </p>
<p>Wird dagegen der Anteil der durch <strong>mobile Dienste betreuten Personen um 10 Prozent erhöht</strong>, sinken die gesamten Nettoausgaben auf 3,15 Milliarden Euro im Jahr 2030 (gegenüber dem Hauptszenario würden 268 Millionen Euro bzw. -7,1 Prozent gespart. Der Personalbedarf reduziert sich um 4.462 Vollzeitäquivalente. </p>
<p>Steigt der Anteil jener Personen, die <strong>24-Stunden-Betreuung nutzen, um 10 Prozent</strong>, bleiben die Kosten nahezu gleich wie im Hauptszenario: Im Jahr 2030 etwa würden die Nettoausgaben um lediglich rund 16 Millionen Euro sinken. Diese Ergebnisse zeigen, dass eine Ausweitung der Förderung der 24-Stunden-Betreuung keine großen Nettoeffekte auf die Entwicklung der Pflegekosten insgesamt hat. „Eine Attraktivierung der 24-Stunden-Betreuung würde zwar zur Entlastung des – teureren – stationären Bereichs führen, aber gleichzeitig zu einem mitunter beträchtlichen Rückgang in der Nachfrage nach – im Vergleich zur 24-Stunden-Betreuung kostengünstigeren – mobilen Diensten. Damit werden die Einsparungen wiederum weitgehend kompensiert“, erläutert Studienautor <strong>Matthias Firgo.&nbsp; </strong> </p>
<p>Wie Änderungen im Versorgungsmix die Kostenentwicklung beeinflussen können, wird vor allem im <strong>direkten Vergleich zweier Szenarien</strong> markant: Zielt die Politik mit entsprechenden Maßnahmen darauf ab, die betreuten Personen im <strong>stationären Bereich</strong> zu erhöhen<strong> oder</strong> lenkt sie mit geeigneten Förderungen Richtung <strong>mobil</strong>? Nimmt man auch hier eine jeweils 10-prozentige Erhöhung der betreuten Personen an, ergibt sich eine <strong>Kostenschere von rund 524 Millionen Euro für das Jahr 2030</strong>. </p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Hilfswerk fordert innovativen Ausbau mobiler Dienste </strong> </p>
<p>„Die aktuelle WIFO-Studie zeigt aus Sicht des Hilfswerks, dass die Regierung mit der Absicht, die <strong>Pflege zu Hause stärken</strong> zu wollen, richtig liegt. Doch diese Stärkung kann <strong>nur über professionelle mobile Dienste</strong> erfolgen, wenn man gleichzeitig den steigenden Kosten, die aufgrund der demografischen Entwicklung unweigerlich auf uns zukommen, entgegensteuern will“, resümiert Hilfswerk-Geschäftsführerin <strong>Elisabeth Anselm</strong>. „Es ist höchste Zeit, langfristige Strategien für ein qualitatives, effizientes Pflegesystem zu entwickeln, das die Wünsche der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen im Fokus hat – und das gleichzeitig drängende Fragen wie jene der Personalknappheit angeht“, ergänzt Hilfswerk-Präsident <strong>Othmar Karas</strong>. </p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Das Hilfswerk Österreich fordert daher </strong></p>
<ul>
	<li><strong>einen innovativen Ausbau mobiler Dienste </strong></li>
	<li><strong>ergänzende Angebote zur Entlastung pflegender Angehöriger&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </strong></li>
	<li><strong>weniger Bürokratie und bessere Nutzung der Kompetenzen des Pflegefachpersonals</strong></li>
	<li><strong>eine signifikante Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Langzeitpflege</strong></li>
	<li><strong>eine differenzierte Ausbildungsoffensive </strong></li>
</ul>
<p>&nbsp;</p>
<p>„Die bevorstehende demographische Entwicklung bringt Österreichs Pflegesystem unweigerlich an seine Grenzen. Wer nach Lösungen sucht, um eine Explosion der Kosten und eine weitere Verschärfung der Personalsituation zu verhindern, kommt um mobile Pflege- und Betreuungsdienste nicht herum. <strong>Nur eine Forcierung mobiler Dienste im Versorgungsmix kann den Kostenanstieg dämpfen und den Personalbedarf im Rahmen halten</strong>“, betont <strong>Othmar Karas</strong> abschließend. „Nun ist es an der Bundesregierung, diese Tatsache in der Ausgestaltung des ‚Masterplans Pflege’ entsprechend zu berücksichtigen.“ </p>
 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Österreich</category> <category>Pflege Betreuung</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-969</guid>
<pubDate> Wed, 05 Dec 2018 14:27:00 +0100 </pubDate>
<title>Hilfswerk: „Masterplan Pflege“ geht in die richtige Richtung</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-masterplan-pflege-geht-in-die-richtige-richtung/ </link>
 <description>Hilfswerk fordert Fokus auf mobile Dienste, Pflegepersonal und Abbau von Bürokratie</description> <content:encoded> <![CDATA[
<p>Das Hilfswerk Österreich lobt den „Masterplan Pflege“, der heute im Ministerrat beschlossen wurde. „Für uns ist es sehr erfreulich, dass die Bundesregierung sich dieses brennenden Themas prominent annimmt und dabei Weichenstellungen vorsieht, die wir aus unserer Erfahrung&nbsp; für richtig und wichtig halten“, so <strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich. Positiv herauszustreichen sei etwa die geplante <strong>Erhöhung des Pflegegelds</strong>, das seit seiner Einführung im Jahr 1993 einen massiven Kaufkraftverlust erfahren hat. „Wir denken allerdings, dass eine Erhöhung auch vor der Pflegegeldstufe 4 schon greifen muss“, meint Anselm. Auch der klare <strong>Fokus auf die Pflege zuhause</strong> ist angesichts der Wünsche der Menschen und der demografischen Entwicklung alternativlos. „Ganz besonders begrüßen wir das Vorhaben, die <strong>Pflegeberufe zu attraktivieren</strong> und eine bundesweite Studie zur Erhebung des Personalbedarfs durchzuführen. Das ist eine wesentliche Grundlage, um den künftigen Bedarf differenziert nach Berufsgruppen und Regionen abzuschätzen und umgehend wirksame Schritte zu setzen“, sagt Anselm.</p>
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<p><strong>Pflege zu Hause: Mobile Dienste sind der Schlüssel für eine erfolgreiche Pflegereform</strong></p>
<p>Der stark steigende Pflegebedarf ist eine der größten gesellschaftspolitischen Herausforderungen der kommenden Jahre. Um ihm quantitativ und vor allem qualitativ bestmöglich zu begegnen, ist der gezielte Ausbau mobiler Dienste wie Hauskrankenpflege und Heimhilfe entscheidend. Heute werden rund <strong>84 Prozent von 455.000 PflegegeldbezieherInnen</strong> <strong>zuhause gepflegt</strong> – 46 Prozent ausschließlich von pflegenden Angehörigen, 31 Prozent von mobilen Diensten und rund 5 Prozent werden durch eine 24-Stunden-Betreuung versorgt. „Die 24-Stunden-Betreuung ist zweifellos wichtig, wird aber in der politischen und öffentlichen Diskussion quantitativ völlig überschätzt, während die <strong>mobilen Dienste in ihrer Bedeutung und Funktion für die Pflege und Betreuung zu Hause oft zu wenig wahrgenommen</strong> werden. Mobile Dienste ermöglichen über 30% der Pflegebedürftigen, die daheim betreut und gepflegt werden, den Verbleib im eigenen Zuhause. Und sie sind ausschlaggebend dafür, ob und wie pflegende Angehörige mit ihren Herausforderungen zu Recht kommen.“, sagt Anselm, und stellt fest: „Der gezielte und beherzte Ausbau der mobilen Dienste samt innovativer Möglichkeiten - wie beispielsweise einer mehrstündigen Tagesbetreuung zu Hause - wird entscheidend für den Erfolg dieser Pflegereform sein.“</p>
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<p><strong>Personal: Regionalisierung der Mangelberufsliste, Ausbildungsoffensive und Arbeitsbedingungen</strong></p>
<p>In Sachen Personal sieht das Hilfswerk die <strong>Regionalisierung der Mangelberufsliste für Pflegeberufe</strong> als akut notwendig, um dem drohenden Pflegenotstand vorzubeugen. „Mittel- und langfristig braucht es zudem eine <strong>differenzierte Ausbildungsoffensive</strong>, mit unterschiedlichen Ausbildungsschienen und -typen sowie generell eine Attraktivierung des Pflegeberufs, etwa über entsprechende<strong> Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und der Bezahlung</strong>“, führt Elisabeth Anselm aus. „Im Bereich der Ausbildung muss es uns gelingen, jede/n Interessierte/n dort abzuholen, wo er bzw. sie gerade steht – nach der Pflichtschule, ohne oder mit Wunsch nach einer Matura, im postsekundären Bereich, aber auch in der Umschulung“, fordert Anselm.</p>
<p>Großes Optimierungspotential ortet das Hilfswerk Österreich auch im Bereich des Abbaus von Bürokratie und an der Schnittstelle von Gesundheits- und Pflegesystem. „Wir sehen in unserer täglichen Arbeit, wie hier nicht immer der effizienteste und für den Betroffenen beste Weg gegangen wird. Eine enge und gegenseitig wertschätzende Zusammenarbeit zwischen Pflege und Medizin kann enorme Verbesserungen für die Lebensqualität der Betroffenen bringen“, so Anselm. Außerdem lobt das Hilfswerk die im „Masterplan Pflege“ angekündigte verbesserte Effizienz im Bereich der fachlichen Überprüfung der Dienste.</p>
 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-955</guid>
<pubDate> Thu, 22 Nov 2018 13:44:00 +0100 </pubDate>
<title>24-Stunden-Betreuung: „Sehr gut“ für Hilfswerk</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/24-stunden-betreuung-sehr-gut-fuer-hilfswerk/ </link>
 <description>Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) testete Vermittlungsagenturen für 24-Stunden-Betreuung. Nur fünf von 26 erreichten die Bestbewertung!</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/bgl/user_upload/K1804907_SEHR_GUT_Hilfswerk_24-Stunden-Betreuung.jpg" length="253462" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
<p>Am 21. November 2018, publizierte der Verein für Konsumenteninformation (VKI) die Ergebinsse eines Tests von Vermittlungsagenturen im Bereich der 24-Stunden-Betreuung. Rund 800, in Größe und Wirkungsbereich sehr unterschiedliche Anbieter von Personenbetreuung gibt es am österreichischen Markt, 26 davon nahm der VKI genauer unter die Lupe. Nur fünf von ihnen, darunter das Hilfswerk Österreich, gingen aus dem Test mit der Bestnote „sehr gut“ hervor.<br> <br> Das Besondere am Testverfahren: Die Agenturen wurden aus der Sicht betroffener Angehöriger von pflegebedürftigen Menschen bewertet. Je zweimal kontaktierte der VKI die Agenturen, einmal unter der Annahme eines unmittelbar bevorstehenden Betreuungsbedarfs, ein andermal in Ungewissheit, ob und wann die zu betreuende Person aus dem Krankenhaus entlassen würde. Bewertet wurde neben den lnformationen zu den Leistungen und Kosten der Agenturen auch deren Nachfrage zu allfälligen Betreuungsgründen, ob ein eigenes Zimmer für die Betreuungsperson vorhanden sei und ob diese einen Führerschein benötige. Außerdem prüfte der VKI die Vermittlungs-, Betreuungs- und Organisationsverträge.<br> <br> Die Bestnote „sehr gut“ sowie Platz eins unter den in ganz Österreich tätigen Agenturen „sind eine Bestätigung für unser jahrelanges Bemühen, beste Betreuungsqualität für die Kundinnen und Kunden zu sichern – und den engagierten Personenbetreuerinnen ein attraktives Arbeitsumfeld in Österreich zu bieten“, freut sich Otmar Karas, Präsident des Hilfswerk Österreich.<br> <br> Dass die föderal gegliederte Organisation hier auf einem vorbildlichen Weg ist, belegte auch die im Juli 2018 präsentierte empirische Umfrage unter den Personenbetreuerinnen des Hilfswerks. Über 80 Prozent zeigten sich darin sehr zufrieden oder zufrieden mit der konkreten Arbeit in den Familien, mit der Vermittlung und Unterstützung durch das Hilfswerk sowie mit Schulungen und Anleitungen. Als Beweggrund für die Tätigkeit beim Hilfswerk gaben zwei Drittel der Befragten den guten Ruf und die Verlässlichkeit der Organisation an. Auch die rasche Wiedervermittlung war für 46 Prozent ein Argument für das Hilfswerk, ebenso die administrative Unterstützung (43 Prozent). Die Verdiensthöhe gaben nur 37 Prozent als Grund an.<br> <br> „Dass der VKI das Angebot der 24-Stunden-Betreuung des Hilfswerks so positiv bewertet, gibt uns zusätzlichen Rückenwind in unserer Überzeugung, dass bundesweit verbindliche Qualitätsstandards in diesem Bereich zielführend sind. Es darf aber auch nicht sein, dass in Zukunft einzelne Agenuren, deren Beratungs- und Betreuungsleistung zu wünschen übrig lassen und deren fragwürdige Verrechnungsmodalitäten die gesamte Branche in Misskredit bringen, in gleichem Ausmaß gefördert werden wie tadellos arbeitende Qualitätsanbieter“, so Elisabeth Anselm, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich abschließend.</p>
 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>24 Stunden Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-715</guid>
<pubDate> Thu, 12 Jul 2018 12:23:51 +0200 </pubDate>
<title>Empirie statt Emotion: Neue Daten zur 24-Stunden-Betreuung in Österreich</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/empirie-statt-emotion-neue-daten-zur-24-stunden-betreuung-in-oesterreich/ </link>
 <description>Mit neu ermittelten Fakten will das Hilfswerk Österreich die Debatte zur 24-Stunden-Betreuung versachlichen. In einer groß angelegten Studie wurden u. a. Daten zur Situation und Zufriedenheit von Kundinnen und Kunden, aber auch von Betreuerinnen und Betreuern erhoben.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/_processed_/b/0/csm_Bild2_Anselm_Scharitzer_Karas__C__Hilfswerk_%C3%96sterreich_1127beaa30.jpg" length="707203" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
<p>In den vergangenen Monaten war die 24-Stunden-Betreuung Gegenstand emotional geführter Diskussionen. Das lag zum einen an den von der Bundesregierung avisierten Reformen – Stichwort Einführung von Qualitätsstandards. Zum anderen sorgen die geplante Indexierung der Familienbeihilfe und die möglichen Auswirkungen auf die 24-Stunden-Betreuung für heftige Debatten.</p>
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<p>Das Hilfswerk Österreich möchte als einer der führenden Qualitätsanbieter im Bereich 24-Stunden-Betreuung zur Versachlichung der Diskussion beitragen und diese mit jüngst erhobenen empirischen Daten und Fakten bereichern. Wie steht es tatsächlich um die 24-Stunden-Betreuung, die von rund 25.000 Personen in Österreich genutzt wird? Wo liegen etwaige Schwachstellen? Wo besteht tatsächlich Reformbedarf? Und: Wie erleben die Betreuer/innen, die zu Pflegenden und ihre Angehörigen die 24-Stunden-Betreuung?</p>
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<p>Im Rahmen der Pressekonferenz präsentiert das Hilfswerk Österreich Ergebnisse einer neuen empirischen Studie zur Situation und Zufriedenheit in der 24-Stunden-Betreuung, die mit dem Beratungsunternehmen TQS Research &amp; Consulting 2017/2018 durchgeführt wurde.</p>
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<p><strong>24-Stunden-Betreuung: Mehr als zehn Jahre nach der Legalisierung</strong> </p>
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<p>Die 24-Stunden-Betreuung wurde in Österreich mit dem 1. November 2006 durch eine Novelle des Ausländerbeschäftigungsgesetzes (BGBl. II Nr. 405/2006) legalisiert und damit aus einem jahrzehnte­langen Dasein in der Schattenwirtschaft geholt. In weiterer Folge bereitete eine Fülle von Änderungen in den unterschiedlichsten Rechtsbereichen bzw. in der Gewerbeordnung den Boden für die erfolgreiche Etablierung der 24-Stunden-Betreuung in der österreichischen Versorgungslandschaft.</p>
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<p>Große Bedeutung kam dabei auch der Novellierung zum Bundespflegegeldgesetz zu, die erstmals auch eine staatliche Förderung der 24-Stunden-Betreuung vorsah. Erst diese <strong>Förderung in der Höhe von 550,- Euro pro Monat</strong> (für zwei selbständige Betreuer/innen) beseitigte finanzielle Nachteile, die Betroffenen durch die Offenlegung von Betreuungsverhältnissen entstanden waren. Letztere konnten nunmehr in großer Zahl legalisiert werden.</p>
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<p>Gegenwärtig wird dieses spezielle Betreuungssetting von <strong>25.300 Personen österreichweit</strong> in Anspruch genommen, was einem <strong>Anteil von 5,2 Prozent der Pflegegeldbezieher/innen</strong> entspricht. In den ersten zehn Jahren der noch jungen Branche hat sich parallel zur Nachfrage auch der gesamte Markt an Dienstleistern weiterentwickelt. Der Drang nach mehr Transparenz und klareren Regeln führte 2015 zur Gründung des <strong>Fachverbandes für Personenberatung und -betreuung</strong> in der Wirtschaftskammer, dem die formale Trennung zwischen Agenturen und Personenbetreuer/innen voranging. Derzeit sind bei der Wirtschaftskammer rund <strong>62.000 Personenbetreuer/innen registriert</strong>, etwa <strong>600 Agenturen</strong> vermitteln landesweit Betreuungskräfte.</p>
<p><strong>Emotionaler öffentlicher Diskurs und empirische Ergebnisse</strong> </p>
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<p>Gemessen an ihrem vergleichsweise geringen Marktanteil nimmt die 24-Stunden-Betreuung eine <strong>starke Präsenz im öffentlichen Diskurs</strong> ein. Mitunter ist die Berichterstattung durch einen Fokus auf Einzelschicksale und eine Verquickung mit der Indexierung der Familienbeihilfe sehr emotionalisiert. „Wir möchten nun zu einer Versachlichung der Diskussion beitragen und die Situation von Betreuerinnen und Betreuern sowie deren Kundinnen und Kunden auf Basis empirischer Daten betrachten“, erklärt <strong>MEP Dr. Othmar Karas</strong>, Präsident des Hilfswerk Österreichs.</p>
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<p>Das Hilfswerk setzt dazu auf eine <strong>systematische Befragung</strong> von Kundinnen und Kunden sowie Betreuungskräften. Nach einer groß angelegten Befragung im Hilfswerk im Jahr 2013 folgte 2017/ 2018 die nächste. Das renommierte Beratungsunternehmen <strong>TQS Research &amp; Consulting</strong> unter der Leitung von <strong>Ass.-Prof. Dr. Dieter Scharitzer</strong> von der Wirtschaftsuniversität Wien entwickelte den Fragebogen und führte die Befragung bei 861 Personenbetreuerinnen (52 Prozent aller auf Vermittlung vom Hilfswerk tätigen Betreuer/innen) und 885 Kundinnen und Kunden (40 Prozent&nbsp; aller 24-Stunden-Betreuungs-Kunden des Hilfswerks) durch.</p>
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<p><strong>Hilfswerk als Anbieter der ersten Stunde</strong> </p>
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<p>Das Hilfswerk war eine der ersten Trägerorganisationen, die nach der Legalisierung der 24-Stunden-Betreuung diese Dienstleistung angeboten hat. Schon zeichnete sich die <strong>Notwendigkeit verbindlicher Qualitätsstandards</strong> in der 24-Stunden-Betreuung ab, im Jahr 2015 lancierte das Hilfswerk gemeinsam mit Volkshilfe und Caritas das Qualitätslabel „<strong>SICHER. KOMPETENT. FAIR.</strong>“.</p>
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<p>·&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Aktuell betreut das Hilfswerk 857 Kundinnen und Kunden.</p>
<p>·&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; 1.630 Betreuerinnen und Betreuer sind im Einsatz.</p>
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<p><strong>Teil 1: Ergebnisse der Befragung der Betreuer/innen</strong> </p>
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<p>Die schriftliche Befragung (online und postalisch) wurde in der jeweiligen Muttersprache (Kroatisch, Slowakisch, Bulgarisch und Deutsch) an alle 24-Stunden-Betreuerinnen, die ihre Dienstleistung durch Vermittlung des Hilfswerks anbieten, gesandt. Von den zum Befragungszeitpunkt 1.653 Personen­betreuer/innen nahmen 861 an der Befragung teil (das entspricht einem Rücklauf von 52 Prozent).</p>
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<p>Die befragten Betreuer/innen sind zum überwiegenden Teil (88,7 Prozent) weiblich. Rund zwei Drittel (66,3 Prozent) stammen aus der Slowakei, gefolgt von Kroatien (18,2 Prozent) und Bulgarien (12,5 Prozent). 68,3 Prozent der Befragten haben ein Kind im Alter von 15 Jahren oder älter, 12,8 Prozent ein Kind unter 15 Jahren. 44 Prozent haben die Reifeprüfung abgelegt, 22 Prozent ein Studium abgeschlossen.</p>
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<p><strong>Beweggründe für die Arbeit als Personenbetreuer/in in Österreich</strong> </p>
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<p>79 Prozent der Befragten schätzen es allgemein schwierig ein, in ihrem Heimatland Arbeit zu finden. Eine Arbeit als Pflegekraft zu finden nehmen hingegen nur 58 Prozent als schwierig wahr, 28 Prozent schätzen dies eher leicht ein. 71 Prozent der Befragten nannten die <strong>besseren Verdienstmöglich­keiten</strong> als Hauptgrund, Pflege- und Betreuungsarbeit in Österreich zu leisten. Weitere Gründe: die Möglichkeit, eine Fremdsprache zu erlernen (41 Prozent), Menschen und Kulturen kennenzulernen (33 Prozent) sowie bessere Arbeitsbedingungen als im Heimatland (32 Prozent).</p>
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<p>Wichtigste Voraussetzung dafür, in einen Job in der Heimat zu wechseln, wäre eine ähnliche Verdienstsituation wie in Österreich (58 Prozent), gefolgt von sicheren und stabilen Arbeitsver­hältnissen (42 Prozent) bzw. ein attraktives Jobangebot (41 Prozent).</p>
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<p><strong>24-Stunden-Betreuung: eine langfristige Aufgabe</strong> </p>
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<p>53 Prozent der Befragten sind bereits länger als sechs Jahre in Österreich in der 24-Stunden-Betreuung tätig. 38 Prozent planen, die Tätigkeit bis zu ihrer Pension auszuüben. Im Schnitt waren die Betreuer/innen bereits in drei Haushalten tätig. Hauptgrund (66 Prozent) für einen Wechsel ist der Tod der pflegebedürftigen Personen, in 25 Prozent der Fälle wechselte die betreute Person ins Heim.</p>
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<p><strong>Unterstützung im Haushalt, sozialer Kontakt und ärztlich angeordnete Tätigkeiten</strong> </p>
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<p>Die Unterstützung im Haushalt, beim An- und Auskleiden sowie bei der Körperpflege gehört zu den wichtigsten Aufgaben der 24-Stunden-Betreuer/innen. Besonders wichtig sind auch der soziale Aspekt des Gesellschaftleistens sowie ärztlich angeordnete Tätigkeiten wie das Verabreichen von Arznei­mitteln oder Wundversorgung. „Die Betreuerinnen und Betreuer sind meist eine Ergänzung in der Familie, die Aufnahme in der Familie gelingt in der Regel gut bis sehr gut“, betont <strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich.<strong> </strong>Der Kontakt von Pflegebedürftigen zur Familie ist sehr rege, 85 Prozent haben regelmäßig (täglich oder wöchentlich) Kontakt mit Familienangehörigen.<strong></strong> </p>
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<p><strong>Hohe Zufriedenheit der Betreuer/innen </strong><br> <br> </p>
<p>Bei der Frage nach der Zufriedenheit mit der Arbeitssituation wurden alle Aspekte positiv bewertet. Jeweils mehr als 80 Prozent sind zufrieden oder sehr zufrieden mit der konkreten Arbeit in der Familie, mit der Vermittlung und Unterstützung durch das Hilfswerk sowie mit Schulungen und Anleitungen.</p>
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<p><strong>Betreuer/innen bevorzugen Qualitätsagentur </strong> </p>
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<p>Als Beweggrund für die Arbeit beim Hilfswerk geben zwei Drittel der Befragten den guten Ruf und die Verlässlichkeit der Organisation an. Auch die rasche Wiedervermittlung ist für 46 Prozent ein Argument für das Hilfswerk, ebenso die administrative Unterstützung (43 Prozent). Die Verdiensthöhe geben nur 37 Prozent als Grund an.</p>
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<p><strong>Teil 2: Ergebnisse der Befragung der Kundinnen und Kunden</strong> </p>
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<p>Der Fragebogen erging an 885 Personen und wurde von 353 Personen beantwortet (entspricht Rücklauf von 40 Prozent). Für <strong>Dr. Dieter Scharitzer</strong>, Untersuchungsleiter und Assistenzprofessor an der WU Wien ist diese hohe Rücklaufquote bereits ein erstes Indiz: „Die hohe Beteiligung der Kundinnen und Kunden an der Befragung lässt auf eine gute Kundenbeziehung schließen. Das hat sich auch in den Teilergebnissen der Befragung bestätigt.“</p>
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<p><strong>24-Stunden-Betreuung: Entscheidung für die eigenen vier Wände</strong> </p>
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<p>48 Prozent der Befragten gaben als Ursache für die Inanspruchnahme einer 24-Stunden-Betreuung eine Verschlechterung des Allgemeinzustands der pflegebedürftigen Person an, 45 Prozent nennen einen vorangegangenen Krankenhausaufenthalt. Demenzerkrankung (33 Prozent) sowie eine Entlastung der pflegenden Angehörigen bzw. eine für die Situation nicht mehr ausreichende Hauskrankenpflege wurde von jeweils 22 Prozent als Grund genannt.</p>
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<p>Ausschlaggebend für die Wahl einer 24-Stunden-Betreuung ist eindeutig der <strong>Verbleib in den eigenen vier Wänden</strong> (95 Prozent), gefolgt vom Erhalt des sozialen Umfelds (61 Prozent) und der Privatsphäre der betreuten Person (57 Prozent). Finanzielle Gründe, weil die 24-Stunden-Betreuung günstiger als die stationäre Pflege ist, spielen eine untergeordnete Rolle (8 Prozent).<br> <br> </p>
<p><strong>Hohe Zufriedenheit und verbesserte Lebensqualität bei Betreuten und Angehörigen <br> <br> </strong> </p>
<p>Die Leistungen und das Auftreten der Personenbetreuer/innen genießen einen sehr hohen Zuspruch: <br> Freundlichkeit, Souveränität, respektvoller Umgang sowie das Eingehen auf persönliche Bedürfnisse werden mit einem Zustimmungsgrad von 80 bis 97 Prozent sehr positiv bewertet. Die Bewertungen jener Betreuer/innen, die bereits länger im Haushalt tätig sind, fallen etwas besser aus.</p>
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<p>Mehr als 80 Prozent der betreuten Personen bzw. ihre Angehörigen bewerten ihre aktuelle Lebens­qualität dank 24-Stunden-Betreuung mit sehr gut oder gut. Vier von fünf Befragten geben an, dass sich die Lebensqualität durch die 24-Stunden-Betreuung des Hilfswerks verbessert hat.</p>
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<p>Das durch die ständige Anwesenheit einer Betreuungskraft gewonnene Gefühl von Sicherheit sowie die praktische Hilfestellung im Alltag spielen für die betreuten Personen eine wesentliche Rolle. Auch soziale Aspekte (Ansprache) sind wichtig. Angehörige fühlen sich zu 88 Prozent entlastet, wobei auch eine Abnahme von Stress und psychischer Belastungen positiv vermerkt wird.<br> <br> </p>
<p><strong>Anbieter Hilfswerk: Sicherheit, Erfahrung, guter Ruf</strong> </p>
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<p>Ausschlaggebende Gründe, das Hilfswerk mit der Organisation der 24-Stunden-Betreuung zu betrauen sind: Ersatz bei Ausfall von Personenbetreuer/innen (41 Prozent), Deutschkenntnisse bzw. Erfahrung (je 39 Prozent), Ansprechpartner/in bzw. Fachkraft des Hilfswerks steht zur Verfügung (32 Prozent), persönliche Empfehlung (24 Prozent), Bekanntheit des Hilfswerks (24 Prozent). Transparenz bei der Preisgestaltung (6 Prozent) und bei den Verträgen (12 Prozent) werden zwar angeführt, sind aber für Kundinnen und Kunden von untergeordneter Relevanz.<br> <br> <strong></strong> </p>
<p>Die <strong>Zufriedenheit mit dem Hilfswerk ist sehr hoch</strong>: 95 Prozent empfinden es rückblickend als sehr gute Entscheidung, das Hilfswerk mit der 24-Stunden-Betreuung beauftragt zu haben. „Im Rahmen der Kundenzufriedenheitsmessung ist der sogenannte Net-Promotor-Score, die Weiterempfehlungs­absicht der Kundinnen und Kunden interessant. Mit einem Score von 67% schneidet das Hilfswerk auch im Vergleich mit anderen Dienstleistungsbranchen hervorragend ab“, erläutert Scharitzer und ergänzt in einem Resümee der Befragungen: „Die Studienergebnisse von TQS zeigen eindrucksvoll, die Notwendigkeit der 24-Stunden-Pflege als Betreuungsmodell und die hohe Akzeptanz und Zufrie­denheit mit dem Angebot und der Servicequalität des Hilfswerks. Daraus ergibt sich eine dreifache Win-Win-Win-Situation: Die Klienten können länger ihren Lebensabend in den eigenen vier Wänden verbringen und entlasten damit das Betreuungssystem in Österreich. Die betreuten Menschen sind sehr zufrieden mit den Leistungen des Hilfswerks und die Angehörigen haben ein gutes Gefühl, die richtige Unterstützung für ihre pflegebedürftigen Familienmitglieder gefunden zu haben. Gleichzeitig schafft das Hilfswerk attraktive Arbeitsplätze für überwiegend ausländische BetreuerInnen, die bessere Rahmenbedingungen in ihrem Pflegeberuf hier in Österreich vorfinden als zuhause.“</p>
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<p><strong>Reform der 24-Stunden-Betreuung muss flächendeckend Qualitätsstandards bringen</strong> </p>
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<p>Das Hilfswerk begrüßt den Plan der Bundesregierung, ein <strong>Gütesiegel für Agenturen</strong>, die 24-Stunden-Betreuung anbieten, einzuführen. „24-Stunden-Betreuung, braucht wie jede Form der Pflege und Betreuung gesicherte Qualität!“, betont Othmar Karas. „Wir setzen konsequent und erfolgreich auf ein Qualitätscoaching durch diplomierte Pflegekräfte, die im Bedarfsfall unterstützen und Unter­weisungen durchführen. Darüber hinaus hat sich unser Modell auch bewährt, weil im Zuge der regelmäßigen Qualitätsbesuche bei den Kundinnen und Kunden Fragen besprochen werden können, fachliche Unterstützung und Beratung geboten und der Pflege- und Betreuungsalltag optimiert wird“, präzisiert Elisabeth Anselm.</p>
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<p>Auch der Rechnungshof hat im März 2018 empfohlen, das Qualitätssicherungssystem in der 24-Stunden-Betreuung auszuweiten (<span class="MsoHyperlink"><a href="http://www.rechnungshof.gv.at/aktuelles/ansicht/bericht-zu-foerderung-der-24-stunden-betreuung-veroeffentlicht.html" target="_blank" rel="noreferrer">http://www.rechnungshof.gv.at/aktuelles/ansicht/bericht-zu-foerderung-der-24-stunden-betreuung-veroeffentlicht.html</a></span>). „Im Idealfall verbindet man die Qualitätsfrage mit der mehrfach angedachten Erhöhung der Förderung für 24-Stunden-Betreuung, die seit mehr als elf Jahren nicht valorisiert wurde“, ergänzt Elisabeth Anselm.</p>
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<p><strong>Die zentralen </strong><strong>Forderungen zur Reform der 24-Stunden-Betreuung</strong> </p>
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<p><strong>1.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </strong><strong>Leistbarkeit sicherstellen, Förderung anpassen</strong> </p>
<p>Die Förderung wurde seit der Einführung vor elf Jahren nie valorisiert und hat sich entsprechend entwertet. Die Leistbarkeit muss insgesamt sichergestellt, die Zugänglichkeit von Qualitätsangeboten verbessert werden.</p>
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<p><strong>2.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </strong><strong>Verbindliche Qualitätsstandards flächendeckend umsetzen („Qualitätssiegel“)</strong> </p>
<p>Die Erfahrungen von Qualitätsagenturen zeigen, dass Qualitätsarbeit zur Zufriedenheit und Sicherheit bei Betroffenen und Angehörigen ebenso wie bei Betreuer/innen führt. Ein flächendeckendes Qualitätssiegel mit klar definierten, verbindlichen Kriterien für die Branche wäre zielführend.</p>
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<p><strong>3.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </strong><strong>Verbindliche fachliche Begleitung in den Qualitätsstandards festschreiben&nbsp; </strong> </p>
<p>Fachliche Anleitung, Coaching sowie Vermittlung durch einschlägiges Fachpersonal (Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen) sorgen für entsprechende Sicherheit und Qualität und müssen das „Herzstück“ eines Qualitätssiegels sein.</p>
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<p><strong>4.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </strong><strong>Fairness und Transparenz über Qualitätsstandards gewährleisten</strong> </p>
<p>Regeln zu Transparenz und Fairness sowohl den Kundinnen/Kunden als auch den Betreuerin­nen/Betreuern gegenüber müssen zwingend Teil zielführender Qualitätsstandards sein.</p>
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<p><strong>5.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; </strong><strong>Fortbildungsangebote nach dem Vorbild anderer Berufsgruppen zur Verfügung stellen</strong> </p>
<p>Personenbetreuerinnen und Personenbetreuer benötigen entsprechende Aus- und Fortbildung, welche für deren Situation maßgeschneidert angeboten werden muss (z. B. bereits entwickelte Curricula wie „Train To Care“).</p>
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<p>Abschließend betont Othmar Karas, dass sich die Politik nicht nur über die Ausgestaltung von Betreuungs- sowie Pflegesettings sondern vor allem auch über die Rahmenbedingungen für betreuungs- und pflegebedürftige Menschen und deren Angehörigen klar werden muss: „Es gibt keinen Grund, bei der Reform der 24-Stunden-Betreuung noch länger zuzuwarten. Ministerin Hartinger-Klein hat den ersten Schritt angekündigt. Jetzt gilt es, mutig voranzuschreiten und klar zu machen, dass das Regierungsprogramm im Bereich Pflege und Betreuung mehr als eine unverbindliche Absichtserklärung ist.“</p>
 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> <category>24 Stunden Betreuung</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-698</guid>
<pubDate> Mon, 25 Jun 2018 13:42:45 +0200 </pubDate>
<title>Pflege in Österreich: Droht ein Systemkollaps?</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/pflege-in-oesterreich-droht-ein-systemkollaps/ </link>
 <description>Ganzheitliche Reform statt politischer Kosmetik!</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/_processed_/b/2/csm_pk-hwoe_karas_25-06-2018_04_0be6f3b3e4.jpg" length="2991440" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
<p>Wer eine echte Pflegereform auf die lange Bank schiebt, gefährdet die pflegerische Versorgung in Österreich. Schon in den nächsten Jahren spitzen sich die Herausforderungen massiv zu, punktuelle Reparaturmaßnahmen können den ganzheitlichen Reformbedarf nicht verschleiern. Das Hilfswerk Österreich fordert einen Runden Tisch, um die Weichen für ein künftiges Pflegesystem zu stellen, das bedarfsgerecht, leistungsfähig und fair ist. Denn auch in der Pflege muss gelten: Gleiche Leistung für gleiches Geld!</p>
<p><strong>&nbsp;</strong>In ihrem aktuellen Programm bekennt sich die Bundesregierung dazu, „Pflege und Betreuung (…) für alle Menschen in Österreich in bestmöglicher Qualität nachhaltig sicherzustellen“. Möglich wird dies nur, wenn eine echte Reform rasch in Angriff genommen wird. <strong>MEP Dr. Othmar Karas</strong>, Präsident des Hilfswerk Österreich umreißt die zentralen Handlungsfelder: „Eine echte Reform muss klare Antworten auf <strong>drei</strong> Ebenen bringen: Wie wird eine <strong>nachhaltige Finanzierung</strong> der Pflege sichergestellt? Wie wird die <strong>Versorgungslandschaft bedarfsgerecht </strong>und innovativ, mit nachvollziehbaren Standards, fairen Selbstbehalten und volkswirtschaftlicher Vernunft weiterentwickelt? Wie begegnet man dem <strong>Personalnotstand</strong> in der Pflege, der sich in den kommenden Jahren noch verschärfen wird?“</p>
<p><br> <strong>Brennpunkt „Personal“<br> Realistische Ausbildungsoffensive starten! Rahmenbedingungen verbessern!</strong> </p>
<p>„Das Personalthema schwebt wie ein Damoklesschwert über dem gesamten Pflegesystem und duldet keinen Aufschub!“, betont Othmar Karas. Der Arbeitsmarkt hat <strong>bereits heute</strong> mit <strong>Personalmangel </strong>zu kämpfen, vor allem im gehobenen Dienst der Gesundheits- und Krankenpflege (diplomiertes Pflegepersonal), und hier insbesondere im Bereich der Langzeitpflege und bei den mobilen Diensten. Aktuell sind alleine beim Hilfswerk 256 Stellen offen. Was kann bzw. muss nun aber gegen die Personalnot in der Pflege getan werden?</p>
<p>In einem ersten Schritt ist eine <strong>differenzierte Bedarfserfassung und -prognose</strong> für die einzelnen Berufsgruppen nötig. Denn derzeit liegen keine validen Daten vor, die den Pflegepersonalbedarf differenziert nach Berufsgruppen, orientiert am wachsenden Bedarf und einem evidenzbasierten „Skill and Grade Mix“ in den nächsten 20, 30 oder 50 Jahren beschreiben.</p>
<p>Auf Basis realistischer Prognosen braucht es rasch eine <strong>differenzierte Ausbildungsoffensive</strong>. Sie muss sich klar <strong>am praktischen Bedarf orientieren</strong>. Und sie muss <strong>unterschiedliche Ausbildungsschienen </strong>– von der Hochschule bis hin zu Ausbildungen mit starkem Praxisbezug und niederschwelligem Einstieg – umfassen. Die GuKG-Novelle 2016 hat einen Fokus auf die Ausdifferenzierung, aber auch Eingliederung der Pflegeberufe in den tertiären Bildungssektor gelegt. In Anbetracht der Personalszenarien muss aber auch die Einführung eines Lehrberufs Pflege geprüft werden, wie er in der Schweiz bereits erfolgreich angeboten wird. Je breiter die Zubringerlandschaft in der Ausbildung ist, je selbstverständlicher sie im Bildungswesen verankert ist, umso besser sind die Chancen, genügend engagierte Interessentinnen und Interessenten zu gewinnen und so dem drängenden Bedarf gerecht zu werden.</p>
<p>„Gleichzeitig müssen die Rahmenbedingungen für die Arbeit in der Pflege insgesamt verbessert werden“, fordert Elisabeth Anselm. Dafür braucht es <strong>adäquate Personalschlüssel</strong> und eine <strong>realistische zeitliche Bemessung unterschiedlicher Pflege- und Betreuungstätigkeiten</strong>. Noch besser wäre laut Anselm eine <strong>konsequente Ergebnisorientierung in der Pflege und Betreuung</strong>: „Letztlich geht es darum, dass Betroffene fachgerecht und zu ihrer Zufriedenheit umsorgt und die Angehörigen effektiv entlastet werden. Es geht nicht um überbordende Bürokratie, detailfreudige Vorschriften und mehrgleisige Dokumentation.“ Andererseits sind zügig Maßnahmen für eine <strong>faire Bezahlung</strong> in Pflegeberufen zu setzen. <strong>Gehaltsunterschiede</strong> zwischen öffentlichen und privaten Arbeitgebern bzw. zwischen stationärem und nicht-stationärem Bereich, wie sie in einigen Bundesländern gang und gäbe sind, müssen ausgeglichen werden. „Und schließlich brauchen wir Finanzierungssätze, die einen fachlichen Austausch und eine gute Abstimmung in den Pflegeteams einschließen. Das sind wir den engagierten Frauen und Männern schuldig, die sich dieser sinnvollen, aber fordernden Aufgabe stellen“, meint Anselm.<br> </p>
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<p><strong>Brennpunkt „Versorgungslandschaft“<br> Bedarfsgerechtigkeit herstellen! Pflege zu Hause stärken!</strong> </p>
<p>Ein <strong>Beispiel aus der Praxis</strong>. Ein Ehepaar: Sie ist 80 Jahre alt, Arthrose und die damit verbundene Bewegungseinschränkung beeinflussen ihren Gesundheitszustand. Sie hat noch keinen Anspruch auf Pflegegeld. Ihr Mann ist 85 Jahre alt. Als typischer Diabetes-Patient mit Gefäß-Wundheilungs­störungen laboriert er an einer schwer schließbaren, chronischen Wunde am Schienbein. Zusätzlich leidet er an Demenz. Derzeit erhält er Pflegegeld der Stufe 4. Beide leben alleine in ihrem Eigenheim. Die 55-jährige Tochter wohnt im gleichen Ort, ist berufstätig und unterstützt ihre Eltern regelmäßig bei der Verrichtung von Alltagstätigkeiten. Als die Demenz ihres Mannes langsam voranschreitet, fühlt sich die Ehefrau überfordert, weil die Entwicklung der Demenz eine erhöhte Selbst- und Fremdgefährdung mit sich bringt.&nbsp;</p>
<p>Die Familie beschließt, professionelle Pflege in Form eines mobilen Pflegedienstes hinzuzuziehen. Die Pflegeberatung des regionalen Anbieters empfiehlt eine Heimhilfe zur Unterstützung bei Alltagstätigkeiten sowie eine Hauskrankenpflege, u.a. zur Wundversorgung sowie Insulin- und Medikamentenmanagement. Zusätzlich wünscht sich die Ehefrau, ein- bis zweimal pro Woche für ein paar Stunden unbesorgt das Haus verlassen zu können. Doch das Angebot einer mehrstündigen Tagesbetreuung zu Hause zur Entlastung pflegender Angehöriger gibt es in ihrer Heimatregion nicht.&nbsp;</p>
<p>Nach einigen Monaten stößt die Ehefrau aufgrund der Situation an ihre körperlichen und psychischen Grenzen und gibt schließlich auf. Sie beschließt, ihren Mann künftig in einem Pflegeheim versorgen zu lassen. Das müsste sie nicht, gäbe es die Möglichkeit einer mehrstündigen Tagesbetreuung für ihren Gatten. In einem breiter angelegten mobilen Pflege- und Betreuungssetting wäre die Betreuung und Pflege zuhause noch mehrere Monate, im Idealfall sogar einige Jahre machbar.&nbsp;</p>
<p>„Das <strong>österreichische Pflegesystem</strong> ist für Fälle wie den zuvor beschriebenen <strong>zu holzschnittartig</strong> ausgelegt: Reichen die Pflege durch Angehörige bzw. das verfügbare Angebot, das mobile Dienste derzeit bieten können, nicht aus, ‚kippen‘ Betroffene in das nächsthöhere, versorgungs- und kostenintensivere Pflegesetting“, erläutert <strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich.&nbsp;</p>
<p>Hier umzudenken, entspricht den Wünschen der zu Pflegenden und ihren Angehörigen – und ist auch aus Sicht der Staatsfinanzen sinnvoll: Pflege zuhause – durch mobile Dienste allein oder gemeinsam mit Angehörigen – ist volkswirtschaftlich die mit Abstand günstigste Variante. Ein <strong>Pflegeheimplatz</strong> kostet im Durchschnitt <strong>34.600 Euro pro Kopf und Jahr</strong>, während <strong>mobile Dienste</strong> mit durchschnittlich <strong>4.200 Euro pro Kopf und Jahr</strong> zu Buche schlagen. </p>
<p> (Grafik: 2016 Brutto-Kosten Pflegemodelle pro Person und Jahr_DELTA)</p>
<p>Der zu pflegende Mann könnte mit der passenden Unterstützung durchaus in seinen eigenen vier Wänden und bei seiner Ehefrau wohnen bleiben. „Doch die dafür notwendigen Angebote – <strong>mehrstündigen Tagesbetreuung </strong>zu Hause zur Entlastung pflegender Angehöriger,<strong> Beratungen und Coachings </strong>für pflegende Angehörige,<strong> Besuchsdienste</strong>,<strong> mobile Physio- </strong>und <strong>Ergotherapie</strong> – fehlen in vielen Regionen Österreichs, zusätzlich kämpfen alle Pflegedienstleister mit einer <strong>eklatanten Personalknappheit</strong>“, so Elisabeth Anselm.</p>
<p>Es braucht innovative Versorgungskonzepte für die Pflege zu Hause. Eine <strong>möglichst breite Palette an Angeboten </strong>sowie eine individuelle, alle Möglichkeiten einbeziehende Pflegeberatung (im besten Falle bereits vor Eintritt eines Pflegebedarfs!) stellt sicher, dass Betroffene und ihre Angehörigen die jeweils für sie <strong>passende und richtige Unterstützung</strong> bekommen. Je differenzierter und bedarfsgerechter das Pflegesystem gestaltet ist, umso effektiver lässt sich auch eine Versorgung sicherstellen: „Reicht die Pflege durch Angehörige in Verbindung mit einer Heimhilfe nicht mehr aus, ist es eben nicht der nächste logische Schritt, ins Pflegeheim zu gehen“, betont Elisabeth Anselm. „Mit einem <strong>differenzierten, in der Intensität ansteigenden Pflegeangebot</strong> ist es auch für Menschen in höheren Pflegestufen möglich, weiterhin in den eigenen vier Wänden zu leben – ohne ständig das Gefühl haben zu müssen, ihren Angehörigen zur Last zu fallen.“</p>
<p><strong>84 Prozent aller pflegebedürftigen Menschen</strong> in Österreich werden aktuell<strong> zuhause </strong>betreut – der Großteil von Angehörigen (45 Prozent), gefolgt von mobilen Diensten (32 Prozent). 5,2 Prozent nutzen eine 24-Stunden-Betreuung.&nbsp;</p>
<p>In den vergangenen Jahren wurden die politischen Bekenntnisse zur Stärkung der Pflege zuhause und zum Ausbau mobiler Dienst mehrfach wiederholt. Die dafür notwenigen finanziellen Investitionen liegen jedoch zurück. Stattdessen pumpen Bund und Länder weiterhin erheblich mehr Mittel in stationäre Dienste, die teuerste Form der Pflege. Zwischen 2011 und 2016 stiegen die Bruttoausgaben für stationäre Dienste um 400,9 Millionen Euro (plus 18,4 %), jene für mobile Dienste um 126,2 Millionen Euro (plus 25,8 %). Im selben Zeitraum stieg die Zahl der betreuten Personen in stationären Einrichtungen um 3,3 Prozent (plus 2.413 Personen), die Zahl jener, die durch mobile Dienste betreut werden, dagegen um 19,3 Prozent (plus 23.777 Personen).</p>
<p>(Grafik: 2011 bis 2016 Ausgabensteigerungen Mob und Stat)</p>
<p>„Wer dem steigenden Pflegebedarf mit nachhaltigen Strategien begegnen will, muss konsequent auf <strong>mobile Pflege- und Betreuungsdienste</strong> und auf eine wirksame und <strong>innovative Stärkung der Pflege zu Hause</strong> setzen und diese ausbauen – denn hier liegt die <strong>größte Hebelwirkung im Pflegesystem</strong>“, betont Othmar Karas, und fährt fort: „Der Entfall des Regresses bei der stationären Pflege wird uns im schlimmsten Fall pro Jahr so viel kosten wie alle mobilen Pflege- und Betreuungsangebote in Österreich zusammen. Mir scheint, es dämmert langsam auch den Verantwortlichen, dass hier der zweite Schritt vor dem ersten gesetzt wurde!“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Mit der <strong>Abschaffung des Pflegeregresses</strong> wurde die <strong>Pflege zu Hause signifikant benachteiligt</strong>: Durch den Wegfall des Regresses kommt nun der Staat für die Kosten auf, die über den Selbstkostenanteil (80 Prozent der Pension) hinausgehen. Die Kosten, die den Betroffenen in der Pflege zu Hause durch Pflegedienstleistungen entstehen, sind dagegen nach oben hin nicht gedeckelt. „Diese <strong>falschen Lenkungseffekte</strong> müssen umgehend aufgehoben werden! Pflegebedürftige mit der Finanzierung der Pflege nicht zu überfordern ist begrüßenswert – doch muss dies für alle Pflegesettings gelten. Ansonsten wird die Frage der Leistbarkeit zum alleinigen Kriterium bei der Pflegewahl“, sagt Othmar Karas und verdeutlicht: „Wer mobile Pflege in Anspruch nimmt, darf finanziell nicht schlechter aussteigen, als jemand, der ins Heim geht!“</p>
<p><br> <strong>Was passiert, wenn nichts passiert?<br> 1.240 zusätzliche Heime bis 2050, alte Ungerechtigkeiten bleiben bestehen</strong> </p>
<p>Bleibt die Politik bei der volkswirtschaftlich nicht nachvollziehbaren Priorisierung der stationären Pflege, droht ein baldiger Systemkollaps. Blicken wir kurz in die nicht allzu ferne Zukunft: <strong>Im Jahr 2050</strong> werden laut Berechnungen des WIFO <strong>750.000 Personen Pflegegeld</strong> beziehen – rund 300.000 mehr als heute (WIFO, Österreich 2025, Juni 2017 – die Studie wurde vor Abschaffung des Pflegeregresses durchgeführt). Geht man davon aus, dass die Betreuungsstruktur im österreichischen Pflegesystem so bleibt, wie sie heute ist, und keine politische Reformen gesetzt werden, müssten im Jahr 2050, demografische und gesellschaftliche Entwicklungen eingerechnet, rund <strong>184.000 Menschen</strong> <strong>in Pflegeheimen</strong> versorgt werden, so das WIFO. Derzeit gibt es in Österreich rund 850 Alten- und Pflegeheime mit insgesamt rund 75.000 Plätzen (Quelle: <a href="http://www.nqz-austria.at" target="_blank" rel="noreferrer">www.nqz-austria.at</a>).</p>
<p>Bis 2050 müssten demnach rund <strong>109.000 zusätzliche Plätze</strong> geschaffen bzw. <strong>1.240 zusätzliche Heime </strong>gebaut werden. Angesichts der Zahlen und der bereits heute spürbaren Personalknappheit in Pflegeberufen ein Szenario, das wenig realistisch erscheint. „Natürlich ist die stationäre Pflege für besonders pflegebedürftige Menschen die beste und einzig sinnvolle Form der Pflege“, so Anselm. „Trotzdem muss uns bewusst sein, dass die Mehrheit der Pflegebedürftigen in den eigenen vier Wänden versorgt wird. Das entspricht auch dem Wunsch der Menschen und ist aus volkswirtschaftlicher Sicht plausibel. Daher braucht es jetzt Maßnahmen, die der österreichischen Pflegerealität gerecht werden.“</p>
<p>Pflege wird in Österreich über Steuern finanziert. Die Steuerpflicht betrifft alle Österreicher/innen unabhängig vom Wohnort. Dennoch ist es in der Pflege <strong>je nach Bundesland höchst unterschiedlich</strong>, welche <strong>Pflegeleistungen</strong> zur Verfügung stehen. Auch die <strong>Eigenbeiträge</strong> für die zu Pflegenden und ihre Angehörigen sind unterschiedlich hoch (siehe dazu die Hilfswerk-Medieninformation vom 4. Juni 2018 „Wie fair ist Österreichs Pflegesystem?“).&nbsp;</p>
<p>„Ein steuerfinanziertes System kann nicht so angelegt sein, dass es Bürgerinnen und Bürger je nach Wohnort ungleich behandelt! Im Sinne der Gerechtigkeit und der Steuerwahrheit schuldet die Regierung den Österreicherinnen und Österreichern <strong>faire, weil vergleichbare Pflegeleistungen und Selbsbehalte</strong>! Und sollte man an ein versicherungsfinanziertes System denken, dann gilt das genauso“, so Karas. &nbsp;<br> </p>
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<p><strong>Runder Tisch für die Pflege!<br> Bedarfsgerechtes, leistungsfähiges und faires Pflegesystems</strong> </p>
<p>Eine Gesamtreform für ein bedarfsgerechtes, leistungsfähiges und faires Pflegesystem muss auf folgenden Grundsätzen basieren:&nbsp;</p>
<ul>
<li>Die positiven Ressourcen Betroffener und Angehöriger müssen anerkannt, gestärkt und bestmöglich unterstützt werden – insbesondere mit Blick auf die häusliche Pflege und Betreuung, aber auch auf Prävention.</li>
<li>Ein zeitgemäßes Pflegesystem bietet ein Portfolio differenzierter, in ihrer Intensität ansteigender Pflegeleistungen.</li>
<li>Österreichweit harmonisierte Versorgungsstandards nach evidenzbasierten Kriterien sind für ein faires System unabdingbar. Es braucht rasch mehr Vergleichbarkeit und Transparenz bei Leistungen und Eigenbeiträge.</li>
<li>Eine Ausbildungsoffensive für Pflegeberufe und verbesserte Rahmenbedingungen sowie faire Entlohnung für die Arbeit in der Pflege und Betreuung sind Gebote der Stunde.</li>
</ul>
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<p>Wer den Kollaps verhindern will, muss die dringend notwendige Gesamtreform der Pflege in Österreich rasch angehen. Ein erster Schritt wäre es, die Verantwortungsträger/innen aller Ebenen (Bund, Länder, Gemeinden) sowie Expertinnen und Experten aus der Pflegepraxis, aus Demographie und Volkswirtschaft an einen runden Tisch zu holen, an dem <strong>ohne Tabus und Scheuklappen</strong> an einem <strong>nachhaltigen Pflegesystem der Zukunft</strong> gearbeitet wird. Othmar Karas abschließend: „Frau Bundesministerin Hartinger-Klein, Herr Bundesminister Löger – wir warten auf Ihre Einladung zu einem Runden Tisch!“</p>
 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-663</guid>
<pubDate> Mon, 04 Jun 2018 12:50:00 +0200 </pubDate>
<title>Faktencheck Pflege, Teil 2: Wie fair ist Österreichs Pflegesystem?</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/faktencheck-pflege-teil-2-wie-fair-ist-oesterreichs-pflegesystem/ </link>
 <description>Hilfswerk fordert nachvollziehbare Standards für Pflegedienstleistungen und Eigenbeiträge </description> <content:encoded> <![CDATA[
<p><strong>Ist Pflegebedürftigkeit in Österreich eine Standortlotterie? Wovon hängt es ab, welche Unterstützung zu pflegende Personen bekommen und was sie dafür zu bezahlen haben? Obwohl die Österreicherinnen und Österreicher die gleichen Steuern und Abgaben zahlen, unterscheiden sich die Höhe der Eigenbeiträge und die Verfügbarkeit von Pflegedienst­leistungen beträchtlich. Nachweisliche Ungleichbehandlungen sind die Folge. Nachvollziehbare Kriterien fehlen. Eine echte Reform steht aus.</strong></p>
<p>Die vorliegende Pressemitteilung ist Teil einer Serie von Aussendungen des <strong>Hilfswerk Österreich</strong> zum Thema „<strong>&lt;link oesterreich/artikel-detail/news/faktencheck-pflege-teil-1-pflege-nach-dem-regress-wo-steht-oesterreichs-pflegesystem/&gt;Faktencheck Pflege&lt;/link&gt;</strong>“. Ihr Ziel ist es, eines der politisch und sozial brisantesten Themen möglichst umfassend und auf Basis überprüfbarer Fakten darzustellen. Das dient zum einen der Versachlichung bzw. Vertiefung der aktuellen Pflegedebatte. Zum anderen will das Hilfswerk relevante Grundlagen und Argumente für anstehende politische Entscheidungen aufzeigen.</p>
<p>Nimmt man etwa das in Österreich mit Abstand meistgenutzte <strong>Pflegesetting „Mobile Dienste“ </strong>genauer unter die Lupe, fallen zum Teil gravierende Unterschiede zwischen einzelnen Regionen auf. Sowohl im Hinblick auf die Leistungspalette für die zu Pflegenden und ihre Angehörigen, als auch, was die Eigenbeiträge der Kundinnen und Kunden betrifft. „Diese Unterschiede sind vor dem Hintergrund einheitlicher Steuer- und Abgabenregelungen in einem Sozialstaat wie Österreich eigentlich inakzeptabel“, hält <strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich, fest. „Es ist nicht schlüssig geklärt, welche Quantität und Qualität an Unterstützung in Österreich im Pflegefall zusteht und was man dafür zu bezahlen hat. Nachvollziehbare Kriterien? Fehlanzeige.“&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Kosten mobiler Pflege: ein Fallbeispiel in Variationen</strong></p>
<p>Um diese nicht nachvollziehbaren Unterschiede zu verdeutlichen, hat das Hilfswerk Österreich anhand eines Fallbeispiels für einige Bundesländer detailliert durchgerechnet, mit welchen Leistungen zu pflegende Menschen und ihre Angehörigen je nach Wohnort rechnen können und wie tief sie dafür in die eigene Tasche greifen müssen. Die Berechnungen beruhen auf folgenden Annahmen:</p>
<p>Ein Ehepaar: Sie ist 80 Jahre alt, bezieht eine monatliche Pension von € 921,00*<sup>)</sup>, Arthrose und Bewegungseinschränkungen beeinflussen ihren Gesundheitszustand, sie hat noch keinen Anspruch auf Pflegegeld. Ihr Mann ist 85 Jahre alt, erhält eine Pension von € 1.515,00*<sup>)</sup>, wurde soeben nach einem Schlaganfall aus dem Krankenhaus entlassen, ist halbseitig gelähmt und leidet an einer leichten Demenz. Derzeit erhält er das Pflegegeld der Stufe 4 in der Höhe von € 677,60. Beide leben alleine in ihrem Eigenheim, die 55-jährige Tochter wohnt im gleichen Ort, steht kurz vor ihrer Pensionierung und unterstützt ihre Eltern regelmäßig bei der Verrichtung von Alltagstätigkeiten.</p>
<p>Der mobile Pflegebedarf im ersten Monat nach der Krankenhausentlassung des Mannes betrifft vor allem das Case Management, sprich: die Etablierung der Pflegeroutine hinsichtlich der halbseitigen Lähmung und der Demenz. Hier bedarf es professioneller Betreuung durch diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegekräfte (DGKP). Mit dem zweiten und dritten Pflegemonat sinken der Präsenzbedarf der Pflege- und Betreuungskräfte sowie der Pflegeaufwand deutlich – und somit auch die Kosten. Die mobile Betreuung obliegt nun vorwiegend Pflegeassistenzkräften bzw. Heimhilfen.</p>
<p>Die ermittelten Eigenbeiträge für diese Leistungen weichen in den sechs analysierten Bundesländern – Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg und Steiermark – erheblich voneinander ab. Siehe Erläuterungen und Grafik weiter unten.</p>
<p>„Uns geht es keinesfalls darum, eine Region gegen die andere auszuspielen, oder zum Kosten-Poker aufzurufen“, führt Anselm aus und erläutert weiter: „Aber wir halten derart massive Unterschiede bei den von Pflegebedürftigen aufzubringenden Eigenbeiträgen grundsätzlich für diskussionswürdig. Es gibt weder sachliche Gründe dafür, noch sind sie den Bürgerinnen und Bürgern gegenüber fair. Und sie sind ein klares Indiz für eine fehlende systematische Auseinandersetzung mit grundsätzlichen Fragen: Welche Versorgungsleistung dürfen pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörige in Österreich erwarten? Was ist an Eigenbeiträgen zumutbar? Für welche Pflegeleistungen kommt die Solidargemeinschaft auf?“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wie hoch sind die Unterschiede?</strong></p>
<p>Im günstigsten Bundesland würde ein und dasselbe Pflegesetting dem Ehepaar ab dem dritten Monat € 256,12 an Eigenbeiträgen kosten, während es im teuersten Bundesland mit € 413,60 zu Buche schlägt, das sind um 61,5 Prozent mehr. Die Beträge fallen für die sieben Mal pro Woche für jeweils eine halbe Stunde im Haushalt anwesende Heimhilfe an. Im ersten Pflegemonat sind, bei verstärkter Involvierung von DGKP-Kräften, die regionalen Unterschiede noch gravierender: € 888,81 an Eigenbeiträgen im günstigsten stehen € 1.484,27 im teuersten Bundesland gegenüber, das sind um zwei Drittel bzw. 67 Prozent mehr.</p>
<p>Für die Arbeitsstunde einer diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegekraft beläuft sich der Kostenanteil, für den die pflegende Person selbst aufkommen muss, auf € 20,40 in Kärnten. In Oberösterreich sind es € 21,80, in Salzburg € 21,90, im Burgenland € 25,90, in der Steiermark € 32,43, in Niederösterreich € 32,92. Dazu kommen in einigen Bundesländern Zuschläge für Wochenend- bzw. Feiertagsdienste (zum Teil 50 Prozent, zum Teil 100 Prozent). Auch die Eigenbeiträge für Arbeitsstunden von Heimhilfen bzw. Pflegeassistenzkräften variieren stark.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Ungleiche Leistungspakete und Versorgungssituationen</strong></p>
<p>Ungleichheiten bzw. Ungerechtigkeiten fördert der Bundesländervergleich auch bei der Ausgestaltung der Leistungspakete in der mobilen Pflege zutage. So müssen Kundinnen und Kunden für Heilbehelfe oder Nahrungsergänzungsmittel in einzelnen Bundesländern extra in die Tasche greifen, während diese in anderen kostenfrei sind. Manche Länder gewähren Bürgerinnen und Bürgern eine kostenlose Pflegeberatung, andere sehen dies nicht vor.</p>
<p>Besonders augenfällig ist auch die variierende Inanspruchnahme von Pflegedienstleistungen. Da die Pflegebedürftigkeit und der Alterungsverlauf innerhalb Österreichs mehr oder weniger ähnlich sind, weisen die abweichenden Nutzungszahlen jedenfalls auch auf Differenzen bei der Verfügbarkeit von Pflege- und Betreuungsangeboten hin. Je nach Bundesland nehmen zwischen 28 und 48,2 Prozent der Pflegegeld­bezieherinnen und -bezieher über 80 Jahre einen mobilen Pflegedienst in Anspruch, der Nutzungsgrad stationärer Einrichtung liegt in dieser Altersgruppe zwischen 14,2 und 24,2 Prozent.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Pflegereform: Fairness, Transparenz und nachhaltige Absicherung</strong></p>
<p>Angesichts dieser Unterschiede verlangt das Hilfswerk nachvollziehbare Standards für Pflegedienst­leistungen sowie Eigenbeiträge. Dies kann jedoch nur ein erster Schritt sein. „Österreich braucht eine Gesamtreform seines Pflegesystems“, fordert Elisabeth Anselm. „Es kann nicht sein, dass es eine Frage des Wohnorts ist, welche Leistungen pflegebedürftige Menschen erhalten. Und es kann auch nicht sein, dass nach dem Wegfall des Pflegeregresses die Solidargemeinschaft der Steuerzahlenden für die ungedeckten Kosten der stationären Pflege aufkommt, während die finanzielle und organisato­rische Unterstützung jener Menschen, die ihre Angehörigen zuhause pflegen, vergleichsweise gering ausfällt“, so Elisabeth Anselm weiter.</p>
<p>Gemessen an der Wahrscheinlichkeit des Eintretens sowie an der durchschnittlichen Dauer zählt Pflegebedürftigkeit heutzutage zu den großen Lebensrisiken, so wie Arbeitslosigkeit und Krankheit. Wer ein nachhaltiges, zukunftsfähiges und solidarisches Pflegesystem in Österreich sicherstellen will, muss daher – nicht zuletzt angesichts des bevorstehenden demografischen Wandels – über eine nachhaltige ökonomische Absicherung des heimischen Pflegesystems nachdenken.</p>
<p>„Die Klärung der Finanzierungs­frage muss allerdings mit einer für alle Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen nutzbaren Ausgestaltung der Pflege verknüpft werden, und zwar nach evidenz­basierten, fachlich sinnvollen und nachvollziehbaren Kriterien“, fordert Elisabeth Anselm abschließend.</p>
 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-658</guid>
<pubDate> Fri, 11 May 2018 10:17:00 +0200 </pubDate>
<title>Hilfswerk fordert Aktionsplan für Pflegeberufe</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-fordert-aktionsplan-fuer-pflegeberufe/ </link>
 <description>Präsident Karas drängt am Tag der Pflege auf notwendige Maßnahmen</description> <content:encoded> <![CDATA[
<p>Anlässlich des morgigen „Tags der Pflege“ fordert das Hilfswerk einen Aktionsplan für Pflegeberufe. „Menschen, die sich für einen Pflegeberuf entscheiden, entscheiden sich für einen sehr sicheren, sinnstiftenden Beruf und erfahren in ihrer täglichen Arbeit sehr viel positive Bestärkung. Aber wir müssen auch für geeignete Rahmenbedingungen sorgen, insbesondere in Hinblick auf den wachsenden Bedarf.Die Zahl derer, die aktuell eine berufliche Laufbahn in der Pflege einschlagen wollen, deckt bei weitem nicht mehr die Nachfrage am Arbeitsmarkt“, sagt Othmar Karas, Präsident des Hilfswerks Österreich. „Wenn die Politik nicht rasch handelt und die Rahmenbedingungen im Pflegesektor ändert, droht diesem Land ein veritabler Pflegenotstand. Laut WIFO wird sich die Zahl der Pflegegeldbezieher österreichweit von aktuell 455.000 Personen bis 2050 auf knapp 750.000 erhöhen, allein in den nächsten zehn Jahren beträgt das Wachstum mehr als 20 Prozent. Wir werden deutlich mehr Menschen benötigen, die Aufgaben in der Pflege übernehmen. Bereits jetzt kann das Hilfswerk seinen Bedarf an Pflegekräften aller Qualifikationsstufen in den Bundesländern nicht im angestrebten Maß am&nbsp;Arbeitsmarktdecken.“</p>
<p><strong>Hilfswerk fordert Beseitigung von Ungerechtigkeiten bei Gehältern im Pflegebereich</strong></p>
<p>„Über eines müssen wir uns im Klaren sein: Unternehmen können die Organisation und den Berufsalltag von Pflegekräften positiv gestalten, nicht aber die Rahmenbedingungen der Pflegebranche im Allgemeinen, hier ist die Politik gefragt“, nimmt Othmar Karas die Verantwortungsträger/innen in die Pflicht. „Es geht um das Neudenken der Pflegeberufe in allen Facetten – von einer Ausweitung und Anpassung der Ausbildungsplätze bis hin zu gerechteren Entlohnungsmodellen. So werden derzeit immer noch Pflegekräfte im stationären Bereich besser entlohnt als ihre Kolleginnen und Kollegen in der mobilen Pflege und Betreuung. Diese Ungerechtigkeit fällt in den Kompetenzbereich der Länder, nur sie können durch eine etwaige Neuregelung der Normkostensätze für die mobilen Dienste diese finanzielle Diskriminierung bei vergleichbarer Arbeit beseitigen.“</p>
<p>„Es ist gerade der Bereich der mobilen Pflege, den wir in den nächsten Jahren personell massiv aufstocken werden müssen, da die Menschen nicht in Heimen, sondern im eigenen Zuhause alt werden möchten. Die Politik ist den Menschen verpflichtet und muss daher alle notwendigen Maßnahmen setzen und Menschen da unterstützen, wo sie Hilfe benötigen und erwarten“, so Karas abschließend.</p>
 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-574</guid>
<pubDate> Fri, 20 Apr 2018 11:30:00 +0200 </pubDate>
<title>Faktencheck Pflege, Teil 1 - Pflege nach dem Regress: Wo steht Österreichs Pflegesystem?</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/faktencheck-pflege-teil-1-pflege-nach-dem-regress-wo-steht-oesterreichs-pflegesystem/ </link>
 <description>Wie die Österreicherinnen und Österreicher im Alter gepflegt werden möchten und was das volkswirtschaftlich bedeutet.</description> <content:encoded> <![CDATA[
<p>Mit der vorliegenden Pressemitteilung startet das <strong>Hilfswerk Österreich</strong> eine Serie von Aussendungen zum Thema „<strong>Faktencheck Pflege</strong>“. Ihr Ziel ist es, eines der politisch und sozial brisantesten Themen möglichst umfassend und auf Basis überprüfbarer Fakten darzustellen. Das dient zum einen der Versachlichung bzw. Vertiefung der aktuellen Pflegedebatte. Zum anderen will das Hilfswerk relevante Grundlagen und Argumente für anstehende politische Entscheidungen aufzeigen.&nbsp;</p>
<p><strong>Die Realitäten in der Pflege werden völlig falsch eingeschätzt</strong></p>
<p>„Der aktuellen Diskussion um das österreichische Pflegesystem fehlt es an Tiefe und Weitblick“, sagt <strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich. „Derzeit kreist die Debatte vor allem um die Kosten der stationären Langzeitpflege und die 24-Stunden-Betreuung. Dabei wird komplett übersehen, dass diese beiden Modelle nur 16 (stationäre Pflege) bzw. 5 Prozent (24-h-Betreuung) aller Pflegebedürftigen betreffen“, so Anselm weiter.</p>
<p>Faktum ist: <strong>In Österreich werden 84 Prozent aller Bedürftigen zuhause gepflegt</strong> – 45 Prozent ausschließlich von Angehörigen (informelle Pflege), 32 Prozent unterstützt von mobilen Pflegediensten, fünf Prozent entscheiden sich für eine 24-Stunden-Betreuung (siehe Grafik: „Versorgungslandschaft Pflege und Betreuung in Österreich“). An dieser Verteilung wird sich voraussichtlich auch in den kommenden Jahren wenig ändern. Alleine schon deshalb, weil eine überwältigende Mehrheit der Österreicher/innen sich ein Altwerden in den eigenen vier Wänden wünscht.</p>
<p>Ein Blick auf die <strong>Kosten der unterschiedlichen Pflegemodelle</strong> zeigt: Abgesehen von der Pflege ausschließlich durch Angehörige ist die <strong>Pflege zuhause </strong>–<strong> durch mobile Dienste allein oder gemeinsam mit Angehörigen</strong> – aus volkswirtschaftlicher Sicht die die mit Abstand günstigste Variante. Ein <strong>Pflegeheimplatz </strong>kostet im Durchschnitt<strong> 34.600 Euro pro Kopf und Jahr</strong>, während <strong>mobile Dienste </strong>mit durchschnittlich <strong>4.200 Euro pro Kopf und Jahr</strong> zu Buche schlagen (siehe Grafik: Bruttokosten unterschiedlicher Pflegemodelle pro Kopf und Jahr). Die Zahlen sind Gesamtkosten, sie beinhalten sowohl Bundes-, als auch Landeszuschüsse sowie die von den gepflegten Personen und ihren Angehörigen zu leistenden Aufwände.&nbsp;</p>
<p><strong>Pflege zuhause: Wunsch und Wirklichkeit</strong></p>
<p>Fragt man die Österreicherinnen und Österreicher, wie sie denn im Alter gepflegt werden wollen, fällt die Antwort recht eindeutig aus: <strong>zuhause, und zwar so lange wie möglich!</strong> Dass die Erfüllung dieses Wunsches auch volkswirtschaftlich begrüßenswert wäre, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die häusliche Pflege künftig mehr professionelle Unterstützung braucht. Je nach Definition dauert die <strong>Phase der Pflegebedürftigkeit</strong> einer Person im Schnitt <strong>etwa sieben Jahre</strong>. Es sind vorwiegend Angehörige, die zu sehr geringen volkswirtschaftlichen Kosten Pflegeaufgaben übernehmen. Die Zunahme komplexer Krankheitsbilder (z. B. Demenz) sowie veränderte familiäre Strukturen und eine höhere Frauenerwerbsquote stellen die <strong>häusliche Pflege vor zusätzliche Herausforderungen</strong>.</p>
<p>Hier kommen die <strong>mobilen Dienste</strong> ins Spiel. Ihre Aufgabe ist es, den Verbleib in den eigenen vier Wänden trotz Betreuungs- und Pflegebedarfs möglich zu machen, auch wenn Angehörige nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung stehen, oder wenn pflegende Angehörige Unterstützung, fachlichen Beistand oder Entlastung brauchen. Die Herzstücke mobiler Dienste sind zum einen die <strong>Heimhilfe</strong> (im Bereich alltäglicher Verrichtungen wie Haushalt, Einkaufen und Besorgungen, Unterstützung bei der Körperpflege, …), zum anderen die <strong>Hauskrankenpflege</strong>. Letztere umfasst professionelle pflegerische Tätigkeiten wie Verbandswechsel, Medikamentengabe, Kontrolle der Vitalwerte etc.</p>
<p>In den vergangenen Jahren mangelte es nicht an politischen Bekenntnissen zur Stärkung der Pflege zuhause und zum Ausbau mobiler Dienste. Dennoch stiegen zwischen 2011 und 2016 die Bruttoausgaben für stationäre Dienste um 400,9 Millionen Euro (plus 18,4 %), jene für mobile Dienste um 126,2 Millionen Euro (plus 25,8 %). Im selben Zeitraum nahm die Zahl der betreuten Personen um 19,3 Prozent bei mobilen Diensten, jene in stationären Einrichtungen dagegen nur um 3,3 Prozent zu. Zudem sind sowohl die <strong>Leistungsangebote im Bereich der mobilen Dienste</strong>, als auch der <strong>finanzielle Aufwand</strong> für die zu Pflegenden und ihre Angehörigen nach wie vor <strong>von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich</strong>. Und das trotz bundesweit einheitlicher Steuerpflicht.</p>
<p><strong>Damoklesschwert Demografie: mobile Dienste als Ausweg</strong></p>
<p>„Meinte es die Politik mit der Stärkung der Pflege und Betreuung zu Hause bzw. der mobilen Dienste ernst, hätte sie die – an sich berechtigte – Abschaffung des Pflegeregresses im Zuge einer Gesamtreform des Pflegesystems in Angriff genommen, und nicht als Einzelmaßnahme in die Landschaft gestellt“, wundert sich Elisabeth Anselm.</p>
<p>„Gemessen an dem, was uns in absehbarer Zeit durch die <strong>demografische Entwicklung</strong> droht, sind die aktuell diskutierten Herausforderungen allerdings ein volkswirtschaftlicher Sturm im Wasserglas“, führt Anselm weiter aus. „Jene Generation, die aktuell der Pflege bedarf, stammt noch aus den geburtenschwachen und durch Kriegsopfer bzw. gefallene Soldaten dezimierten Jahrgängen vor 1938/39. In den nächsten Jahren kommen aber die geburtenstarken Jahrgänge ab 1939 ins Pflegealter. Eine zweite, noch deutlich größere Welle steht in rund 20 Jahren mit den zu pflegenden Babyboomern der 1950er und 60er-Jahre ins Haus. Sie werden, eine entsprechende Lebensdauer vorausgesetzt, zwischen 2030 und 2040 zu 50 Prozent (Männer) bzw. zu 75 Prozent (Frauen) pflegebedürftig sein“, rechnet Anselm auf Basis des Barmer Pflegereports 2016 vor.</p>
<p><strong>Nur ein forcierter Ausbau der mobilen Dienste kann die volkswirtschaftliche Katastrophe eines Pflegnotstands verhindern</strong>. Derzeit kosten Pflege und Betreuung mit mobilen Diensten nur rund ein Achtel (!) der stationären Pflege. Der Ausbau der mobilen Dienste ist ein Gebot der Stunde. Es geht dabei um die <strong>österreichweite Harmonisierung des Angebots und der Eigenbeiträge</strong> und um eine <strong>Sicherstellung der Verfügbarkeit in allen Regionen. </strong>Darüber hinaus sollte die Angebotsstruktur so verfeinert werden, dass noch besser auf die Bedürfnisse der zu Pflegenden eingegangen werden kann. Wichtig wäre hier etwa die Forcierung des aktuell nur punktuell verfügbaren Angebots einer mehrstündigen Tagesbetreuung zu Hause. „Es ist zum Beispiel ungeheuer hilfreich und entlastend, wenn Angehörige demenzkranker älterer Menschen einen Nachmittag pro Woche guten Gewissens das Haus verlassen, Besorgungen erledigen können, oder einfach Zeit für sich haben“, meint Anselm.</p>
<p>„Keine Frage: Die Stärkung der häuslichen Pflege und Betreuung wird zusätzliche Kosten verursachen. Aber <strong>wer die Explosion der Pflegekosten verhindern will, muss in die mobile Betreuung und Pflege zuhause investieren – lieber heute als morgen</strong>“, so Elisabeth Anselm abschließend.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Über das Hilfswerk Österreich</strong></p>
<p>Das Hilfswerk ist eine gemeinnützige Organisation im Bereich gesundheitlicher, familiärer und sozialer Dienste in Österreich. Der Schwerpunkt der Tätigkeit des Qualitätsanbieters liegt in der Pflege und Betreuung, bei den mobilen Diensten ist das Hilfswerk Marktführer.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Glossar</strong></p>
<p><strong>Wichtige Begriffe zur Pflege und Betreuung zuhause, rasch und verständlich erklärt</strong>&nbsp;</p>
<p><strong>MOBILE DIENSTE</strong></p>
<p><strong>Heimhilfe:</strong> Die Heimhilfe unterstützt stundenweise Menschen, die im Haushalt Entlastung benötigen. Die Häufigkeit der Hilfestellung lässt sich individuell anpassen und umfasst Tätigkeiten wie Aufräumen, Wäschewaschen, Bügeln, die Erledigung des Einkaufs oder die Zubereitung von Mahlzeiten, aber auch Unterstützung bei der Körperpflege, das An- und Auskleiden sowie die Begleitung bei Alltagswegen. In einigen wenigen Bundesländern wurde das Angebot einer Heimhilfe zeitlich zu einer Mehrstundenbetreuung ausgeweitet, um insbesondere pflegende Angehörige punktuell zu entlasten.</p>
<p><strong>Hauskrankenpflege:</strong> Die Hauskrankenpflege ermöglicht eine professionelle gesundheitliche und pflegerische Versorgung in den eigenen vier Wänden. Das Leistungsspektrum umfasst Wund- und Schmerzmanagement, Medikamentenmanagement, etwaige Insulinadaptierungen, die Verabreichung von Injektionen und Infusionen sowie eine Beratung und Anleitung von pflegenden Angehörigen. In diesem Tätigkeitsbereich sind je nach Anforderung Pflegeassistentinnen und -assistenten (PA) bzw. Diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger/innen (DGKP) im Einsatz.&nbsp;</p>
<p><strong>Mobile Therapie:</strong> Bei starken Einschränkungen nach Unfällen, Krankheit oder infolge einer Behinderung helfen mobile (Physio-, Ergo- oder Logo-)Therapieangebote, um rasch wieder ein hohes Maß an Selbständigkeit zu erlangen.</p>
<p><strong>Essen auf Rädern:</strong> Fällt die Zubereitung von Mahlzeiten bereits schwer, schafft ein Menüservice Abhilfe: Zur Auswahl stehen neben „Normalkost“ auch Diabetiker- und Leichtkost, cholesterinarme, vegetarische, glutenfreie und laktosefreie Speisen, die auch nach persönlichen Bedürfnissen zubereitet werden.</p>
<p><strong>Ehrenamtlicher Besuchsdienst: </strong>In der Struktur des Hilfswerks spielt das Ehrenamt eine bedeutende Rolle. 20.000 Menschen stellen Zeit zur Verfügung, um mit pflege- oder betreuungsbedürftigen Menschen spazieren zu gehen, zu lesen, Karten zu spielen, zu plaudern oder einfach nur zuzuhören.&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>24-STUNDEN-BETREUUNG</strong></p>
<p><strong>24-Stunden-Betreuung:</strong> Personenbetreuer/innen wohnen im selben Haushalt wie die zu betreuende Person und unterstützen bei der Lebensführung und bei Alltagsaktivitäten, im Haushalt, helfen beim Essen und Trinken, bei der Körperpflege, beim An- und Ausziehen. Sie übernehmen nach Bedarf und spezieller Einschulung medizinisch-pflegerische Tätigkeiten, erledigen Besorgungen und leisten Gesellschaft. Die Betreuer/innen wechseln sich in einem meist 14-tägigen Turnus ab.&nbsp;</p>
<p><strong>Kurzzeit- und Urlaubsbetreuung: </strong>Auch pflegende Angehörige brauchen eine Auszeit. Im Rahmen der Kurzzeit- und Urlaubsbetreuung wird eine 24-Stunden-Betreuung für einen begrenzten Zeitraum von zwei, drei oder vier Wochen gewährleistet – während urlaubsbedingter Absenz der Angehörigen, zu deren Entlastung, als&nbsp;Überbrückung während einer Erkrankung der betreuenden Person oder während der Wartezeit auf einen Heimplatz.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>*) In den kommenden Wochen folgen weitere Beiträge zum „Faktencheck Pflege“, u. a. zu den Themen „Mangelnde Fairness im österreichischen Pflegesystem“ oder „Ungenutzte Effizienzpotenziale“.</p>
 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-549</guid>
<pubDate> Fri, 06 Apr 2018 12:37:22 +0200 </pubDate>
<title>Othmar Karas: „Schluss mit Einzelmaßnahmen im Pflegebereich!&quot;</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/othmar-karas-schluss-mit-einzelmassnahmen-im-pflegebereich/ </link>
 <description>Präsident des Hilfswerk Österreich fordert „Runden Tisch“ zur Zukunft des heimischen Pflegesystems.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/_processed_/e/4/csm_1973223-620461511382156-3601497451566420229-o_75b9bff016.jpg" length="136167" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
<p>„Wer die seit vielen Wochen anhaltende Pflegedebatte verfolgt, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass in Politik und Medien nur einzelne Puzzlesteine verhandelt werden. Was fehlt, sind Antworten auf die Frage, wie das österreichische Pflegesystem den demografischen Herausforderungen der kommenden Jahre und Jahrzehnte begegnen soll“, so Othmar Karas, Präsident des Hilfswerk Österreich.</p>
<p>„Wir müssen endlich wegkommen von der leidigen Diskussion über Teilaspekte des Pflegethemas, Stichwort: 24-Stunden-Betreuung. Und die Politik muss davon Abstand nehmen, Einzelmaßnahmen – Stichwort: Wegfall des Pflegeregresses – zu setzen, solange die nachhaltige Weiterentwicklung des heimischen Pflegesystems als Ganzes nicht gewährleistet ist“, meint Karas.</p>
<p>Es sei, so Karas, höchste Zeit, dass sich die politischen Verantwortungsträger/innen in Bund und Ländern mit Expertinnen und Experten aus Demographie und Volkswirtschaft sowie aus der Praxis der Pflege zusammensetzen und gemeinsam das „big picture“ zur Pflege von morgen ausgestalten. „Wir brauchen endlich einen ,Runden Tisch‘, an dem die Gesamtzusammenhänge des Pflegesystems zur Sprache kommen. Ziel muss es sein, möglichst ohne Tabus und ideologische Scheuklappen sowie ohne föderalistische Revierkämpfe um Budgetmittel an einer zukunftsfitten und volkswirtschaftlich sinnvollen Neuausrichtung des österreichischen Pflegesystems zu arbeiten: orientiert am Wohl der Bedürftigen und ihrer Angehörigen“, fordert Karas.</p>
<p><strong>Ineffiziente Schnittstellen</strong> </p>
<p>Aus Sicht des Hilfswerk Österreich ist eine nachhaltige Aufstockung der Budgets und ein differenzierter Ausbau des Pflegesystems unerlässlich. Insbesondere die vergleichsweise kostengünstige mobile Pflege und Betreuung zuhause muss gestärkt werden. Dennoch ortet <strong>Elisabeth Anselm</strong>, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich, Potenzial für effizienteren Mitteleinsatz. Etwa bei den Schnittstellen zwischen Pflege- und Gesundheitsbereich:</p>
<p>„Es ist vielerorts aktuelle Praxis, dass eine mobile Pflegekraft trotz ihrer Kompetenz im Bereich der Mitwirkung bei medizinischer Diagnostik und Therapie keine Blutprobe abnimmt und diese ins Labor bringt. Rechtlich gesehen dürfte sie das. Stattdessen wird die zu pflegende und womöglich bettlägerige Person per Krankentransport ins nächste Spital gebracht, ist Krankenhauskeimen ausgesetzt und verbringt dort unnötige Wartezeit. Das ist teuer – und eine Zumutung für die zu pflegende Person“, erläutert Anselm.</p>
<p>Ein weiteres Beispiel: 250.000 Personen leiden in Österreich an chronischen Wunden. Jährlich kommen weitere 68.000 Betroffene dazu. Laut Erhebung des Wundreports 2015 (IFES Institut) müssen knapp zwei Drittel der Befragten mindestens alle drei Tage den Verband wechseln. Dafür suchen 58 Prozent der Betroffenen einen niedergelassenen Arzt oder ein Krankenhaus auf. Letzteres birgt die Gefahr nosokomialer Infektionen („Krankenhausinfektion“), die bei multimorbiden Menschen häufig tödlich enden. Das Problem wäre einfach und kostengünstig durch einen verstärkten Einsatz von akademischen Wundmanager/innen zu beheben, die in der mobilen Pflege bereits jetzt vor Ort zur Verfügung stünden. Diese Fachkräfte sind jedoch nur eingeschränkt &nbsp;handlungsfähig, weil die extrem langen Wartezeiten auf verhältnismäßig günstige Verbandmaterialen einer effizienten Wundversorgung im Wege stehen. &nbsp;Ursache für diesen Missstand: die aberwitzige Dauer der Genehmigungsverfahren bei Verbandmaterialien.</p>
<p>Und noch ein Beispiel: Auch am Markt medizinischer Hilfsmittel gilt, das Bessere ist der Feind des Guten. Produktinnovationen gewährleisten höheren Behandlungserfolg, kürzere Behandlungsdauer und minimieren den Mittelverbrauch. Sie rechnen sich also, auch wenn neue Produkte teurer als ältere sind. Derzeit aber haben Neuentwicklungen kaum eine Chance, im österreichischen Pflegesystem Verwendung zu finden, da sie von Sozialversicherungsträgern nur dann genehmigt werden, wenn die Anschaffungskosten geringer sind als jene für das billigste bereits gelistete Produkt.</p>
<p>„Die Aufzählung derartiger Szenarien lässt sich leider beliebig fortsetzen. Grund genug, endlich den ,Runden Tisch‘ zur Pflegereform einzuberufen. Frau <strong>Ministerin Hartinger-Klein</strong>, Sie sind am Zug!“ so Othmar Karas abschließend.</p>
<h3><strong>ÜBER DAS HILFSWERK ÖSTERREICH</strong></h3>
<p>Das Hilfswerk Österreich, eine 1947 gegründete NGO im Bereich Soziales und Gesundheit, ist einer der wichtigsten heimischen Anbieter hochwertiger Pflegedienstleistungen und Marktführer im Bereich mobiler Pflege- und Betreuung in Österreich.</p>
<h3>Rückfragen &amp; Kontakt:</h3>
<p> Hilfswerk Österreich, Bundesgeschäftsstelle <br> DI Roland Wallner <br> 01 / 4057500-230, Mobil: 0676 / 8787 60203 <br> <a href="https://www.ots.at/email/roland.wallner/hilfswerk.at" target="_blank" rel="noreferrer">roland.wallner@hilfswerk.at</a> </p>
 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-516</guid>
<pubDate> Fri, 23 Mar 2018 16:50:00 +0100 </pubDate>
<title>24-Stunden-Betreuung braucht gesicherte Qualität</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/24-stunden-betreuung-braucht-gesicherte-qualitaet/ </link>
 <description>Rechnungshofbericht zeigt klare Richtung für angekündigten Reformprozess auf.</description> <content:encoded> <![CDATA[
<p>In seinem aktuellen Bericht zur 24-Stunden-Betreuung in Österreich stellt der Rechnungshof der Arbeit von Betreuerinnen und Betreuern ein gutes Zeugnis aus. Für die Zukunft wird ein Qualitätssicherungssystem empfohlen, das die Einbindung diplomierter Pflegekräfte vorsieht. „Zehn Jahre nach der Schaffung eines legalen 24-Stunden-Betreuungsmodells zeichnet der Rechnungshof ein klares Bild, in welche Richtung sich diese bei den Österreicherinnen und Österreichern beliebte Betreuungsform weiterentwickeln soll“, sagt Elisabeth Anselm, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich.&nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>
<p><strong>Qualitätssicherung bewährt sich in der Praxis</strong></p>
<p>Bei 99 Prozent der im Auftrag des Ministeriums durchgeführten Hausbesuche stieß das Kompetenzzentrum für Qualitätssicherung der Sozialversicherungsanstalt der Bauern auf keinerlei Mängel in den Versorgungsbereichen Körperpflege, Ernährung und hygienische Wohnsituation. Zu Beanstandungen kam es nur bei der fehlenden Delegation medizinisch-pflegerischer Tätigkeiten durch eine Ärztin oder Arzt bzw. einer diplomierten Pflegekraft. Das heißt, dass durch die Betreuer/innen Tätigkeiten durchgeführt wurden, für die sie formal keine Unterweisung bzw. Übergabe hatten. „Um solche Probleme zu vermeiden, setzen wir als Hilfswerk seit vielen Jahren konsequent und erfolgreich auf ein Qualitätscoaching durch diplomierte Pflegekräfte, die derartige Delegationen im Bedarfsfall durchführen. Darüber hinaus hat sich unser Modell auch bewährt, weil im Zuge der regelmäßigen Qualitätsbesuche bei den Kundinnen und Kunden Fragen besprochen werden können, fachliche Unterstützung und Beratung geboten wird und der Pflege- und Betreuungsalltag optimiert wird“, präzisiert Anselm.</p>
<p><strong>Langjährige Forderung setzt sich durch</strong></p>
<p>„Wir begrüßen die Empfehlungen des Rechnungshofes, die Qualitätssicherung bei der 24-Stunden-Betreuung auszuweiten und sehen darin einen sinnvollen Weg, ein hohes Qualitätslevel bei allen Kundinnen und Kunden dieser Betreuungsform zu garantieren. Der Zeitpunkt ist ideal, denn im Rahmen des von Sozialministerin Hartinger-Klein angekündigten Reformprozesses für dieses Betreuungssetting werden auch Lösungen für das Qualitätsthema erarbeitet werden müssen. Im Idealfall verbindet man die Qualitätsfrage mit der mehrfach angedachten Erhöhung der Förderung für 24-Stunden-Betreuung, die seit mehr als zehn Jahren nicht valorisiert wurde“, so Anselm abschließend.</p>
<p><strong>ÜBER DAS HILFSWERK ÖSTERREICH</strong></p>
<p>Das Hilfswerk Österreich, eine 1947 gegründete NGO im Bereich Soziales und Gesundheit, ist einer der wichtigsten heimischen Anbieter hochwertiger Pflegedienstleistungen und Marktführer im Bereich mobiler Pflege- und Betreuung in Österreich.</p>
 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>24 Stunden Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-488</guid>
<pubDate> Mon, 19 Feb 2018 13:46:33 +0100 </pubDate>
<title>Pflegeregress: Run auf Heime wirksam begegnen</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/pflegeregress-run-auf-heime-wirksam-begegnen/ </link>
 <description>Hilfswerk fordert rigorosen Ausbau der mobilen Pflege</description> <content:encoded> <![CDATA[
<p>Fassungslosigkeit macht sich angesichts der aktuellen Debatte rund um die Reparatur der Folgen des in Wahlkampfzeiten abgeschafften Pflegeregresses breit – die gestrige ORF-Sendung „Im Zentrum“ kann hier als weiteres Indiz für den fahrlässigen Umgang mit den realen Gegebenheiten der Pflege in Österreich gewertet werden. Der finanzielle Schaden für die Länder ist zwar ärgerlich, aber wird durch eine budgetäre Anstrengung des Bundes behoben werden können. Wie man allerding dem befürchteten Run auf die Heime Herr werden kann, darüber gehen die Meinungen auseinander. „Der wahre Skandal besteht darin, dass das einzige quantitativ relevante Pflegesetting in der Diskussion nicht vorkommt. Vier von fünf Pflegegeldbezieher/innen leben zu Haus in den eigenen vier Wänden, weil Angehörige bzw. mobile Pflege- und Betreuungsdienste dies ermöglichen. Wer den befürchteten Run auf die Pflegeheime ernsthaft begegnen will, muss hier ansetzen und vor allem die mobile Pflege strukturell, finanziell und personell forcieren“, sagt Elisabeth Anselm, Geschäftsführerin des Hilfswerk Österreich, und weiter, „die 24-Stunden-Betreuung ist ein wichtiges Angebot, aber mit fünf Prozent Marktanteil eher eine Nische.“ &nbsp; &nbsp; &nbsp;</p>
<p><strong>Politik bleibt Antworten schuldig</strong></p>
<p>„Die demographische Entwicklung lässt kein Entweder-Oder bei der Schwerpunktsetzung im Ausbau des Pflegesystems zu. Wir werden alle Arten der Pflege und Betreuung benötigen, um das Anwachsen der Zahl der Pflegegeldbezieher/innen von aktuell 455.000 auf 750.000 bis 2050 zu bewältigen. Die mobilen Dienste tragen die Hauptlast, es wäre daher ratsam, dieses Dienstleistungsangebot entsprechend seiner Relevanz mit höchster Priorität auszubauen und damit auch dem Wunsch der Menschen nach einem Älterwerden in den eigenen vier Wänden in verstärktem Maße gerecht zu werden“, betont Anselm. „Vorschläge dazu wie beispielsweise die Schaffung eines flächendeckend verfügbaren Angebots zur mehrstündigen Tagesbetreuung zu Hause, die Etablierung von psychosozialen und gerontopsychiatrischen Diensten für Menschen mit Demenz oder Unterstützungsangebote für pflegende Angehörige liegen auf dem Tisch. Jetzt ist die Politik am Zug“, so Anselm abschließend.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3>Rückfragen &amp; Kontakt:</h3>
<p>Hilfswerk Österreich, Bundesgeschäftsstelle<br> DI Roland Wallner<br> 01 / 4057500-230, Mobil: 0676 / 8787 60203<br> <a href="https://www.ots.at/email/roland.wallner/hilfswerk.at" target="_blank" rel="noreferrer">roland.wallner@hilfswerk.at</a></p>
 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-455</guid>
<pubDate> Tue, 23 Jan 2018 17:09:04 +0100 </pubDate>
<title>Karas: Reform der 24-Stunden-Betreuung duldet keinen Aufschub mehr</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/karas-reform-der-24-stunden-betreuung-duldet-keinen-aufschub-mehr/ </link>
 <description>Gegen Missstände hilft nur ein verbindliches Qualitätsregime für alle Anbieter</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/_processed_/e/e/csm_1956685-613894478705526-2096869560-o_ccab9f2748.jpg" length="153297" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
<p>Keine Woche vergeht, in der nicht Medienberichte Missstände in der 24-Stunden-Betreuung aufzeigen. „Als Qualitätsanbieter in diesem für Österreichs Familien so wichtigen Betreuungsangebot befürworten wir klarerweise das Bekenntnis zu einer grundlegenden Reform der 24-Stunden-Betreuung im Regierungsprogramm“, sagt Othmar Karas, Präsident des Hilfswerk Österreich. „Wir unterstreichen die Notwendigkeit, hier zügig Verbesserungen in die Umsetzung zu bringen und begrüßen den jüngsten Vorstoß von Gesundheits- und Sozialministerin Beate Hartinger-Klein, einen Diskussionsprozess auf breiter Basis zu starten sowie eine Arbeitsgruppe einzurichten.“ Das Hilfswerk hat schon früh die Notwendigkeit von verbindlichen Mindest-Qualitätsstandards in der 24-Stunden-Betreuung erkannt und vor mehr als zwei Jahren gemeinsam mit Volkshilfe und Caritas unter dem Titel SICHER. KOMPETENT. FAIR. erfolgreich ein Qualitätslabel eingeführt. „Wir gehen davon aus, dass Ministerin Hartinger-Klein bei diesem Reformschritt auf die Erfahrungswerte und das Know-how der großen Anbieter nicht verzichten wird und bekräftigen einmal mehr unsere fünf zentralen Forderungen zur Weiterentwicklung des 24-Stunden-Betreungsmodells“, so Karas.&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;</p>
<p><strong>Fünf Forderungen zur Reform der 24-Stunden-Betreuung</strong></p>
<ol>
<li>Leistbarkeit sicherstellen, Förderung anpassen</li>
<li>Verpflichtende Qualitätsstandards flächendeckend umsetzen</li>
<li>Verbindliche fachliche bzw. fachpflegerische Begleitung&nbsp;</li>
<li>Fortbildungsangebote nach dem Vorbild anderer Berufsgruppen</li>
<li>Fairness und Transparenz gegenüber Betreuer/innen und Kundinnen und Kunden sicherstellen</li>
</ol>
<p> Abschließend betont Karas, dass sich die Politik nicht nur über die Ausgestaltung von Betreuungs- sowie Pflegesettings sondern vor allem auch über die Rahmenbedingungen für betreuungs- und pflegebedürftige Menschen und deren Angehörigen klar werden muss: „Es gibt keinen Grund, bei der Reform der 24-Stunden-Betreuung noch länger zuzuwarten. Aber allen Beteiligten sollte klar sein, dass Qualität auch ihren Preis hat, der im Sinne der Leistbarkeit für alle Österreicherinnen und Österreicher von der Gesellschaft abgefedert werden muss, wenn wir dieses Thema dauerhaft aus den Schlagzeilen holen wollen. Ministerin Hartinger-Klein hat den ersten Schritt angekündigt, jetzt gilt es, mutig voranzuschreiten und klar zu machen, dass das Regierungsprogramm mehr als eineunverbindliche Absichtserklärung ist.“</p>
 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>24 Stunden Betreuung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-204</guid>
<pubDate> Thu, 06 Jul 2017 18:10:00 +0200 </pubDate>
<title>Nominieren Sie Ihre/n „PflegerIn mit Herz“ 2017!</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/nominieren-sie-ihren-pflegerin-mit-herz-2017/ </link>
 <description>Nach den großen Erfolgen der vergangenen Jahre sucht ganz Österreich 2017 bereits zum sechsten Mal die besten und beliebtesten „Pflegerinnen und Pfleger mit Herz“ des Landes.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/_processed_/3/0/csm_PmH-quer-presse-logoleiste-sRGB_0b276c170f.jpg" length="1199775" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
<h3 class="text-left"><strong>Die Ziele der Initiative „PflegerIn mit Herz“</strong></h3>
<p>Ein Leben ohne Betreuung und Hilfestellung durch andere ist für rund eine halbe Million ÖsterreicherInnen nicht vorstellbar. „PflegerIn mit Herz“ holt all jene Menschen, die im Pflegebereich tätig sind, vor den Vorhang.</p>
<p>Neben den „Partnern der ersten Stunde“ – das&nbsp;<a href="https://www.bmwfw.gv.at/Seiten/default.aspx" title="Opens internal link in new window" target="_blank" rel="noreferrer">Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft,</a>&nbsp;das&nbsp;<a href="https://www.sozialministerium.at/site/" title="Opens internal link in current window" target="_blank" rel="noreferrer">Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz</a>&nbsp;und die&nbsp;<a href="https://www.sparkasse.at/sgruppe/privatkunden" title="Opens internal link in current window" target="_blank" rel="noreferrer">Erste Bank und Sparkassen</a>&nbsp;freuen sich die Initiatoren der Kampagne „PflegerIn mit Herz“– der&nbsp;<a href="http://http//www.wst-versicherungsverein.at/" title="Opens internal link in current window" target="_blank" rel="noreferrer">Wiener Städtische Versicherungsverein</a>&nbsp;und die&nbsp;<a href="https://www.wienerstaedtische.at/privat.html" title="Opens internal link in current window" target="_blank" rel="noreferrer">Wiener Städtische Versicherung</a>&nbsp;– seit 2014 über weitere Unterstützung durch die&nbsp;<a href="https://www.wko.at/" title="Opens internal link in current window" target="_blank" rel="noreferrer">Wirtschaftskammern Österreichs</a>&nbsp;und die&nbsp;<a href="https://www.arbeiterkammer.at/index.html" title="Opens internal link in current window" target="_blank" rel="noreferrer">Arbeiterkammer Österreich</a>.&nbsp;Allen gemein ist das Ziel, Bewusstsein für Themen im Pflegebereich zu schaffen und den zahlreichen pflegenden Angehörigen und professionellen Pflegerinnen und Pflegern „Danke“ zu sagen.<strong></strong> </p>
<h3>Wer kann nominiert werden?</h3>
<p><strong>Nominiert werden kann jede/r, die/der im Pflegebereich tätig ist</strong>: </p>
<ul>
<li>Diplomierte/r Gesundheits- und Krankenschwester/-pfleger aller Sparten, </li>
<li> Pflegehelfer/in,</li>
<li> Altenfachbetreuer/in, </li>
<li>Heimhelfer/in, </li>
<li>24-Stunden-Betreuer/in oder </li>
<li>pflegende/r Angehörige/r.</li>
</ul>
<h3>&nbsp;</h3>
<h3>Wie kann ich meine/n „PflegerIn mit Herz“ 2017 nominieren?</h3>
<p>Nominierungen können direkt über die Website <a href="https://pflegerin-mit-herz.at/pflegerin-nominieren/" target="_blank" rel="noreferrer">www.pflegerin-mit-herz.at</a> oder auf dem Postweg (Postfach 2500o/1011 Wien, Kennwort: „PflegerIn mit Herz“) eingereicht werden. Nominierungsfolder liegen in allen Filialen der Wiener Städtischen Versicherung sowie beim Hilfswerk auf.</p>
<p><strong>Einsendeschluss ist der 26. Oktober 2017.</strong> </p>
<h3>Ablauf der Initiative „PflegerIn mit Herz“</h3>
<p>Aus allen Nominierungen wählt eine Jury – bestehend aus den Kampagnenpartnern und Vertreter/innen der größten NGOs&nbsp;im Pflegebereich – drei Gewinner/innen pro Bundesland aus. Diese werden bei einer Abschlussveranstaltung im Dezember mit einem Geldpreis des Wiener Städtischen Versicherungsvereins bzw. der Wirtschaftskammern Österreichs (24-Stunden-BetreuerInnen) geehrt.</p>
 ]]> </content:encoded> <category>Österreich</category> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-198</guid>
<pubDate> Thu, 29 Jun 2017 12:40:00 +0200 </pubDate>
<title>Pflegeregress: Hilfswerk begrüßt Parteieneinigung zur Abschaffung</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/pflegeregress-hilfswerk-begruesst-parteieneinigung-zur-abschaffung/ </link>
 <description>Gelungener Startschuss für eine tragfähige Reform des österreichischen Pflegesystems.</description> <content:encoded> <![CDATA[
<p>Die seit Wochen andauernde Diskussion über die Zukunft der Pflege in Österreich hat sich zusehends auf das Thema Pflegeregress fokussiert. Die am heutigen Tag zwischen SPÖ und ÖVP erfolgte Einigung zur Abschaffung des Pflegeregresses war aufgrund der zustimmenden Haltung sämtlicher Parteien nur noch eine Frage der Zeit. „Als größter mobiler Pflegedienst in Österreich wissen wir, was Pflege in finanzieller Hinsicht für Familien bedeuten kann. Daher begrüßen wir diesen Schritt“, betont Othmar Karas, Präsident des Hilfswerk Österreich. „Die Abschaffung des Pflegeregresses sehen wir als gelungenen Startschuss für eine langfristig tragfähige Reform des Pflegesystems in Österreich.“ Die demographische Entwicklung wird laut Expertenmeinung in den nächsten Jahren und Jahrzehnten den Druck auf das System weiter erhöhen.</p>
<p><strong>Fixpunkt für neue Regierung: Weitere Reformschritte für ein zukunftsfähiges Pflegesystem</strong></p>
<p>„Die derzeitige Dynamik der politischen Debatte lässt die Hoffnung zu, dass dem Thema Pflege bei etwaigen Regierungsverhandlungen im Herbst der entsprechende Raum für eine zukunftsfähige Weiterentwicklung des österreichischen Sozialsystems eingeräumt wird. Das ist auch mit Blick auf ähnlich gelagerte Reformprozesse und Erfahrungen in anderen europäischen Ländern dringend nötig“, so Karas abschließend.</p>
 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-189</guid>
<pubDate> Sat, 24 Jun 2017 12:35:00 +0200 </pubDate>
<title>Pflegereform: Prioritäten richtig setzen!</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/pflegereform-prioritaeten-richtig-setzen/ </link>
 <description>Hilfswerk fordert grundsätzliche Neuausrichtung statt punktuellem Aktionismus</description> <content:encoded> <![CDATA[
<p>„Die aktuellen Diskussionen zur Pflegereform greifen zu kurz und setzen nur punktuell an“, kritisiert Othmar Karas, Präsident des Hilfswerk Österreich. “Wie wollen wir den prognostizierten Anstieg der Pflegegeldbezieher/innen von derzeit 455.000 auf 750.000 bis zum Jahr 2050 bewältigen, wenn wir nicht endlich in eine versachlichte und konzeptorientierte Auseinandersetzung gehen?“, fragt Karas. Und weiter: „Die jedenfalls auch künftig unabdingbaren Versorgungsleistungen der Pflegeheime und die 24-Stunden-Betreuung dominieren den medialen Diskurs, die mit Abstand größte Pflegeorganisation im Land sind aber die Angehörigen, und denen muss zuallererst geholfen werden“, stellt Karas klar. 84 Prozent der pflegebedürftigen Österreicher/innen werden aktuell zu Hause gepflegt, entweder ausschließlich von Angehörigen oder mit Unterstützung von mobilen Diensten wie Hauskrankenpflege und Heimhilfe. „Deren Pflegealltag muss von bürokratischen Hindernissen befreit und die Beratung sowie Begleitung pflegender Angehöriger verstärkt werden. Der forcierte Ausbau mobiler Dienste ist das Gebot der Stunde! Temporäre Entlastungsangebote wie Kurzzeitpflege oder Tageszentren können ebenfalls eine wirksame Hilfestellung sein. Die regelmäßige Valorisierung des Pflegegeldes sollte aus unserer Sicht die erste zu diskutierende finanzielle Maßnahme sein, denn derzeit spart die öffentliche Hand genau bei jenen, die dem Staatshaushalt Milliarden sparen helfen.“</p>
<p><strong>Lösung für Pflegeregress allein greift zu kurz </strong></p>
<p>Die finanzielle Seite der Pflege umfasst jedoch nicht nur die seit Jahren fehlende Wertanpassung des Pflegegeldes, sondern auch die länderspezifische Ungleichbehandlung der Betroffenen in Hinblick auf die Eigenbeiträge zu den Pflegedienstleistungen. „Alleine diese Ungleichheit bei den zu leistenden Eigenbeiträgen steht im krassen Widerspruch zu der Tatsache, dass alle Bürgerinnen und Bürger, wenn es um das Einzahlen ins System geht, sehr wohl gleich behandelt werden“, erläutert Karas. &nbsp;„Bevor wir die gesamte Energie in eine ideologische getriebene Finanzierungsdiskussion stecken, fordern wir als Hilfswerk am Beginn einer echten Reform des Pflegesektors die Frage nach einheitlichen Qualitätsstandards anzugehen und danach die Pflegefinanzierung ordnungspolitisch auf neue Beine zu stellen. Die derzeitige Diskussion rund um den Pflegeregress greift bei weitem zu kurz“, so Karas abschließend.</p>
<p>&nbsp;&nbsp;</p>
<p><strong>Fakten zur Pflege</strong></p>
<p>Laut Erhebung des Sozialministeriums bezogen 2015 österreichweit 452.601 Personen Pflegegeld, von denen 75.632 (17 %) in Heimen, die überwiegende Mehrheit von 376.969 (83 %) zu Hause versorgt wurden. Letztgenannte wurden zu 46 % (209.346) von Angehörigen und zu 32 % (145.723) von den Angehörigen mit Unterstützung von Pflegediensten betreut. Die 24-Stunden-Betreuung nahmen 21.900 Personen (rund 5 %) in Anspruch.</p>
 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-88</guid>
<pubDate> Mon, 08 May 2017 14:22:11 +0200 </pubDate>
<title>Hilfswerk fordert Ausbau der Schmerzversorgung in Österreich</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-fordert-ausbau-der-schmerzversorgung-in-oesterreich/ </link>
 <description>Adäquate Behandlung chronischer Schmerzen erspart den Betroffenen unsägliches Leid und der Volkswirtschaft enorme Kosten.</description> <content:encoded> <![CDATA[
<p><strong>Präsident Othmar Karas: „Adäquate Behandlung chronischer Schmerzen erspart den Betroffenen unsägliches Leid und der Volkswirtschaft enorme Kosten.“ Österreichische Schmerzgesellschaft fordert schmerztherapeutische Versorgung nach internationalem Standard. </strong></p>
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<p>„In Österreich leiden rund 1,8 Millionen Menschen an chronischen Schmerzen – Tendenz stark steigend. Für 74 Prozent dieser Schmerzpatientinnen und -patienten besteht nach aktuellen Schätzungen der Österreichischen Schmerzgesellschaft kein Therapieangebot. Grund dafür ist die mangelhafte schmerzmedizinische Versorgungsstruktur, die durch zahlreiche Schließungen von Schmerzambulanzen in den letzten Jahren und durch das Fehlen von Einrichtungen im niedergelassenen Bereich zusätzlich verschärft wurde“, stellt Hilfswerk-Präsident Othmar Karas bei einer Pressekonferenz des Hilfswerks heute, Freitag, 28. April, in Wien, fest.</p>
<p>„Chronischer Schmerz wird zusehends zur Volkskrankheit und keiner fühlt sich verantwortlich. Wir müssen diesen Menschen helfen, indem wir einerseits eine flächendeckende schmerztherapeutische Versorgung nach internationalen Standards aufbauen und andererseits massiv in die Aufklärung sowie Sensibilisierung breiter Bevölkerungsschichten investieren. Schmerzpatientinnen und -patienten dulden viel zu oft ihre gesundheitliche Beeinträchtigung, reden nicht darüber und wenn sie reden, dann werden sie vielfach nicht ernstgenommen. Jede Form der Verbesserung trägt unmittelbar zur Steigerung der Lebensqualität der Betroffenen bei“, so Karas.&nbsp;</p>
<p><strong>Enormer sozialer und volkswirtschaftlicher Schaden</strong></p>
<p>Das Hilfswerk betreut als größter mobiler Pflegedienst österreichweit laufend mehr als 30.000 Menschen und schlägt sich tagtäglich mit den Folgen der suboptimalen Versorgungssituation von Schmerzpatientinnen und -patienten herum. Dazu Karas: „Diesen Menschen widerfährt unfassbares Leid.&nbsp; Doch auch die negativen Auswirkungen auf deren soziales Umfeld, insbesondere auf die Angehörigen, dürfen nicht vergessen werden. Hinzu kommen die volkswirtschaftlichen Folgekosten dieses gesundheitspolitischen Wahnsinns.“ Alleine 660.000 Krankenstandstage, das ist die Hälfte aller Fehltage, gehen auf das Konto von Erkrankungen des Muskuloskelettalsystems. Die volkswirtschaftlichen Gesamtkosten allein dieses Krankheitsbildes werden auf etwa 5,5 Mrd. Euro geschätzt. 33 Prozent der Menschen mit chronischen Schmerzen sind berufsunfähig. 21 Prozent gehen in Frühpension. Die Rückkehrwahrscheinlichkeit an den Arbeitsplatz korreliert mit der Dauer des Arbeitsausfalls. Nach sechs Monaten Krankenstand kehrt im Durchschnitt nicht einmal die Hälfte der Arbeitskräfte in ihren Job zurück. Die direkten Kosten einer Chronifizierung von Schmerzen durch eine mangelhafte oder nicht erfolgte Schmerztherapie liegen schätzungsweise bei 1,4 bis 1,8 Mrd. Euro.&nbsp;</p>
<p><strong>Schmerztherapeutische Versorgung rasch ausbauen </strong></p>
<p>„Besonders häufig, nämlich durchschnittlich achtmal pro Jahr suchen Schmerzpatientinnen und -patienten heimische Arztpraxen auf. Kein Wunder, denn es dauert im Schnitt etwa 1,7 Jahre bis eine Diagnose vorliegt und weiter 1,9 Jahre bis zu einer entsprechenden Therapie“, beschreibt Wolfgang Jaksch, Präsident der Österreichischen Schmerzgesellschaft, den Leidensweg. Werden Schmerzen, die über einen Zeitraum von drei Monaten andauern, nicht rasch und vor allem interdisziplinär behandelt, droht eine Chronifizierung, die unter allen Umständen verhindert werden muss. Hier setzt die Österreichische Schmerzgesellschaft mit ihrem neuen Handlungsleitfaden zur Verbesserung der schmerztherapeutischen Versorgung an, der eine strukturelle Gliederung sowie Qualitätskriterien festlegt. „Gemäß Patientencharta haben Patientinnen und Patienten Anspruch auf eine medizinische Versorgung nach dem jeweiligen Stand der Wissenschaft bzw. nach anerkannten Methoden. Wenn man das ernst nimmt, dann brauchen wir dringend eine flächendeckende Versorgungsstruktur nach internationalem Vorbild mit hoher Qualität. Dazu wären als Versorgungspyramide sowohl spezialisierte, vollzeitbetriebliche Schmerzambulanzen nach dem Vorbild Klagenfurt – der einzigen österreichischen Einrichtung dieser Art, die internationalen Standards entspricht –, aber auch Einrichtungen im niedergelassenen Bereich mit Zugang für alle Patienten notwendig“, so Jaksch. Doch nicht nur die Strukturen bedürfen eines zügigen Ausbaus, auch bei der Ausbildung des medizinischen Fachpersonals fordert Jaksch Verbesserungen, indem künftig etwa Ärztinnen und Ärzten eine Spezialisierung im Bereich Schmerztherapie ermöglicht werden soll.&nbsp;</p>
<p><strong>Dem Schmerz aktiv die Stirn bieten</strong></p>
<p>Neben einer adäquaten schmerztherapeutischen Versorgung stellt das individuelle Verhalten der Betroffenen einen wesentlichen Faktor für das Wiedererlangen von Lebensqualität dar. Das Hilfswerk bietet mit dem neuen Schmerz-Ratgeber praxisnahe Tipps bei chronischen Schmerzen. „Wir wollen die Menschen ermuntern, aktiv zu werden – die Erkrankung anzunehmen, medizinischen Rat einzuholen, den Alltag oder beispielsweise die Wohnsituation an die Einschränkungen durch die Schmerzerkrankung anzupassen“, erläutert Roland Nagel, fachliche Leiter Pflege und Betreuung beim Hilfswerk, das Ziel der Initiative „Aktiv gegen Schmerz“, „nur so lässt sich ein ,gutes‘ Leben trotz chronischer Schmerzen in kleinen Schritten sukzessive wieder erarbeiten.“ Schmerzpatientinnen und -patienten können sich an die Service-Hotline 0800 800 820 wenden oder die Beratungsstation der Hilfswerk Family Tour nutzen. Mehr dazu unter www.hilfswerk.at.&nbsp;</p>
<p><strong>Unterschriftenaktion „Allianz chronischer Schmerz“</strong></p>
<p>„Die Politik muss umgehend handeln, um diese im wahrsten Sinne des Wortes schmerzhafte Lücke in unserem Gesundheitssystem zu schließen. Die Probleme von mehr als einem Fünftel der Bevölkerung wie in der Vergangenheit letztlich zu ignorieren, ist gerade angesichts einer alternden Gesellschaft garantiert der falsche Weg. Das Hilfswerk bietet mit seinem praxisnahen, vielfältigen Angebot ganz konkrete Unterstützung. Und auch auf politischer Ebene werden wir bei diesem Thema nicht locker lassen. Wer sich persönlich für dieses wichtige Thema stark machen möchte, den ermuntern wir, die Unterschriftenaktion der „Allianz Chronischer Schmerz“ (<a href="http://www.schmerz-allianz.at" target="_blank" rel="noreferrer">www.schmerz-allianz.at</a>) zu unterstützen“, so Karas abschließen.&nbsp;</p>
<p>Die heutige Pressekonferenz war auch der Auftakt zur Hilfswerk Jahresinitiative „PFLEGE betrifft. VORSORGE hilft.“ und zur aktuellen Offensive „Aktiv gegen Schmerz“, mit Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung, Öffentlichkeitsarbeit und der Hilfswerk Family Tour, einer Roadshow mit rund 50 Stationen in Österreich. Partner sind Erste Bank und Sparkassen, s Versicherung, s Bausparkasse, Wiener Städtische sowie Neuroth und Publicare. Details zur heutigen Pressekonferenz, zur Jahresinitiative und zur Hilfswerk Family Tour finden Sie auf www.hilfswerk.at</p>
 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Schmerz</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-89</guid>
<pubDate> Wed, 19 Apr 2017 10:30:00 +0200 </pubDate>
<title>24-Stunden-Betreuung: Vom „Schmuddelkind“ zum „Reibebaum“</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/24-stunden-betreuung-vom-schmuddelkind-zum-reibebaum/ </link>
 <description>Hilfswerk-Präsident Karas: Politischer Aktionismus hilft nicht bei Reform des Pflegesystems!</description> <content:encoded> <![CDATA[
<p>„Dass die 24-Stunden-Betreuung in Österreich bei politischen Parteien und Sozialpartnern jüngst zum allseits beliebten Reibebaum geworden ist, zeigt den Wandel vom einstigen Schmuddelkind der Branche zu einem wichtigen Betreuungsangebot für ältere Menschen in Österreich“, meint Othmar Karas, Präsident des Hilfswerks Österreich. „Ein Jahrzehnt nach der Legalisierung und gesetzlichen Regelung der 24-Stunden-Betreuung im Jahr 2007 manifestiert sich in der aktuellen Diskussion die Notwendigkeit von weiteren Entwicklungsschritten.“, so Karas weiter.</p>
<p><strong>Was im Bereich der 24-Stundenbetreuung tatsächlich passieren muss</strong></p>
<p>Das Hilfswerk als einer der führenden Qualitätsanbieter im Bereich der Pflege und Betreuung in Österreich, darunter auch in der 24-Stunden-Betreuung, unterstützt alle Bestrebungen, welche die Versorgungssicherheit und die Qualität im Sektor fördern. Das gemeinsam von Hilfswerk, Volkshilfe und Caritas vor zwei Jahren erfolgreich initiierte Qualitätslabel „24-Stunden-Betreuung – sicher.kompetent.fair“ unterstreicht dieses Engagement zum Wohle der Kundinnen und Kunden und zielt ebenso auf Fairness gegenüber den Betreuungskräften ab. „Wir fordern Konsequenz in der Diskussion ein. Wer nachvollziehbare und adäquate Qualitätsstandards sowie eine nachhaltig faire Entlohnung in der 24-Stunden-Betreuung möchte, der kommt künftig wohl kaum um eine Anpassung der Förderungen für die Kundinnen und Kunden herum. Sonst fällt die Betreuung irgendwann wieder in den Schwarzmarkt zurück – das kann keiner wollen“, ist Karas überzeugt. „Und wie auch immer man zur Kürzung der Familienbeihilfe für Ausländer stehen mag, eines ist klar: Die Familienbeihilfe kann nicht regulär als Lohnbestandteil herangezogen werden – dies alleine schon deshalb nicht, weil nur ein Teil der Betreuungskräfte Kinder im entsprechenden Alter hat und Familienbeihilfe bezieht.“, erläutert Karas. Karas weist auch dezidiert „wenig reflektierte“ Vorschläge zur Organisation der 24-Stunden-Betreuung zurück, die beispielsweise bedarfsorientierten Qualitätswettbewerb ausschalten würden, wie etwa die jüngst von Norbert Hofer propagierte Idee einer bundesweiten Genossenschaft.</p>
<p><strong>Etwa fünf Prozent der Pflegebedürftigen nutzen 24-Stunden-Betreuung</strong></p>
<p>Inwieweit die aktuelle politische und mediale Schwerpunktsetzung den tatsächlichen Problemstellungen des Betreuungs- und Pflegebereiches gerecht wird, sei dahingestellt. In der Öffentlichkeit sorgt sie jedenfalls für eine verzerrte Wahrnehmung. Mit gut fünf Prozent Marktanteil ist die 24-Stunden-Betreuung in Österreich ein unverzichtbares, aber auch sehr spezifisches Angebot. Die kostenintensive stationäre Pflege im Heim nimmt rund fünfzehn Prozent der Pflegebedürftigen auf. Der größte Teil der Pflegebedürftigen, rund achtzig Prozent, werden zu Hause von Angehörigen alleine oder mit Unterstützung mobiler Dienste wie Hauskrankenpflege und Heimhilfe versorgt. Über fünfundzwanzig Prozent aller Pflegebedürftigen nehmen regelmäßig mobile Dienste in Anspruch. Damit decken mobile Dienste den größten Teil des professionellen Pflege- und Betreuungsbedarfs. „Wer tatsächlich Entwicklungen im Bereich der Betreuung und Pflege vorantreiben möchte, muss in erster Linie über Verbesserungen für pflegende Angehörige nachdenken und das System der mobilen Dienste weiterentwickeln und ausbauen.“, meint Karas. „Wir fordern eine ernsthafte politische Diskussion zur Zukunft der Betreuung und Pflege anstelle fadenscheiniger Kampagnen. Angesichts des demografischen Wandels, der offenen Fragen in der Finanzierung – insbesondere nach Auslaufen der aktuellen Pflegefondsgesetzes – und des eklatanten Fachkräftemangels sollten wir eher heute als morgen ins Handeln kommen“, fordert Karas abschließend.</p>
 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>24 Stunden Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-90</guid>
<pubDate> Mon, 06 Mar 2017 17:51:00 +0100 </pubDate>
<title>24-Stunden-Betreuung: Planwirtschaft löst kein Problem</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/24-stunden-betreuung-planwirtschaft-loest-kein-problem/ </link>
 <description>Karas: FPÖ-Hofer-Vorstoß blanker Unsinn</description> <content:encoded> <![CDATA[
<p>Vom jüngsten Vorschlag des Freiheitlichen Pflegesprechers Norbert Hofer zur Schaffung einer Bundesgenossenschaft für Pflege und Betreuung hält Othmar Karas, Präsident des Hilfswerks Österreich, rein gar nichts. „Die Diskussion der vergangenen Woche rund um die Kürzung der heimischen Familienbeihilfe für EU-Bürger/innen, deren Kinder im Ausland leben, hat den Effekt gezeitigt, dass das Finanzierungssystem der 24-Stunden-Betreuung in den Fokus der öffentlichen Diskussion geriet“, stellt Karas fest. „Dieser relativ junge Betreuungssektor ist ein Bereich, der sich stetig weiterentwickelt. Dass es da und dort in Zukunft Verbesserungen brauchen wird, wissen alle Beteiligten. Wer hier aber nach einer zentralistischen, staatlichen Lösung schreit, hat sich nicht nur im Jahrhundert geirrt, sondern schlichtweg das tatsächliche Problem nicht erkannt. Planwirtschaft löst die Frage der Finanzierbarkeit und Organisation von Betreuungsleistungen jedenfalls nicht.“ betont Karas.</p>
<p>„Wir haben ein im Ergebnis funktionierendes System mit einer kundenorientierten Vielfalt von Anbietern und Diensten, das unter Einhaltung der gesetzlichen Auflagen die Nachfrage nach Betreuungsdienstleistungen seit rund zehn Jahren zuverlässig befriedigt.“, erläutert Karas, und fährt fort: „Wir sollten darauf achten, dass wir etwaige Probleme und Konflikte weder auf dem Rücken der Menschen austragen, die Betreuung brauchen, noch auf dem Rücken der Betreuer/innen. Daher ist es auch wichtig, dass wir Gedankengut wie Kundenorientierung, Angebotsvielfalt und Qualitätswettbewerb auf dem Weg nicht verlieren oder die Arbeitsplätze dieses Sektors durch Verstaatlichungsphantasien gefährden“, so Karas. Ein Blick in die jüngere Vergangenheit des Betreuungsthemas lohnt sich. Erste Überlegungen zur Reglementierung der 24-Stunden-Betreuung wurden rund um die Nationalratswahlen 2006 angestellt und mündeten 2007 in zahlreiche Regelungen (Hausbetreuungsgesetz, Gewerbeordnung, GuKG, Ärztegesetz, Bundespflegegeldgesetz, Richtlinien zur Unterstützung der 24-Stunden-Betreuung, Standesregeln für Personenbetreuung) zur Personenbetreuung. Eine großzügige Amnestieregelung beendete die jahrzehntelange Illegalität der 24-Stunden-Betreuung. 2015 setzt der Gesetzgeber die gewerberechtliche Trennung von Personenbetreuern und Vermittlungsagenturen um und etablierte zugleich Standesregeln für Vermittlungsagenturen. Heute nutzen in Österreich 21.900 Menschen 24-Stunden-Betreuung und nehmen die staatlichen Förderungen dafür in Anspruch.</p>
<p><strong>Fakten zur Personenbetreuung</strong></p>
<p><strong>Strukturdaten „Betreute Personen“</strong><br> Laut Erhebung des Sozialministeriums bezogen 2015 österreichweit 452.601 Personen Pflegegeld, von denen 75.632 (17 %) in Heimen, die überwiegende Mehrheit von 376.969 (83 %) zu Hause versorgt wurden. Letztgenannte wurden zu 46 % (209.346) von Angehörigen und zu 32 % (145.723) von Pflegediensten betreut. Die 24-Stunden-Betreuung nahmen 21.900 Personen (rund 5 %) in Anspruch.</p>
<p><strong>24-Stunden-Betreuung in Zahlen</strong><br> 2016 waren bei der WKO österreichweit 60.589 selbständige Personenbetreuer/innen gemeldet. 517 Selbständige betreiben die gewerbliche Organisation und Vermittlung von Personenbetreuer/innen. Das Hilfswerk vermittelt aktuell 1.524 Personenbetreuer/innen an 765 betreuungsbedürftige Personen.</p>
<p><strong>Förderung der 24-Stunden-Betreuung</strong><br> Ein Zuschuss kann ab Pflegestufe 3 nach dem Bundespflegegeldgesetz gewährt werden. Die Förderung bei der Beschäftigung von zwei selbstständig tätigen Betreuungskräften beträgt maximal 550,- Euro pro Monat. Bei der Beschäftigung von zwei unselbstständig tätigen Betreuungskräften beträgt der Zuschuss maximal 1.100,- Euro pro Monat. Die Betreuung muss gemäß den Bestimmungen des Hausbetreuungsgesetzes erfolgen. Bei der Antragstellung wird das Einkommen der pflegebedürftigen Person berücksichtigt. Die Einkommensgrenze beträgt 2.500,- Euro netto monatlich, wobei Leistungen wie Pflegegeld, Sonderzahlungen, Familienbeihilfe, Kinderbetreuungsgeld und Wohnbeihilfen unberücksichtigt bleiben. Für jeden unterhaltsberechtigten Angehörigen erhöht sich die Einkommensgrenze um 400,- Euro bzw. um 600,- Euro für behinderte, unterhaltsberechtigte Angehörige. Die Förderung wird unabhängig vom Vermögen der pflegebedürftigen Person gewährt.</p>
 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>24 Stunden Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-40</guid>
<pubDate> Tue, 14 Feb 2017 12:57:32 +0100 </pubDate>
<title>Hilfswerk fordert dringend zügige Einigung bei Mindestsicherung</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/hilfswerk-fordert-dringend-zuegige-einigung-bei-mindestsicherung/ </link>
 <description>Präsident Karas warnt vor massivem sozialen Rückschritt im Falle scheiternder Verhandlungen</description> <content:encoded> <![CDATA[
<p>„Sollten die Verhandlungen tatsächlich scheitern, würde das einen massiven sozialen Rückschritt für Österreich bedeuten!“, ist Hilfswerk-Präsident Othmar Karas angesichts der kritischen Verhandlungslage zwischen Bund und Ländern zur Bedarfsorientierten Mindestsicherung überzeugt. Eine Rückkehr in die alte Logik von neun völlig verschiedenen Regelungen wäre laut Karas ein völlig falscher Weg. „Natürlich wissen nicht nur wir, sondern auch andere Sozialorganisationen aus ihrer Alltagspraxis, dass der Vollzug Schwächen aufweist. Das ist aber keine Frage des Gesetzes sondern der Verwaltung.“, erläutert der Hilfswerk-Präsident. Um Spekulationen und Mythenbildung vorzubeugen, brauche es bessere evidenzbasierte Grundlagen. Ein gesetzlicher Auftrag an Bund und Länder wäre künftig von Nöten, die Zahlen zur Mindestsicherung regelmäßig und in vergleichbarer Weise offenzulegen, und so eine gezielte Evaluierung und eine wirksame Weiterentwicklung der Bedarfsorientierten Mindestsicherung sicher zu stellen.<br> <br> „Mit der bestehenden 15a-Vereinbarung hatten wir uns darauf verständigt, jedem Menschen ein Mindestmaß an würdevoller Existenz zu ermöglichen. Menschen ohne Arbeit und ohne Ansprüche auf sozialversicherungsrechtliche Leistungen sollen krankenversichert und gegen Verarmung geschützt sein. Auch viele Kinder in Österreich sind auf die Mindestsicherung angewiesen!“ stellt Karas fest. Er zeigt sich besorgt darüber, dass die Vereinbarung zur Mindestsicherung mit Ende des Jahres auslaufen könnte, ohne dass es eine&nbsp; tragfähige Einigung über den Fortbestand gibt. „Was passiert dann bespielweise im Bereich der Gesundheitsversorgung? Hier sind wir auf eine bundesweit abgestimmte Lösung angewiesen. Stehen Betroffene dann wieder ohne eCard da? Wem hilft das?“, fragt Karas. „Ich appelliere dringend an die Verantwortungsträger in Bund und Ländern, endlich einen zukunftsorientierten Konsens zu einer österreichweit einheitlichen und tragfähigen Lösung zu finden.“<br> <br> Das Hilfswerk zählt zu den führenden Sozialorganisationen Österreichs. Mit rund 10.000 hauptamtlichen und fast 20.000 ehrenamtlichen Mitarbeitern werden Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und sozialer Herkunft mit Diensten im Bereich Sozialarbeit, psychosoziale Dienste, mobile Krankenpflege und Altenhilfe sowie Kinderbetreuung und Jugendarbeit betreut.</p>
 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-45</guid>
<pubDate> Wed, 17 Aug 2016 11:11:00 +0200 </pubDate>
<title>Pflege: Hilfswerk unterstützt Forderungen des Pensionistenverbandes</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/pflege-hilfswerk-unterstuetzt-forderungen-des-pensionistenverbandes/ </link>
 <description>Präsident Othmar Karas: „Österreich muss die demografische Atempause nutzen, um sich zukunftsfit zu machen!“</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/global/_processed_/f/a/csm_1529750-613852448709729-1721784025-o_77b5f8b5bc.jpg" length="101109" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
<p>Das Hilfswerk unterstützt die heute vom Pensionistenverband präsentierten Vorstellungen für Optimierungen im Pflegebereich. Sie entsprechen im Wesentlichen auch Forderungen des Hilfswerks.</p>
<p>„Österreich muss die derzeitige demografische Atempause nutzen, um sich zukunftsfit zu machen!“, sagt Hilfswerk-Präsident Othmar Karas. „Um die Herausforderung von bald doppelt so vielen pflegebedürftigen Menschen zu meistern, muss die Finanzierung dauerhaft gesichert werden. Wir werden aber in erster Linie auch viel mehr Pflegepersonal brauchen“, weiß Karas. „Die Ausbildung dieser dringend benötigten Menschen dauert eine Weile. Also sollte man möglichst rasch damit beginnen, junge, aber auch ältere Damen und Herren - vermehrt auch Umsteiger/innen und Wiedereinsteiger/innen - für den Pflegeberuf zu gewinnen“, fordert Karas. „Damit dies auch gelingt, müssen jedoch die Rahmenbedingungen wesentlich attraktiver werden, “, ist Karas überzeugt.</p>
 ]]> </content:encoded> <category>Österreich</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Presseaussendung</category> </item> <item> <guid isPermaLink="false">news-91</guid>
<pubDate> Tue, 17 Nov 2015 11:30:00 +0100 </pubDate>
<title>24-Stunden-Betreuung: Qualität wird sichtbar</title>
<link> https://www.hilfswerk.at/oesterreich/artikel-detail/news/24-stunden-betreuung-qualitaet-wird-sichtbar/ </link>
 <description>Caritas, Hilfswerk und Volkshilfe präsentieren gemeinsamen Standard mit Label: Sicher. Kompetent. Fair.</description> <enclosure url="https://www.hilfswerk.at/fileadmin/storage/bgl/user_upload/PK-24h-qualiaet.jpg" length="3257723" type="image/jpeg" /> <content:encoded> <![CDATA[
<p>Seit ihrer Legalisierung 2007 ist die 24-Stunden-Betreuung zu einem wichtigen Teil der Betreuung in Österreich geworden. Derzeit werden in Österreich rund 27.000 Personen von 56.816 Personenbetreuer/innen rund-um-die-Uhr zu Hause betreut. Das sind 6% aller pflegebedürften Personen in Österreich. 19.300 Personen beziehen die Förderung der 24-Stunden-Betreuung. Die Gesamtsumme der Förderungen beträgt 122,9 Millionen Euro.</p>
<p>„Die 24-Stunden-Betreuung hat eine Lücke im Versorgungssystem geschlossen“, unterstreicht Hilfswerk-Geschäftsführer Walter Marschitz die Bedeutung der Dienstleistung. „Die steigenden Zahlen zeigen, dass der Service sehr gut angenommen wird.“ Trotz umfassender Regelungen über die Personenbetreuung (Hausbetreuungsgesetz, Gewerbeordnung, GuKG, Ärztegesetz, Bundespflegegeldgesetz, Richtlinien zur Unterstützung der 24-Stunden-Betreuuung, Standesregeln für Personenbetreuung) gibt es jedoch noch einige Herausforderungen etwa hinsichtlich Qualitätssicherung und Transparenz. „Manche Personenbetreuer/innen beklagen auch mangelnde Anerkennung und Fairness“, so Marschitz.</p>
<p>„Nach der gewerberechtlichen Trennung von Personenbetreuern und Vermittlungsagenturen fehlen noch Standesregeln für Vermittlungsagenturen“, sagt Bernd Wachter, Generalsekretär der Caritas. „Wir erwarten in diesem Bereich eher gesetzliche Basis-Qualitätsstandards als hohe Qualitätsziele“, so Wachter. „Caritas, Hilfswerk und Volkshilfe bemühen sich bei allen Dienstleistungen rund um Pflege und Betreuung um beste Qualität. Daher wollen wir auch im Bereich der 24-Stunden-Betreuung ein klares Signal dafür setzen“, so Wachter weiter.</p>
<p>„Als Organisationen mit hoher sozialer Verantwortung sind uns völlige Transparenz und faire Rahmenbedingungen ein besonderes Anliegen – sowohl für die Kundinnen und Kunden als auch für die Personenbetreuer/innen“, sagt Erich Fenninger, Geschäftsführer der Volkshilfe. &nbsp;„Mit unserem Angebot wird sichergestellt, dass betreuungsbedürftige Menschen solange wie möglich im häuslichen Umfeld die notwendige Unterstützung und Betreuung erhalten“, so Fenninger.</p>
<p>„Caritas, Hilfswerk und Volkshilfe verfügen über jahrelange Erfahrung in der Langzeitpflege - sowohl in der mobilen Betreuung zu Hause als auch in Pflegeeinrichtungen“, sagt Irene Pichler, die als Geschäftsführerin des Vereins „Caritas Rundum Zuhause betreut“ für die 24-Stunden-Betreuung der Caritas verantwortlich ist. „Vor dem Hintergrund mehrerer Millionen Hausbesuche in der mobilen Pflege pro Jahr kennen wir die Anforderungen an gute Pflege und Betreuung zu Hause. Die Kundinnen und Kunden können daher diese Erfahrung auch in der 24-Stunden-Betreuung nutzen. Wir führen seit Jahren Hunderte von Qualitätsvisiten pro Jahr zur fachlichen Begleitung der 24-Stunden-Betreuung durch“, so Pichler.</p>
<p>„Das Wohl der zu betreuenden Personen und ihrer Angehörigen steht immer im Zentrum unserer Bemühungen“, ergänzt Rainer Zeithammel, Geschäftsführer der 24h Personenbetreuung(PB) GmbH - der Volkshilfe Österreich. „Wir sehen die 24-Stunden-Betreuung als Ergänzung zu unseren anderen Angeboten, um den Kundinnen und Kunden eine optimale Auswahl zu geben, wie betreuungsbedürftige Menschen einen angenehmen und sicheren Lebensabend in den eigenen vier Wänden verbringen wollen“, so Zeithammel.</p>
<p>„Nur zufriedene Pflegepersonen und Personenbetreuer/innen können auch eine Leistung bringen, die auch die Kundinnen und Kunden zufrieden stellt“, ist Karin Fürst überzeugt. Sie ist Geschäftsführerin der Hilfswerk Personaldienstleistungs-GmbH und damit auch für die Vermittlung der 24-Stunden-Betreuung im Hilfswerk verantwortlich. „Bei Caritas, Hilfswerk und Volkshilfe erhalten die Kundinnen und Kunden aber auch die Personenbetreuer/innen von Anfang an kompetente Ansprechpartner/innen und bestmögliche Unterstützung. Genaue Informationen über gesetzliche Vorschriften, aber auch pflegefachliche Unterstützung zählt zu unserem Service“, so Fürst.</p>
<p>Um diesen gemeinsamen Service-Standard auch optisch auf den ersten Blick erkennbar zu machen, werden Caritas, Hilfswerk und Volkshilfe &nbsp;ihre 24-Stunden-Betreuung mit einem Label ihre Selbstverpflichtung zeigen. Dieses Label „Sicher.&nbsp; Kompetent. Fair.“, steht ebenso wie der genaue Wortlaut der Selbstverpflichtung auf den Websites der Organisationen <a href="http://www.caritas.at" target="_blank" rel="noreferrer">www.caritas.at</a>, <a href="http://www.hilfswerk.at/" target="_blank">www.hilfswerk.at</a> und <a href="http://www.volkshilfe.at" target="_blank" rel="noreferrer">www.volkshilfe.at</a> zum Download bereit.</p>
 ]]> </content:encoded> <category>Presseaussendung</category> <category>24 Stunden Betreuung</category> <category>Pflege Betreuung</category> <category>Österreich</category> </item> </channel> </rss> </div>